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Veröffentlicht von xzb am 02.09.2026

Zwölf Schläge zur Erlösung

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Dies ist die Fortsetzung der Geschichte „In sechs Stunden von null auf zwölf“, kann aber auch in umgekehrter Reihenfolge gelesen werden.

Am Sonntag stand Mart früh auf, um sich für den Kirchgang fertig zu machen. Nicht, dass er die Predigt der Lektorin hätte hören wollen, er wollte Frederike wiedersehen. Sie war Teil der engeren Gemeinde, das wusste er, und sie würde den Gottesdienst begleiten, eine Bibelstelle lesen und am Ende für die Aufräumarbeiten zur Verfügung stehen.

Er hatte sie seit dem leidenschaftlichen Intermezzo im Glockenturm nicht mehr gesehen, ohne große Worte waren sie zur späten Stunde auseinandergegangen und er hatte seitdem von ihr nichts gehört.

Mart wählte ein hellblaues Hemd, den obersten Knopf geöffnet, eine graumelierte Jacke, eine dunkle Chino und braune Lederschuhe. Nicht zu leger, nicht zu steif. Er wollte gut aussehen, aber nicht übertrieben herausgeputzt.

Kurz vor zehn Uhr schritt Mart durch das Kirchenportal. Der Vorraum lag in blauem Licht. Die Sonne schien von Osten durch ein Kirchenfenster mit einer aus den fünfziger Jahren stilisierten Version der Apostel, die um einen Tisch saßen. Aber Marts Augen waren abgelenkt. Frederike stand im Eingang und hatte Gesangbücher und Zettel mit dem Ablauf des Gottesdienstes in Händen. Sie begrüßte die Besucher und händigte je ein Exemplar aus.

Ihr silbriges Haar fiel weich auf ihre Schultern, und in ihrem Dekolletee schimmerte die Perlenkette, die Mart an den Abend erinnerte, als sie sich wie eine Schlange um ihre Kurven wandte, im Rhythmus ihrer leidenschaftlichen Bewegungen.

Mart ging beherzt auf sie zu. Doch ihr Blick traf ihn kalt. Ihr Lächeln war so, wie sie auch den anderen Besuchern eines geschenkt hatte. Noch bevor Mart sie ansprechen konnte, reichte sie ihm ein Gesangbuch. „Guten Morgen“, sagte sie, ihre Stimme neutral und ihr Blick war weitergewandert auf die nachfolgend eintreffenden Besucher. Sein Eindruck, sie würde ihn abweisen verstärkte sich. Schämte sie sich, für was geschehen war? Er musste herausbekommen, was ihr die Episode im Glockenturm bedeutet hat.

Mart setzte sich in eine der hinteren Bänke. Von dort aus beobachtete er, wie Frederike die restlichen Besucher begrüßte. Es waren kaum vierzig. Alte Menschen, Einzelpersonen, einige Paare, keine Familien.

Die Orgel begann zu spielen und die Lektorin schritt mit Frederike an ihrer Seite Richtung Altar. Frederike trug ein figurbetontes graues Kleid, das knapp über den Knien endete. Die weißen Sneakers vom letzten Wochenende hatte sie gegen schwarze Pumps getauscht. Ihre Beine gewannen dadurch an Länge, was ihre kurvige Silhouette aus Marts Sicht nur umso attraktiver erscheinen ließ. Mart musste sich zwingen, nicht an die Liebesnacht mit ihr zu denken. An ihre nackten Oberschenkel, die feuchte Hitze ihrer Haut.

Die Lektorin, eine junge schlanke Frau mit hübschem Gesicht und einer warmen Stimme, trat ans Rednerpult. „Liebe Gemeinde“, begann sie, „heute möchte ich über das Hohelied sprechen. Über die Liebe zwischen Mann und Frau, wie sie uns in der Heiligen Schrift begegnet.“

Friederike erhob sich, trat zum Lesepult und schlug die Bibel auf. Mit fester und klarer Stimme las sie die Verse. Sie endeten mit den Worten: „Komm, mein Freund, lass uns aufs Feld hinausgehen und unter Zyperblumen die Nacht verbringen, dass wir früh aufbrechen zu den Weinbergen und sehen, ob der Weinstock sprosst und seine Blüten aufgehen, ob die Granatbäume blühen. Da will ich dir meine Liebe schenken.“

Und während sie das Buch schloss, da war es Mart, als hätte sie mit ihm Blickkontakt gesucht, nur kurz, aber doch. Mart war verwirrt. Ihre kühle Haltung im Eingangsbereich und jetzt hatte sie doch ein Auge für ihn.

Die Predigt der Lektorin drehte sich um die Bedeutung von Vertrauen, von Hingabe, die durchaus den körperlichen Aspekt miteinbezieht. Mart hörte nur mit halbem Ohr zu. Sein Geist war bei Frederike, bei ihrem heißen Spiel am letzten Wochenende, bei der Kälte ihrer Begrüßung und dem Funken, den er gerade in ihrem Blick gesehen hatte.

Mochte sie ihn im Grunde nicht? Oder hatte sie ein Problem, da sie der Kirche nahe stand? Er musste es herausfinden.

Am Ende des Gottesdienstes gab Mart zehn Euro in das Kollektenkörbchen, das von Frederike gehalten wurde, mehr als ein stummes Nicken hatte sie für ihn nicht übrig.

Vor der Kirche hatte sich eine kleine Traube von Menschen gebildet. Die Lektorin stand in der Mitte, schüttelte Hände und hatte für den Einen und den Anderen ein gutes Wort. Dann wandte sie sich an Frederike und sagte: „Es tut mir leid, dass ich nicht mehr mithelfen kann, ich muss gleich weiter zu einer Beerdigung. Ich wäre dir dankbar, wenn Du den Altar abräumen und alles wieder an seinen Platz stellen könntest.“

Mart, der in der Nähe stand und nur auf eine Gelegenheit sich einzubringen gewartet hatte, trat, noch bevor Frederike antworten konnte, einen Schritt vor. „Ich kann gerne mit anfassen“, sagte er, sein bestes Lächeln aufgesetzt.

Die Lektorin blickte ihn überrascht an, dann nickte sie dankbar. „Oh, das freut mich. Zu zweit macht alles, wie wir eben gehört haben, mehr Freude.“

Mart nickte, sein Blick aber war auf Frederike gerichtet. Sie schaute ihn mit einem Gesichtsausdruck an, den er nicht deuten konnte. War es Ärger? Verlegenheit? Oder gar Ablehnung?

Die Lektorin verabschiedete sich und verschwand Richtung Parkplatz. Die letzten Besucher waren bereits gegangen.

Mart folgte Frederike zurück in die Kirche. Der Organist kam ihnen entgegen, er hatte seine Noten zusammengerollt und nickte den beiden zu, als er an ihnen vorbeiging. Die Kirchentür fiel hinter ihm ins Schloss.

Dann war es still.

Frederike drehte sich Mart zu, ihre Augen sprühten. „Was soll das?“, zischte sie, ihre Stimme leise aber scharf. „Was machst du hier?“

„Keine Ahnung“, antwortete Mart ruhig, „seit der Nacht mit dir im Glockenturm fühle ich mich zu diesem Ort hingezogen.“

„Du machst alles noch schlimmer, vergiss was geschehen ist, es war ein Ausrutscher, ein einmaliges Versehen, ich will nicht mehr daran erinnert werden.“

„Verstanden“, antwortete Mart kurz. Ein Grinsen konnte er sich nicht verkneifen, aber Frederike konnte es nicht sehen, sie war vorausgegangen. Diese Frau hatte wahrlich zwei Seiten und die Seite, die den meisten verborgen blieb, hatte er erleben dürfen.

Sie hatten den Altar erreicht, räumten Kelche, Schalen, Becher und Tücher beiseite. Frederike löschte die Kerzen mit einem Hütchen aus Messing, das an einem Stab befestigt war. Sie trugen das Geschirr durch eine Seitentür in die Küsterstube. Das silberne Haar, das über ihre Schultern fiel, passte vorzüglich zu ihrem Kleid in dezentem grau. Ihre Hüften schwangen unübersehbar, geschuldet der Höhe ihrer Pumps. Ihre Schritte klackerten auf dem Steinboden und triggerten Mart. War das nicht der doppelte Rhythmus, den die Glocken ihrem Liebesspiel vorgegeben hatten?

Frederike ließ heißes Wasser vom Boiler in die Spüle einlaufen.

„Die zwei Kelche und die Becher müssen gespült werden“, sagte sie bestimmt. Mart nickte. Aufgrund der geringen Zahl der Gottesdienstbesucher war nur ein Kelch geleert worden, der andere war mehr als halb voll.

Mart wollte ihn schon in das zweite Spülbecken entleeren, da fiel ihm Frederike in den Arm: „Nein, der Wein ist gesegnet, er darf nicht in die Kanalisation entsorgt werden. Aber in die Flasche zurückgießen geht auch nicht, die habe ich noch vor dem Gottesdienst ins Altglas geworfen.“

„Tja“, meinte Mart, „dann müssen wir mit dem Wein machen, wofür er eingeschenkt wurde. Trinken.“

Frederike zögerte, wollte schon widersprechen, schob aber dann Mart zwei unbenutzte Becher zu. Mart füllte sie bis zum Rand. Einen nahm er auf und sprach zu Frederike: „Auf das Leben.“

„Auf das Leben und den Frieden“, sagte Frederike leise, sie sahen sich kurz in die Augen und tranken den Becher in einem Zug aus. Mart schenkte nach, bis der letzte Tropfen des Weines aus dem Kelch verschwunden war.

Frederike tauchte ihn ins Spülbecken, verlor mit ihrem rechten Knöchel den Halt über dem hohen Absatz ihres Schuhs. Sicherlich hatten die zwei Gläser Wein am hellichten Vormittag ihren Tribut gezollt. Sie fiel Mart regelrecht in die Arme, der fing sie reflexartig an Oberarm und Hintern auf.

„Entschuldige“, sagte sie mit etwas glasigen Augen. Auch Mart spürte ein Pulsieren seiner Schläfen. Es war der Wein und seine Hand an ihrem üppigen Hinterteil, das ihn an die ungezähmte Leidenschaft erinnerte, der sie sich zum Schlag der Glocken hingegeben hatten.

„Vielen Dank“, fügte sie hinzu und näherte sich, ihre Lippen waren ganz nah und Mart nahm das Küsschen zum Dank an. Es schmeckte nach Grauburgunder. Der Wein hatte offensichtlich nicht nur ihren Stand am Spülbecken ins Wanken gebracht, sondern auch ihre abweisende Haltung.

„Wir müssen an den Abwasch denken“, sagte Frederike, als sie sich aus seinen Armen wandt. Mart nickte. Frederike griff mit beiden Händen in das Spülbecken, Mart nach dem Trockentuch. Sie reichte ihm den ersten Kelch und als sie sich wieder zurückdrehte, da streifte sie mit ihren prallen Pobacken sein Gemächt.

Marts kleiner Freund reagierte instantan. Frederike schien nichts zu bemerken. Sie griff nach dem zweiten Kelch, tauchte ihn ins Wasser und begann, ihn mit einem Mikrofasertuch feucht zu reinigen. Mart beobachtete ihre Bewegungen, und es half nicht gegen seine beginnende Erektion, zu sehen, wie sich das graue Kleid eng über ihrem Hintern spannte.

„Mart“, fragte sie, ohne sich umzudrehen „Was machst du hier? Du hast nichts mit der Kirche zu tun. Warum bist du heute Morgen gekommen?“

Mart legte seine Hände auf ihre Hüften, berührte mit seinem angeregten General ihr weiches Hinterteil: „Im Glockenturm ist etwas passiert, das ich nicht vergessen kann.“

„Es war ein Ausrutscher“, wiederholte sie, doch ihre Stimme klang weniger überzeugt als zuvor.

„Ich bin Witwe und habe mir gelobt ein Trauerjahr zu warten und jetzt bist Du schon nach paar Monaten dazwischen gekommen.“

„Du bist zu streng mit dir“, antwortete Mart und drückte sie ein wenig fester an sich, „heißt es nicht ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre sind wie ein Tag. Was bedeutet schon die Zeit?“, fügte er hinzu, „und hast Du nicht heute selbst zitiert, dass Du schauen willst, wo der Weinstock sprosst und die Blüten aufgehen?“

„Ach, Du redest dir einfach“, seufzte Frederike, beschwerte sich aber nicht, als Marts Hände nach oben rutschten und ihre ausladenden Brüste drückte.

Hoch im Turm schlug der Hammer auf die Stundenglocke.

Mittag.

Zwölf Schläge wie zu Mitternacht. Mart bekam eine komplette Erektion, die Glockenschläge, ein sexueller Schlüsselreiz. Er hielt seine Lenden fest an Frederikes Hinterteil gepresst, sie musste seine Verhärtung spüren und sie drehte ihren Kopf und gab ihm ein aufmunterndes, so interpretierte Mart es jedenfalls, Küsschen. Ihre Pumps hoben ihren Po genau auf Marts Schusslinie. Er konnte nicht anders, raffte ihr Kleid, öffnete seine Hose und zielte mit seiner zum Bersten steifen Latte an der dünnen Stoffbahn ihres Höschens vorbei in ihr heißes Muschelchen. Sie schien darauf gewartet zu haben, endlich wieder kräftig genommen zu werden.

„Mart!“, rief Frederike als er eingedrungen war, „wenn uns jemand sieht!“

„Hier ist niemand“, keuchte Mart und drückte Frederike, die sich nach vorne gebeugt hatte gegen die Kante der Spüle. Frederike saß fest und Mart stieß seine Latte tief in ihre Weiblichkeit, dahin, wo er vor Minuten noch dachte, nie mehr wieder hinzukommen.

Frederike wollte es sich nicht eingestehen, aber sie hatte offensichtlich ordentlichen Nachholbedarf und Mart war bereit, ihr zu besorgen, was sie versäumt hatte. Er streifte das Kleid bis über ihre Schultern, legte ihre Brüste in seine Hände, während er sie mit Schmackes von hinten nahm und seine Lenden wieder und wieder an ihre Pobacken klatschten.

Mart erregten die zwei Seiten Frederikes. Sie war eine Dame im besten Alter, kleidete sich konservativ, war aber schärfer als jene junge Sportstudentin, die Mart letzten Mai kennengelernt hatte. Er dachte an die Badmintonspielerin aus der Zweiten Bundesliga, die ihn nach dem Training zu sich nach Hause mitgenommen hatte. Sie war ein unbeschriebenes Blatt im Vergleich zu dieser Frau, die nicht wild war, sie war verführerisch, nicht ungestüm, sondern unwiderstehlich.

Frauen erreichen den Zenit ihrer Libido mit Mitte vierzig, hatte Mart einmal gelesen. Frederike war wohl eine Spätzünderin.

Das Spülbecken, obwohl fest verbaut, geriet in Schwingung, das Spülwasser schwappte. Mart tastete sich vorsichtig zwischen ihre Beine, die sie bereitwillig auseinandernahm, und zwirbelte ihren erigierten Kitzler zwischen den Fingern. Frederike japste. Sie zog ein Bein auf die Beckenkante und verschaffte Mart mehr Freiraum sie gleichzeitig mit seinen Lendenstößen und den Fingern zu stimulieren.

Frederike schrie ihren Orgasmus in die Küsterstube und zuckte so heftig, dass sie erneut umknickte. Das Schuhwerk war nicht stabil genug für solche Eskapaden, schon gar nicht einbeinig. Mart stützte sie ab, ihr Körpergewicht war nicht unerheblich, aber jedes ihrer Pfunde war die pure Offenbarung, der es zu huldigen galt. Marts Riemen rutschte aus ihrem krampfenden Döschen und er *******e in hohem Bogen in das Spülwasser ab.

„Das war besser als im Glockenturm“ sagte Mart, während er Frederike wieder auf beide Beine half, „obwohl ich dachte, eine Steigerung sei nicht möglich“. Dann nahm er den Spüllappen und wischte damit seinen halbsteifen kleinen Freund sauber. Als er mit dem Ergebnis zufrieden war, drückte er das Tuch im Spülwasser aus.

Er zog den Stöpsel und blickte den ******fäden nach, wie sie in den Strudel gezogen wurden. „Nein“, rief Frederike und nahm ihm den Pfropfen aus der Hand und schloss den Ablauf.

„Sowie geweihtem Wein dieser Weg verwehrt ist, so ist er es auch dem Samen des Lebens. Du musst besser darauf achten, dass das, was Du zu geben vermagst, im Fleisch landet. Sicher kennst Du die Geschichte von Onan, der sich weigerte die Frau seines verstorbenen Bruders zu schwängern. Er stieg zwar zu ihr ins Bett und sie hatten schöne Stunden, aber wenn er soweit war, ließ er zum großen Missfallen seines Vaters den Samen regelmäßig auf den Boden fallen. Pass also beim nächsten Mal besser auf!“

Mit diesen Worten griff sie in das verbliebene Spülwasser, hielt die Finger ihrer Hand ein wenig auseinander und fischte wie mit einem Kescher unter kreisenden Bewegungen alle ******stränge heraus, die sie erreichen konnte. Ihre Hand mit Schaum vom Spülwasser und den Samenfäden, die ihr schon über das Handgelenk Richtung Ellenbogen rannten, führte sie an ihren Mund und leckte ab, was ihre Zunge zu erreichen vermochte. Die letzten Tropfen wischte sie mit zwei Fingern der anderen Hand vom Ellbogen und rettete sie vor einem Verkommen auf dem Boden und bewahrte Mart vor dem Schicksal eines modernen Onan.

Beim nächsten Mal hat Frederike gesagt, das war eine Kehrtwendung. Vor zehn Minuten war es noch ein einmaliger Ausrutscher. Jetzt schien eine Wiederholung denkbar. Frederike war ein halbes Jahr verwitwet, aber Mart musste vermuten, dass sie schon einen viel längeren Zeitraum sexuell unbefriedigt geblieben war. Ihr Mann war eine knappe Generation älter als sie gewesen und jetzt schien das Pendel ihrer Alterspräferenz in die andere Richtung zu schwingen. Mart war deutlich jünger und sollte ihr Plan gewesen sein, einen potenten Liebhaber zu finden, dann war er aus seiner Sicht aufgegangen.

Den Lippenstift hatte sie nachgezogen. Es war das Spülmittel oder sein ******, oder beides in Kombination, das ihre Mundwinkel ein wenig verwaschen hatten wirken lassen. Die gespülten Kelche und Becher stapelten sie auf zwei Tabletts. Jeder nahm eines auf. Frederike öffnete die Tür der Stube und sie balancierten den Zierrat Richtung Sakristei. Dort stand der Blechschrank, der die silbernen Kelche, die mehr als einhundertfünfzig Jahre in Gebrauch waren vor Dieben, die auch vor sakralen Gegenständen nicht halt machten, schützen sollte.

Frederike stieß einen mittleren Schrei aus, als sie den Schrank öffnete, die Tür war nur angelehnt, während des Gottesdienstes ihn zu verschließen hatte sie stets für überflüssig gehalten. „Der dritte Kelch“, rief sie, „der dritte Kelch ist weg“.

„Welcher Kelch?“, fragte Mart.

„Na der mit dem Elch! Es sind insgesamt drei. Sie ähneln einander, sind aber nicht gleich. Siehst Du hier neben dem Henkel: Der mit dem Fächer und der mit dem Portal sind noch da, aber der mit dem Elch fehlt. Ich habe ihn im Schrank stehen lassen, da klar war, dass an einem gewöhnlichen Sonntag nicht viele Besucher kommen würden. Jetzt ist er weg. Jemand muss ihn genommen haben, gestohlen. Ich dachte, das könnte nicht passieren. Es war doch nur für eine kurze Zeit! Gut, wir haben etwas länger für den Abwasch benötigt. Der Kelch ist über einhundertfünfzig Jahre alt, ein Erbstück der Gemeinde, und ich bin verantwortlich. Das ist eine Katastrophe. Ich muss die Lektorin informieren. Wie schrecklich das alles ist!“

Aber bevor sie das Handy aus ihrer Tasche ziehen konnte, hörten sie Schritte auf dem Steinboden. Jemand näherte sich.

Mart drehte sich um. In der Tür zur Sakristei stand der Organist.

„Herr Heidenreich“, sagte Frederike, und ihre Stimme klang überrascht, fast erleichtert. „Sie sind noch hier? Haben Sie jemanden gesehen, etwas gehört? Einer der drei Kelche ist weg, es muss ihn jemand entwendet haben, es ist so schrecklich!“

„Ja, leider muss ich Ihnen recht geben, dass hier in unsrer Gemeinde Schreckliches geschieht.“

„Sie haben den Dieb gesehen?“, wollte Frederike wissen.

„Ich hatte mein Handy im Chorstuhl liegen lassen. Bin nochmal zurückgekommen“, antwortete der Organist und er präsentierte das Smartphone in seinen Händen wie ein Beweisstück. Aber sein Blick wanderte nicht zu Frederikes Gesicht, sondern zu ihrem Dekolletee, und dann zu Mart, und in diesem Blick lag etwas, das Mart nicht gefiel.

Frederike schien es nicht zu bemerken. „Haben Sie vielleicht jemanden gesehen? Jemanden, der in der Kirche war, nachdem der Gottesdienst vorbei war?“

Heidenreich zuckte mit den Schultern. Er zögerte, ein süffisantes Lächeln umspielte seine Lippen. „Gesehen habe ich nichts, gehört habe ich etwas in der Küsterstube, während ich mein Handy suchte.“

Frederike wurde blass. Mart spürte, wie sich sein Magen zusammenzog. Heidenreichs Lächeln wurde breiter. „Es klang, als ob jemand sehr beschäftigt war, ich wollte nicht stören, hab aber mal mit der ausgestreckten Hand ein kurzes Video durch die Oberlichte aufgenommen, um den Verfall der Sitten zu dokumentieren“, fuhr er jetzt deutlich lauter und schärfer fort, „dann habe ich den Kelch an mich genommen, bevor es ein anderer tut, weil die Gemeindevertretung so gänzlich mit weltlichen Dingen beschäftigt ist.

Ich werde den Kelch und das Video dem Propst vorlegen. Ich habe ihn damals gewarnt, diese liberale Lektorin einzusetzen, die solche Zustände wie wir sie jetzt vorfinden befördert, statt mit eisernem Besen auszukehren, aber er wollte nicht auf mich hören, jetzt soll er sehen, welch Früchte sie gebracht hat.“

Damit rauschte er aus der Kirche und Frederike sank schluchzend in Marts Arme.

„Das ist so schlimm“, brachte sie tränenerstickt hervor.

„Aber Du hast nichts falsch gemacht“, meinte Mart, der Ruhe in die Situation einbringen wollte. „Weder Wein noch Samen hast Du dem Ausguss preisgegeben.“

„Dieser Idiot wird gleich morgen zum Propst marschieren, der impotente Pedant und dann wird unsere Lektorin gefeuert und die wird mich wegen meiner Pflichtverletzung fürchterlich schimpfen,“ erwiderte Frederike aufgebracht.

„Wie kommst Du darauf, dass Heidenreich impotent ist?“

„Ich glaube, es waren immer schon die impotenten Männer, die für Zucht und Ordnung sorgten. Was ihnen selber versagt blieb, wollten sie anderen nicht gönnen.“

„Warten wir es ab“, sagte Mart tröstend, „ich will mal sehen, was ich tun kann.“ Dann umarmte er sie nochmal und sie traten aus der Kirchentür und gingen wieder einmal getrennt ihre Wege.

***

Frederikes Telefon klingelte. Es war die Lektorin. Der Anruf, dem Frederike seit dem verhängnisvollen Tag mit Bangen entgegensah.

„Frederike, wir müssen reden“, eröffnete sie das Gespräch. Ihre Stimme klang ruhig, fast gelassen, doch Frederikes Blutdruck sackte augenblicklich ab.

„Ich weiß“, fiel sie der Lektorin mit zitternder Stimme ins Wort, es sprudelte nur so aus ihr heraus: „Ich habe egoistisch gehandelt. Es ist so schrecklich. Heidenreich liegt wahrscheinlich richtig. Ich habe meine Pflichten vernachlässigt, ich verdiene bestraft zu werden.“

„Eins nach dem anderen“, unterbrach die Lektorin sanft.

Frederike hielt den Atem an, kauerte auf der Kante ihres Sofas. Das Telefon presste sie an ihr Ohr.

„Ich hatte heute Nachmittag ein Gespräch bei unserem Propst“, fuhr die Lektorin fort. „Er war aufgebracht, aufgestachelt, würde ich mal sagen. Angetrieben von einem gewissen Organisten, der ihm die Ohren vollgejammert und ein verwackeltes Video auf dem Handy vorgespielt hat. Der entwendete Kelch stand auf seinem Tisch. Heidenreich hatte ihn ihm persönlich überbracht, als Beweisstück sozusagen für den moralischen Verfall unserer Gemeinde.“

Frederike schloss die Augen. Sie sah das Bild vor sich: der Propst, ein strenger, weißhaariger Mann mit eisgrauem Bart, der den silbernen Kelch in der Hand hielt, mit dem Hemdsärmel über den Elch strich und mit grimmiger Miene auf die Sünden der Vertrauten seiner Lektorin blickte.

„Aber dann“, fuhr die Lektorin fort, und in ihrer Stimme schwang ein leises Lächeln, „als sich seine Aufregung um den Hirsch in der Küsterstube, der sich Blumen um das Geweih gelegt hatte und um seine behände Gazelle mit Perlenschnüren um den Hals tanzte, abgeklungen war, da habe ich ihn mit den Fakten konfrontiert. Kein Austritt in unserer Gemeinde im vergangenen Jahr. Im Gegenteil: ein Eintrittsgesuch am heutigen Vormittag. Rate mal, wer?“

Frederike riss die Augen auf, ihre Lebensgeister kamen zurück „Keine Ahnung“, antwortete sie mit brüchiger Stimme. „Wirklich, keine Ahnung.“

„Ein gewisser Mart F. hat den Antrag gestellt“, sagte die Lektorin, und nun war das Lächeln in ihrer Stimme unüberhörbar. „Ich habe ihn gegenüber dem Propst befürwortet. Er hat gezögert, aber als ich ihm zugesichert hatte, dass ich die Sache, die Heidenreich vorgebracht hatte, selbstverständlich disziplinarisch nachverfolgen werde, hat er schließlich genickt. Mart ist jetzt offiziell Mitglied unserer Gemeinde.“

„Weißt du, was Mart in seinem Ansuchen geschrieben hat?“, fragte die Lektorin.

„Keine Ahnung“, antwortete Frederike einsilbig. Sie konnte kaum sprechen. Die Wendung des Gesprächs war so unerwartet, dass sie Mühe hatte, sich zu fassen.

„Ich zitiere“, sagte die Lektorin, und ihre Stimme wurde feierlich: „Ich habe Liebe und Leidenschaft erlebt, wie ich sie nicht mehr missen möchte. Das ist es, was er geschrieben hat. Keine Standardphrasen, keine frommen Floskeln.“

Frederike schluckte. „Das ist schön“, brachte sie schließlich hervor.

„Jetzt gehts weiter“, fuhr die Lektorin fort, „Heidenreich wird versetzt. Er bekommt seine Gemeinde mit einem Pfarrer der alten Schule, der ihm hoffentlich das geben kann, was er braucht. Vielleicht findet er dort sein Seelenheil und achtet nicht mehr so sehr auf den Splitter im Auge seiner Nächsten, während er selbst einen Balken im eigenen trägt.“

Frederike atmete tief aus. Eine unendliche Erleichterung durchflutete sie. Heidenreich war weg. Die Bedrohung war vorbei.

„Aber jetzt kommt das beste“, fuhr die Lektorin fort. „Wir bekommen einen neuen Organisten. Einen lieben, hingebungsvollen Musiker. Ich kenne ihn seit meiner Studienzeit. Wir haben zusammen gespielt, damals an der Fachhochschule. Er an der Orgel, ich am Klavier. Unsere Hände haben manches Mal nicht nur die Tasten berührt.“

Frederike lächelte. Die Lektorin sprudelte nur so über: „Ich schlage vor, dass wir uns zu einer Kennenlernrunde am Mittwoch um sechs Uhr im Gemeindehaus treffen. Ein kleiner Umtrunk, um den Neuanfang zu feiern.“

„Ja, gern“, antwortete Frederike, die die Wendung der Dinge immer noch nicht ganz fassen konnte.

„Ich sag Mart Bescheid“, fügte die Lektorin hinzu. „Er soll mit dazukommen. Wir stoßen mit einem Glas Sekt an: Auf die Liebe, auf die Gemeinschaft, auf alles, was uns gut tut.“

***

Mit dem Sechs-Uhr-Geläut der Kirchturmglocken trat Frederike vor das Gemeindehaus. Es befand sich in einer Seitenstraße unweit der Kirche. Es war eine ehrwürdige Stadtvilla, erbaut um die vorletzte Jahrhundertwende. Es beherbergte im Erdgeschoss ein Büro, den Gemeindesaal und einen gemütlich eingerichteten Aufenthaltsraum. In den beiden Geschoßen darüber lagen Dienstwohnungen.

Frederike hatte sich lange für diesen Abend vorbereitet, länger als sie sich für irgendetwas in den letzten Monaten vorbereitet hatte. Ihr graues Kleid, das sie so oft getragen hatte, war heute Abend einem gelben Sommerkleid gewichen. Es war über und über gefüllt mit bunten Blumen, als hätte der Garten Eden selbst mit seiner Pracht den Stoff gefüllt. Das leichte Tuch umspielte ihre Kurven. Ihr silbriges Haar hatte sie offengelassen. Es fiel locker auf ihre nackten Schultern. Nur von ihrer Perlenkette wollte sie sich ungern trennen, sie schmückte ihr Dekolletee, ihre Lippen waren in einem zarten Pfirsichton geschminkt.

Die Lektorin öffnete auf ihr Klingeln und empfing sie mit offenen Armen. Sie trug ebenfalls ein leichtes Sommerkleid, übersät mit Blütenblättern, ein Meer aus Mohnblumen und Kornblumen auf weißem Grund. Ihr braunes Haar fiel in sanften Wellen über ihre Schultern, und ihr junges Gesicht strahlte vor Freude.

„Frederike!“, rief sie und breitete die Arme aus. „Du siehst bezaubernd aus! Das Kleid steht dir wunderbar.“

Sie umarmten sich. Frederike spürte ihre Wärme, den Duft ihres Parfüms, eine leichte Note von Lavendel und Citrus. Es war eine Umarmung, fest und lang, die mehr war als nur eine Begrüßung. Es war eine Geste der Zusammengehörigkeit.

Mart und der neue Organist erreichten den Eingang zur gleichen Zeit. Mart trug ein schlichtes weißes Hemd und blaue Hosen, der drahtige Orgelmusiker eine lässige Leinenjacke, darunter ein enganliegendes Poloshirt, er war ein schlanker Mann mit dunklen Locken und lebhaften braunen Augen.

Sie traten zu viert in den prächtigen Gemeindesaal mit hoher Decke und großen Fenstern, durch die die Sonne schien. Mart fühlte sich an den Vorraum der Kirche erinnert, der in blau erstrahlte, wie die Hoffnung auf ein leidenschaftliches Wiedersehen mit Frederike.

Die Lektorin stellte sich Mart als Liana vor, ein Name, so weich und blumig wie das Kleid, das sie trug. Sie erzählte, wie sie Johann, den sie an der Hand genomen hatte, im Rahmen der Musikausbildung kennen und lieben gelernt hatte. Ihre Augen leuchteten.

„Wir haben damals ganze Nächte an der Hochschule verbracht“, sagte sie, und ein verträumtes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Wir haben die großen Meister gespielt. Und manchmal, wenn niemand mehr da war, haben wir die Musik ruhen lassen und uns der Liebe hingegeben. Es war eine wunderbare Zeit.“

Johann hob ihre Hand und berührte sie mit seinen Lippen.

„Aber dann trennten sich unsere Wege“, fuhr Liana fort. „Johann zog in eine andere Stadt, ich begann mein Praktikum. Und die Jahre vergingen. Wir haben uns nie ganz verloren, aber wir haben auch nicht wieder zueinandergefunden, bis jetzt. Als ich hörte, dass die Stelle des Organisten frei wurde, wusste ich sofort, wer sie einnehmen sollte.“

Sie drehte sich Frederike und Mart zu. „Ich danke dir, Frederike, dass du mitten in unserer Gemeinde ein Zeichen für die sinnliche Liebe gesetzt hast. Ein Zeichen, das ich gerne aufnehmen möchte. Du hast mir den Mut gegeben, meine eigenes Verlangen nicht länger zu verstecken.“

Frederike spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. Aber es war eine angenehme Wärme, nicht die Hitze der Verlegenheit.

Sie nahmen Platz in dem gemütlichen Zimmer, das sich dem Gemeindesaal anschloss. Er war ausgestattet mit zwei großzügigen Couchen und einem Sessel aus weichem, cremefarbenen Samt. Auf einem niedrigen Tisch stand eine Flasche Sekt in einem Eiskübel, umgeben von Gläsern. Dazu ein Teller mit belegten Toastsandwiches, die in kleine Dreiecke geschnitten waren.

Liana entzündete vier weiße Kerzen, stellte sie mit auf den Tisch, füllte die Flöten, und sie stießen an.

„Auf die Liebe“, sagte Liana.

„Auf die Liebe“, wiederholten die anderen.

Sie tranken. Der Sekt perlte auf der Zunge, kühl und erfrischend. Dann tauschte Liana einen leidenschaftlichen Kuss mit Johann aus. Seine Hand ruhte auf ihrem Oberschenkel, und ihre Finger spielten mit seinen Locken.

„Die Liebe siegt“, sagte Liana, als sie sich voneinander lösten. „Das ist mein Versprechen nicht nur für diesen Abend.“

Sie stand auf und setzte sich zwischen Frederike und Mart auf die Couch. Der Stoff sank tiefer, als sie sich niederließ. Sie legte ihre Arme um Frederikes Taille, nahm ihre Hand und küsste sie vorsichtig.

Frederike war zurückhaltend. Lianas Berührung überraschte sie, nicht unangenehm, aber unerwartet. Aber dann, in dem Moment, als Lianas Lippen die ihren trafen, wurde ihr klar, dass es hier keine Grenzen gab. Liana küsste sie mit der gleichen Hingabe, mit der sie Johann geküsst hatte. Ihre Lippen waren weich, jung und warm, und ihre Zunge sanft, einladend, aber auch fordernd.

Frederike ließ sich fallen. Sie schloss die Augen und gab sich dem Kuss hin. Es war ein Kuss der Befreiung. Sie spürte Lianas Hand auf ihrem Rücken, spürte die Wärme ihres Körpers, schmeckte den Sekt auf ihren Lippen. Es war, als würde sie ein neues Land betreten. Noch nie hatte sie einen solchen Kuss mit einer Frau ausgetauscht.

Als sie sich schließlich voneinander lösten, da nahm Liana ihre Brüste in die Hände und gab ihr noch einen Kuss weit ins Dekolletee. Frederike holte tief Atem. Liana lächelte sie an, und in ihren Augen lag eine Zukunft voller Wonne und Zuneigung.

„Du schmeckst nach Sommer“, sagte Liana. „Du erinnerst mich an das Land, in dem Milch und Honig fließen.“

Dann wandte sie sich an Mart: „Als neues Mitglied unserer Gemeinde hast Du ebenfalls eine innige Begrüßung verdient.“

Sie beugte sich ihm zu, zog ihn zu sich heran und ihre Lippen trafen sich. Auch er durfte den heißen Tanz der leidenschaftlichen Zunge Lianas aufnehmen. Ihre Hand glitt von Frederikes Taille zu seiner Schulter. Mart war nicht zögerlich, sondern er forderte einen Kuss mit gleicher Intensität, wie Frederike ihn empfangen durfte.

„Wir gehören zusammen“, sagte Liana, als sie sie wieder zu Atem kam. Ihre Zunge wirkte schwer nach den drei intensiven Küssen. „Die Kirche hat die sinnliche Liebe zu lange eingesperrt, hat sie zur Sünde erklärt, zur Schwäche. In Wahrheit aber ist sie der Schlüssel zum Paradies.“

Frederike war überwältigt. Die Wendung war so radikal, so unerwartet. Gerade noch die calvinistische Knute Heidenreichs, jetzt die Verkündigung der von allen Fesseln befreiten Liebe durch Liana.

Liana hob nochmal das Glas: „Auf die Liebe und auf dass wir unser Gemeindeleben mit Höhepunkten und Verzückung füllen.“

„Aber vorher liebe Frederike“, ihre Stimme war sanft, aber es lag ein gewisser Unterton darin, „müssen wir über deine Bestrafung sprechen. Du hast mir am Telefon gestanden, du hättest eine Bestrafung verdient und auch dem Propst habe ich versprechen müssen, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen.“

Frederikes Kopf sank in ihre Schultern. Mart und Johann horchten auf. Die entspannte Atmosphäre bekam plötzlich eine neue, elektrisierende Note.

„Ich erinnere mich genau an deine Worte“, fuhr Liana fort, während sie sich erhob und zu einer kleinen, mit Samt ausgeschlagenen Tasche griff, die die ganze Zeit schon im Raum gestanden hatte. „Deine Worte waren: Ich habe meine Pflichten vernachlässigt und habe eine Bestrafung verdient.“

Frederike senkte den Blick. Ihre Wangen glühten, nicht vor Scham, sondern vor einer seltsamen, aufgeregten Erwartung. Sie wusste nicht, auf was Liana hinaus wollte, aber sie spürte, dass sie ihr vertrauen konnte.

Liana öffnete die Tasche. „Sie enthält alles, was man für eine Bestrafung in deinem speziellen Fall benötigt. Ich habe sie von meinem Lieblingsversandhändler aus dem hohen Norden Deutschlands liefern lassen, heute kam sie pünktlich an.“

Das rote Logo, ein Schriftzug mit dem Namen eines Sternbildes, das jede sternenklare Nacht am Himmelsäquator bewundert werden kann, zierte das Innenfutter.

„Das Fifty Shades of Grey Soft Bondage Set“, sagte Liana und ihre Stimme klang wie die einer stolzen Besitzerin.

Sie breitete den Inhalt auf dem niedrigen Tisch aus.

Zwei plüschige Handfesseln, verziert mit schwarzer Wimpernspitze. Eine blickdichte Augenmaske mit einem breiten elastischen Kopfband, das für einen bequemen, rutschfesten Sitz sorgt. „Wenn der Blick verschwindet“, sagte Liana mit einem geheimnisvollen Lächeln, „wird die Erwartung auf das, was als Nächstes passiert, umso intensiver.“

Eine Peitsche, die mit weichen Striemen aus feinem Nappaleder versehen war. „Perfekt für Übertretungen, wie Frederike sie sich geleistet hat“, erklärte Liana.

Ein Töpfchen mit Arnika-Creme, nicht direkt Teil des Sets, aber von Liana liebevoll hinzugefügt, „für die Nachsorge“, sagte sie verheißungsvoll.

Frederike betrachtete die Gegenstände mit einer Mischung aus Neugier und wachsender Erregung. Ihr Herz schlug schneller. Sie hatte noch nie etwas Derartiges erlebt, aber der Gedanke, sich Liana anzuvertrauen, erregte sie.

„Bitte zieh dein Kleid aus“, sagte Liana, ihre Stimme war sacht, aber es lag ein strenger Unterton darin.

Frederike gehorchte. Ihre Finger zitterten leicht, als sie ihr Blumenkleid löste und es zu Boden gleiten ließ. Ihre prallen Brüste, umspielt von der Perlenkette, kamen voll zur Geltung. Ihre Brustwarzen waren hart. Ihr knappes Höschen, ein schmales Stück schwarzer Spitze, betonte ihre üppigen Hüften und setzte ihre runden Pobacken in das rechte Licht.

Marts und Johanns Blicke waren voller Bewunderung. Liana trat näher, ihre Hand glitt zärtlich über Frederikes nackten Rücken.

„Du bist wunderschön“, flüsterte Liana. „Und du wirst jetzt deine Strafe erhalten.“

Sie nahm die Fesseln und legte sie Frederike sanft um die Handgelenke. Sie fühlten sich kühl und geschmeidig auf ihrer Haut an. Frederike hob ihre Hände ein wenig, spürte das Gewicht der Kette, das die Fesseln verband.

Dann die Augenmaske. Liana schob sie Frederike über den Kopf, richtete sie sorgfältig aus. Die Polsterung schmiegte sich sanft an ihre Augen. Frederike war auf ihre Ohren und ihren Tastsinn angewiesen.

„Und nun“, sagte Liana streng, „beuge dich über die Armlehne!“

Frederike tastete sich vorwärts, ihre Hände, durch die Kette in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, fanden den Sessel, dann die Lehne, ein weiches, mit Samt bezogenes Polster, und beugte sich darüber. Ihre Pobacken ragten in die Luft. Sie waren rund und fest wie ihre Brüste, die Spitze des Höschens zog sich fast unsichtbar zwischen ihnen hindurch.

„Zwölf Schläge sollen deine Strafe sein“, sagte Liana. Ihre Stimme war besonnen und es lag eine feierliche Würde darin, als würde sie ein Ritual vollziehen. „Denn zwölf ist die Zahl der Vollkommenheit. Zwölf Apostel, zwölf Monate, zwölf Stunden des Tages. Und heute Abend zwölf Schläge, die dich vor Keuschheit ein für alle Mal bewahren sollen.“

Frederike kauerte in angespannter Erwartung. Ihre Hände umklammerten die Armlehne gegenüber, ihre Finger gruben sich in den Samt. Sie hörte, wie Liana die Peitsche aufnahm.

Dann der erste Schlag.

Er traf ihre linke Pobacke mit einem sanften, aber deutlichen Klatsch. Der Schmerz war mild, fast angenehm, Frederike traute sich das kaum einzugestehen, mehr ein intensiver Reiz, keine wirkliche Pein. Frederike zuckte leicht, aber sie stöhnte nicht auf. Es war ein überraschter Lufthauch, der ihren Lippen entwich.

„Du hältst das gut aus“, sagte Liana. „Aber es kommen noch elf weitere. Mart ist jetzt an der Reihe.“

Mart trat hinter Frederike, seine Hand legte sich kurz auf ihre Hüfte, bevor er ausholte. Sein Schlag war fester. Die Peitsche traf ihre rechte Pobacke mit einem deutlich hörbaren Knall, und Frederike zuckte heftig zusammen. Aber es war wieder kein schmerzhaftes Zucken. Sie spürte, wie die Wärme sich in ihrem Körper ausbreitete und ihr Höschen feuchter wurde.

Johann war der nächste. Sein Schlag war sanfter, fast zärtlich. Er streichelte die Peitsche über ihre Haut, kein wirklicher Schlag, eher eine liebevolle Geste. Frederike atmete tief aus.

Und dann kam Liana wieder an die Reihe. Ihr zweiter Schlag war exakt auf der gleichen Stelle wie der erste, nur einen Ticken härter. Frederike spürte die Striemen der Peitsche, die sich mit der Erregung vermischten, deren Aufsteigen sie nicht verhindern konnte.

Die Schläge kamen regelmäßiger. Mart schlug fester als die anderen, Johann zarter, Liana präziser. Frederike verlor das Zeitgefühl. Sie hörte nur den Rhythmus der Schläge, das Klatschen des Leders auf ihrer Haut, das leise Stöhnen, das ihren Lippen entwich.

Ihre Seufzer waren weniger Schmerzen geschuldet, als dass ihr Knöpfchen beim Anspannen ihrer Pobacken am Stoff des Sessels rieb. Jedes Mal, wenn die Peitsche traf, spannten sich ihre Muskeln, und die Bewegung des Samts gegen ihre empfindliche Knospe sandte Wellen der Lust durch ihren Körper. Es war ein Kreislauf von Schmerz und Verlangen.

Nach dem zwölften Schlag. Es war der letzte Schlag, der kräftig und entschlossen auf ihren Hintern traf, keuchte Frederike auf. Sie zitterte am ganzen Körper. Leichte Striemen auf ihrer Haut waren sichtbar, rote Linien auf den fast weißen Pobacken.

Liana stellte die Peitsche beiseite und nahm das Töpfchen mit der Arnika-Creme. Sie öffnete es, und der Duft von Kräutern und frischen Blättern erfüllte die Luft.

„Nun kommt die Nachsorge“, sagte sie einfühlsam.

Sie tauchte ihre Finger in die Creme und strich sie behutsam auf Frederikes Pobacken. Die kühlende Wirkung traf auf ihre erhitzte Haut, und Frederike zuckte vor Überraschung und Genuss. Liana massierte die Salbe mit kreisenden Bewegungen ein, ließ sie in die geröteten Striemen eindringen.

Mart trat näher. Auch er begann zu verteilen, was Liana aufgetragen hatte. Er packte fester zu, fordernder, aber dennoch zärtlich.

Dann glitten Johanns Hände über Frederikes Oberschenkel, die Rückseite ihrer Knie, und wieder hinauf zu ihrem Hintern. Er kümmerte sich um die Striemchen, die er am wenigsten verursacht hatte, sanft und liebevoll.

Frederike stöhnte laut auf. Die Creme kühlte ihre brennende Haut, aber die Berührungen versetzten sie gleichzeitig in Wallung. Es war ein Gefühl der totalen Hingabe. Sie hing über der Armlehne, ihre Augen verdeckt, ihre Hände gefesselt, unfähig zu agieren, wurde sie berührt und umsorgt.

Mart wurde es eng in der Hose. Seine Erektion drängte gegen den Stoff seiner Leinenhose. Liana bemerkte es sofort. Sie ließ ihre Hand unter seinen Hosenbund gleiten, öffnete den Knopf und den Reißverschluss, um ihm ein wenig Freiheit zu gönnen. Sein Riemen sprang hervor, hart und bereit, die glatte, warme Haut spannte sich über seinen Schwellkörpern.

Liana hatte keine Berührungsängste. Sie nahm ihn in die Hand, wog sein Gewicht und drückte auf die seidige Haut über dem harten Kern. Mart zuckte zusammen vor Überraschung, aber er ließ es sich gerne gefallen und fuhr fort, die Creme auf Frederikes geschundenen Stellen zu verteilten. Seine Hände glitten langsam zwischen ihre Pobacken, bis er den dünnen Spitzenstoff ihres Höschens ertastete. Die Feuchtigkeit, die sich dort gesammelt hatte, durchdrang den Stoff und benetzte seine Finger.

„Darf ich?“, fragte er leise, während er an ihrem Höschenbund einen leichten Zug ausübte.

Frederike nickte, unfähig zu sprechen. Ihre Atmung war flach, jede Faser in ihr schien zu brennen – vor Verlangen, vor Erwartung, vor der süßen Qual der Hingabe.

Mart streifte das bisschen Stoff vorsichtig über ihre üppigen Oberschenkel. Der Spitzenstoff glitt zu Boden und Frederike war völlig nackt, nur die Fesseln, eine Perlenkette und die Augenmaske bedeckten sie. Ihre Haut schimmerte weiß und rosa im Wechsel.

Liana legte die Hand auf Frederikes Nacken, dann beugte sie sich vor, um ihr Ohr mit den Lippen zu berühren, und flüsterte: „Keine Bestrafung ohne Orgasmus, ich will, dass Du mit Mart jetzt in den siebten Himmel aufsteigst. Dich ihm hingibst. Johann und ich werden Zeugen sein, und es wird uns ein Ansporn sein, es euch gleich zu tun.“

Frederike nickte und keuchte: „Wie immer du gebietest.“

Liana half Mart, seinen steifen Riemen in Frederikes klatschnasses Muschelchen einzuführen. Ihre Hand manövrierte ihn kühl und geschickt und richtete die Spitze aus. Mit einem sanften Druck glitt er in einem einzigen, fließenden Rutsch hinein. Frederikes Schoß nahm ihn auf wie eine Blüte, die sich zur Sonne öffnet. Ihr restlicher Körper verharrte passiv über die Armlehne gebeugt. Ihre nackten Pobacken glänzten von der Creme.

Mart massierte Frederikes Innenseite mit behutsamen Lendenstößen. Er nahm eine Hand von ihrem Hintern und griff zwischen ihre Beine. Seine Finger fanden die erregte Knospe. Er glitt darüber, sanft, kreisend, erst langsam, dann schneller. Frederike spreizte ihre Schenkel und hob die Füße vom Boden. Ihr Gewicht ruhte nun vollständig auf den Armlehnen. Sie stöhnte laut auf, ihr Körper spannte sich.

Liana wandte sich Johann zu. Sie legte ihre Arme um seinen Hals, ihre Finger spielten mit seinen Locken. Frederikes Erregung war auf ihn übergesprungen. Sie glitt an ihm herab bis sie mit den Knien den Boden berührte, dann befreite sie seine angespannte Latte aus seiner Hose. Sie war lang und schlank und stand waagerecht ab.

Liana begann, ihn sanft zu streicheln, ihre Finger umschlossen die Eichel und fuhren langsam den Schaft entlang. Ihr Daumen glitt kreisend über die empfindliche Unterseite.

Frederike meldete sich mit einem lauten Stöhnen, überwältigt von der Fülle, die sich in ihren Körper schob. Mart war nicht nicht nur gut gebaut, er wusste, wie er sich zu bewegen hatte. Seine Hände fanden beide wieder ihre Hüften, und er nahm sie mit gleichförmigen Lendenstößen, die Frederikes Knöpfchen weiter am Stoff des Sessels reiben ließen.

Der Samt der Armlehne war rau gegen ihre empfindliche Knospe, und Marts Stöße drückte sie fest dagegen. Es war ein Engelsreigen der Lust. Sie wurde von hinten genommen, während ihr Lustzentrum von vorne gewienert wurde. Jeder Schubs, den Mart ihr mit seinen Lenden mitgab, verstärkte die Reibung, die wiederum ihre Erregung steigerte und Mart animierte nicht nachzulassen.

Frederike stöhnte auf, ihre Tonlage schwankte zwischen Schmerz und Lust. Die Striemen auf ihrem Hintern brannten und befeuerten das Verlangen, das sich in ihr aufbaute.

Liana stülpte ihren Mund über Johanns Penisspitze. Ihre Lippen waren warm und weich, ihre Zunge feucht und geschickt. Sie nahm ihn tief auf und saugte sanft an ihm und umkreiste mit der Zunge seine Eichel.

Johann stöhnte auf. Seine Hände fanden ihren Kopf, seine Finger gruben sich in ihr Haar, fast rief er: „Du scheinst nichts verlernt zu haben, im Gegenteil!“

Er spürte, wie die Lust in ihm aufstieg, wie der Druck in seinen Lenden größer wurde. Aber er wusste, dass er nicht zu früh kommen durfte. Er musste sich beherrschen und abwarten, bis der richtige Moment gekommen war.

Und das war schwer. Er sah, wie Frederikes Perlenkette in regelmäßigen Schlangenbewegungen um ihre Brüste tanzte. Sie schwang in wilden Kreisen, die Marts Lendenstöße folgten. Er nahm sie so kräftig über die Lehne, wie er sich schon mit den Gertenschlägen nicht zurückgehalten hatte. Ein Set, welches Johanns Selbstbeherrschung auf eine harte Probe stellte.

Frederike kam es heftig, ihre Stimme überschlug sich, ein lauter, schriller Schrei entfuhr ihren Lippen. Ihr Körper spannte sich, ihre Hände umklammerten die Armlehne gegen die Fesseln. Die gespannte Kette dazwischen rasselte laut, als sie sich in ihrem Orgasmus wand, und ihre Beine zitterten so heftig, dass Johann sich an ihrem ausladenden Hinterteil festhalten musste, um nicht nach hinten überzukippen.

Frederikes Schoß zog sich zusammen und Mart *******e sein heißes ****** tief in ihre Weiblichkeit, wohl darauf achtend, dass nichts daneben ging. Die Hitze seines Samens breitete sich in ihr aus wie ein zweiter, innerer Orgasmus. Frederike spürte, wie er in ihr pulsierte, wie er sich entleerte, und sie fühlte sich erfüllter als je zuvor. Wenn das die Strafe war, dann wollte sie sich von den Belobigungen überraschen lassen.

Lianas Döschen hatte an Agilität und Elastizität nichts aus den Studententagen eingebüßt. Mit einem leisen, schmatzenden Geräusch war Johann in sie eingedrungen, nachdem sie sein bestes Stück gerade rechtzeitig aus ihrem Mund entlassen hatte. Sie hatten es sich in Löffelchenposition auf der Couch bequem gemacht. So konnten sie Mart und Frederike beobachten und sich gleichzeitig selbst sanft auf den Gipfel der Erregung schaukeln. Sie hatten darin einige Übung und es schien, dass sie trotz der langen Pause nichts verlernt hatten.

„Es erregt dich“, flüsterte Liana, „zu sehen und zu hören, wie Frederike in der Lust förmlich aufgeht.“ Johann, der Lianas mädchenhafte Brüste hielt und sich an ihren steifen Nippeln erfreute, konnte nicht antworten, sondern kam noch, bevor Liana ihren Satz beenden konnte. Sein Körper spannte sich an, und er entlud sich in Lianas feuchter Wärme.

Jetzt war Liana selbst so weit. Ihr Orgasmus war leise, kaum mehr als eine Brise auf dem Ozean der Empfindungen. Sie bewunderte Frederike, wie sie so ganz natürlich explodieren konnte – ohne Zurückhaltung, gänzlich unbefangen. Ihre eigene Befriedigung war nicht weniger intensiv, nur leiser, gezügelter. Gerne würde sie von Frederike lernen, auf der Leiter der Ekstase nach oben zu schreiten. Gelegenheiten sollten sich bieten. Nächste Woche war Gemeindefest. Da könnte man nach Kaffee und Kuchen doch noch bis in die Abendstunden zusammensitzen, dachte sie und krallte vor lauter Vorfreude sich in Johanns Schulter, ihre Nägel hinterließen kleine, rote Male auf seiner Haut.

Johann erschrak und rutschte aus Lianas Döschen. Er wusste noch aus Studententagen, dass Liana eines nicht leiden konnte. Tropfen des Lebens, die den Boden berührten, machten sie ungehalten.

Liana drehte sich ihm sofort zu, ihre Augen blitzten. Sie war schneller als er. Ihre Hand umschloss seinen steifen kleinen Freund, bevor nur ein Tropfen den Boden berühren konnte, nahm ihn nochmal in den Mund, drückte ihre Zunge fest gegen die Unterseite seiner Eichel und saugte alles aus seinem Abschusskanal, was sie bekommen konnte. Sie gab sich dabei so viel Mühe, dass Johann spürte, wie seine Erektion zurückkehrte. Und als ob sie es darauf angelegt hatte, musste Johann erneut ab********.

Liana schluckte, ohne zu zögern. Sie saugte weiter, ihre Hand streichelte sanft über seinen Schaft, bis kein Tropfen mehr übrig war. Johann atmete schwer, sein Körper zitterte von der Anstrengung. Der doppelte Höhepunkt mit praktisch keiner Pause hatte ihm alles abverlangt. Aber genau so kannte er Liana.

Sie ließ ihn los und richtete sich auf. Ihre Lippen glänzten. Sie schluckte ein letztes Mal und lächelte zufrieden. Nicht ein Tropfen war daneben gegangen. Johann hatte nichts anderes erwartet.

Dann wandte sie sich Frederike zu. Sie war nach ihrem Orgasmus ausgepumpt auf dem Sessel liegen geblieben. Mart kniete hinter ihr, sein Kopf ruhte auf ihrem Rücken, seine Hände hielten noch immer ihre Hüften. Er atmete tief durch. Er hatte ganze Arbeit geleistet, um Frederike zu befriedigen.

Liana trat zu Frederike, nahm ihr Gesicht in beide Hände und schob die Augenmaske sanft beiseite. Ihre Stirn war nass geschwitzt.

„Nimm diesen Schwesternkuss für unseren Zusammenschluss“, sagte Liana, und ihre Lippen berührten Frederikes.

Der Kuss war tief und innig. Frederike hatte den leidenschaftlichen Tanz ihrer Zunge bereits kennengelernt, die geschmeidige, fordernde Art, mit der Liana sie küsste. Nur schmeckte sie diesmal Johanns ****** deutlich. Das salzige Aroma und die leicht sahnige Konsistenz waren unverkennbar. Es machte ihr nichts aus, im Gegenteil, der eher fade Frauenkuss bekam Würze und eine Tiefe, die ihn von einem bloßen Austausch von Zärtlichkeiten in eine Ansage verwandelte. Es war das Aroma der erfüllten Liebe, der Gusto der Gemeinschaft, die sie alle verband.

Der Kuss dauerte lange. Ihre Zungen tanzten einen letzten, langsamen Reigen, der die Erschöpfung und die Ekstase des Abends in sich aufnahm.

Mart und Johann standen daneben und wussten, dass dies erst der Anfang einer zutiefst sinnlichen Beziehung mit den beiden Frauen sein würde.

Liana nahm Frederike bei der Hand, die andere streckte sie nach Mart und Johann aus und sie bildeten einen Kreis. Die Frauen nackt, die Männer nur mit ihren Hemden bekleidet. Die vier weißen Kerzen flackerten.

Liana richtete ihren Blick nach oben. Ein modernes Gemälde prangte dort, ein Fresko, das Adam und Eva zeigt, nackt im Paradies, umgeben von üppigen Pflanzen und leuchtenden Früchten. Ihre Körper waren verschlungen, ihre Blicke aufeinander gerichtet, und um sie herum tanzten zwei Engel.

Aus der Ferne hörten sie die Glocken, wie eine Bestätigung für das, was sie miteinander erlebt hatten. Nicht Verfall, sondern Erneuerung.

Sie schlossen die Augen, und die Stille des Raumes umfing sie. Die Leidenschaft hatte gesiegt. Sie würde weiterleben in Liana, in Frederike, in Mart, in Johann. Und in jedem Herzen, das bereit war, sich ihr zu öffnen.
Veröffentlicht von xzb am 02.09.2026

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