Untreue
Sie hieß Elena und war zweiundvierzig Jahre alt. Seit fast achtzehn Jahren war sie verheiratet. Ihr Leben war geordnet, vielleicht zu geordnet. Sie hatte einen Mann, mit dem sie sich verstand, ein schönes Zuhause und einen Alltag, um den andere sie vermutlich beneideten. Es gab keinen großen Streit, kein Drama und keinen wirklichen Grund, unglücklich zu sein. Aber es war zu seicht, zu normal, zu langweilig.
Sie hatte seit einiger Zeit das Gefühl, dass ihr etwas fehlte.
Es war schwer zu benennen. Vielleicht war es dieses Kribbeln, das früher einmal dagewesen war. Die Erwartung vor einer Begegnung. Das Gefühl, nicht genau zu wissen, was als Nächstes geschehen würde. In ihrem Leben war inzwischen fast alles vorhersehbar geworden. Selbst die schönen Dinge hatten ihren festen Platz und ih