Eigentlich hätte es eine ruhige Schicht in der „Möwe“ sein können: Hinten im Eck saßen drei Kerle, vermutlich Dockarbeiter von der Frühschicht bei Blohm & Voss, spielten Skat und läuteten mit Bier und Korn den Feierabend ein. Der alte Jens, seit Jahren mein treuester Stammgast, brütete wie immer über den Preisrätseln seiner Illustrierten. Gewonnen hat er noch nie. Ich hatte nicht mal ein halbes Dutzend Männer im Schankraum, selbst wenn ich mich mitzählte. Ein typischer Montag eben: Ab und zu orderte jemand was zu trinken, aber viel zu tun war nicht. Magerer Profit.
Und so stand ich hinterm Tresen und polierte Gläser. Gelangweilt sah ich aus dem Fenster: Draußen dämmerte allmählich die Nacht herauf, und der Wind trieb vom Hafen dunkle Wolken heran. Ab und zu liefen Regentropfen die Scheibe herunter. Ich hatte mich innerlich schon auf einen traurigen Abend eingestellt, als die Tür aufging.
Eine blonde Frau kam herein. Ende zwanzig, Anfang dreißig vielleicht. Hochsteckfrisur, schwarzes Cocktailkleid, dazu Handtäschchen, Stöckelschuhe und perfektes Make-up. Völlig fehl am Platz hier. Wie eine Nougat-Praline im Fischgeschäft.
„Guten Abend“, sagte sie ein wenig unsicher. Ihr kehliger Akzent verriet sofort ihre Herkunft aus Holland. Schlagartig wurde es still im Raum, sogar Jens sah von seinem Kreuzworträtsel auf. Es war ein bisschen, als hätte jemand das Licht heller gedreht.
„Immer herein, junge Frau!“, rief ich ihr zu und winkte sie zu mir herüber. Vielleicht würde die Schicht ja doch noch ganz nett. Lächelnd stöckelte sie zum Tresen, während die Männer ihr nachschauten. Wären die Blicke der Kerle Dartpfeile und ihr Hintern die Scheibe gewesen – sie hätte wohl so schnell nicht mehr sitzen können.
„Schietwedder! So heißt das hier in Hamburg doch, wenn das Wetter so schlecht ist, oder?“, sagte sie. Ihr Lächeln war einfach umwerfend. Wenn Sünde einen Klang hatte, dann war es der Klang dieser Stimme: dunkel, leicht rauchig und extrem sexy.
„Jo, so ist das wohl“, erwiderte ich und nickte. „Was willst du trinken?“
„Hast du Genever?“ Aus ihrem Mund hörte es sich an wie „Jeneeifer“.
„Klar. Hab‘ ich!“
„Dann gib mir een großen, bitte.“
Sie gefiel mir richtig gut. Nicht bloß optisch: Ihr holländisch gefärbtes Deutsch hatte Charme, und sie war völlig unbefangen. So wie die Holländer nun mal sind: mit jedem sofort per Du. Ich stellte ein Glas vor sie hin und schenkte ein. Bis zum Rand. Mit einem anzüglichen Schmunzeln beugte sie sich tief über den Tresen und schlürfte den ersten Schluck, ohne das Glas anzufassen. Ihr Dekolleté ließ meine Augen größer werden.
„Hmm, zu de echte Kopstoot gehört een lekker Bier dazu!“, stellte sie fest und sah mich auffordernd an. Ich zapfte also noch ein Helles mit ordentlich Schaum und stellte es vor sie hin.
„Besser!“, lachte sie und zeigte makellose Zähne. Während sie im Wechsel Bier und Genever trank, unterhielten wir uns.
„Ist nicht zu überhören, wo du herkommst, Mädel. Was hat dich denn hierher verschlagen?“, wollte ich wissen.
„Ich bin aus Utrecht“, seufzte sie. „Ich lehr' Kunst un Design an de Hochschul. Als Gast for een Semester. Op Englisch.“
„Klingt ja nach richtig feiner Gesellschaft. Und da treibst du dich in der Ecke hier rum?“
„Ich war heut‘ bei een ganz öde Party, weißt du? Da wollt‘ ich schnell wieder fort. Nach de Cocktails hab‘ ich gedacht: De Weg heim finde is niet so schwer. Aber ich hab‘ mich totaal mit de S-Bahn verfahre.“
„Und dann bist du vor dem Schietwedder in die ‚Möwe‘ geflohen. Klar. Warum schaust du nicht auf deinem Handy nach dem Weg?“
„Hab’ ich in mein’ Apartment vergessen. Steckt noch in mein’ Jeans.“
„Verstehe. Ich kann dir nachher ein Taxi rufen. Sag mal, wie heißt du eigentlich?“
„Ich bin Nicole. Nicole Visser. Und du, mijn Jongen? Wer bist du?“
„Kannst Heino zu mir sagen.“
Als sie mir schließlich die geleerten Gläser hinschob, lehnte sie sich extra weit nach vorn und schenkte mir einen tiefen Einblick in ihren Ausschnitt. Meine Hose wurde auf einmal merkwürdig eng.
„So!“, meinte sie mit einem Augenzwinkern, „jetzt bin ich bereit für een öde Abend, ganz alleen voor de TV.“ Sie hob eine Augenbraue und fixierte mich. In ihren grünen Augen blitzte es. „Oder hast du een andere lekkere Idee für mich, Heino? Hè?“
Ich bin ja einiges gewohnt, aber irgendwie schaffte sie es, dass mir plötzlich der Mund trocken wurde. Da lag was in der Luft!
„Das macht dann acht Euro“, sagte ich ein bisschen verlegen, „für den Genever und das Bier.“
Sie fummelte umständlich eine Kreditkarte aus ihrer Mini-Handtasche und hielt sie mir hin. Ich schüttelte entschieden den Kopf. „Nee, Kleines! Ich nehm‘ nur Bares!“
„Oh!“, machte sie gespielt unschuldig. „Bargeld hab‘ ich niet mit.“
„Tja, dann muss ich dir zur Strafe halt den Hintern versohlen, hübsches Fräulein!“
Das war natürlich nicht ernst gemeint. Ich bin schließlich kein Unmensch. Diesem Männertraum hätte ich die Drinks einfach spendiert. Aber was dann passierte, das hätte ich mir wohl in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.
Sie schaute mich verschwörerisch an, und ihre Augen wurden plötzlich schmal. Sehr schmal!
„Ja, Heino, dat is een heel goed plan!“, gurrte sie.
Ehe ich reagieren konnte, war sie mit schnellen Schritten bei mir hinterm Tresen. Sie stützte ihren Oberkörper mit den Ellenbogen auf der Platte ab und reckte mir den Allerwertesten entgegen. Ihr Blick über die Schulter war pure Provokation.
Mir verschlug es die Sprache. Ich stand einfach nur mit offenem Mund da.
Sie schaute mich frech an und flüsterte: „Kom nu, Heino! Schluss mit de Voorspel! Ich will Spaß!“
Mit den Worten zog sie ihr Kleid bis zur Taille hoch und ihr Höschen runter. Zum Vorschein kam ein wundervoller Popo: herrlich prall, die zarte Haut leicht gebräunt. Eine Einladung, der ich nicht widerstehen konnte. Noch ein kurzer Blick in die Runde - alle waren beschäftigt, keiner guckte her - dann griff ich zu. Genüsslich fuhr ich mit der Hand über ihre festen Hinterbacken, drückte beide kurz, und versetzte ihr gleich darauf je einen Klaps links und rechts in kurzer Folge.
„Nog meer!“, stöhnte sie leise und schob sich eine Hand zwischen die Schenkel.
Ich tat ihr den Gefallen. Leider ging mir dabei wohl ein bisschen der Gaul durch, denn mein Handabdruck zeichnete sich diesmal sofort auf ihrer Kehrseite ab. Sie stieß einen spitzen Schrei aus, und im selben Moment hatten wir die Aufmerksamkeit aller Leute im Raum. Bedröppelt hielt ich inne.
„Was‘n hier los?“, schreckte der alte Jens auf. Die Dockarbeiter sahen von ihren Karten hoch.
Mann, oh Mann! Ich kam ganz schön ins Schwitzen! Jetzt half nur noch die Flucht nach vorne.
„Lasst euch nicht stören, Jungs“, rief ich den Kerlen zu, „die Lady zahlt gerade für ihre Drinks!“
„Na dann gib ihr mal ordentlich Wechselgeld raus!“, prustete einer der Dockarbeiter. Die anderen stimmten in sein Gelächter mit ein, und auch ich selbst konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Wahrscheinlich sah ich in dem Augenblick echt dämlich aus.
Die Süße schien nicht gern zu warten: „Verder!“ forderte sie mich heiser auf.
Ich kann zwar kein Holländisch, aber ihr animierender Tonfall machte mir auch so klar, was sie meinte: Jetzt bloß nicht aufhören!
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Wenn Madame auf prompte Bedienung Wert legte, dann sollte sie die auch bekommen! Ich warf meine Hemmungen über Bord und verpasste ihr ein paar wohldosierte Hiebe. Acht Stück, um genau zu sein: einen für jeden Euro ihrer Schulden bei mir.
Sie quittierte das jeweils mit einem rauen Stöhnen, während sie die empfindliche Stelle zwischen ihren Beinen immer schneller massierte.
Die Dockarbeiter johlten. Jens griente von einem Ohr zum anderen. Bei Nummer sieben fing Nicole an zu zittern, bei Nummer acht brach der Deich! Mit einem triumphalen „Jaaa!“ ging sie über die Ziellinie.
Noch während sie das Nachglühen genoss, bekamen wir Standing Ovations von den Männern. Ich deutete eine Verbeugung an und hauchte dem Meisje aus Utrecht einen Kuss auf den Popo. Galant zog ich ihr Höschen wieder hoch und richtete ihr Kleid. Niemand soll behaupten können, Heino Petersen sei kein Gentleman!
„Dankjewel, Heino. Dat war een goede Service!“, lachte Nicole und rieb sich den Hintern. Sie stellte sich dicht vor mich hin, und ich sah schon wieder dieses Blitzen in ihren Augen.
„Du hast een besonderes Trinkgeld verdient, Schatje!“, schnurrte sie.
„Wie soll das ohne Bares gehen?“, fragte ich und kratzte die juckenden Stoppeln an meinem Kinn.
„Dat zeig ich dir, wenn wir alleen sind.“
Sie steckte sich einen Finger in den Mund, spitzte die Lippen und saugte hingebungsvoll daran, während sie mir tief in die Augen schaute.
Auf einmal hatte ich es verdammt eilig, Feierabend zu machen.
„Jens, eine Runde Lütt un Lütt aufs Haus für alle. Kannste das fertig machen und abschließen, wenn ihr ausgetrunken habt?“, bat ich meinen Stammgast. „Ich muss weg.“
„Kann ich, Heino“, gab er mir Antwort, „aber du hast heute noch nicht abkassiert.“
„Egal. Die Männer sollen das Geld beim Rausgehen auf die Theke legen. Ich vertrau meinen Gästen. Schmeiß den Schlüssel nachher in den Briefkasten.“
Mit diesen Worten warf ich ihm den Schlüssel zu, nahm Nicole ins Schlepptau und verschwand mit ihr über das Treppenhaus nach oben in meine Wohnung. Was dann folgte? Ich werde nicht in die Details gehen. Ein Gentleman genießt und schweigt! Nur so viel: Es war die wahrscheinlich längste und holländischste Nacht, die Hamburg je gesehen hat.
Als ich spät am nächsten Morgen aufwachte, war meine schöne Holländerin schon weg. Wahrscheinlich über den Hinterausgang zum Hof. Nur ihr Duft hing noch in meiner Bettwäsche.
Traurig und trotzdem irgendwie froh sank ich zurück in die Kissen. Immerhin hatte ich unerwartet das beste „Trinkgeld“ meines Lebens bekommen!
Und so stand ich hinterm Tresen und polierte Gläser. Gelangweilt sah ich aus dem Fenster: Draußen dämmerte allmählich die Nacht herauf, und der Wind trieb vom Hafen dunkle Wolken heran. Ab und zu liefen Regentropfen die Scheibe herunter. Ich hatte mich innerlich schon auf einen traurigen Abend eingestellt, als die Tür aufging.
Eine blonde Frau kam herein. Ende zwanzig, Anfang dreißig vielleicht. Hochsteckfrisur, schwarzes Cocktailkleid, dazu Handtäschchen, Stöckelschuhe und perfektes Make-up. Völlig fehl am Platz hier. Wie eine Nougat-Praline im Fischgeschäft.
„Guten Abend“, sagte sie ein wenig unsicher. Ihr kehliger Akzent verriet sofort ihre Herkunft aus Holland. Schlagartig wurde es still im Raum, sogar Jens sah von seinem Kreuzworträtsel auf. Es war ein bisschen, als hätte jemand das Licht heller gedreht.
„Immer herein, junge Frau!“, rief ich ihr zu und winkte sie zu mir herüber. Vielleicht würde die Schicht ja doch noch ganz nett. Lächelnd stöckelte sie zum Tresen, während die Männer ihr nachschauten. Wären die Blicke der Kerle Dartpfeile und ihr Hintern die Scheibe gewesen – sie hätte wohl so schnell nicht mehr sitzen können.
„Schietwedder! So heißt das hier in Hamburg doch, wenn das Wetter so schlecht ist, oder?“, sagte sie. Ihr Lächeln war einfach umwerfend. Wenn Sünde einen Klang hatte, dann war es der Klang dieser Stimme: dunkel, leicht rauchig und extrem sexy.
„Jo, so ist das wohl“, erwiderte ich und nickte. „Was willst du trinken?“
„Hast du Genever?“ Aus ihrem Mund hörte es sich an wie „Jeneeifer“.
„Klar. Hab‘ ich!“
„Dann gib mir een großen, bitte.“
Sie gefiel mir richtig gut. Nicht bloß optisch: Ihr holländisch gefärbtes Deutsch hatte Charme, und sie war völlig unbefangen. So wie die Holländer nun mal sind: mit jedem sofort per Du. Ich stellte ein Glas vor sie hin und schenkte ein. Bis zum Rand. Mit einem anzüglichen Schmunzeln beugte sie sich tief über den Tresen und schlürfte den ersten Schluck, ohne das Glas anzufassen. Ihr Dekolleté ließ meine Augen größer werden.
„Hmm, zu de echte Kopstoot gehört een lekker Bier dazu!“, stellte sie fest und sah mich auffordernd an. Ich zapfte also noch ein Helles mit ordentlich Schaum und stellte es vor sie hin.
„Besser!“, lachte sie und zeigte makellose Zähne. Während sie im Wechsel Bier und Genever trank, unterhielten wir uns.
„Ist nicht zu überhören, wo du herkommst, Mädel. Was hat dich denn hierher verschlagen?“, wollte ich wissen.
„Ich bin aus Utrecht“, seufzte sie. „Ich lehr' Kunst un Design an de Hochschul. Als Gast for een Semester. Op Englisch.“
„Klingt ja nach richtig feiner Gesellschaft. Und da treibst du dich in der Ecke hier rum?“
„Ich war heut‘ bei een ganz öde Party, weißt du? Da wollt‘ ich schnell wieder fort. Nach de Cocktails hab‘ ich gedacht: De Weg heim finde is niet so schwer. Aber ich hab‘ mich totaal mit de S-Bahn verfahre.“
„Und dann bist du vor dem Schietwedder in die ‚Möwe‘ geflohen. Klar. Warum schaust du nicht auf deinem Handy nach dem Weg?“
„Hab’ ich in mein’ Apartment vergessen. Steckt noch in mein’ Jeans.“
„Verstehe. Ich kann dir nachher ein Taxi rufen. Sag mal, wie heißt du eigentlich?“
„Ich bin Nicole. Nicole Visser. Und du, mijn Jongen? Wer bist du?“
„Kannst Heino zu mir sagen.“
Als sie mir schließlich die geleerten Gläser hinschob, lehnte sie sich extra weit nach vorn und schenkte mir einen tiefen Einblick in ihren Ausschnitt. Meine Hose wurde auf einmal merkwürdig eng.
„So!“, meinte sie mit einem Augenzwinkern, „jetzt bin ich bereit für een öde Abend, ganz alleen voor de TV.“ Sie hob eine Augenbraue und fixierte mich. In ihren grünen Augen blitzte es. „Oder hast du een andere lekkere Idee für mich, Heino? Hè?“
Ich bin ja einiges gewohnt, aber irgendwie schaffte sie es, dass mir plötzlich der Mund trocken wurde. Da lag was in der Luft!
„Das macht dann acht Euro“, sagte ich ein bisschen verlegen, „für den Genever und das Bier.“
Sie fummelte umständlich eine Kreditkarte aus ihrer Mini-Handtasche und hielt sie mir hin. Ich schüttelte entschieden den Kopf. „Nee, Kleines! Ich nehm‘ nur Bares!“
„Oh!“, machte sie gespielt unschuldig. „Bargeld hab‘ ich niet mit.“
„Tja, dann muss ich dir zur Strafe halt den Hintern versohlen, hübsches Fräulein!“
Das war natürlich nicht ernst gemeint. Ich bin schließlich kein Unmensch. Diesem Männertraum hätte ich die Drinks einfach spendiert. Aber was dann passierte, das hätte ich mir wohl in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.
Sie schaute mich verschwörerisch an, und ihre Augen wurden plötzlich schmal. Sehr schmal!
„Ja, Heino, dat is een heel goed plan!“, gurrte sie.
Ehe ich reagieren konnte, war sie mit schnellen Schritten bei mir hinterm Tresen. Sie stützte ihren Oberkörper mit den Ellenbogen auf der Platte ab und reckte mir den Allerwertesten entgegen. Ihr Blick über die Schulter war pure Provokation.
Mir verschlug es die Sprache. Ich stand einfach nur mit offenem Mund da.
Sie schaute mich frech an und flüsterte: „Kom nu, Heino! Schluss mit de Voorspel! Ich will Spaß!“
Mit den Worten zog sie ihr Kleid bis zur Taille hoch und ihr Höschen runter. Zum Vorschein kam ein wundervoller Popo: herrlich prall, die zarte Haut leicht gebräunt. Eine Einladung, der ich nicht widerstehen konnte. Noch ein kurzer Blick in die Runde - alle waren beschäftigt, keiner guckte her - dann griff ich zu. Genüsslich fuhr ich mit der Hand über ihre festen Hinterbacken, drückte beide kurz, und versetzte ihr gleich darauf je einen Klaps links und rechts in kurzer Folge.
„Nog meer!“, stöhnte sie leise und schob sich eine Hand zwischen die Schenkel.
Ich tat ihr den Gefallen. Leider ging mir dabei wohl ein bisschen der Gaul durch, denn mein Handabdruck zeichnete sich diesmal sofort auf ihrer Kehrseite ab. Sie stieß einen spitzen Schrei aus, und im selben Moment hatten wir die Aufmerksamkeit aller Leute im Raum. Bedröppelt hielt ich inne.
„Was‘n hier los?“, schreckte der alte Jens auf. Die Dockarbeiter sahen von ihren Karten hoch.
Mann, oh Mann! Ich kam ganz schön ins Schwitzen! Jetzt half nur noch die Flucht nach vorne.
„Lasst euch nicht stören, Jungs“, rief ich den Kerlen zu, „die Lady zahlt gerade für ihre Drinks!“
„Na dann gib ihr mal ordentlich Wechselgeld raus!“, prustete einer der Dockarbeiter. Die anderen stimmten in sein Gelächter mit ein, und auch ich selbst konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Wahrscheinlich sah ich in dem Augenblick echt dämlich aus.
Die Süße schien nicht gern zu warten: „Verder!“ forderte sie mich heiser auf.
Ich kann zwar kein Holländisch, aber ihr animierender Tonfall machte mir auch so klar, was sie meinte: Jetzt bloß nicht aufhören!
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Wenn Madame auf prompte Bedienung Wert legte, dann sollte sie die auch bekommen! Ich warf meine Hemmungen über Bord und verpasste ihr ein paar wohldosierte Hiebe. Acht Stück, um genau zu sein: einen für jeden Euro ihrer Schulden bei mir.
Sie quittierte das jeweils mit einem rauen Stöhnen, während sie die empfindliche Stelle zwischen ihren Beinen immer schneller massierte.
Die Dockarbeiter johlten. Jens griente von einem Ohr zum anderen. Bei Nummer sieben fing Nicole an zu zittern, bei Nummer acht brach der Deich! Mit einem triumphalen „Jaaa!“ ging sie über die Ziellinie.
Noch während sie das Nachglühen genoss, bekamen wir Standing Ovations von den Männern. Ich deutete eine Verbeugung an und hauchte dem Meisje aus Utrecht einen Kuss auf den Popo. Galant zog ich ihr Höschen wieder hoch und richtete ihr Kleid. Niemand soll behaupten können, Heino Petersen sei kein Gentleman!
„Dankjewel, Heino. Dat war een goede Service!“, lachte Nicole und rieb sich den Hintern. Sie stellte sich dicht vor mich hin, und ich sah schon wieder dieses Blitzen in ihren Augen.
„Du hast een besonderes Trinkgeld verdient, Schatje!“, schnurrte sie.
„Wie soll das ohne Bares gehen?“, fragte ich und kratzte die juckenden Stoppeln an meinem Kinn.
„Dat zeig ich dir, wenn wir alleen sind.“
Sie steckte sich einen Finger in den Mund, spitzte die Lippen und saugte hingebungsvoll daran, während sie mir tief in die Augen schaute.
Auf einmal hatte ich es verdammt eilig, Feierabend zu machen.
„Jens, eine Runde Lütt un Lütt aufs Haus für alle. Kannste das fertig machen und abschließen, wenn ihr ausgetrunken habt?“, bat ich meinen Stammgast. „Ich muss weg.“
„Kann ich, Heino“, gab er mir Antwort, „aber du hast heute noch nicht abkassiert.“
„Egal. Die Männer sollen das Geld beim Rausgehen auf die Theke legen. Ich vertrau meinen Gästen. Schmeiß den Schlüssel nachher in den Briefkasten.“
Mit diesen Worten warf ich ihm den Schlüssel zu, nahm Nicole ins Schlepptau und verschwand mit ihr über das Treppenhaus nach oben in meine Wohnung. Was dann folgte? Ich werde nicht in die Details gehen. Ein Gentleman genießt und schweigt! Nur so viel: Es war die wahrscheinlich längste und holländischste Nacht, die Hamburg je gesehen hat.
Als ich spät am nächsten Morgen aufwachte, war meine schöne Holländerin schon weg. Wahrscheinlich über den Hinterausgang zum Hof. Nur ihr Duft hing noch in meiner Bettwäsche.
Traurig und trotzdem irgendwie froh sank ich zurück in die Kissen. Immerhin hatte ich unerwartet das beste „Trinkgeld“ meines Lebens bekommen!
Kommentare
Noch keine Kommentare vorhanden
Schreiben Sie einen Kommentar
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.
Sie haben noch kein Konto?
Dann registrieren Sie sich hier!