Magnete
„Ich geh dann mal besser.“
Auch wenn ihr der Satz schwer fiel, wusste sie, es war das vernünftigste. Die Spannung lag förmlich in der Luft, das Knistern war fast spürbar. Was sich so schön anfühlen kann, war in diesem Fall höchst unmoralisch. Der Mann, von dem sie sich gerade verabschieden wollte, war nicht ihrer. Noch viel verwerflicher, es war ein Fußballkamerad ihres Freundes. Sie verstanden sich gut und trafen sich häufiger, wie gerade zum Schach spielen. In letzter Zeit aber, baute sich immer wieder eine Anziehungskraft zwischen ihnen auf, die über das freundschaftliche weit hinausging.
„Ja, klar, ist auch schon ziemlich spät.“ antwortete er mit wenig Überzeugung, wenngleich er natürlich wusste, dass sie Recht hatte. Dennoch spürte er den Magnetismus zwischen ihnen stark wie nie