Schwarze Augen
Es war Frühsommer, Ende Mai, erste Hitze. Ich war jung, und ich war neu in der Stadt. Schon damals lernte ich einen neuen Ort gern mit den Füßen kennen. Ich liebte es – und liebe es heute noch – in aller Ruhe an einem freundlichen Tag durch eine unbekannte Stadt zu streifen, die Atmosphäre, die Straßen, die Gebäude, die an ihnen standen und die Menschen, die auf ihnen gingen, auf mich wirken zu lassen. Und manchmal erhaschte man einen Blick durch eine Tür, die unverhofft geöffnet wurde, jemand trat hinaus auf die Straße, hinter ihm ein flüchtiger Durchblick vielleicht in einen Garten hinter dem Haus, ein Geheimnis, eine Überraschung.
Zuweilen geschah dies. Und immer hoffte ich darauf. Dass es selten geschah, machte es desto aufregender.
Es war später Vormittag, es lag noch ein letzt