Veröffentlicht von Hard-like-a-rock am 25.10.2026
SIEBEN - 07/07 Luxus
Der breite Kiesweg knirscht unter den Reifen unseres Wagens, als wir durch das massive schmiedeeiserne Gitter auf das Anwesen einbiegen. Am Stadtrand gelegen, wirkt das Hotel wie ein verwunschenes Schlösschen aus einer anderen Zeit – umgeben von einem üppigen Privatpark, in dem der Spätsommer noch einmal seine Muskeln spielen lässt. Sattes Grün, mannshohe Rhododendronbüsche und blühende Hortensienbeete rahmen die Vorfahrt ein. Dieses Wochenende soll ganz allein uns gehören. Ein bewusst geplantes Ehewochenende, ohne Termine, ohne Verpflichtungen, um einfach nur ungestört Zeit zu zweit zu verbringen.
Ich stelle den Motor ab. Doch bevor einer von uns auch nur den Türgriff berühren kann, hetzt bereits ein adrett gekleideter Page herbei. Mit schwungvoller Geste reißt er den Kofferraum auf, als befänden sich darin Staatsgeheimnisse, und fischt zielstrebig unsere Reisetaschen heraus.
Im Foyer empfängt uns eine kühle, nach Sandelholz duftende Ruhe. Wir treten an den Empfang, doch noch bevor man uns überhaupt nach unseren Namen oder der Buchung fragt, tritt eine Mitarbeiterin mit einem silbernen Tablett an uns heran.
„Herzlich willkommen in unserem Haus!“, flötet sie mit einem strahlenden Lächeln und weist auf die schimmernden Gläser. „Darf ich Ihnen zur Erfrischung einen gekühlten Champagner oder einen frisch gepressten Mango-Direktsaft anbieten? Oder mögen Sie lieber etwas anderes? Wir erfüllen Ihnen jeden Wunsch.“
Wir entscheiden uns für den Mangosaft, nehmen erfrischt einen Schluck, und erst jetzt gleiten die Finger der Dame an der Rezeption lautlos über die Tastatur, nachdem sie unsere Namen aufgenommen hat.
„Da dies Ihr erster Aufenthalt bei uns ist, haben wir eine wunderbare Nachricht für Sie“, fährt sie fort. „Unsere Executive Corner Suite in der fünften Etage ist heute frei geworden. Wir haben Sie kostenfrei heraufgestuft. Ganz oben, traumhafter Blick über den gesamten Park – exklusiv für unsere VIP-Erstgäste.“ Wir schauen uns kurz überrascht an und nicken dankend ab. Ein unaufgefordertes Upgrade für unser Pärchen-Wochenende? Perfekt.
Der Panoramaaufzug schnurrt geräuschlos nach oben. Oben angekommen, öffnet sich die schwere Flügeltür zur Suite, und der Page entlässt uns in den Raum. Die Suite ist gewaltig: dunkles Echtholzparkett, ein riesiges Double-King-Size-Bett mit schneeweißer Bettwäsche, bodentiefe Panoramafenster, Dusche und eine freistehende Badewanne mit Blick auf das blühende Blätterdach des Parks.
Kaum fällt die schwere Eichentür ins Schloss, schlägt die Vertrautheit zwischen uns in prickelnde Spannung um. Du greifst zielstrebig in deine Handtasche und ziehst ein kleines, hübsch verpacktes Päckchen hervor. Fast im selben Augenblick angle ich aus meiner Reisetasche ein genau gleich großes Schächtelchen. Wir starrten uns an, kurz verblüfft, dann bricht ein leises Lachen aus uns heraus. Weder du noch ich wussten von der Idee des anderen. Wir treten eng aneinander. Du drückst mir deine Überraschung in die Hand, ich lege dir meine in deine Finger. Wir stehen mitten im Raum, spüren das kühle, schwere Gewicht der geheimnisvollen Mitbringsel durch das Papier, während deine Lippen sich leicht öffnen und dein Blick den meinen sucht. Die Vorfreude, das Papier gleich gemeinsam abzuziehen, brennt regelrecht. Genau in diesem Augenblick ertönt ein doppeltes, diplomatisches Klopfen an der Tür.
„Entschuldigen Sie die Störung!“, ertönt eine samtene Stimme. Der Concierge schreitet mit ausgebreiteten Armen herein, gefolgt von zwei Service-Mitarbeitern. „Als kleine Begrüßung unseres Hauses möchte ich Ihnen die Funktionen Ihrer Suite persönlich demonstrieren. Darf ich?“
Bevor wir auch nur antworten können, beginnt eine gefühlte Ewigkeit. Er erklärt uns stundenlang das digitale Touchpanel für die automatischen Licht-Szenarien, die Steuerung der Milchglas-Trennwand zum Badezimmer und die Finessen der Regendusche. Wir nicken stumm, brav und völlig überfordert, während wir die kleinen, verräterischen Päckchen krampfhaft in den Händen halten und versuchen, sie unauffällig vor den Blicken der Angestellten zu verbergen.
Als der Concierge sich endlich mit einer tiefen Verbeugung verabschiedet und die Tür hinter sich und den beiden Mitarbeitern zuzieht, lassen wir erleichtert die Schultern sinken. Ich atme hörbar aus, deine Wangen sind leicht gerötet.
„So... wo waren wir?“, flüsterst du, blickst auf das Päckchen in deinen Händen und machst Anstalt, das Band mit dem Daumen wegzuschieben. Doch genau in diesem Sekundenschlag ertönt ein erneutes, kräftiges *Klopf-Klopf*. Die Tür klickt, geht auf und der VIP-Welcome-Manager rollt mit schwungvollem Schritt einen silbernen Servierwagen herein… Jetzt bleibt er neben dem Servierwagen stehen. Auf dem feinen Tischtuch arrangiert er zwei Gläser frisch gepressten Orangensaft und eine kunstvoll aufgeschnittene Obstplatte, die eher nach einem floristischen Kunstwerk als nach einem Snack aussieht.
Doch anstatt sich wie der Concierge mit einer Verbeugung zu verabschieden, tut er keinen einzigen Schritt Richtung Tür. Sein Blick wandert stattdessen mit einer unverfrorenen, strahlenden Neugier direkt auf unsere Hände. Wir stehen immer noch mitten im Raum, völlig erstarrt, die kleinen, verräterischen Päckchen wie festgewachsen in den Fingern. Seine Augen verengen sich leicht, ein fast väterliches Lächeln legt sich auf seine Lippen.
„Ein besonderer Anlass, nehme ich an?“, flötet er schwungvoll und faltet die Hände vor dem Bauch. „Wie wunderbar! Bitte, lassen Sie sich von mir keinesfalls stören. Es ist uns im Hause stets die größte Freude, das pure Glück unserer VIP-Gäste hautnah mitzuerleben. Ich warte sehr gerne den Moment ab, falls Sie anschließend noch etwas wünschen!“
Ein eiskalter Schauer läuft mir über den Rücken. Dein Blick trifft meinen – panisch, hochkonzentriert, stumm schreiend. Wenn wir jetzt auch nur an einer Schleife ziehen, liegt was auch immer auf dem Präsentierteller – ich weiß, was ich eingepackt habe und du, was du eingepackt hast. Und so wie du aussiehst hatten wir wohl ähnliche Gedanken...
„Das... das ist wirklich unglaublich aufmerksam von Ihnen“, schalte ich mich blitzschnell ein, mache zwei große Schritte auf ihn zu und lege ihm mit gespielter Herzlichkeit die Hand sanft, aber bestimmt auf die Schulter. Ich wende ihn sanft um neunzig Grad Richtung Flur. „Aber wir möchten den Moment tatsächlich ganz intim für uns behalten. Sie verstehen sicher.“ Der Manager blinzelt kurz irritiert, versucht sich noch einmal auf den Hacken umzudrehen, um doch noch einen Blick zu erhaschen, doch ich schiebe ihn mit sanftem, unnachgiebigem Druck Stück für Stück Richtung Ausgang. „Aber die Früchte! Soll ich sie Ihnen noch aufschneiden oder…“ „Alles perfekt, tausend Dank!“, würge ich ihn lächelnd ab, bugsiere ihn vollends über die Schwelle und drücke die schwere Eichentür endlich zu. Das Schließen des Schlosses klingt wie die Erlösung.
Ich atme tief aus, lehne mich mit dem Rücken gegen das Holz und schaue zu dir rüber. Du stehst immer noch genau so da wie vor fünf Minuten, das Schächtelchen fest umklammert, und brichst in ein leises, ungläubiges Glucksen aus. „Puh“, flüsterst du und wischst dir eine imaginäre Schweißperle von der Stirn. „Das war knapper als gedacht. Komm, bevor der Nächste kommt – wir stecken die Dinger sicherheitshalber ganz unten in die Reisetasche. Auspacken können wir die hier drin wohl erst, wenn die Tür verriegelt ist.“
Wir lassen die ungeöffneten Päckchen tief unter den Pullovern in unserer Tasche verschwinden – überzeugt davon, dass wir die Situation damit gerettet haben.
Ein kurzer Blick auf die Uhr: Es ist früher Nachmittag. Um dem VIP-Service für ein paar Stunden zu entkommen, beschließen wir, das Hotel zu verlassen und zu Fuß die Stadt zu erkunden. Der Spaziergang tut gut, die brennende Neugier auf die Geschenke und das prickelnde Gefühl von der Autofahrt begleiten uns auf Schritt und Tritt. Wir schlendern durch kleine Gassen, trinken etwas, essen gemütlich zu Abend und pushen die Stimmung zwischen uns wieder Stück für Stück nach oben. Damit steigt die Stimmung, aber auch die Lust und meine äußere Mitte, während meine innere Mitte etwas aus dem Gleichgewicht kommt.
Gegen 20:00 Uhr kehren wir ins Hotel zurück. Die Füße brennen vom vielen Laufen, aber die Vorfreude auf die bevorstehende Nacht ist riesig. Wir betreten die Suite, schlüpfen aus den Schuhen und lassen uns erschöpft, aber glücklich auf das große Sofa fallen. Du schmiegst dich an mich, meine Hand gleitet unter deinen Pullover...
*Klopf. Klopf.*
Wir erstarren beide mitten in der Bewegung. Die Tür öffnet sich spaltbreit. Die „Night-Shift-Floristin“ des Hauses lugt herein, eine frische Vase in der Hand: „Guten Abend! Ich müsste nur ganz kurz die Schnittblumen auf ihre Frische prüfen und das Wasser austauschen…“ Wir blicken uns sprachlos an. Die Floristin zupft mit einer Seelenruhe drei welke Blätter aus den Rosen, füllt mit einer kleinen Silberkanne Wasser nach und lächelt uns überlegen zu. „So, die Dame und der Herr. Nun duftet es wieder frisch für die Nacht.“
Als sie endlich verschwunden ist, stehen wir auf und schließen die Tür doppelt ab. Wir lassen den Riegel hervorschnellen. Doch das Vertrauen in diese Tür ist bereits erschüttert. Du ziehst dir den Pullover über den Kopf. Die Erregung vom Stadtbummel flammt sofort wieder auf. Ich greife nach deiner Hüfte, ziehe dich zu mir, und meine Lippen finden deinen Hals. Deine Hände wandern in mein Haar, ein leises Stöhnen entfährt dir, und unsere Oberkörper pressen sich eng aneinander.
*Klopf. Klopf.*
Dieses Mal klingt das Geräusch von draußen gedämpfter, aber unerbittlich. Dann ertönt das leise *Piep-Piep* der elektronischen Zimmerkarte. Während die Klinke von außen heruntergedrückt wird, ziehst du blitzschnell wieder ein Shirt über. Der Riegel fängt die Tür ab, die nur einen Spaltbreit aufspringt.
„Guten Abend! Zimmerservice!“, flötet eine muntere Stimme durch den Spalt. „Wir bieten allen VIP-Gästen um 20:45 Uhr unser exklusives Spät-Aktivierungs-Menü an! Eine warme Bouillon oder ein kleiner Mitternachtssnack vor der Nachtruhe?“ „Nein! Danke! Wir schlafen schon!“, rufen wir beide fast wie aus einem Munde. „Sehr wohl! Ich wünsche hervorragende Träume!“, ruft der Herr fröhlich zurück. Du lässt den Kopf gegen meine Brust fallen und atmest stoßweise aus. „Ich halte das nicht aus“, flüsterst du, halb lachend, halb verzweifelt. „Lass uns duschen gehen. Da drin hört uns keiner, und das Wasser beruhigt die Nerven.“
Wir flüchten ins Bad, schlüpfen aus den Kleidern und stellen die Regendusche an. Der dichte, warme Dampf hüllt uns ein. Wir lehnen uns an die nassen Fliesen, deine Brüste glänzen vom Wasser, und für zwei Minuten scheint die Welt da draußen vergessen. Meine Hand gleitet zwischen deine Oberschenkel, deine Beine öffnen sich willig.
*Klopf. Klopf. Klopf.*
Direkt im Schlafzimmer! Wir starrten uns entsetzt an. Das Geräusch kommt nicht von der Flurtür. Es steht jemand im Raum. Ich drehe das Wasser ab. Durch die milchige Glasscheibe der Badezimmertür erkennen wir eine Schemengestalt, die geschäftig am Bett hantiert. „Guten Abend! Turndown-Service!“, schallt eine mütterliche Stimme durch die Suite, während wir pfeilgerade und klatschnass unter dem Duschkopf erstarren. „Ich schlage Ihnen nur kurz die Bettdecke auf, lege die Betthupferl-Pralinen auf die Kissen und sprühe das beruhigende Lavendel-Aromaspray! Lassen Sie sich gar nicht stören!“
Wir wagen kaum zu atmen. Das leise *Pfft-Pfft* des Lavendelsprays hallt wie Hohn durch den Raum. Erst als die Suitentür wieder ins Schloss fällt, trauen wir uns aus der Dusche.
Es ist 22:00 Uhr. Wir sind völlig entnervt.
Wir ziehen uns die Schlafshirts an, schlüpfen ins Bett und ziehen die Decke bis zum Kinn. Eigentlich müsste jetzt der Moment kommen – das Bett ist riesig, die Körper sind hungrig. Aber wir liegen flach auf dem Rücken und starrten wie eingefroren an die Decke.
Bei jedem Knacken des Gebälks, jedem Summen der Klimaanlage und jedem Schritt auf dem Flur fahren wir beide zusammen.
„Meinst du... es kommt noch jemand für die Nacht-Kontrolle der Minibar?“, flüsterst du ins Dunkel. „Ich weiß es nicht“, antworte ich leise. „Vielleicht kommt gleich der Eiswürfel-Inspektor.“
Gefangen in absoluter Paranoia trauen wir uns nicht einmal, die Hände unter die Decke zu schieben. Die Angst vor der nächsten Unterbrechung läuft wie ein Eimer kaltes Wasser über jede aufkeimende Lust. Um Punkt 23:00 Uhr fallen uns vor lauter Erschöpfung und Daueranspannung einfach die Augen zu. Kein Sex. Kein Geschenk geöffnet.
Am nächsten Morgen um 07:30 Uhr: Die Morgensonne scheint friedlich durch den Spalt der Jalousie. Ich wache auf, drehe mich zu dir rüber. Deine Augen öffnen sich langsam. Ein sanftes Lächeln legt sich auf deine Lippen. Und: Es ist niemand im Raum außer uns! Meine Hand wandert unter deine Decke, schlüpft sanft unter dein Shirt und tastet sich warm über deinen Bauch zu deinen Brüsten, streicht sanft darüber, so dass sich deine Brustwarzen hart aufrichten und dann nach unten. Du seufzt leise, schiebst dein Becken meiner Hand entgegen. Die Müdigkeit ist weg, die Lust vom Vortag ist mit einem Schlag wieder da.
*KLOPF. KLOPF. KLOPF!*
„GUTEN MORGEN! VIP-FRÜHSTÜCK DIREKT ANS BETT!“
Die Tür fliegt auf. Zwei Kellner rollen einen gewaltigen Tisch mit frisch gepresstem Saft, Tee, Wasser, hart gekochten Eiern, Omelette, diversen Brötchen, Aufschnitt, Käse, hausgemachten Marmeladen und Lachs direkt an unsere Bettkante, während wir krampfhaft die Bettdecke bis zum Hals hochziehen.
Als wir um 11:00 Uhr beim Checkout in der Lobby stehen, tragen wir unsere Koffer selbst. In der Reisetasche liegen ganz unten tief vergraben die zwei kleinen Schachteln – ungeöffnet, unbenutzt und originalverpackt.
Wir treten durch die Drehtür hinaus in die Morgensonne. Die Frust löst sich in Sekundenschnelle auf. Wir schauen uns an, denken an die Floristin, den Dusch-Überfall und die Lavendel-Attacke – und platzen mitten auf der Einfahrt in ein hemmungsloses, schallendes Lachen.
„Weißt du was?“, sagst du, wischst dir eine Lachträne aus dem Auge und hakst dich bei mir ein, während wir auf den Parkplatz schlendern. „Upgrades machen wir ab jetzt nur noch bei Software...“
Bist du auf deine Kosten gekommen?
Dann hinterlass mir doch gerne ein paar Sterne oder ein kurzes Feedback! Schreib mir in die Kommentare, was dich am meisten begeistert hat (oder was ich fürs nächste Mal noch schärfen kann). Jedes Feedback hilft mir enorm weiter. Danke für deine Unterstützung!
Ich stelle den Motor ab. Doch bevor einer von uns auch nur den Türgriff berühren kann, hetzt bereits ein adrett gekleideter Page herbei. Mit schwungvoller Geste reißt er den Kofferraum auf, als befänden sich darin Staatsgeheimnisse, und fischt zielstrebig unsere Reisetaschen heraus.
Im Foyer empfängt uns eine kühle, nach Sandelholz duftende Ruhe. Wir treten an den Empfang, doch noch bevor man uns überhaupt nach unseren Namen oder der Buchung fragt, tritt eine Mitarbeiterin mit einem silbernen Tablett an uns heran.
„Herzlich willkommen in unserem Haus!“, flötet sie mit einem strahlenden Lächeln und weist auf die schimmernden Gläser. „Darf ich Ihnen zur Erfrischung einen gekühlten Champagner oder einen frisch gepressten Mango-Direktsaft anbieten? Oder mögen Sie lieber etwas anderes? Wir erfüllen Ihnen jeden Wunsch.“
Wir entscheiden uns für den Mangosaft, nehmen erfrischt einen Schluck, und erst jetzt gleiten die Finger der Dame an der Rezeption lautlos über die Tastatur, nachdem sie unsere Namen aufgenommen hat.
„Da dies Ihr erster Aufenthalt bei uns ist, haben wir eine wunderbare Nachricht für Sie“, fährt sie fort. „Unsere Executive Corner Suite in der fünften Etage ist heute frei geworden. Wir haben Sie kostenfrei heraufgestuft. Ganz oben, traumhafter Blick über den gesamten Park – exklusiv für unsere VIP-Erstgäste.“ Wir schauen uns kurz überrascht an und nicken dankend ab. Ein unaufgefordertes Upgrade für unser Pärchen-Wochenende? Perfekt.
Der Panoramaaufzug schnurrt geräuschlos nach oben. Oben angekommen, öffnet sich die schwere Flügeltür zur Suite, und der Page entlässt uns in den Raum. Die Suite ist gewaltig: dunkles Echtholzparkett, ein riesiges Double-King-Size-Bett mit schneeweißer Bettwäsche, bodentiefe Panoramafenster, Dusche und eine freistehende Badewanne mit Blick auf das blühende Blätterdach des Parks.
Kaum fällt die schwere Eichentür ins Schloss, schlägt die Vertrautheit zwischen uns in prickelnde Spannung um. Du greifst zielstrebig in deine Handtasche und ziehst ein kleines, hübsch verpacktes Päckchen hervor. Fast im selben Augenblick angle ich aus meiner Reisetasche ein genau gleich großes Schächtelchen. Wir starrten uns an, kurz verblüfft, dann bricht ein leises Lachen aus uns heraus. Weder du noch ich wussten von der Idee des anderen. Wir treten eng aneinander. Du drückst mir deine Überraschung in die Hand, ich lege dir meine in deine Finger. Wir stehen mitten im Raum, spüren das kühle, schwere Gewicht der geheimnisvollen Mitbringsel durch das Papier, während deine Lippen sich leicht öffnen und dein Blick den meinen sucht. Die Vorfreude, das Papier gleich gemeinsam abzuziehen, brennt regelrecht. Genau in diesem Augenblick ertönt ein doppeltes, diplomatisches Klopfen an der Tür.
„Entschuldigen Sie die Störung!“, ertönt eine samtene Stimme. Der Concierge schreitet mit ausgebreiteten Armen herein, gefolgt von zwei Service-Mitarbeitern. „Als kleine Begrüßung unseres Hauses möchte ich Ihnen die Funktionen Ihrer Suite persönlich demonstrieren. Darf ich?“
Bevor wir auch nur antworten können, beginnt eine gefühlte Ewigkeit. Er erklärt uns stundenlang das digitale Touchpanel für die automatischen Licht-Szenarien, die Steuerung der Milchglas-Trennwand zum Badezimmer und die Finessen der Regendusche. Wir nicken stumm, brav und völlig überfordert, während wir die kleinen, verräterischen Päckchen krampfhaft in den Händen halten und versuchen, sie unauffällig vor den Blicken der Angestellten zu verbergen.
Als der Concierge sich endlich mit einer tiefen Verbeugung verabschiedet und die Tür hinter sich und den beiden Mitarbeitern zuzieht, lassen wir erleichtert die Schultern sinken. Ich atme hörbar aus, deine Wangen sind leicht gerötet.
„So... wo waren wir?“, flüsterst du, blickst auf das Päckchen in deinen Händen und machst Anstalt, das Band mit dem Daumen wegzuschieben. Doch genau in diesem Sekundenschlag ertönt ein erneutes, kräftiges *Klopf-Klopf*. Die Tür klickt, geht auf und der VIP-Welcome-Manager rollt mit schwungvollem Schritt einen silbernen Servierwagen herein… Jetzt bleibt er neben dem Servierwagen stehen. Auf dem feinen Tischtuch arrangiert er zwei Gläser frisch gepressten Orangensaft und eine kunstvoll aufgeschnittene Obstplatte, die eher nach einem floristischen Kunstwerk als nach einem Snack aussieht.
Doch anstatt sich wie der Concierge mit einer Verbeugung zu verabschieden, tut er keinen einzigen Schritt Richtung Tür. Sein Blick wandert stattdessen mit einer unverfrorenen, strahlenden Neugier direkt auf unsere Hände. Wir stehen immer noch mitten im Raum, völlig erstarrt, die kleinen, verräterischen Päckchen wie festgewachsen in den Fingern. Seine Augen verengen sich leicht, ein fast väterliches Lächeln legt sich auf seine Lippen.
„Ein besonderer Anlass, nehme ich an?“, flötet er schwungvoll und faltet die Hände vor dem Bauch. „Wie wunderbar! Bitte, lassen Sie sich von mir keinesfalls stören. Es ist uns im Hause stets die größte Freude, das pure Glück unserer VIP-Gäste hautnah mitzuerleben. Ich warte sehr gerne den Moment ab, falls Sie anschließend noch etwas wünschen!“
Ein eiskalter Schauer läuft mir über den Rücken. Dein Blick trifft meinen – panisch, hochkonzentriert, stumm schreiend. Wenn wir jetzt auch nur an einer Schleife ziehen, liegt was auch immer auf dem Präsentierteller – ich weiß, was ich eingepackt habe und du, was du eingepackt hast. Und so wie du aussiehst hatten wir wohl ähnliche Gedanken...
„Das... das ist wirklich unglaublich aufmerksam von Ihnen“, schalte ich mich blitzschnell ein, mache zwei große Schritte auf ihn zu und lege ihm mit gespielter Herzlichkeit die Hand sanft, aber bestimmt auf die Schulter. Ich wende ihn sanft um neunzig Grad Richtung Flur. „Aber wir möchten den Moment tatsächlich ganz intim für uns behalten. Sie verstehen sicher.“ Der Manager blinzelt kurz irritiert, versucht sich noch einmal auf den Hacken umzudrehen, um doch noch einen Blick zu erhaschen, doch ich schiebe ihn mit sanftem, unnachgiebigem Druck Stück für Stück Richtung Ausgang. „Aber die Früchte! Soll ich sie Ihnen noch aufschneiden oder…“ „Alles perfekt, tausend Dank!“, würge ich ihn lächelnd ab, bugsiere ihn vollends über die Schwelle und drücke die schwere Eichentür endlich zu. Das Schließen des Schlosses klingt wie die Erlösung.
Ich atme tief aus, lehne mich mit dem Rücken gegen das Holz und schaue zu dir rüber. Du stehst immer noch genau so da wie vor fünf Minuten, das Schächtelchen fest umklammert, und brichst in ein leises, ungläubiges Glucksen aus. „Puh“, flüsterst du und wischst dir eine imaginäre Schweißperle von der Stirn. „Das war knapper als gedacht. Komm, bevor der Nächste kommt – wir stecken die Dinger sicherheitshalber ganz unten in die Reisetasche. Auspacken können wir die hier drin wohl erst, wenn die Tür verriegelt ist.“
Wir lassen die ungeöffneten Päckchen tief unter den Pullovern in unserer Tasche verschwinden – überzeugt davon, dass wir die Situation damit gerettet haben.
Ein kurzer Blick auf die Uhr: Es ist früher Nachmittag. Um dem VIP-Service für ein paar Stunden zu entkommen, beschließen wir, das Hotel zu verlassen und zu Fuß die Stadt zu erkunden. Der Spaziergang tut gut, die brennende Neugier auf die Geschenke und das prickelnde Gefühl von der Autofahrt begleiten uns auf Schritt und Tritt. Wir schlendern durch kleine Gassen, trinken etwas, essen gemütlich zu Abend und pushen die Stimmung zwischen uns wieder Stück für Stück nach oben. Damit steigt die Stimmung, aber auch die Lust und meine äußere Mitte, während meine innere Mitte etwas aus dem Gleichgewicht kommt.
Gegen 20:00 Uhr kehren wir ins Hotel zurück. Die Füße brennen vom vielen Laufen, aber die Vorfreude auf die bevorstehende Nacht ist riesig. Wir betreten die Suite, schlüpfen aus den Schuhen und lassen uns erschöpft, aber glücklich auf das große Sofa fallen. Du schmiegst dich an mich, meine Hand gleitet unter deinen Pullover...
*Klopf. Klopf.*
Wir erstarren beide mitten in der Bewegung. Die Tür öffnet sich spaltbreit. Die „Night-Shift-Floristin“ des Hauses lugt herein, eine frische Vase in der Hand: „Guten Abend! Ich müsste nur ganz kurz die Schnittblumen auf ihre Frische prüfen und das Wasser austauschen…“ Wir blicken uns sprachlos an. Die Floristin zupft mit einer Seelenruhe drei welke Blätter aus den Rosen, füllt mit einer kleinen Silberkanne Wasser nach und lächelt uns überlegen zu. „So, die Dame und der Herr. Nun duftet es wieder frisch für die Nacht.“
Als sie endlich verschwunden ist, stehen wir auf und schließen die Tür doppelt ab. Wir lassen den Riegel hervorschnellen. Doch das Vertrauen in diese Tür ist bereits erschüttert. Du ziehst dir den Pullover über den Kopf. Die Erregung vom Stadtbummel flammt sofort wieder auf. Ich greife nach deiner Hüfte, ziehe dich zu mir, und meine Lippen finden deinen Hals. Deine Hände wandern in mein Haar, ein leises Stöhnen entfährt dir, und unsere Oberkörper pressen sich eng aneinander.
*Klopf. Klopf.*
Dieses Mal klingt das Geräusch von draußen gedämpfter, aber unerbittlich. Dann ertönt das leise *Piep-Piep* der elektronischen Zimmerkarte. Während die Klinke von außen heruntergedrückt wird, ziehst du blitzschnell wieder ein Shirt über. Der Riegel fängt die Tür ab, die nur einen Spaltbreit aufspringt.
„Guten Abend! Zimmerservice!“, flötet eine muntere Stimme durch den Spalt. „Wir bieten allen VIP-Gästen um 20:45 Uhr unser exklusives Spät-Aktivierungs-Menü an! Eine warme Bouillon oder ein kleiner Mitternachtssnack vor der Nachtruhe?“ „Nein! Danke! Wir schlafen schon!“, rufen wir beide fast wie aus einem Munde. „Sehr wohl! Ich wünsche hervorragende Träume!“, ruft der Herr fröhlich zurück. Du lässt den Kopf gegen meine Brust fallen und atmest stoßweise aus. „Ich halte das nicht aus“, flüsterst du, halb lachend, halb verzweifelt. „Lass uns duschen gehen. Da drin hört uns keiner, und das Wasser beruhigt die Nerven.“
Wir flüchten ins Bad, schlüpfen aus den Kleidern und stellen die Regendusche an. Der dichte, warme Dampf hüllt uns ein. Wir lehnen uns an die nassen Fliesen, deine Brüste glänzen vom Wasser, und für zwei Minuten scheint die Welt da draußen vergessen. Meine Hand gleitet zwischen deine Oberschenkel, deine Beine öffnen sich willig.
*Klopf. Klopf. Klopf.*
Direkt im Schlafzimmer! Wir starrten uns entsetzt an. Das Geräusch kommt nicht von der Flurtür. Es steht jemand im Raum. Ich drehe das Wasser ab. Durch die milchige Glasscheibe der Badezimmertür erkennen wir eine Schemengestalt, die geschäftig am Bett hantiert. „Guten Abend! Turndown-Service!“, schallt eine mütterliche Stimme durch die Suite, während wir pfeilgerade und klatschnass unter dem Duschkopf erstarren. „Ich schlage Ihnen nur kurz die Bettdecke auf, lege die Betthupferl-Pralinen auf die Kissen und sprühe das beruhigende Lavendel-Aromaspray! Lassen Sie sich gar nicht stören!“
Wir wagen kaum zu atmen. Das leise *Pfft-Pfft* des Lavendelsprays hallt wie Hohn durch den Raum. Erst als die Suitentür wieder ins Schloss fällt, trauen wir uns aus der Dusche.
Es ist 22:00 Uhr. Wir sind völlig entnervt.
Wir ziehen uns die Schlafshirts an, schlüpfen ins Bett und ziehen die Decke bis zum Kinn. Eigentlich müsste jetzt der Moment kommen – das Bett ist riesig, die Körper sind hungrig. Aber wir liegen flach auf dem Rücken und starrten wie eingefroren an die Decke.
Bei jedem Knacken des Gebälks, jedem Summen der Klimaanlage und jedem Schritt auf dem Flur fahren wir beide zusammen.
„Meinst du... es kommt noch jemand für die Nacht-Kontrolle der Minibar?“, flüsterst du ins Dunkel. „Ich weiß es nicht“, antworte ich leise. „Vielleicht kommt gleich der Eiswürfel-Inspektor.“
Gefangen in absoluter Paranoia trauen wir uns nicht einmal, die Hände unter die Decke zu schieben. Die Angst vor der nächsten Unterbrechung läuft wie ein Eimer kaltes Wasser über jede aufkeimende Lust. Um Punkt 23:00 Uhr fallen uns vor lauter Erschöpfung und Daueranspannung einfach die Augen zu. Kein Sex. Kein Geschenk geöffnet.
Am nächsten Morgen um 07:30 Uhr: Die Morgensonne scheint friedlich durch den Spalt der Jalousie. Ich wache auf, drehe mich zu dir rüber. Deine Augen öffnen sich langsam. Ein sanftes Lächeln legt sich auf deine Lippen. Und: Es ist niemand im Raum außer uns! Meine Hand wandert unter deine Decke, schlüpft sanft unter dein Shirt und tastet sich warm über deinen Bauch zu deinen Brüsten, streicht sanft darüber, so dass sich deine Brustwarzen hart aufrichten und dann nach unten. Du seufzt leise, schiebst dein Becken meiner Hand entgegen. Die Müdigkeit ist weg, die Lust vom Vortag ist mit einem Schlag wieder da.
*KLOPF. KLOPF. KLOPF!*
„GUTEN MORGEN! VIP-FRÜHSTÜCK DIREKT ANS BETT!“
Die Tür fliegt auf. Zwei Kellner rollen einen gewaltigen Tisch mit frisch gepresstem Saft, Tee, Wasser, hart gekochten Eiern, Omelette, diversen Brötchen, Aufschnitt, Käse, hausgemachten Marmeladen und Lachs direkt an unsere Bettkante, während wir krampfhaft die Bettdecke bis zum Hals hochziehen.
Als wir um 11:00 Uhr beim Checkout in der Lobby stehen, tragen wir unsere Koffer selbst. In der Reisetasche liegen ganz unten tief vergraben die zwei kleinen Schachteln – ungeöffnet, unbenutzt und originalverpackt.
Wir treten durch die Drehtür hinaus in die Morgensonne. Die Frust löst sich in Sekundenschnelle auf. Wir schauen uns an, denken an die Floristin, den Dusch-Überfall und die Lavendel-Attacke – und platzen mitten auf der Einfahrt in ein hemmungsloses, schallendes Lachen.
„Weißt du was?“, sagst du, wischst dir eine Lachträne aus dem Auge und hakst dich bei mir ein, während wir auf den Parkplatz schlendern. „Upgrades machen wir ab jetzt nur noch bei Software...“
Bist du auf deine Kosten gekommen?
Dann hinterlass mir doch gerne ein paar Sterne oder ein kurzes Feedback! Schreib mir in die Kommentare, was dich am meisten begeistert hat (oder was ich fürs nächste Mal noch schärfen kann). Jedes Feedback hilft mir enorm weiter. Danke für deine Unterstützung!
Kommentare
Noch keine Kommentare vorhanden