Seit meinem Geburtstag im Januar war inzwischen allerhand Zeit vergangen. Mittlerweile war es Frühling geworden. Ich dachte oft an Flavio, der auf meinem Geburtstag den geheimnisvollen Unbekannten gespielt hatte. Ich fand ihn sehr begehrenswert und hatte mich aus der Ferne richtig ein bisschen in ihn verliebt.
Am Morgen nach meinem Geburtstag hatte ich überhaupt nicht daran gedacht, mir seine Kontaktdaten geben zu lassen. Seitdem löcherte ich unaufhörlich meinen Langzeitfreund Bao Nam, endlich mit Flavios Adresse raus zu rücken. Die musste er doch kennen. Schließlich waren die beiden gute Freunde und außerdem Kollegen im Tanz-Ensemble vom Theater.
Bao dachte aber überhaupt nicht daran, irgendwas raus zu rücken und tat so, als sei er der Träger eines wichtigen Geheimnisses. Flavio renoviere gerade seine Wohnung, deshalb habe er keine Zeit für Besuche. Das war alles, was ich erfuhr.
Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, da sagte Bao eines Abends beim Essen wie nebenbei, übermorgen hätte Flavio Zeit für mich.
Na sowas! Jetzt war ich aber baff! Meine untere Etage meldete sich umgehend mit heftigem Verlangen. Ich rutschte unruhig und unkonzentriert auf meinem Stuhl herum, bis Bao sich schließlich meiner erbarmte, mich an der Hand fasste und aufs Bett warf. Ziemlich gierig vernaschte ich ihn, obwohl ich ihn dabei gar nicht meinte. Doch das schien ihn zum Glück überhaupt nicht zu stören, sondern steigerte seine Leidenschaft noch mehr.
Bis "übermorgen" kann es gefühlt manchmal eine ganze Weile dauern, wenn man etwas herbei sehnt. So ging es mir und die Zeit zog sich lang wie Strapsbänder.
Aber schließlich war "übermorgen" gekommen.
Schon am Nachmittag probierte ich Dessous und Kleider vor meinem Schlafzimmerspiegel an. Schließlich wählte ich einen schwarzen Spitzen-BH und einen passenden, winzigen schwarzen Tanga. Ich betrachtete mich ausgiebig im Spiegel, und was ich sah gefiel mir. Meine 40 Jahre sah man meinem schlanken, sportlichen Körper wirklich nicht an. Weil das Wetter für Anfang Mai schon sehr warm war, zog ich darüber nur ein kniekurzes, perlgraues Stretchkleid. Meinen schulterlangen, kastanienbraunen Haaren könnte ich ein diskretes Highlight mit einem Glanzspray.
Als der Abend schließlich kam, bestand Bao darauf, mich persönlich bei Flavio abzuliefern. Jetzt war ich schon wieder völlig baff. Was sollte das denn jetzt? War er etwa eifersüchtig? Das war er doch sonst nicht. Na dann sollte er doch, wenn's ihm Spaß machte. Ich ließ mir die Vorfreude auf ein Abenteuer jedenfalls nicht verderben.
Dieses Mal würde ich genau aufpassen, in welcher Straße und bei welcher Hausnummer Flavio wohnte. Noch mal wollte ich mich nicht so lange auf die Folter spannen lassen.
Schließlich lieferte Bao mich bei Flavio ab. Er grinste dabei von einem Ohr bis zum anderen und überreichte mich wie ein kostbares Geschenk. Ich war ein bisschen beleidigt. Es fehlte eigentlich nur noch eine rote Schleife um meinen Hals, und ich wäre das perfekte Präsent!
Mein Ärger verflog augenblicklich, als Flavio die Tür öffnete. Splitternackt. Er ergriff lachend meine Hand und zog mich in den Flur. Aus dem Augenwinkel bekam ich gerade noch mit, wie Bao davonging.
"Da bist du ja endlich!" rief Flavio erfreut und zog mich an seine golden behaarte Brust. Meine leichte Verärgerung verflog auf der Stelle und machte einem warmen, prickelnden Gefühl im ganzen Körper Platz. Nichts auf der Welt duftet schöner als ein Mann drei oder vier Stunden nach einer gründlichen Dusche. Ohne Parfum, versteht sich. Ich atmete tief ein und inhalierte beinahe den ganzen Flavio, der wundervoll nach sich selber duftete. Er bemerkte, wie sehr ich die Schnüffelei genoss und ließ mich in Ruhe einige tiefe Atemzüge tun.
"Wieso endlich?“ fragte ich ihn, als ich mal tief Luft holen musste. "Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich schon viel früher zu dir gekommen. Seit meinem Geburtstag bin ich ziemlich scharf auf dich! Aber Bao war absolut nicht zu bewegen, früher deine Adresse raus zu rücken. Wenn ich gewusst hätte, dass du nur ein paar Straßen von uns entfernt wohnst, hätte ich dich auch ohne Baos Mithilfe gesucht und gefunden, aber..."
"Aber jetzt bist du ja hier", entgegnete Flavio. "Es hatte seine Gründe, warum Bao nichts gesagt hat. Ich habe meine Wohnung sehr gründlich renoviert, und das dauert nun mal. Das kann man nicht an einem Wochenende machen. Du wirst gleich sehen, was dabei heraus gekommen ist. Aber jetzt lass mich mal an dir schnuppern. Nichts duftet so köstlich nach sich selber wie eine Frau drei oder vier Stunden nach dem Duschen. Das macht Appetit!“
Das hörte ich sehr gern. Und mir wurde ordentlich heiß, als er meinen Nacken beschnupperte und seine empfindsame Nase zwischen meinen Schulterblättern ein Stück den Rücken herunter wandern ließ. Ich stöhnte leise vor Vergnügen, und auch Flavio knurrte wohlgefällig.
Schließlich hob er seine Nase wieder von meinem Rücken weg. "Jetzt sollst du sehen und erleben, was bei meiner Renovierung herausgekommen ist. Zieh deine Sandaletten aus. Achte darauf, was du unter deiner nackten Füßen spürst. Jetzt schließe die Augen und vertrau mir. Ich führe dich nun in ein Zimmer, wie du noch nie eines gesehen hast. Öffne die Augen erst, wenn ich es dir sage."
Das hörte sich vielversprechend an! Ich war riesig gespannt, was ich gleich zu sehen bekommen würde. Zunächst sah ich aber nichts, sondern hörte nur, wie neben mir eine Tür geöffnet wurde. Flavio hatte seine Hände leicht auf meine Schultern gelegt und schob mich sanft voran. Bei den ersten zwei oder drei Schritten fühlte ich den kalten, harten Boden des Hausflurs unter meinen Füßen. Beim nächsten Schritt spürte ich einen weichen, flauschigen Teppich. Flavio dirigierte mich sanft um eine viertel Drehung nach links. "Lass die Augen noch zu", sagte er leise.
Ich spürte seine Hände. Groß und warm strichen sie langsam an meinen Seiten entlang. Über meinen Stretchkleid bis hinunter an den Saum. Er fasste den Saum des Kleides, zog es sehr langsam nach oben und streifte es schließlich mit einem Ruck über meinen Kopf ab. "Zieh das aus", flüsterte er in mein Ohr. "Du bist noch viel schöner ohne Kleider." Er hakte meinen BH auf und ließ ihn fallen. Und dann streifte er meinen Tanga nach unten. Ich hob einen Fuß und schleuderte das überflüssige Stück Stoff weg.
"Öffne die Augen, wenn du hörst wie ich mit dem Finger schnippe," flüsterte er dicht vor meinem Ohr. "Nimm dir Zeit anzuschauen was du siehst. Genieße es. Tu vorläufig nichts weiter. Schau nur hin. Und jetzt: Öffne deine Augen!"
Ich stand vor einem Spiegel, der die ganze Wand des Raumes einnahm. Sanfte indirekte Beleuchtung schmeichelte dem, was ich sah:
Ich sah eine Frau. Nackt. Sie war schön. Zierlich, dunkelhaarig, mit kleinen, festen Brüsten, einer schlanken Taille und schmalen, dennoch leicht gerundeten Hüften und schlanken Beinen. Das Licht zauberte funkelnde Reflexe in ihr Haar und verlieh ihrer Haut einen hellen Goldton.
Hinter der Frau stand ein Mann. Ebenfalls nackt. Er war größer als sie und hatte kurz geschnittenes blondes Haar. Der Mann hatte seine Hände auf ihre Schultern gelegt. Ohne sich weiter zu bewegen - er ließ dem Bild im Spiegel Zeit zu wirken. Auch ihm schmeichelte das Licht und zauberte einen dunkleren goldenen Schimmer auf seine Arme und Hände.
Was geschah in mir? Ich fand das Bild schön, ästhetisch, fein, und zugleich erregte es mich auf eine neue, mir bisher unbekannte Weise. Je länger ich schaute, desto mehr breitete sich eine sanfte, prickelnde Wärme in meinem Körper aus. Ein Verlangen, das zart begann und wuchs und schon ahnen ließ, dass es stark und zwingend werden würde.
Wir schauten einander in die Augen. Im Spiegel. Flavios Blick schien mich zu bannen, bewegungsunfähig zu machen. Ich versuchte fortzuschauen, aber es gelang mir nicht. Wenn ich nicht weg kann, trete ich normalerweise die Flucht nach vorn an. Also versuchte ich nun meinerseits, ihn mit meinem Blick festzunageln. Das gelang mir ebenso wenig. Seine blauen Augen hielten mich gefangen, folgten mir, wenn ich versuchte zur Seite zu schauen. Also hörte ich auf, mich weiter zu sträuben und ließ geschehen was geschehen wollte. Oder sollte.
Es geschah dies: die Wärme in meinem Körper wurde zu Hitze. Ich fing an zu glühen, innerlich wie äußerlich. Etwas passierte auch mit Flavio. Mit einem Ruck drehte er mich herum. Und schloss mich fest in seine Arme. Wir standen jetzt Bauch an Bauch, Brust an Brust, Geschlecht und Geschlecht fest aneinander gepresst. Zeit verging, ohne dass sich einer von uns bewegte. Die Hitze stieg in mir, stieg und stieg.
Und dann brach der Vulkan in mir aus. Der glühendste Orgasmus meines bisherigen Lebens geschah mir. Ich sage mit Absicht: Es geschah mir, denn ich hatte nicht das Gefühl, irgendetwas dazu getan zu haben. Mehr hatte sich nicht ereignet. Nur unser Augenspiel im Spiegel und die heftige Bewegung am Schluss.
Die Wellen ebbten ab. Ich spürte Flavios harten Penis an meinem Bauch und ließ mich langsam an seinem Körper hinunter gleiten, bis ich vor ihm auf den Knien lag. Ich vergrub meine Nase in duftendem, goldenem Haagekräusel und atmete tief ein. Und noch mal. Und noch mal. Flavio gab leise Töne des Wohlgefallens von sich. Er fand ganz offensichtlich meine Schnupperorgie ebenfalls sehr erregend.
Ich hätte durchaus noch stundenlang weiter schnuppern können, doch jetzt wollte er mehr. Er zog seinen Unterleib ein paar Zentimeter zurück und schob mir dann seinen Luststab in den Mund. Wunderbar. Er duftete nicht nur wundervoll, er schmeckte auch genauso gut. Seine Haut am Penis war zart und weich, und ebenso zart und weich bewegte ich meine Lippen vorsichtig auf und ab.
„Kräftiger“, ließ Flavio sich von weiter oben vernehmen. "Du kannst ihn ruhig fester ran nehmen!" Das tat ich. Ich begann kraftvoller zu saugen und meinen Mund mit langsam zunehmendem Druck auf und ab zu bewegen. Von weiter oben ertönten Laute der Begeisterung. "Schön!" flüsterte er. "Mach weiter so." Ich konnte nichts darauf erwidern, weil ich den Mund voll hatte, aber ich schickte ihm einen Gedanken: "Sehr gern"!
Ich ließ mir viel Zeit und ihm ebenso. Als meine Wangen vom Saugen anfingen müde zu werden, begann ich mit der Zungenspitze seinen Eichelkranz und die kleine Vertiefung an der Spitze zu liebkosen. Das gefiel im hörbar. Und so fuhr ich eine ganze Weile damit fort, bis ich schmeckte, dass ein kleines salziges Tröpfchen heraus kam. Das ließ ich mir genießerisch auf der Zunge zergehen.
Ich arbeitete kraftvoller, weil ich mehr von dem köstlichen Elixier haben wollte. Flavio hatte eine Menge Ausdauer und spannte mich gewaltig auf die Folter. Aber schließlich nahm ich eine Hand zu Hilfe und knete erst vorsichtig, dann fester seine Hoden. Und dann endlich bekam ich, worauf ich so gierig gewartet hatte. Sein Saft schmeckt wundervoll salzig. Ich behielt den köstlichen Schluck Proteindrink ein paar Sekunden still in meinem Mund, um den Geschmack ganz auszukosten. Dann schluckte ich und lies den edlen Saft genüsslich durch meine Kehle drinnen.
Schließlich entließ ich seinen Luststab aus meinem Mund.
Ich bewunderte Flavios Standvermögen, nicht nur das seines Prachtschwanzes, sondern auch das seiner Beine. Er hatte lange Zeit aufrecht gestanden, offenbar ohne zu ermüden. Sein sehniger Tänzerkörper war derartige Anstrengungen gewöhnt.
Er griff unter meine Achseln und zog mich hoch. Obwohl ich auch ziemlich sportlich bin, taten mir doch ordentlich die Beine und die Knie weh.
Er zog mich an sich, schlang seine Arme um mich und presste mich wieder an seine Vorderseite. So nah, dass es sich für mich anfühlte, als seien wir buchstäblich ein Leib. Ich gab mich diesem Gefühl hin, ich wurde ganz weich, jegliche Spannung verschwand aus meinen Muskeln. Wenn Flavio mich nicht festgehalten hätte, wäre ich glatt zu Boden gegangen. Doch er hielt mich sicher. Wir atmeten im selben Rhythmus.
"Ist es nicht jedes Menschen Traum, in die Unendlichkeit schauen zu können?" flüsterte er in mein Ohr. "Ich weiß nicht“, antwortete ich, „ob das jedes Menschen Traum ist, ich habe bisher niemals darüber nachgedacht. Vielleicht ist es dein Traum, Flavio.“ Er lachte leise. Dann lockerte er die Umarmung und ließ mich los.
Erstaunt stellte ich fest, dass ich inzwischen wieder alleine stehen konnte.
"James, Spiegelwand Gartenseite freigeben!" sprach er in den Raum. Aha, er hatte also eine KI namens „James“. Originell! Genau das Richtige für ein derart ausgefuchstes Schlafgemach! Meine KI zu Hause hört immer noch auf den verbreiteten Namen, der mit A anfängt. Vielleicht sollte ich sie mal umbenennen… „James“ folgte dem Befehl aufs Wort. Der Vorhang aus dünnem Stoff teilte sich und glitt an die Seiten. Und was war dahinter? Natürlich ein Spiegel. Was sonst! Da hatte Flavio sich mit der Renovierung wirklich mächtig ins Zeug gelegt!
Ich sah uns beide, Flavio und mich in lockerer Umarmung in den Spiegel schauen. Von Unendlichkeit allerdings keine Spur. Bis er sagte: "James, Spiegelwände offener Winkel!"
Ich hörte ein leises Surren, und unser Spiegelbild begann sich zu verändern. Immer mehr Flavios und Felis wurden rechts und links von uns im Spiegel sichtbar. Es wurden mehr und mehr, die sich schließlich in der Unendlichkeit zu verlieren schienen. Das leise Surren hörte auf und die wundersame Bildvermehrung auch.
"Wenn die Spiegel gerade stehen, stehst du dir selbst im Weg. So siehst du nur dich. Wenn du auch hinten Augen hättest, würdest du in dem anderen Spiegel deine bezaubernde kleine Kehrseite sehen. Zum Anbeissen, übrigens! Wenn die Spiegel aber so wie jetzt in offenen Winkel gegeneinander verschoben sind - dann siehst du, was du jetzt siehst. Nämlich Spiegelungen in Spiegelungen in Spiegelungen und so weiter, abhängig vom Winkel…“
Das war mir jetzt aber genug. Faszinierend, aber zu viel Physik für mich im Moment. Flavio spürte, dass ich jetzt etwas anderes wollte. Und er wusste auch, was: "Küss mich", flüsterte er. Ich hob mein Gesicht seinem Gesicht entgegen und legte meine Lippen auf seine. Sie waren weich und bereit, und so ließ ich meine Zungenspitze ein kleines Stück in seinen Mund eindringen. Unsere Zungenspitzen spielten miteinander.
Flavio fasste mich an den Schultern und drehte uns um ein Viertel. Nun konnten wir beide das küssende Paar sehen, gespiegelt in in der Unendlichkeit. Unsere Augen trafen sich. In den Spiegeln. Mir schien, als schaute Flavio ausgesprochen verschmitzt. Der war vielleicht ein Schelm! Darüber musste auch ich schmunzeln, ich fing an zu lachen und unsere Münder verloren den Kontakt. Richtig so! Erotik sollte niemals zu ernst werden!
Wenn ich einmal anfange zu lachen, höre ich sobald nicht wieder auf. Und so schüttete ich mich gründlich aus und Flavio lachte herzhaft mit.
"Schluss mit der Spielerei, ich glaube ich übernehme jetzt mal!" sagt er, packte mich fester an den Schultern, so dass ich wieder dicht an ihn gedrückt stand. Er presste seinen Mund kraftvoll auf meinen und schob mir seine Zunge hinein. Ich kam gar nicht dazu, auch etwas zu tun. Seine Zunge war erstaunlich kraftvoll und beweglich. Er erkundete die Seiten meiner Wangen, gab jedem meiner Zähne einen kleinen Zungenspitzenschubs, wickelte seine Zunge um meine - wer weiß wie er das gemacht hat, er war der reinste Zungenkünstler. Dann saugte er kraftvoll und zugleich vorsichtig meine Zunge in seinen Mund.
Nach einer Weile wollte er, dass ich wieder die Regie übernahm.
Also ließ meine Zunge auf Erkundung gehen. Dabei riskierte ich immer mal wieder einen Blick auf die unendlich vielen küssenden Flavios und Felis im Spiegel. Das war wirklich ein völlig schräges Szenario, sowas hatte ich noch nie vorher erlebt!
Schließlich zog Flavio sein Gesicht zurück und mich zum Bett.
Dort spielten wir weiter. Schließlich habe ich nicht nur am Mund Lippen. Und jetzt schenkte er meinen Lustlippen und dem Eingang meiner Lustgrotte seine Zungenkünste. Ich genoss es mit geschlossenen Augen. Vom Bett aus konnte man sich nicht nur unendlich oft in beiden Spiegeln sehen, sondern in dem Spiegel an der Decke gleich noch mal. Wenn auch dort nicht unendlich.
Das war jetzt wirklich zu viel der Spiegelei. So ein Freak, dieser Flavio! Und ein echter Genussspezialist! Doch die Augen einfach zu schließen gefiel mir auch nicht, dann sah ich ja auch den wirklichen Flavio nicht mehr.
„Sag doch James mal, er soll die Gardine wieder vor die eine Spiegelwand ziehen“, schlug ich zwischen zwei Lustseufzern vor. „Ich werde ganz konfus von der Unendlichkeit!“
Beide, sowohl Flavio als auch „James“, gehorchten aufs Wort.
Lange konnte ich mich allerdings nicht von so vielen Sinnesreizen erholen, denn plötzlich tat es draußen einen gewaltigen Krach. Dann das Rauschen heftigen Regens. Ein Gewitter. Es schien ein richtiges Unwetter zu sein. "Das können wir genießen!" rief Flavio mit einem süffisanten Grinsen. Dann sprach er in den Raum hinein: "James, Fensterband Straßenseite Klappen öffnen!" „James“ folgte dem Befehl sofort, und oben unter der Decke klappten die Scheiben eines langen Fensterbandes nach unten. Kühle, feuchte Luft strömte herein.
Das Gewitter kam näher. Blitz und Donner grollten im kurzen Abständen, und schließlich war es direkt über dem Haus. "Sollen wir zuschauen?" fragte Flavio. "Klar!" gab ich zurück. Ich liebe Gewitter, und wenn es ordentlich blitzt und kracht, fühle ich mich sehr erotisiert.
"James, Panoramafenster freigeben!“
Mit leisem Surren schoben sich die Spiegelwände nach den Seiten übereinander und gaben den Blick frei auf ein breites Fenster. Direkt vom Bett aus konnte man nach draußen über das ganze Tal schauen. "James, Licht aus", befahl Flavio, und die KI folgte ihm aus Wort. Sowas von Gehorsam! Ich staunte. Gut, dass er sowas nicht von mir erwartete! Dem hätte ich was gepfiffen!
Das ganze Tal funkelte von zahllosen Lichtern. Der Sommerabend war vorhin noch nicht ganz dunkel gewesen, doch jetzt sorgten die Gewitterwolken für absolute Finsternis. Es blitzte und krachte in kurzen Abständen, überall über dem Tal. Das erste Gewitter des Sommers zeigte, was es drauf hatte.
Es kribbelte an meinem ganzen Körper. Flavio hatte sich hinter mich gelegt, seine Hände umfassten meine Brüste und seine Vorderseite drängte sich an meinen Rücken und meinem Po. Ich spürte, dass er schon wieder schon wieder hart war.
Es blitzte und krachte draußen zeitgleich. Plötzlich war das Tal vollkommen dunkel. Unser Zimmer ebenfalls. "Stromausfall! Der dauert hier aber nie lange", meinte Flavio. „Das sollten wir nutzen, bevor das Licht wieder angeht."
Aha. Das sollten wir also nutzen. Ich grinste im Dunkeln, denn mir war schon klar, womit. Es war stockduster, ich sah absolut nichts, spürte jedoch, wie Flavio sich bewegte. Kräftige Hände drückten mich nach hinten, und dann legte sich sein fester, durchtrainierter Körper auf mich. Heftig drang er in mich ein, und ebenso heftig hieß ich ihn willkommen. Ich hob mein Becken ihm entgegen, legte meine Hand auf seine Pobacken und presste ihn so tief es ging in mich hinein. So blieben wir eine kleine Weile regungslos liegen. Die Spannung stieg und ich hielt es kaum noch aus. Und da fing Flavio wieder an, sich sanft in mir auf und ab zu bewegen, steigerte Tempo und Stärke, und schließlich vögelte er mich kraftvoll ordentlich durch. Wir kamen zugleich in einem neuen Vulkanausbruch, während es draußen weiter blitzte und krachte.
Danach lagen wir erschöpft und glücklich auf dem Bett, nass geschwitzt und außer Atem.
Das städtische Elektrizitätswerk gönnte uns eine ausgiebige Verschnaufpause, während das Gewitter sich langsam talauswärts verzog. Unser Schweiß war schon fast getrocknet, als das Licht wieder anging.
Mir fehlten die Worte für das, was eben geschehen war. Deshalb sagte ich ausnahmsweise mal nichts. "James, Sichtfenster schließen und gedimmtes Licht wieder an", hörte ich Flavios Stimme. Die Spiegelwände schoben sich aufeinander zu und schlossen die Lücke.
Es war kühl geworden im Zimmer. Plötzlich war ich sehr müde. Aber auch Flavio hatte inzwischen ziemlich kleine Augen bekommen.
"Ich würde jetzt gerne eine Runde schlafen", schlug ich vor. "Das kannst du gerne tun", antworte Flavio. "Aber bitte lass mich dir vorher noch etwas Schönes geben."
Da hatte ich absolut nichts gegen. "Dann schließe die Augen", forderte er mich mit leiser Stimme auf.
Und dann begann er mich zu streicheln, wie ich noch nie vorher gestreichelt worden war. Er fing bei meinem Hals an. Seine Hände waren angenehm schwer und fühlten sich warm, kraftvoll und sehr, sehr gut an auf meiner Haut. Langsam ließ er sie weiter wandern über meine Brüste, meine Flanken entlang, und sie blieben eine ganze Weile auf still auf meinem Bauch liegen. Danach streichelte er in langsamen Kreisen meinen rechten Arm. Er begann bei der Schulter, liebkoste den ganzen Arm und schließlich meine Hand und jeden einzelnen Finger. Immer wenn er einen Teil meines Körpers derart verwöhnt hatte, bedeckte er ihn mit zarten, weichen Schmetterlingsküssen.
Schließlich ließ er seine Hände meine Hüften entlang gleiten, dann streichelten sie mein Geschlecht, aber nicht so, dass es mich zu einem neuen Höhenflug brachte, sondern mit einer zarten, warmen, liebevollen Berührung. Auch hier gab gab er mir zum Abschluss leichte, verspielte Küsse. Meine Beine von den Schenkeln abwärts bis zu den Füßen wurden auf die gleiche Weise verwöhnt. Ich schnurrte wie eine zufriedene Katze. Auch meine Füße bekamen ihre Streicheleinheiten und ihre Küsschen. Dann wandte er sich wieder meiner oberen Körperhälfte zu, streichelte unendlich zart mein Gesicht und dann kräftiger meine Kopfhaut.
Er flüsterte mir ins Ohr: "Jetzt dreh dich um." Das tat ich und meiner Rückseite wurde von oben bis unten die gleiche liebevolle Zuwendung zuteil. Ich fühlte mich so entspannt wie noch nie vorher. Und so wurde mir gar nicht bewusst, dass ich gegen Ende der zärtlichen Massage einschlief.
Als ich wach wurde, war es hell im Zimmer. Durch das geöffnete Fensterband unter der Zimmerdecke strömte kühle, frische Luft und sommerliches Morgenlicht herein. Flavio schlief noch. Lange Zeit betrachtete ich ihn voller Herzenswärme und Freude über diese schöne Nacht. Er war zwar ein ziemlich schräger Kerl, aber einer mit viel Herz!
Schließlich regt er sich, reckte und streckte sich und öffnete die Augen. Eine Weile blieben wir noch still aneinander geschmiegt liegen. Dann standen wir auf und gingen in die Küche. Flavio gab mir einen warmen Bademantel, denn durch die geöffnete Tür nach kam es ziemlich kühl herein. Das Gewitter hatte die frühe Sommerhitze weg gewaschen, und die Welt sah frisch und strahlend aus.
Während sich Flavio an der Kaffeemaschine zu schaffen machte, trat ich hinaus auf die winzige Terrasse und betrachtete den kleinen, schattigen Garten. Verwunschen und geheimnisvoll sah er aus. Eine hohe Mauer aus alten, verwitterten Feldsteinen, mit Farn und Moos bewachsen, umschloss die grüne Oase. Dahinter ragte die Steilwand des Hügels auf, durch Stahlnetze vor Steinschlag gesichert.
Flavio trat neben mich und reichte mir eine Tasse dampfenden Kaffee. Mit Zucker, ohne Milch, genauso wie ich ihn gern morgens mag. Woher wusste er das bloß? Ich hatte ihm das doch gar nicht gesagt. Dieser Mann erschien mir immer geheimnisvoller.
"Stahlnetze" sagte ich. "Die ziehen Blitze an. Wenn der Blitz oben an der Hügelkante einschlägst, kriegst du hier unten noch ganz schon viel Spannung ab. Deswegen hat es mich überall gekribbelt!“
Flavio lachte: “Glaub ich nicht. Das war wegen mir. Ich war einfach so sensationell gut! Die Netze leiten die Elektrizität zuverlässig ins Erdreich ab. Da passiert nichts. Das war doch eine super Show diese Nacht, oder etwa nicht?" "Das war es!" bestätigte ich, auch lachend. „Der ganze Abend war eine super Show, nicht nur das Gewitter! Es war phänomenal! Dein Spiegelsaal. Und jetzt, der Garten auch. Er sieht aus im Märchen. Moos und Steine und eine schmiedeeiserne Bank. Ich kann mir gut vorstellen, wie Dornröschen auf der Bank vor der Mauer liegt und schläft und darauf wartet, dass du sie wach küsst."
"Dann bin ich wohl der Frosch oder?" meinte er mit gespieltem Vorwurf. "Nein, Flavio. Das ist ein anderes Märchen. Natürlich bist du der Prinz. Auf welchem Brunnenrand auch immer du gesessen hast, ich hab dich doch geküsst!"
"Dann bin ich ja beruhigt! Lass uns reingehen", meinte er. „Es ist wirklich frisch heute Morgen. Und jeden Moment muss Bao hier sein. Er bringt Brötchen mit und etwas Warmes für dich zum Anziehen."
In dem Moment hörten wir die Türklingel.
Flavio ließ Bao ein. Er brachte morgenfrische Luft, eine große Tüte Brötchen und Croissants und eine Schale frische Erdbeeren mit.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten Bao und ich uns auf den Heimweg. "Und?" fragte Bao. "Hat es dir gefallen mit Flavio?" -"Und wie!" entgegnete ich. "Aber ganz ehrlich, Bao: Wenn du mir nicht schon längst erzählt hättest, dass er ein riesig guter Kumpel und der liebste Mensch auf Erden ist - dann würde ich ihn ein bisschen unheimlich finden."
Und in Gedanken fügte ich hinzu: Und genau deswegen werde ich ihn bald wieder heimsuchen...
Am Morgen nach meinem Geburtstag hatte ich überhaupt nicht daran gedacht, mir seine Kontaktdaten geben zu lassen. Seitdem löcherte ich unaufhörlich meinen Langzeitfreund Bao Nam, endlich mit Flavios Adresse raus zu rücken. Die musste er doch kennen. Schließlich waren die beiden gute Freunde und außerdem Kollegen im Tanz-Ensemble vom Theater.
Bao dachte aber überhaupt nicht daran, irgendwas raus zu rücken und tat so, als sei er der Träger eines wichtigen Geheimnisses. Flavio renoviere gerade seine Wohnung, deshalb habe er keine Zeit für Besuche. Das war alles, was ich erfuhr.
Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, da sagte Bao eines Abends beim Essen wie nebenbei, übermorgen hätte Flavio Zeit für mich.
Na sowas! Jetzt war ich aber baff! Meine untere Etage meldete sich umgehend mit heftigem Verlangen. Ich rutschte unruhig und unkonzentriert auf meinem Stuhl herum, bis Bao sich schließlich meiner erbarmte, mich an der Hand fasste und aufs Bett warf. Ziemlich gierig vernaschte ich ihn, obwohl ich ihn dabei gar nicht meinte. Doch das schien ihn zum Glück überhaupt nicht zu stören, sondern steigerte seine Leidenschaft noch mehr.
Bis "übermorgen" kann es gefühlt manchmal eine ganze Weile dauern, wenn man etwas herbei sehnt. So ging es mir und die Zeit zog sich lang wie Strapsbänder.
Aber schließlich war "übermorgen" gekommen.
Schon am Nachmittag probierte ich Dessous und Kleider vor meinem Schlafzimmerspiegel an. Schließlich wählte ich einen schwarzen Spitzen-BH und einen passenden, winzigen schwarzen Tanga. Ich betrachtete mich ausgiebig im Spiegel, und was ich sah gefiel mir. Meine 40 Jahre sah man meinem schlanken, sportlichen Körper wirklich nicht an. Weil das Wetter für Anfang Mai schon sehr warm war, zog ich darüber nur ein kniekurzes, perlgraues Stretchkleid. Meinen schulterlangen, kastanienbraunen Haaren könnte ich ein diskretes Highlight mit einem Glanzspray.
Als der Abend schließlich kam, bestand Bao darauf, mich persönlich bei Flavio abzuliefern. Jetzt war ich schon wieder völlig baff. Was sollte das denn jetzt? War er etwa eifersüchtig? Das war er doch sonst nicht. Na dann sollte er doch, wenn's ihm Spaß machte. Ich ließ mir die Vorfreude auf ein Abenteuer jedenfalls nicht verderben.
Dieses Mal würde ich genau aufpassen, in welcher Straße und bei welcher Hausnummer Flavio wohnte. Noch mal wollte ich mich nicht so lange auf die Folter spannen lassen.
Schließlich lieferte Bao mich bei Flavio ab. Er grinste dabei von einem Ohr bis zum anderen und überreichte mich wie ein kostbares Geschenk. Ich war ein bisschen beleidigt. Es fehlte eigentlich nur noch eine rote Schleife um meinen Hals, und ich wäre das perfekte Präsent!
Mein Ärger verflog augenblicklich, als Flavio die Tür öffnete. Splitternackt. Er ergriff lachend meine Hand und zog mich in den Flur. Aus dem Augenwinkel bekam ich gerade noch mit, wie Bao davonging.
"Da bist du ja endlich!" rief Flavio erfreut und zog mich an seine golden behaarte Brust. Meine leichte Verärgerung verflog auf der Stelle und machte einem warmen, prickelnden Gefühl im ganzen Körper Platz. Nichts auf der Welt duftet schöner als ein Mann drei oder vier Stunden nach einer gründlichen Dusche. Ohne Parfum, versteht sich. Ich atmete tief ein und inhalierte beinahe den ganzen Flavio, der wundervoll nach sich selber duftete. Er bemerkte, wie sehr ich die Schnüffelei genoss und ließ mich in Ruhe einige tiefe Atemzüge tun.
"Wieso endlich?“ fragte ich ihn, als ich mal tief Luft holen musste. "Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich schon viel früher zu dir gekommen. Seit meinem Geburtstag bin ich ziemlich scharf auf dich! Aber Bao war absolut nicht zu bewegen, früher deine Adresse raus zu rücken. Wenn ich gewusst hätte, dass du nur ein paar Straßen von uns entfernt wohnst, hätte ich dich auch ohne Baos Mithilfe gesucht und gefunden, aber..."
"Aber jetzt bist du ja hier", entgegnete Flavio. "Es hatte seine Gründe, warum Bao nichts gesagt hat. Ich habe meine Wohnung sehr gründlich renoviert, und das dauert nun mal. Das kann man nicht an einem Wochenende machen. Du wirst gleich sehen, was dabei heraus gekommen ist. Aber jetzt lass mich mal an dir schnuppern. Nichts duftet so köstlich nach sich selber wie eine Frau drei oder vier Stunden nach dem Duschen. Das macht Appetit!“
Das hörte ich sehr gern. Und mir wurde ordentlich heiß, als er meinen Nacken beschnupperte und seine empfindsame Nase zwischen meinen Schulterblättern ein Stück den Rücken herunter wandern ließ. Ich stöhnte leise vor Vergnügen, und auch Flavio knurrte wohlgefällig.
Schließlich hob er seine Nase wieder von meinem Rücken weg. "Jetzt sollst du sehen und erleben, was bei meiner Renovierung herausgekommen ist. Zieh deine Sandaletten aus. Achte darauf, was du unter deiner nackten Füßen spürst. Jetzt schließe die Augen und vertrau mir. Ich führe dich nun in ein Zimmer, wie du noch nie eines gesehen hast. Öffne die Augen erst, wenn ich es dir sage."
Das hörte sich vielversprechend an! Ich war riesig gespannt, was ich gleich zu sehen bekommen würde. Zunächst sah ich aber nichts, sondern hörte nur, wie neben mir eine Tür geöffnet wurde. Flavio hatte seine Hände leicht auf meine Schultern gelegt und schob mich sanft voran. Bei den ersten zwei oder drei Schritten fühlte ich den kalten, harten Boden des Hausflurs unter meinen Füßen. Beim nächsten Schritt spürte ich einen weichen, flauschigen Teppich. Flavio dirigierte mich sanft um eine viertel Drehung nach links. "Lass die Augen noch zu", sagte er leise.
Ich spürte seine Hände. Groß und warm strichen sie langsam an meinen Seiten entlang. Über meinen Stretchkleid bis hinunter an den Saum. Er fasste den Saum des Kleides, zog es sehr langsam nach oben und streifte es schließlich mit einem Ruck über meinen Kopf ab. "Zieh das aus", flüsterte er in mein Ohr. "Du bist noch viel schöner ohne Kleider." Er hakte meinen BH auf und ließ ihn fallen. Und dann streifte er meinen Tanga nach unten. Ich hob einen Fuß und schleuderte das überflüssige Stück Stoff weg.
"Öffne die Augen, wenn du hörst wie ich mit dem Finger schnippe," flüsterte er dicht vor meinem Ohr. "Nimm dir Zeit anzuschauen was du siehst. Genieße es. Tu vorläufig nichts weiter. Schau nur hin. Und jetzt: Öffne deine Augen!"
Ich stand vor einem Spiegel, der die ganze Wand des Raumes einnahm. Sanfte indirekte Beleuchtung schmeichelte dem, was ich sah:
Ich sah eine Frau. Nackt. Sie war schön. Zierlich, dunkelhaarig, mit kleinen, festen Brüsten, einer schlanken Taille und schmalen, dennoch leicht gerundeten Hüften und schlanken Beinen. Das Licht zauberte funkelnde Reflexe in ihr Haar und verlieh ihrer Haut einen hellen Goldton.
Hinter der Frau stand ein Mann. Ebenfalls nackt. Er war größer als sie und hatte kurz geschnittenes blondes Haar. Der Mann hatte seine Hände auf ihre Schultern gelegt. Ohne sich weiter zu bewegen - er ließ dem Bild im Spiegel Zeit zu wirken. Auch ihm schmeichelte das Licht und zauberte einen dunkleren goldenen Schimmer auf seine Arme und Hände.
Was geschah in mir? Ich fand das Bild schön, ästhetisch, fein, und zugleich erregte es mich auf eine neue, mir bisher unbekannte Weise. Je länger ich schaute, desto mehr breitete sich eine sanfte, prickelnde Wärme in meinem Körper aus. Ein Verlangen, das zart begann und wuchs und schon ahnen ließ, dass es stark und zwingend werden würde.
Wir schauten einander in die Augen. Im Spiegel. Flavios Blick schien mich zu bannen, bewegungsunfähig zu machen. Ich versuchte fortzuschauen, aber es gelang mir nicht. Wenn ich nicht weg kann, trete ich normalerweise die Flucht nach vorn an. Also versuchte ich nun meinerseits, ihn mit meinem Blick festzunageln. Das gelang mir ebenso wenig. Seine blauen Augen hielten mich gefangen, folgten mir, wenn ich versuchte zur Seite zu schauen. Also hörte ich auf, mich weiter zu sträuben und ließ geschehen was geschehen wollte. Oder sollte.
Es geschah dies: die Wärme in meinem Körper wurde zu Hitze. Ich fing an zu glühen, innerlich wie äußerlich. Etwas passierte auch mit Flavio. Mit einem Ruck drehte er mich herum. Und schloss mich fest in seine Arme. Wir standen jetzt Bauch an Bauch, Brust an Brust, Geschlecht und Geschlecht fest aneinander gepresst. Zeit verging, ohne dass sich einer von uns bewegte. Die Hitze stieg in mir, stieg und stieg.
Und dann brach der Vulkan in mir aus. Der glühendste Orgasmus meines bisherigen Lebens geschah mir. Ich sage mit Absicht: Es geschah mir, denn ich hatte nicht das Gefühl, irgendetwas dazu getan zu haben. Mehr hatte sich nicht ereignet. Nur unser Augenspiel im Spiegel und die heftige Bewegung am Schluss.
Die Wellen ebbten ab. Ich spürte Flavios harten Penis an meinem Bauch und ließ mich langsam an seinem Körper hinunter gleiten, bis ich vor ihm auf den Knien lag. Ich vergrub meine Nase in duftendem, goldenem Haagekräusel und atmete tief ein. Und noch mal. Und noch mal. Flavio gab leise Töne des Wohlgefallens von sich. Er fand ganz offensichtlich meine Schnupperorgie ebenfalls sehr erregend.
Ich hätte durchaus noch stundenlang weiter schnuppern können, doch jetzt wollte er mehr. Er zog seinen Unterleib ein paar Zentimeter zurück und schob mir dann seinen Luststab in den Mund. Wunderbar. Er duftete nicht nur wundervoll, er schmeckte auch genauso gut. Seine Haut am Penis war zart und weich, und ebenso zart und weich bewegte ich meine Lippen vorsichtig auf und ab.
„Kräftiger“, ließ Flavio sich von weiter oben vernehmen. "Du kannst ihn ruhig fester ran nehmen!" Das tat ich. Ich begann kraftvoller zu saugen und meinen Mund mit langsam zunehmendem Druck auf und ab zu bewegen. Von weiter oben ertönten Laute der Begeisterung. "Schön!" flüsterte er. "Mach weiter so." Ich konnte nichts darauf erwidern, weil ich den Mund voll hatte, aber ich schickte ihm einen Gedanken: "Sehr gern"!
Ich ließ mir viel Zeit und ihm ebenso. Als meine Wangen vom Saugen anfingen müde zu werden, begann ich mit der Zungenspitze seinen Eichelkranz und die kleine Vertiefung an der Spitze zu liebkosen. Das gefiel im hörbar. Und so fuhr ich eine ganze Weile damit fort, bis ich schmeckte, dass ein kleines salziges Tröpfchen heraus kam. Das ließ ich mir genießerisch auf der Zunge zergehen.
Ich arbeitete kraftvoller, weil ich mehr von dem köstlichen Elixier haben wollte. Flavio hatte eine Menge Ausdauer und spannte mich gewaltig auf die Folter. Aber schließlich nahm ich eine Hand zu Hilfe und knete erst vorsichtig, dann fester seine Hoden. Und dann endlich bekam ich, worauf ich so gierig gewartet hatte. Sein Saft schmeckt wundervoll salzig. Ich behielt den köstlichen Schluck Proteindrink ein paar Sekunden still in meinem Mund, um den Geschmack ganz auszukosten. Dann schluckte ich und lies den edlen Saft genüsslich durch meine Kehle drinnen.
Schließlich entließ ich seinen Luststab aus meinem Mund.
Ich bewunderte Flavios Standvermögen, nicht nur das seines Prachtschwanzes, sondern auch das seiner Beine. Er hatte lange Zeit aufrecht gestanden, offenbar ohne zu ermüden. Sein sehniger Tänzerkörper war derartige Anstrengungen gewöhnt.
Er griff unter meine Achseln und zog mich hoch. Obwohl ich auch ziemlich sportlich bin, taten mir doch ordentlich die Beine und die Knie weh.
Er zog mich an sich, schlang seine Arme um mich und presste mich wieder an seine Vorderseite. So nah, dass es sich für mich anfühlte, als seien wir buchstäblich ein Leib. Ich gab mich diesem Gefühl hin, ich wurde ganz weich, jegliche Spannung verschwand aus meinen Muskeln. Wenn Flavio mich nicht festgehalten hätte, wäre ich glatt zu Boden gegangen. Doch er hielt mich sicher. Wir atmeten im selben Rhythmus.
"Ist es nicht jedes Menschen Traum, in die Unendlichkeit schauen zu können?" flüsterte er in mein Ohr. "Ich weiß nicht“, antwortete ich, „ob das jedes Menschen Traum ist, ich habe bisher niemals darüber nachgedacht. Vielleicht ist es dein Traum, Flavio.“ Er lachte leise. Dann lockerte er die Umarmung und ließ mich los.
Erstaunt stellte ich fest, dass ich inzwischen wieder alleine stehen konnte.
"James, Spiegelwand Gartenseite freigeben!" sprach er in den Raum. Aha, er hatte also eine KI namens „James“. Originell! Genau das Richtige für ein derart ausgefuchstes Schlafgemach! Meine KI zu Hause hört immer noch auf den verbreiteten Namen, der mit A anfängt. Vielleicht sollte ich sie mal umbenennen… „James“ folgte dem Befehl aufs Wort. Der Vorhang aus dünnem Stoff teilte sich und glitt an die Seiten. Und was war dahinter? Natürlich ein Spiegel. Was sonst! Da hatte Flavio sich mit der Renovierung wirklich mächtig ins Zeug gelegt!
Ich sah uns beide, Flavio und mich in lockerer Umarmung in den Spiegel schauen. Von Unendlichkeit allerdings keine Spur. Bis er sagte: "James, Spiegelwände offener Winkel!"
Ich hörte ein leises Surren, und unser Spiegelbild begann sich zu verändern. Immer mehr Flavios und Felis wurden rechts und links von uns im Spiegel sichtbar. Es wurden mehr und mehr, die sich schließlich in der Unendlichkeit zu verlieren schienen. Das leise Surren hörte auf und die wundersame Bildvermehrung auch.
"Wenn die Spiegel gerade stehen, stehst du dir selbst im Weg. So siehst du nur dich. Wenn du auch hinten Augen hättest, würdest du in dem anderen Spiegel deine bezaubernde kleine Kehrseite sehen. Zum Anbeissen, übrigens! Wenn die Spiegel aber so wie jetzt in offenen Winkel gegeneinander verschoben sind - dann siehst du, was du jetzt siehst. Nämlich Spiegelungen in Spiegelungen in Spiegelungen und so weiter, abhängig vom Winkel…“
Das war mir jetzt aber genug. Faszinierend, aber zu viel Physik für mich im Moment. Flavio spürte, dass ich jetzt etwas anderes wollte. Und er wusste auch, was: "Küss mich", flüsterte er. Ich hob mein Gesicht seinem Gesicht entgegen und legte meine Lippen auf seine. Sie waren weich und bereit, und so ließ ich meine Zungenspitze ein kleines Stück in seinen Mund eindringen. Unsere Zungenspitzen spielten miteinander.
Flavio fasste mich an den Schultern und drehte uns um ein Viertel. Nun konnten wir beide das küssende Paar sehen, gespiegelt in in der Unendlichkeit. Unsere Augen trafen sich. In den Spiegeln. Mir schien, als schaute Flavio ausgesprochen verschmitzt. Der war vielleicht ein Schelm! Darüber musste auch ich schmunzeln, ich fing an zu lachen und unsere Münder verloren den Kontakt. Richtig so! Erotik sollte niemals zu ernst werden!
Wenn ich einmal anfange zu lachen, höre ich sobald nicht wieder auf. Und so schüttete ich mich gründlich aus und Flavio lachte herzhaft mit.
"Schluss mit der Spielerei, ich glaube ich übernehme jetzt mal!" sagt er, packte mich fester an den Schultern, so dass ich wieder dicht an ihn gedrückt stand. Er presste seinen Mund kraftvoll auf meinen und schob mir seine Zunge hinein. Ich kam gar nicht dazu, auch etwas zu tun. Seine Zunge war erstaunlich kraftvoll und beweglich. Er erkundete die Seiten meiner Wangen, gab jedem meiner Zähne einen kleinen Zungenspitzenschubs, wickelte seine Zunge um meine - wer weiß wie er das gemacht hat, er war der reinste Zungenkünstler. Dann saugte er kraftvoll und zugleich vorsichtig meine Zunge in seinen Mund.
Nach einer Weile wollte er, dass ich wieder die Regie übernahm.
Also ließ meine Zunge auf Erkundung gehen. Dabei riskierte ich immer mal wieder einen Blick auf die unendlich vielen küssenden Flavios und Felis im Spiegel. Das war wirklich ein völlig schräges Szenario, sowas hatte ich noch nie vorher erlebt!
Schließlich zog Flavio sein Gesicht zurück und mich zum Bett.
Dort spielten wir weiter. Schließlich habe ich nicht nur am Mund Lippen. Und jetzt schenkte er meinen Lustlippen und dem Eingang meiner Lustgrotte seine Zungenkünste. Ich genoss es mit geschlossenen Augen. Vom Bett aus konnte man sich nicht nur unendlich oft in beiden Spiegeln sehen, sondern in dem Spiegel an der Decke gleich noch mal. Wenn auch dort nicht unendlich.
Das war jetzt wirklich zu viel der Spiegelei. So ein Freak, dieser Flavio! Und ein echter Genussspezialist! Doch die Augen einfach zu schließen gefiel mir auch nicht, dann sah ich ja auch den wirklichen Flavio nicht mehr.
„Sag doch James mal, er soll die Gardine wieder vor die eine Spiegelwand ziehen“, schlug ich zwischen zwei Lustseufzern vor. „Ich werde ganz konfus von der Unendlichkeit!“
Beide, sowohl Flavio als auch „James“, gehorchten aufs Wort.
Lange konnte ich mich allerdings nicht von so vielen Sinnesreizen erholen, denn plötzlich tat es draußen einen gewaltigen Krach. Dann das Rauschen heftigen Regens. Ein Gewitter. Es schien ein richtiges Unwetter zu sein. "Das können wir genießen!" rief Flavio mit einem süffisanten Grinsen. Dann sprach er in den Raum hinein: "James, Fensterband Straßenseite Klappen öffnen!" „James“ folgte dem Befehl sofort, und oben unter der Decke klappten die Scheiben eines langen Fensterbandes nach unten. Kühle, feuchte Luft strömte herein.
Das Gewitter kam näher. Blitz und Donner grollten im kurzen Abständen, und schließlich war es direkt über dem Haus. "Sollen wir zuschauen?" fragte Flavio. "Klar!" gab ich zurück. Ich liebe Gewitter, und wenn es ordentlich blitzt und kracht, fühle ich mich sehr erotisiert.
"James, Panoramafenster freigeben!“
Mit leisem Surren schoben sich die Spiegelwände nach den Seiten übereinander und gaben den Blick frei auf ein breites Fenster. Direkt vom Bett aus konnte man nach draußen über das ganze Tal schauen. "James, Licht aus", befahl Flavio, und die KI folgte ihm aus Wort. Sowas von Gehorsam! Ich staunte. Gut, dass er sowas nicht von mir erwartete! Dem hätte ich was gepfiffen!
Das ganze Tal funkelte von zahllosen Lichtern. Der Sommerabend war vorhin noch nicht ganz dunkel gewesen, doch jetzt sorgten die Gewitterwolken für absolute Finsternis. Es blitzte und krachte in kurzen Abständen, überall über dem Tal. Das erste Gewitter des Sommers zeigte, was es drauf hatte.
Es kribbelte an meinem ganzen Körper. Flavio hatte sich hinter mich gelegt, seine Hände umfassten meine Brüste und seine Vorderseite drängte sich an meinen Rücken und meinem Po. Ich spürte, dass er schon wieder schon wieder hart war.
Es blitzte und krachte draußen zeitgleich. Plötzlich war das Tal vollkommen dunkel. Unser Zimmer ebenfalls. "Stromausfall! Der dauert hier aber nie lange", meinte Flavio. „Das sollten wir nutzen, bevor das Licht wieder angeht."
Aha. Das sollten wir also nutzen. Ich grinste im Dunkeln, denn mir war schon klar, womit. Es war stockduster, ich sah absolut nichts, spürte jedoch, wie Flavio sich bewegte. Kräftige Hände drückten mich nach hinten, und dann legte sich sein fester, durchtrainierter Körper auf mich. Heftig drang er in mich ein, und ebenso heftig hieß ich ihn willkommen. Ich hob mein Becken ihm entgegen, legte meine Hand auf seine Pobacken und presste ihn so tief es ging in mich hinein. So blieben wir eine kleine Weile regungslos liegen. Die Spannung stieg und ich hielt es kaum noch aus. Und da fing Flavio wieder an, sich sanft in mir auf und ab zu bewegen, steigerte Tempo und Stärke, und schließlich vögelte er mich kraftvoll ordentlich durch. Wir kamen zugleich in einem neuen Vulkanausbruch, während es draußen weiter blitzte und krachte.
Danach lagen wir erschöpft und glücklich auf dem Bett, nass geschwitzt und außer Atem.
Das städtische Elektrizitätswerk gönnte uns eine ausgiebige Verschnaufpause, während das Gewitter sich langsam talauswärts verzog. Unser Schweiß war schon fast getrocknet, als das Licht wieder anging.
Mir fehlten die Worte für das, was eben geschehen war. Deshalb sagte ich ausnahmsweise mal nichts. "James, Sichtfenster schließen und gedimmtes Licht wieder an", hörte ich Flavios Stimme. Die Spiegelwände schoben sich aufeinander zu und schlossen die Lücke.
Es war kühl geworden im Zimmer. Plötzlich war ich sehr müde. Aber auch Flavio hatte inzwischen ziemlich kleine Augen bekommen.
"Ich würde jetzt gerne eine Runde schlafen", schlug ich vor. "Das kannst du gerne tun", antworte Flavio. "Aber bitte lass mich dir vorher noch etwas Schönes geben."
Da hatte ich absolut nichts gegen. "Dann schließe die Augen", forderte er mich mit leiser Stimme auf.
Und dann begann er mich zu streicheln, wie ich noch nie vorher gestreichelt worden war. Er fing bei meinem Hals an. Seine Hände waren angenehm schwer und fühlten sich warm, kraftvoll und sehr, sehr gut an auf meiner Haut. Langsam ließ er sie weiter wandern über meine Brüste, meine Flanken entlang, und sie blieben eine ganze Weile auf still auf meinem Bauch liegen. Danach streichelte er in langsamen Kreisen meinen rechten Arm. Er begann bei der Schulter, liebkoste den ganzen Arm und schließlich meine Hand und jeden einzelnen Finger. Immer wenn er einen Teil meines Körpers derart verwöhnt hatte, bedeckte er ihn mit zarten, weichen Schmetterlingsküssen.
Schließlich ließ er seine Hände meine Hüften entlang gleiten, dann streichelten sie mein Geschlecht, aber nicht so, dass es mich zu einem neuen Höhenflug brachte, sondern mit einer zarten, warmen, liebevollen Berührung. Auch hier gab gab er mir zum Abschluss leichte, verspielte Küsse. Meine Beine von den Schenkeln abwärts bis zu den Füßen wurden auf die gleiche Weise verwöhnt. Ich schnurrte wie eine zufriedene Katze. Auch meine Füße bekamen ihre Streicheleinheiten und ihre Küsschen. Dann wandte er sich wieder meiner oberen Körperhälfte zu, streichelte unendlich zart mein Gesicht und dann kräftiger meine Kopfhaut.
Er flüsterte mir ins Ohr: "Jetzt dreh dich um." Das tat ich und meiner Rückseite wurde von oben bis unten die gleiche liebevolle Zuwendung zuteil. Ich fühlte mich so entspannt wie noch nie vorher. Und so wurde mir gar nicht bewusst, dass ich gegen Ende der zärtlichen Massage einschlief.
Als ich wach wurde, war es hell im Zimmer. Durch das geöffnete Fensterband unter der Zimmerdecke strömte kühle, frische Luft und sommerliches Morgenlicht herein. Flavio schlief noch. Lange Zeit betrachtete ich ihn voller Herzenswärme und Freude über diese schöne Nacht. Er war zwar ein ziemlich schräger Kerl, aber einer mit viel Herz!
Schließlich regt er sich, reckte und streckte sich und öffnete die Augen. Eine Weile blieben wir noch still aneinander geschmiegt liegen. Dann standen wir auf und gingen in die Küche. Flavio gab mir einen warmen Bademantel, denn durch die geöffnete Tür nach kam es ziemlich kühl herein. Das Gewitter hatte die frühe Sommerhitze weg gewaschen, und die Welt sah frisch und strahlend aus.
Während sich Flavio an der Kaffeemaschine zu schaffen machte, trat ich hinaus auf die winzige Terrasse und betrachtete den kleinen, schattigen Garten. Verwunschen und geheimnisvoll sah er aus. Eine hohe Mauer aus alten, verwitterten Feldsteinen, mit Farn und Moos bewachsen, umschloss die grüne Oase. Dahinter ragte die Steilwand des Hügels auf, durch Stahlnetze vor Steinschlag gesichert.
Flavio trat neben mich und reichte mir eine Tasse dampfenden Kaffee. Mit Zucker, ohne Milch, genauso wie ich ihn gern morgens mag. Woher wusste er das bloß? Ich hatte ihm das doch gar nicht gesagt. Dieser Mann erschien mir immer geheimnisvoller.
"Stahlnetze" sagte ich. "Die ziehen Blitze an. Wenn der Blitz oben an der Hügelkante einschlägst, kriegst du hier unten noch ganz schon viel Spannung ab. Deswegen hat es mich überall gekribbelt!“
Flavio lachte: “Glaub ich nicht. Das war wegen mir. Ich war einfach so sensationell gut! Die Netze leiten die Elektrizität zuverlässig ins Erdreich ab. Da passiert nichts. Das war doch eine super Show diese Nacht, oder etwa nicht?" "Das war es!" bestätigte ich, auch lachend. „Der ganze Abend war eine super Show, nicht nur das Gewitter! Es war phänomenal! Dein Spiegelsaal. Und jetzt, der Garten auch. Er sieht aus im Märchen. Moos und Steine und eine schmiedeeiserne Bank. Ich kann mir gut vorstellen, wie Dornröschen auf der Bank vor der Mauer liegt und schläft und darauf wartet, dass du sie wach küsst."
"Dann bin ich wohl der Frosch oder?" meinte er mit gespieltem Vorwurf. "Nein, Flavio. Das ist ein anderes Märchen. Natürlich bist du der Prinz. Auf welchem Brunnenrand auch immer du gesessen hast, ich hab dich doch geküsst!"
"Dann bin ich ja beruhigt! Lass uns reingehen", meinte er. „Es ist wirklich frisch heute Morgen. Und jeden Moment muss Bao hier sein. Er bringt Brötchen mit und etwas Warmes für dich zum Anziehen."
In dem Moment hörten wir die Türklingel.
Flavio ließ Bao ein. Er brachte morgenfrische Luft, eine große Tüte Brötchen und Croissants und eine Schale frische Erdbeeren mit.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten Bao und ich uns auf den Heimweg. "Und?" fragte Bao. "Hat es dir gefallen mit Flavio?" -"Und wie!" entgegnete ich. "Aber ganz ehrlich, Bao: Wenn du mir nicht schon längst erzählt hättest, dass er ein riesig guter Kumpel und der liebste Mensch auf Erden ist - dann würde ich ihn ein bisschen unheimlich finden."
Und in Gedanken fügte ich hinzu: Und genau deswegen werde ich ihn bald wieder heimsuchen...
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Dank an Feline für diese sehr erotische, ungewöhnliche Geschichte!