Die Pornographin
Ich habe bis vor ein paar Jahren als Portier in einem Hamburger Luxushotel ausgeholfen – ein Job, von dem manche sagen, er sei die beste Schule, um das Gigolo-Handwerk zu lernen. Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt, denn nach meiner Erfahrung gibt es in diesem Handwerk nur eine einzige Regel:
Nimm was sie dir geben und stell keine Fragen.
Wenn eine Frau sagt, sie heiße Marlies und sei vierzig Jahre alt, dann heißt sie Marlies und ist vierzig Jahre alt. Mehr braucht man nicht zu wissen. Die Kunst besteht darin, sich mit einer Bekanntschaft zu unterhalten, ohne irgendwas Privates zu fragen. Das ist die ehrlichste Form von Kommunikation, denn wer keine Fragen stellt, bekommt keine Lügen erzählt. Mit dieser unkomplizierten Ehrlichkeit gibt man seine Absichten zu erkennen, was wiederum daz