Ritual der Liebe
Du stehst vor mir. Die Luft im Raum ist still, fast heilig, und trägt nur den Duft von dir – eine leichte Mischung aus Seife, Haut und dem flüchtigen Echo deines Pulsschlags. Ich sehe dich nicht nur mit den Augen, ich nehme dich auf, wie ein Musiker einen Klang aufnimmt: jede Spannung in deinen Schultern, das kaum merkliche Zittern deiner Wimpern, den Weg, den dein Atem nimmt, als er dir über die Lippen gleitet und sogleich wieder in dich zurückeilt, als hätte er Angst, allein zu sein.
Ich spreche nicht. Meine Hände tun es für mich.
Meine Finger sind wie Pinsel, die über eine Leinwand streichen, die noch nie Farbe gesehen hat. Sie folgen den Linien deines Arms, nicht um zu besitzen, sondern um zu lesen. Jede Haarwelle, jede winzige Vertiefung an deiner Haut ist ein Buchstabe in einem