Erotische Geschichten

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Satin - beinahe ausgemustert

4,5 von 5 Sternen
Das Kleid war bodenlang, zweiteilig, aus hellem, cremefarbigen, ja fast silbernen Satin und alt. Seine besten Tage hatte es lange hinter sich, doch es passte ihr noch, wenn es oben herum auch recht eng geworden war…
Das Oberteil war blousonartig geschnitten, vorn mit einem Reißverschluss versehen, einem großen Kragen und gesmokten, langen Ärmeln. Dass es auch unten herum noch passte, lag daran, dass es sich bei dem Rock um einen Wickelrock handelte…

Meine Frau war mal wieder beim „Ausmisten“, so wie sie es nannte und war dabei, eben dieses Kleid auszumustern. Als spräche sie mit den guten Stück, sagte sie: „Mit Dir habe ich nun genug herumgehortet. Ich brauche Platz! – Jetzt bist Du dran!“ Entschlossen warf sie es zu den anderen ausgemusterten Kleidungsstücken, die bereits einen beachtlichen Haufen bildeten. Mich durchfuhr eine Idee, ein Gedanke, ein sehr verlockender und ich widersprach: „Halt – nicht!“ – „Wieso? Das Ding ist doch lang aus der Mode. Und tragen tu ich’s eh nicht mehr!“, wand sie ein. „Nein, das vielleicht normalerweise nicht. Aber bevor Du es wegwirfst: Ich hätte vielleicht noch eine Verwendung dafür.“ – „Hä?“ – „Ja. Ich würde Dich gern einmal darin lieben!“ – „Du würdest…was?“ – „Mit Dir Liebe machen, während Du das Kleid trägst und nichts sonst darunter. Muss absolut geil sein, Deinen Körper ganz in Satin gehüllt zu genießen!“ – „Wenn Du meinst…“, grinste sie viel sagend. Solange es nicht um Sado – Maso – Spielchen ging, von denen wir beide nichts hielten, solange war meine Frau im Bett zu jeder „Schandtat“ bereit, sie wenigstens einmal auszuprobieren. Ob man später bei dieser oder jener Variante blieb, weil man sie gut fand oder sie bald wieder vergaß, weil’s nichts Besonderes war, das war egal. Aber ausprobieren? – Warum nicht! – Solange es keinem weh tut?
So wanderte das Kleid also zumindest noch nicht in den Beutel für die Sammlung, sondern auf das Bett, wo es auf den Abend wartete, an dem es ausprobiert werden sollte…

Zwar war es Wochenende, doch es gab an diesem Samstag noch so unendlich viel zu tun und zu bedenken. Morgen sollte bei uns nämlich eine Party steigen. So hatte ich das Kleid und meine Phantasien im Laufe des Tages fast vergessen. Nach dem Spielfilm sagte meine Frau dann zu mir: „Ich geh schon mal nach oben und mach mich fertig für’s Bett.“ Das sagt sie jeden Abend, so dass ich den Unterton in ihrer Stimme gar nicht mitbekam und es für die übliche Floskel hielt, die mir bedeutete: „Ich geh ins Bad, Zähne putzen, ziehe dann mein Nachthemd an (Flanell, innen aufgeraut und deshalb schön warm) und dann geh’ ich gleich ins Bett.“ – „Ja, mach das. Ich komm’ auch gleich.“, antwortete ich. Hätte ich gewusst, was mich erwartete, hätte ich ihre Worte richtig gedeutet, ich hätte mir nicht noch „Heute“ angesehen. Erst danach ging auch ich ins Bad, um mich für die Nacht fertig zu machen.
Der Tag war anstrengend gewesen, und so dachte ich eigentlich nur noch an Schlaf. Ein zärtliches, wenn auch flüchtiges Küsschen, wie es üblich ist, ein „Gute Nacht!!“, umdrehen und schlafen… so dachte ich. Es sollte anders kommen…

Schließlich trat ich in das dunkle Schlafzimmer: „Schatz?“ – Keine Antwort. War sie etwa schon eingeschlafen? – Nein, sie war noch gar nicht im Bett! – Na ja, manchmal brauchen Frauen im Bad ja auch etwas länger, also legte ich mich hin und wartete. Mühsam wehrte ich mich gegen den Schlaf, als die Tür aufging und ich glaubte, ein Engel schwebe herein. Im Türrahmen stand ein Wesen, das man fast für einen solchen hätte halten können, wenn ihm auch keine Flügel gewachsen waren. Doch dieses Wesen trug ein Gewand, das das eines solchen Himmelwesens hätte sein können. Noch dazu trug es vor sich eine Kerze, die ihr sanftes, flackerndes Licht in schimmernden, manchmal blitzenden Reflexen über die üppigen, weiblichen und von dem erwähnten Kleid bedeckten Formen meiner Frau, zucken ließ. Ihre langen, allerdings nicht blonden, sondern brünetten Haare trug sie aufgesteckt und gar nicht so, als wolle sie gleich schlafen gehen. Auch das erneuerte Make Up und die nachgezogenen roten Lippen deuteten eher auf ganz etwas Anderes als darauf hin, sich sogleich in Morpheus’ Arme begeben zu wollen. Ich war sprachlos bei diesem wunderbaren Anblick. Das Kerzenlicht, das ihr Gesicht von unten beleuchtete, verlieh ihr darüber hinaus noch einen nahezu überirdischen Ausdruck, zumal sie so tat, als bemerkte sie mich gar nicht und durch mich hindurch sah. Sie trat an das Bett, stellte die dicke Stumpenkerze auf den Nachttisch und fragte ohne mich dabei anzublicken: „Wo ist der Erdling, der es gern einmal mit einem Engel treiben würde?“ So als wäre sie blind tastete sie nach mir bis sie gefunden hatte, was sie suchte: „Ich spüre da etwas ganz Irdisches. Mal sehen…“ Sie schlug die Bettdecke beiseite, blickte weiter ins Leere und tastete weiter nach mir. „Oh, das gefällt mir aber gar nicht!“, meinte sie und zupfte an meinem T-Shirt und dem Slip, also dem Zeug, das ich immer zur Nacht trage, außer es ist Sommer und ich schlafe nackt. Dann fuhr sie fort: „Nein, das stört nur. Das muss weg!“ – Schon hatte sie mir beides vom Körper gezogen: „So, das ist schon viel besser!“ Noch immer schien sie mehr zu sich selbst zu sprechen als mit mir, doch ich spielte das Spiel mit, ohne mich zu wehren, ohne selbst die Initiative zu ergreifen. Ganz offensichtlich wollte sie es sein, die agierte, die die Spielregeln bestimmte und ebenso offensichtlich schien es ihr Freude und Spaß zu bringen und sie zu erregen, denn deutlich zeichneten sich die hart aufgerichteten Brustwarzen unter dem glatten, glänzenden Stoff ab und ich war versucht, meine Hände danach auszustrecken. Sie musste es geahnt haben. Denn als sie sich auf mich hockte, hielt sie mich an den Händen fest: „Ein Erdling greift nur nach mir, wenn ich es ihm vorher gestatte.“, sagte sie. Wieder ohne mich eines Blickes zu würdigen. So blieb ich denn bewegungslos auf dem Rücken liegen und ließ geschehen, was sie mit mir tat. Und das fühlte sich herrlich an! – So saß sie denn rittlings auf mir und ihre großen, unter dem Stoff glänzenden Brüste schwebten geradezu über mir, als sie sich aufrichtete. Sodann ergriff sie den weiten Rock und breitete ihn wie eine Glocke über mich aus, so dass ich bis zum Hals damit bedeckt war, als sie nun begann, mich damit zu streicheln. Es raschelte leise, geheimnisvoll und verlockend. Meine Erregung – und nicht nur die - stieg von Sekunde zu Sekunde, ohne dass ich selbst etwas dazutat. Natürlich spürte sie das, wusste es aber geschickt zu vermeiden, dass ich in sie glitt. Obwohl ich spürte, dass es gar nicht so schwer gewesen wäre, es geschehen zu lassen. Nun gut! – Sie wollte also die Vorfreude ausgiebig genießen. - Dann sollte sie es tun! Ich konnte noch spüren, wie sie sich leise an mir rieb, als sie sagte: „Der Erdling möge mich nun anrühren!“ Dabei nahm sie meine Hände und führte sie in Richtung ihrer Brüste. – Natürlich ließ ich mir ein solches Angebot eines Engels nicht entgehen und meine Zeigefinger sanft dort kreisen, wo sich der Stoff zum bersten prall über die Wonnekugeln spannte. Sie gab ein leises Stöhnen von sich: „Gut, ja, das macht er gut, der Erdling!“ – Nach einer kurzen Weile beugte sie sich vornüber, so dass meine Nase sich genau zwischen den beiden Brüsten befand, in die ich nun mein Gesicht grub. Gleichzeitig fuhren meine Hände über ihren Rücken nach oben, unter den Kragen, den ich dann nach oben schlug. Es war dieses Gefühl von Mittelbarkeit. Es war die Kühle und Glätte, der Glanz des Stoffes und die Wärme ihres Körpers, die sofort zu spüren war, wenn meine Hände etwas länger auf einer Stelle verharrten, die mich schier zum Wahnsinn trieben. Und dazu mein zwischen ihren Brüsten verborgenes Gesicht, der Duft, der in meine Nase zog, das Gefühl, einem Engel ganz nah zu sein, ohne jedoch mit ihm eins zu sein. Doch das war das, nachdem jetzt alles in und an mir strebte. Ein unbändiges Verlangen nach ihr, das in mir aufstieg, als ich nun spürte, dass sie sich so setzte, dass ich in sie hineingleiten musste. Es war unvermeidbar, als es einfach geschah und ich spürte, wie sich eine warme Woge in mir ausbreitete. Doch sie bewegte sich nun nicht mehr. Andererseits lag ich hilflos unter ihr und mir waren kaum Bewegungen möglich. „Ich weiß, was der Erdling begehrt und ich begehre es auch. Aber er möge sich noch ein Weilchen gedulden und fortfahren, mich zu streicheln.“, hörte ich ihre Stimme, die allerdings ein wenig gepresst klang, so als würde auch sie sich nur noch mühsam beherrschen können. Also streichelte ich weiter all das, was ich so liebte, was ich schon so lange Jahre eigentlich kannte. Jede Wölbung, jede Falte, jedes Stückchen ihres herrlichen Körpers, der mir eigentlich vertraut war, kam mir neu vor, anders und mit neuem Reiz versehen. Und das eigentlich nur, weil da etwas zwischen uns war, uns voneinander trennte. Und doch fühlte ich das Gegenteil: eigentlich waren wir uns auf diese Weise näher als je zuvor! – Da begann sie, die Beckenmuskeln zusammen zu ziehen und wieder zu lockern… und noch einmal… und dann noch einmal. Und dann war es um uns beide auch schon geschehen! – Sie warf sich stöhnend auf mich, presste sich an mich, küsste mich leidenschaftlich. Unsere Zungen vollführten wilde Tänze umeinander und aneinander. So wie eine gerade gezündete Rakete nicht mehr aufzuhalten ist und unabänderlich in den Himmel rast, so rasten wir in unseren gemeinsamen Himmel und eine Rückkehr auf die Erde schien unmöglich. Mein Engel hatte mich mitgenommen…

Auch wenn es mir so vorkam, so ist – selbst gemeinsam mit einem Engel – ein solcher Flug nicht unendlich. Maßlos erschöpft lagen wir schließlich schwer atmend nebeneinander und sprachen kein Wort. Nur langsam verebbte die Erregung. War ich vorher nicht unendlich müde gewesen? – War ich nicht kurz davor gewesen einzuschlafen? – Ich war zwar schöpft, aber noch immer kreiste Adrenalin in meinen Adern. Von Müdigkeit keine Spur! – Ich besorgte eine Flasche Sekt aus dem Kühlschrank, nahm zwei Gläser und ging mit immer noch leicht zitternden Knien wieder zu meinem Engel, der noch genauso dalag, wie ich ihn verlassen hatte. Doch der Blick war ein anderer geworden: „Hast Recht. Wäre schade gewesen, das nicht erlebt zu haben. Und nur, weil ich das Kleid vielleicht ausgemustert hätte, wenn Du nicht da gewesen wärest. Wäre wirklich schade gewesen. Hätte nie geglaubt, dass es so irre sein kann, miteinander Sex zu haben und nicht nackt dabei zu sein.“ Sie zwinkerte mir zu, nahm das gefüllte Sektglas und stieß mit mir an.
  • Geschrieben von Kurt
  • Veröffentlicht am 09.12.2017
  • Gelesen: 7209 mal

Kommentare

  • Max11.12.2017 22:49

    Gut, aber nicht überwältigend.

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