Morana: Das Ritual der doppelten Lust
Der Regen peitschte in feinen, beinahe unsichtbaren Nadeln gegen die hohen Bogenfenster der Bar. Es war ein Ort, der in der Hektik der Stadt wie aus der Zeit gefallen wirkte: tiefhängender Nebel aus Tabak- und Kräuteraromen, schweres, dunkel nachgepolstertes Holz und eine Beleuchtung, die das Schimmern der unzähligen Flaschen hinter dem Tresen in bernsteinfarbenes Licht tauchte. Das Stimmengewirr der übrigen Gäste war nur ein fernes, gedämpftes Rauschen – bis sie den Raum betrat.
Sie trug einen Mantel von der Farbe reifer Brombeeren, dessen Stoff das Licht auf seltsame Weise aufzusaugen schien. Ihre Bewegungen hatten nichts von der Hektik der Menschen draußen auf den nassen Straßen; sie bewegte sich mit einer beinahe raubtierhaften, vollkommenen Ruhe. Als sie den Raum scannte, blieb ihr B