Veröffentlicht von Manuelmagiera am 16.10.2026
Im Taumel der Liebe
Im Taumel der Liebe
Im Internet hatte ich einige bizarre Kleidungsstücke erstanden. Lukas kam nun fast jeden Abend zu mir, es sei denn, er hatte Nachtdienst. Und auch dann fanden wir immer zwischendurch noch Gelegenheit für einen Quicki.
Ich gefiel mir in meiner Rolle als Stricher und spielte sie völlig überzeugend.
Wir konnten erst Anfang Februar für ein Wochenende nach Hamburg fahren. Die Straßen waren vorher verschneit. Wir hatten es nicht einmal zu Hause leicht gehabt, zur Arbeit durchzukommen.
Als plötzlich Tauwetter einsetzte, erzählte Lukas von einer SM-Party in einem Hamburger Club. Er mietete uns in St. Pauli in einem Stundenhotel ein. Am Freitagnachmittag reisten wir an.
Das Haus hatte sicher schon bessere Tage gesehen. Es war alt und machte einen verkommenen Eindruck. Niemand nahm von uns Notiz. Der Hotelmitarbeiter gab uns die Schlüssel, nachdem sich Lukas angemeldet hatte.
Lukas wollte, dass ich mich nett anzog. Wenig später trug ich, wie von ihm gewünscht, eine knallenge helle Jeans, unter der sich ein schwarzer String abzeichnete. Vorne quoll meine Männlichkeit hervor. Ich musste mich vor ihm herum drehen und mich zeigen.
Er nickte zufrieden, gab mir meine kurze Lederjacke und schickte mich runter in den Park. Ich sollte mir dort einen Standplatz suchen und so tun, als wenn ich auf Freier wartete. Er wollte nachkommen, an mir vorbeischlendern und nach dem Preis fragen.
Mit gesenktem Kopf tat ich, was er verlangte. Es gab eine öffentliche Herrentoilette in dem kleinen Wäldchen. Als ich mich in die Tür stellte, war weit und breit kein Mensch zu sehen. Nur eine Straßenlaterne in vielleicht dreißig Meter Entfernung spendete ein wenig Licht, das sich gespenstisch seinen Weg zwischen hohen Bäumen bahnte. Ich schüttelte mich unwillkürlich, ein leichter Gruselschauer rollte meinen Nacken hinunter.
Es hatte zu regnen angefangen. Der Park war wohl deshalb kaum besucht. Ein älterer Mann lief mit seinem Hund vorbei und warf mir einen geringschätzigen Blick zu.
Im nächsten Augenblick öffneten sich die Schleusen des Himmels. Eine Person kam auf mich zugerannt. Ich machte stumm Platz. Es war ein junger Mann in engen Hosen und kurzem T-shirt, viel zu luftig angezogen, für die Jahreszeit. Unruhig trat er frierend von einem Bein aufs andere.
„Ist heute nicht viel los.“
„Wie heißt du?“, fragte ich neugierig zurück.
Er tat mir leid und sah ziemlich abgerissen aus. Hoffentlich ist der arme Kerl nicht drogenabhängig, dachte ich voller Mitgefühl. Mein Rollenspiel mit Lukas wechselte in den Hintergrund. Der Lehrer nahm von mir Besitz.
„Milan, und du, bist du neu hier? Ich hab dich noch nie gesehen.“
„Ich bin Christian und mein Freund hat mich hergeschickt. Ich soll versuchen, ein wenig Kohle zu verdienen“, antwortete ich.
„Aber bei dem Wetter geht wohl keiner raus. Wollen wir drüben im Imbiss was Warmes essen? Ich spendiere eine Currywurst.“
Ich spürte das dringende Bedürfnis, etwas für den Jungen tun zu müssen und dachte, ein Essen und vielleicht etwas Warmes zu trinken, wären nicht schlecht. Er lächelte.
„Okay, Hauptsache, du bekommst mit deinem Freund deswegen keinen Ärger. Ich arbeite auf eigene Rechnung, da ist das egal. Aber wenn dich einer abkassiert und du dann keine Kohle hast, kennen die keinen Spaß.“
„Das ist mir egal, ich kriege auch so genug Prügel von ihm. Da kommt es auf ein paar mehr oder weniger nicht an."
Wir lachten und liefen durch den Regen zur Straße. An der Ecke befand sich ein Dönerladen. Ich bestellte Kaffee und etwas zu essen.
Milan erzählte von sich. Er war gerade Achtzehn geworden. Seine Eltern kamen aus dem Kosovo. Für seinen Vater gab es keine Arbeit in Deutschland und Milan hatte irgendwann keinen Bock auf Schule mehr gehabt. Die Chancen für Ausländer wie ihn stünden schlecht, erklärte er. Einen vernünftigen Abschluss schafften die wenigsten und Ausbildungsplätze wären zwar da, aber die meisten Jugendlichen besaßen die notwendigen Qualifikationen nicht.
Als Milan überdies feststellte, dass er schwul war, haute er von zu Hause ab. Sein Vater würde ihn totschlagen, wenn er es wüsste, meinte er und zitterte, während er über seine Neigungen sprach.
Über Freunde war er zum Strich gekommen und hielt sich damit mehr oder weniger schlecht über Wasser.
„Kommen viele Freier in den Park?“, wollte ich wissen.
„Ja klar. Bei gutem Wetter kann man schon ein paar hundert Euro die Nacht machen. Aber das wechselt leider.“
„Nimmst du Drogen?“
„Nope, höchstens mal einen Joint. Sie kosten unnütz Geld.“
Milan schlief bei einem Freier, der ihn für den Sex umsonst in seiner Wohnung übernachten ließ. Er kaufte auch von Zeit zu Zeit für beide ein und sparte ansonsten sein Geld. Irgendwann wollte er in die Heimat, die er nur noch aus den Erzählungen seiner Eltern kannte, zurückkehren. Mit dem Ersparten wäre er dort ein wohlhabender Mann.
Wir waren mit dem Essen fertig. Ich bemerkte dass der Regen nachgelassen hatte, bezahlte und ging zur Toilette. Am Eingang hing ein Kondomautomat. Milan kam nach. Ich fragte, ob er Gummis brauchte. Er nickte.
„Viele Freier bezahlen mehr, wenn sie es ohne bekommen."
„Mach das nicht“, beschwor ich meinen neuen Freund, nicht auf solche Angebote einzugehen. Er sollte sich seinen Traum von der Heimat bewahren und nicht durch eine heimtückische Krankheit zerstören lassen. Lachend teilten wir die Kondome, die ich aus dem Automaten gezogen hatte, unter uns auf.
Die ersten Leute spazierten wieder im Park umher. Es waren hauptsächlich Hundebesitzer, die uns denn auch von oben bis unten abfällig musterten. Ich stieß Milan an.
„Wenn Blicke töten könnten“, sagte ich, als eine ältere Frau zusammen mit ihrer Promenadenmischung missbilligend an uns vorüberstolzierte.
Milan grinste. Ich sah aus dem Augenwinkel, dass Lukas den Weg entlangbummelte. Er hatte uns gesehen. Sein Mund verzog sich zu einem spöttischen Grinsen. Ich stellte mich an die Mauer, ließ ihn meine Bereitschaft wissen.
Milan schaute mich an. Wir waren zu Konkurrenten geworden. Lukas zeigte sich spontan an uns beiden interessiert. Er merkte, dass wir uns angefreundet hatten. Ob er mich eifersüchtig machen wollte, konnte ich nicht sagen. Aber ich spielte freudig mit.
Wir verhandelten den Preis.
"Du kannst uns für 50 Euro beide haben. Wir gehen ins Klo und verwöhnen dich abwechselnd, was hältst du davon?"
Lukas grinste.
"Klar, gerne. Macht ihr es auch ohne Gummi?"
Ich verneinte und warf Milan einen festen Blick zu. Er schüttelte ebenfalls den Kopf. Wir gingen zusammen in die Toilette.
Wie ein professioneller Stricher bat ich Lukas um das Geld. Er verlangte, dass ich ihm den Reisverschluss öffnete und seinen festen Schwanz begrüßte. Ich tat ihm den Gefallen. Das Geld sollte er Milan geben.
Was nun folgte, war der reinste Wahnsinn. Ich genoss die Stöße, musste wieder Blasen und wechselte mich mit Milan ab. Am Schluss besorgten sie es mir beide.
Ich war in eine völlig neue Welt eingetaucht. Eine verruchte Welt, die sich am Rande der Gesellschaft befand:
Zwei versaute schwule Jungs, verkauften ihren Körper an fremde Männer. Stärker konnte der Kontrast zu meinem biederen Leben als Gymnasiallehrer in einer norddeutschen Kleinstadt nicht sein.
Lukas bedankte sich bei uns und ging, ohne sich umzusehen. Wir wuschen uns notdürftig in einem schmutzigen Waschbecken. Milan wollte mir die Hälfte des Geldes geben. Ich wehrte ab. Das wäre mein Freundschaftsgeschenk an ihn, sagte ich. Er nahm es gerne an.
Ich überlegte fieberhaft, was ich tun sollte, falls mich ein fremder Freier wollte. Es war ein komischer Gedanke, der aber jederzeit innerhalb der nächsten Minuten wahr werden konnte. Der Park war ein üblicher Strichertreffpunkt. Ich war noch nicht so weit, eine Entscheidung darüber fällen zu können. Ohne Lukas‘ Zustimmung lief bei mir nichts. Ich fühlte mich in einem Zwiespalt.
Der Lehrer rief entsetzt, um Gottes Willen und der versaute Bengel in mir meinte, warum eigentlich nicht? Solange ich Oberwasser behielt und bei den Gummis selbst Hand anlegte, konnte nicht viel passieren. Ich machte neue Erfahrungen und Lukas ging nichts ab. Ihn liebte ich schließlich und die Freier bezahlten nur für meinen Körper.
Ich dachte an das künstliche Glied in meiner Hose. Milan hatte anscheinend nicht gemerkt, dass etwas bei mir anders war. Aber würde ein richtiger Freier auch darauf hereinfallen? Wie reagierte so jemand, wenn er für einen echten Jungen bezahlt hatte und dafür eine Transe bekam?
Ich wog die Situation ab. Das Risiko wollte ich nicht eingehen, zumindest nicht, ohne vorher mit Lukas entsprechende Absprachen getroffen zu haben.
Zu spät! Als wir aus der Toilette traten, stand ein älterer Mann vor uns. Er strich mir zuerst übers Haar und sah sich danach Milan an.
Der ließ mir den Vortritt. Puh, jetzt saß ich in der Falle. Er wollte sich natürlich für die Euros von vorhin revanchieren. Ich konnte nicht mehr anders und ließ mich von dem ungefähr sechzigjährigen Freier an die Hand nehmen.
Der führte mich väterlich liebevoll in die Toilettenkabine, gab mir die verlangten fünfzig Euro und küsste mich zärtlich. Ich versuchte alles um mich herum auszublenden. Der Mann war wenigstens sauber gekleidet und roch angenehm nach Rasierwasser.
Er führte meine Hand zu seiner Hose, so dass ich seinen festen Schwanz, den er gerade zuhause, extra für mich, wie er sagte, gewaschen hatte, fühlen konnte. Aus der Nummer kam ich jetzt nicht mehr heraus und tat, was er verlangte.
Mit durchwachsenem Gefühl. Das hier war kein Spiel mit Lukas, sondern echter Sex im Strichermilieu.
Er ließ den Gummi zu, den ich ihm liebkosend drüberzog und erwies sich während unseres Beisammenseins als ein netter, zärtlicher Kunde. Ich konnte mit dem Ausgang meiner unplanmäßigen Dienstleistung zufrieden sein. Wir verabschiedeten uns liebevoll.
Bislang hatte ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Doch es gab vielleicht auch gefährliche Situationen, dachte ich und wollte meine Zelte vorerst abbrechen.
„Ich gehe kurz zu meinem Freund rüber und bringe ihm die Kohle." Milan nickte. "Kommst du wieder?", fragte er. Seine Stimme zitterte leicht. Ich konnte ihn verstehen.
„Weiß nicht, kommt auf meinen Freund an. Wenn nicht, dann mach‘s gut, Milan und vergiss bloß nie deinen Traum!“
„Ganz bestimmt nicht. Tschüss Chris.“
Entspannt ging ich zum Hotel, klopfte gegen die Tür. Lukas sah fern und öffnete mir gleich. Er nahm mich in den Arm, küsste mich fordernd. Einen Moment später lagen wir im Bett.
Ich genoss es, mit ihm allein zu sein. Als wir aneinander gekuschelt danach zusammen entspannten, erzählte ich von Milan.
Im Internet hatte ich einige bizarre Kleidungsstücke erstanden. Lukas kam nun fast jeden Abend zu mir, es sei denn, er hatte Nachtdienst. Und auch dann fanden wir immer zwischendurch noch Gelegenheit für einen Quicki.
Ich gefiel mir in meiner Rolle als Stricher und spielte sie völlig überzeugend.
Wir konnten erst Anfang Februar für ein Wochenende nach Hamburg fahren. Die Straßen waren vorher verschneit. Wir hatten es nicht einmal zu Hause leicht gehabt, zur Arbeit durchzukommen.
Als plötzlich Tauwetter einsetzte, erzählte Lukas von einer SM-Party in einem Hamburger Club. Er mietete uns in St. Pauli in einem Stundenhotel ein. Am Freitagnachmittag reisten wir an.
Das Haus hatte sicher schon bessere Tage gesehen. Es war alt und machte einen verkommenen Eindruck. Niemand nahm von uns Notiz. Der Hotelmitarbeiter gab uns die Schlüssel, nachdem sich Lukas angemeldet hatte.
Lukas wollte, dass ich mich nett anzog. Wenig später trug ich, wie von ihm gewünscht, eine knallenge helle Jeans, unter der sich ein schwarzer String abzeichnete. Vorne quoll meine Männlichkeit hervor. Ich musste mich vor ihm herum drehen und mich zeigen.
Er nickte zufrieden, gab mir meine kurze Lederjacke und schickte mich runter in den Park. Ich sollte mir dort einen Standplatz suchen und so tun, als wenn ich auf Freier wartete. Er wollte nachkommen, an mir vorbeischlendern und nach dem Preis fragen.
Mit gesenktem Kopf tat ich, was er verlangte. Es gab eine öffentliche Herrentoilette in dem kleinen Wäldchen. Als ich mich in die Tür stellte, war weit und breit kein Mensch zu sehen. Nur eine Straßenlaterne in vielleicht dreißig Meter Entfernung spendete ein wenig Licht, das sich gespenstisch seinen Weg zwischen hohen Bäumen bahnte. Ich schüttelte mich unwillkürlich, ein leichter Gruselschauer rollte meinen Nacken hinunter.
Es hatte zu regnen angefangen. Der Park war wohl deshalb kaum besucht. Ein älterer Mann lief mit seinem Hund vorbei und warf mir einen geringschätzigen Blick zu.
Im nächsten Augenblick öffneten sich die Schleusen des Himmels. Eine Person kam auf mich zugerannt. Ich machte stumm Platz. Es war ein junger Mann in engen Hosen und kurzem T-shirt, viel zu luftig angezogen, für die Jahreszeit. Unruhig trat er frierend von einem Bein aufs andere.
„Ist heute nicht viel los.“
„Wie heißt du?“, fragte ich neugierig zurück.
Er tat mir leid und sah ziemlich abgerissen aus. Hoffentlich ist der arme Kerl nicht drogenabhängig, dachte ich voller Mitgefühl. Mein Rollenspiel mit Lukas wechselte in den Hintergrund. Der Lehrer nahm von mir Besitz.
„Milan, und du, bist du neu hier? Ich hab dich noch nie gesehen.“
„Ich bin Christian und mein Freund hat mich hergeschickt. Ich soll versuchen, ein wenig Kohle zu verdienen“, antwortete ich.
„Aber bei dem Wetter geht wohl keiner raus. Wollen wir drüben im Imbiss was Warmes essen? Ich spendiere eine Currywurst.“
Ich spürte das dringende Bedürfnis, etwas für den Jungen tun zu müssen und dachte, ein Essen und vielleicht etwas Warmes zu trinken, wären nicht schlecht. Er lächelte.
„Okay, Hauptsache, du bekommst mit deinem Freund deswegen keinen Ärger. Ich arbeite auf eigene Rechnung, da ist das egal. Aber wenn dich einer abkassiert und du dann keine Kohle hast, kennen die keinen Spaß.“
„Das ist mir egal, ich kriege auch so genug Prügel von ihm. Da kommt es auf ein paar mehr oder weniger nicht an."
Wir lachten und liefen durch den Regen zur Straße. An der Ecke befand sich ein Dönerladen. Ich bestellte Kaffee und etwas zu essen.
Milan erzählte von sich. Er war gerade Achtzehn geworden. Seine Eltern kamen aus dem Kosovo. Für seinen Vater gab es keine Arbeit in Deutschland und Milan hatte irgendwann keinen Bock auf Schule mehr gehabt. Die Chancen für Ausländer wie ihn stünden schlecht, erklärte er. Einen vernünftigen Abschluss schafften die wenigsten und Ausbildungsplätze wären zwar da, aber die meisten Jugendlichen besaßen die notwendigen Qualifikationen nicht.
Als Milan überdies feststellte, dass er schwul war, haute er von zu Hause ab. Sein Vater würde ihn totschlagen, wenn er es wüsste, meinte er und zitterte, während er über seine Neigungen sprach.
Über Freunde war er zum Strich gekommen und hielt sich damit mehr oder weniger schlecht über Wasser.
„Kommen viele Freier in den Park?“, wollte ich wissen.
„Ja klar. Bei gutem Wetter kann man schon ein paar hundert Euro die Nacht machen. Aber das wechselt leider.“
„Nimmst du Drogen?“
„Nope, höchstens mal einen Joint. Sie kosten unnütz Geld.“
Milan schlief bei einem Freier, der ihn für den Sex umsonst in seiner Wohnung übernachten ließ. Er kaufte auch von Zeit zu Zeit für beide ein und sparte ansonsten sein Geld. Irgendwann wollte er in die Heimat, die er nur noch aus den Erzählungen seiner Eltern kannte, zurückkehren. Mit dem Ersparten wäre er dort ein wohlhabender Mann.
Wir waren mit dem Essen fertig. Ich bemerkte dass der Regen nachgelassen hatte, bezahlte und ging zur Toilette. Am Eingang hing ein Kondomautomat. Milan kam nach. Ich fragte, ob er Gummis brauchte. Er nickte.
„Viele Freier bezahlen mehr, wenn sie es ohne bekommen."
„Mach das nicht“, beschwor ich meinen neuen Freund, nicht auf solche Angebote einzugehen. Er sollte sich seinen Traum von der Heimat bewahren und nicht durch eine heimtückische Krankheit zerstören lassen. Lachend teilten wir die Kondome, die ich aus dem Automaten gezogen hatte, unter uns auf.
Die ersten Leute spazierten wieder im Park umher. Es waren hauptsächlich Hundebesitzer, die uns denn auch von oben bis unten abfällig musterten. Ich stieß Milan an.
„Wenn Blicke töten könnten“, sagte ich, als eine ältere Frau zusammen mit ihrer Promenadenmischung missbilligend an uns vorüberstolzierte.
Milan grinste. Ich sah aus dem Augenwinkel, dass Lukas den Weg entlangbummelte. Er hatte uns gesehen. Sein Mund verzog sich zu einem spöttischen Grinsen. Ich stellte mich an die Mauer, ließ ihn meine Bereitschaft wissen.
Milan schaute mich an. Wir waren zu Konkurrenten geworden. Lukas zeigte sich spontan an uns beiden interessiert. Er merkte, dass wir uns angefreundet hatten. Ob er mich eifersüchtig machen wollte, konnte ich nicht sagen. Aber ich spielte freudig mit.
Wir verhandelten den Preis.
"Du kannst uns für 50 Euro beide haben. Wir gehen ins Klo und verwöhnen dich abwechselnd, was hältst du davon?"
Lukas grinste.
"Klar, gerne. Macht ihr es auch ohne Gummi?"
Ich verneinte und warf Milan einen festen Blick zu. Er schüttelte ebenfalls den Kopf. Wir gingen zusammen in die Toilette.
Wie ein professioneller Stricher bat ich Lukas um das Geld. Er verlangte, dass ich ihm den Reisverschluss öffnete und seinen festen Schwanz begrüßte. Ich tat ihm den Gefallen. Das Geld sollte er Milan geben.
Was nun folgte, war der reinste Wahnsinn. Ich genoss die Stöße, musste wieder Blasen und wechselte mich mit Milan ab. Am Schluss besorgten sie es mir beide.
Ich war in eine völlig neue Welt eingetaucht. Eine verruchte Welt, die sich am Rande der Gesellschaft befand:
Zwei versaute schwule Jungs, verkauften ihren Körper an fremde Männer. Stärker konnte der Kontrast zu meinem biederen Leben als Gymnasiallehrer in einer norddeutschen Kleinstadt nicht sein.
Lukas bedankte sich bei uns und ging, ohne sich umzusehen. Wir wuschen uns notdürftig in einem schmutzigen Waschbecken. Milan wollte mir die Hälfte des Geldes geben. Ich wehrte ab. Das wäre mein Freundschaftsgeschenk an ihn, sagte ich. Er nahm es gerne an.
Ich überlegte fieberhaft, was ich tun sollte, falls mich ein fremder Freier wollte. Es war ein komischer Gedanke, der aber jederzeit innerhalb der nächsten Minuten wahr werden konnte. Der Park war ein üblicher Strichertreffpunkt. Ich war noch nicht so weit, eine Entscheidung darüber fällen zu können. Ohne Lukas‘ Zustimmung lief bei mir nichts. Ich fühlte mich in einem Zwiespalt.
Der Lehrer rief entsetzt, um Gottes Willen und der versaute Bengel in mir meinte, warum eigentlich nicht? Solange ich Oberwasser behielt und bei den Gummis selbst Hand anlegte, konnte nicht viel passieren. Ich machte neue Erfahrungen und Lukas ging nichts ab. Ihn liebte ich schließlich und die Freier bezahlten nur für meinen Körper.
Ich dachte an das künstliche Glied in meiner Hose. Milan hatte anscheinend nicht gemerkt, dass etwas bei mir anders war. Aber würde ein richtiger Freier auch darauf hereinfallen? Wie reagierte so jemand, wenn er für einen echten Jungen bezahlt hatte und dafür eine Transe bekam?
Ich wog die Situation ab. Das Risiko wollte ich nicht eingehen, zumindest nicht, ohne vorher mit Lukas entsprechende Absprachen getroffen zu haben.
Zu spät! Als wir aus der Toilette traten, stand ein älterer Mann vor uns. Er strich mir zuerst übers Haar und sah sich danach Milan an.
Der ließ mir den Vortritt. Puh, jetzt saß ich in der Falle. Er wollte sich natürlich für die Euros von vorhin revanchieren. Ich konnte nicht mehr anders und ließ mich von dem ungefähr sechzigjährigen Freier an die Hand nehmen.
Der führte mich väterlich liebevoll in die Toilettenkabine, gab mir die verlangten fünfzig Euro und küsste mich zärtlich. Ich versuchte alles um mich herum auszublenden. Der Mann war wenigstens sauber gekleidet und roch angenehm nach Rasierwasser.
Er führte meine Hand zu seiner Hose, so dass ich seinen festen Schwanz, den er gerade zuhause, extra für mich, wie er sagte, gewaschen hatte, fühlen konnte. Aus der Nummer kam ich jetzt nicht mehr heraus und tat, was er verlangte.
Mit durchwachsenem Gefühl. Das hier war kein Spiel mit Lukas, sondern echter Sex im Strichermilieu.
Er ließ den Gummi zu, den ich ihm liebkosend drüberzog und erwies sich während unseres Beisammenseins als ein netter, zärtlicher Kunde. Ich konnte mit dem Ausgang meiner unplanmäßigen Dienstleistung zufrieden sein. Wir verabschiedeten uns liebevoll.
Bislang hatte ich keine schlechten Erfahrungen gemacht. Doch es gab vielleicht auch gefährliche Situationen, dachte ich und wollte meine Zelte vorerst abbrechen.
„Ich gehe kurz zu meinem Freund rüber und bringe ihm die Kohle." Milan nickte. "Kommst du wieder?", fragte er. Seine Stimme zitterte leicht. Ich konnte ihn verstehen.
„Weiß nicht, kommt auf meinen Freund an. Wenn nicht, dann mach‘s gut, Milan und vergiss bloß nie deinen Traum!“
„Ganz bestimmt nicht. Tschüss Chris.“
Entspannt ging ich zum Hotel, klopfte gegen die Tür. Lukas sah fern und öffnete mir gleich. Er nahm mich in den Arm, küsste mich fordernd. Einen Moment später lagen wir im Bett.
Ich genoss es, mit ihm allein zu sein. Als wir aneinander gekuschelt danach zusammen entspannten, erzählte ich von Milan.
Kommentare
Nicht jedermans Welt! Aber eine Doku! Dafür danke!
Die Verurteilung durch die Bibel, auch wenn sie denn "göttlich" wäre, kann ich nicht nachvollziehen!
Die Gleichgeschlechtlichkeit zieht sich auch durch die Tierwelt in kleinen Prozenten hindurch!
Mutter Natur/Evolution muß dafür einen Grund haben.
Dieser Tage geben USA-OFFIZIELLE, Tiefinvolvierte zu, dass es Sicht-& RAdar-Kontakte mit definitiv außerirdischen Flugkörpern mit Flugverhalten jenseits allem Erklärbaren gab/gibt. Aber "das Fremde" nimmt keinen Kontakt zu uns auf,
das empfinde ich als extremst beunruhigend. Sind wir noch die "Affen auf den Bäumen" für die?