Onkel Roberts Tagebuch 2
16. Mai 1944
Ich wachte auf und spürte, dass sich mein Oberschenkel schon deutlich besser anfühlte. Die Sonne schien durchs Fenster und zeichnete helle Streifen auf den Boden. Ich setzte mich auf, lehnte mich ans Fenster und blickte hinunter auf den Hof. Alles wirkte so friedlich, so still, dass es fast unwirklich erschien.
Elise war bereits draußen.
Ich sah, wie sie die Schwengel-Pumpe bediente, den Eimer langsam füllte, ihre Bewegungen ruhig und routiniert. Luc saß auf einem Holzstapel, kaute auf einem Stängel und bewegte sich kaum. Kein Laut drang zu mir herauf; ich hörte nur das leise Klappern des Holzes, das Plätschern des Wassers, das Rascheln der Blätter. Alles schien normal, fast wie in einem Traum.
Dann bemerkte ich einen Mann, der über den Hof kam – ein Nachbar. Ich konn