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Veröffentlicht von Hard-like-a-rock am 17.10.2026

SIEBEN - 05/07 Experiment

259 mal gelesen 0 Kommentare 16 - 19 Min. Lesezeit
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1. GANG:
SEHEN

Als du die Schiebetür unserer Wohnung öffnest, empfängt dich der warme, ehrliche Duft von frisch gebackenem Baguette. Die Luft ist trocken und riecht nach knuspriger Kruste, Hefe und dem kühlen, schweren Holz unseres großen Esstisches.
Du stellst deine Tasche ab, streifst die Schuhe aus und trittst an den Esstisch. Dein Blick fällt sofort auf die Mitte der dunklen Massivholzplatte. Da steht nur ein einziger Teller. Ein einziges rustikales Set aus schwerem Besteck. Ein einziges, dickes Glas mit geschliffenem Muster, in dem zwei Eiswürfel in klarem Wasser treiben. „Nur ein Gedeck?“, fragst du, blickst dich um und lachst leise. „Isst du später?“ Ich antworte nicht. Stattdessen trete ich von hinten an dich heran. In meinen Händen halte ich ein kühles, dunkelblaues Seidentuch. Als meine Fingerspitzen sanft über deinen Nacken streichen, um deine Haare zur Seite zu schieben, hältst du inne. Ein feiner, unwillkürlicher Schauer läuft über deine Haut. Ich lege dir den weichen Stoff von hinten über die Augen. „Ab jetzt gelten die Regeln unseres Experiments“, flüstere ich dicht an deinem rechten Ohr, während ich das Tuch an deinem Hinterkopf langsam verknote. Mein Atem trifft warm auf deine Schläfe. „Kein Wort mehr von dir. Du sprichst nicht, du fragst nicht. Du nimmst nur wahr.“
Ich spüre, wie sich deine Schultern kurz anspannen. Die gewohnte Welt verschwindet hinter dem dichten Dunkelblau der Seide. „Es gibt nur eine einzige Ausnahme“, fahre ich ganz leise fort, während meine Hände von deinem Hinterkopf langsam über deine Schultern hinabgleiten. „Wenn du abbrechen willst, sagst du deinen Namen. Solange du ihn nicht sagst, überlässt du dich vollkommen deinen Sinnen – und mir.“
Mit dem Erlöschen des Lichts verändert sich deine Haltung schlagartig. Dein Kopf neigt sich leicht nach vorne, dein Gehör schärft sich. Du hörst das leise Knistern des Seidenstoffs, wenn du blinzelst, das ferne Klirren der Eiswürfel im Glas und mein ruhiges Einatmen direkt neben dir. Du tastest nicht nach dem Tisch. Du verankerst dich nicht. Du bleibst einfach stehen, ungeschützt und abwartend in der plötzlichen Dunkelheit. Ich nehme dich sanft an den Schultern und führe an den Tisch zu deinem Stuhl. Du setzt dich und wartest auf das vertraute Geräusch, dass ich den Stuhl gegenüber über den Holzboden ziehe – dort, wo ich sonst immer sitze. Du hörst wie ich in die Küche gehe und wieder zurückkomme. Ebenso bemerkst du, dass ich Dinge aus Holz und Porzellan auf den Tisch stelle. Jetzt sollte ich dir gegenüber Platz nehmen. Doch das Geräusch bleibt aus. Stattdessen nehme ich den Stuhl direkt neben dir, ziehe ihn beinahe lautlos nahe an deinen heran und setze mich dicht an deine Seite. So dicht, dass du die Hitze meines Oberschenkels an deinem spürst. Das Fehlen meines eigenen Tellers, die absolute Stille und meine unmittelbare Nähe neben dir machen klar: Ich bin heute Abend kein Tischnachbar. Ich bin der Dirigent.


2. GANG:
SCHMECKEN

Das klackende Geräusch, mit dem sich das dicke Porzellan auf dem Holz bewegt, hallt ohne das Sehen doppelt laut in deinen Ohren nach. Ich rücke noch ein Stück näher an deine Seite. Mein Atem streift deine Wange. Du sitzt aufrecht, die Hände im Schoß gefaltet, die Finger leicht ineinander verschränkt – auf der Suche nach Halt in einer Welt, die nur noch aus Dunkelheit und Gerüchen besteht. Damit deine Finger entspannen, gebe ich dir ein Stück Baguette in die Hand, dann nehme ich die Gabel auf. Das schwere Silber liegt kühl in meiner Hand. „Mund auf“, flüstere ich ganz nah an deiner Haut. Du gehorchst sofort. Deine Lippen teilen sich vorsichtig. Ich schiebe dir das erste Häppchen hinein: ein knackiges Blatt Salat, auf dem ein paar Würfeln roter Bete und einige Splitter Walnuss ruhen. Das Spiel der Texturen setzt sich blitzartig frei. Erst das feuchte, frische Knacken des Salats, dann die samtene, erdige Süße der Bete und schließlich das harte, feine Brechen der Walnuss unter deinen Zähnen. Weil du nicht siehst, was kommt, kaust du extrem langsam, vorsichtig, fast ehrfürchtig. Das Geräusch des Crunches schallt für dich durch den ganzen Kopf.
Als du herunterschluckst, zucken deine Hände kurz auf deinen Oberschenkeln. Dein Körper will nach dem Besteck greifen, will sich selbst versorgen. „Ruhig“, raune ich und streiche mit der freien Hand einmal beruhigend über deinen nackten Unterarm. Ich breche ein winziges Stück von dem noch warmen Baguette ab und führe es an deinen Mund. Du nimmst es dankbar an. Die knusprige Kruste und das weiche Innere neutralisieren den erdig-nussigen Geschmack augenblicklich. Ohne Pause folge ich mit dem nächsten Akzent. Mit den Fingern führe ich ein kleines, perfektes Sushiröllchen an deine Lippen. Der kühle, samtige Thunfisch schmilzt förmlich auf deiner Zunge, während eine ganz feine, fast unsichtbare Ader Wasabi eine scharfe, kurze Welle durch deine Nase schickt. Ein leiser, überraschter Atemzug entweicht dir. Gleichzeitig beruhigt der Reis die gerade noch gereizten Geschmacksknospen.
Direkt danach greife ich nach einer frischen Himbeere, die ich in einen dicken Tropfen 10 Jahre alten, dickflüssigen Balsamico getaucht habe. Als du die Beere mit der Zunge gegen den Gaumen drückst, explodiert die fruchtige Säure zusammen mit der dunklen, malzigen Süße des Essigs. Deine Augenbrauen ziehen sich hinter deiner Augenbinde ganz leicht zusammen – die Intensität überrascht dich völlig.
Jetzt hebe ich das dicke, geschliffene Glas vom Tisch. Das Klirren des Eises kündigt es dir an. Ich setze den kühlen Glasrand behutsam an deine warmen, leicht geöffneten Lippen. „Trink.“ Du hebst das Kinn leicht an und winkelst den Kopf nach hinten. Völlig angewiesen auf die Führung meiner Hand nimmst du kleine, vorsichtige Schlucke des eiskalten Wassers. Ein winziger, klarer Tropfen löst sich von deinem Mundwinkel und läuft langsam an deinem Kinn hinab. Ich stelle das Glas ab, fange den Tropfen mit der Kuppe meines Daumens auf und fahre damit langsam über deine feuchte Unterlippe. Ein feiner Schauer fährt durch deinen Körper.
Anstelle eines Fisch- oder Fleischgangs folgt nun die kleine, vegetarische Hauptspeise dieses Gangs: Ein einziger warmer, mit cremigem Ziegenkäse gefüllter Raviolo, bestreut mit ein paar Körnern grobem Meersalz. Das lauwarme, dichte Mundgefühl bricht den kühlen Faden des bisherigen Essens auf. Die Hitze des Käses breitet sich auf deiner Zunge aus, während das Salz kleine, scharfe Reize setzt.
Den Abschluss bildet das Finale dieses Raumes: eine einzelne, kalte, dunkle Kirsche, die ich zuvor entkernt und in bitterem, tiefdunklem Kakao gewälzt habe. Als ich sie dir auf die Zunge lege, trifft erst die samtige, trockene Bitternote des Kakaos auf deinen Gaumen, bevor das pralle, kalte Fruchtfleisch aufplatzt und der süße Saft deinen Mund füllt. Du schluckst herunter, atmest tief durch die Nase ein und aus und bleibst völlig reglos sitzen. Der Hunger auf das Essen ist gestillt, aber die Erregung, von mir geführt, gefüttert und beobachtet zu werden, steht wie eine greifbare Hitze zwischen unseren Stühlen.
Ich nehme dir das restliche Baguette aus der Hand und lege es auf den Tisch.


3. GANG:
HÖREN

Ich stehe lautlos von meinem Stuhl auf. Du bewegst dich nicht, deine Handflächen ruhen flach auf deinen Oberschenkeln, der Atem geht ruhig durch deine Nase. Das scharfe Reiben deines Baumwolloberteils bei jedem Atemzug ist das einzige Geräusch in der sonst vollkommenen Stille des Raumes. Das leise Nachklingen des Porzellans verhallt endgültig, und das dichte Schweigen legt sich wie ein schwerer Teppich über uns.
„Steh auf“, sage ich leise. Du erhebst dich langsam. Ohne sehen zu können, wirken deine Bewegungen vorsichtiger, fast schwebend. Das feine, leise Knistern deines Stoffs, als du dich aufrichtest, hallt in der dich umgebenden Dunkelheit scharf nach. Ich trete von hinten ganz dicht an dich heran, bis es keinen Abstand mehr zwischen uns gibt. Mein Bauch drückt vollflächig gegen deinen Rücken, meine Brust an dein Schulterblatt. Ich schließe meine Arme von hinten um dich, lege meine Hände flach auf deinen Bauch und ziehe dich fest an mich. Du spürst meine Wärme, und über deinen Rücken überträgt sich nicht nur das heisere, tiefe Ausatmen an deiner Schläfe, sondern auch der dumpfe, gleichmäßige Rhythmus meines Herzschlags direkt auf dich.
Wir machen den ersten Schritt. Gemeinsam. Das synchrone Tappsen unserer Hausschuhe auf dem freien Parkett ist das Einzige, woran du dich orientierst. Mein rechter Fuß gleichzeitig mit deinem rechten, mein linker mit deinem linken. Bei jedem Schritt hörst du das kaum wahrnehmbare Schaben der Stoffbahnen unserer Hosen, die aneinanderreiben. Während wir uns langsam vorwärtsbewegen, gleiten meine Hände von deinem Bauch nach oben. Meine Finger fassen über den Stoff deines Oberteils sanft, aber bestimmt nach deinen Brüsten. Ich wiege ihr Gewicht in meinen Handflächen. Du hörst mein ruhiges Ausatmen direkt an deiner Schläfe, gefolgt von deinem eigenen, stockenden Einatmen, das im Flur kurz und intensiv widerhallt, als du den Kopf nach hinten an meine Schulter lehnst.
An den Stufen zur Treppe halte ich an. Das rhythmische Geräusch unserer Bewegung und das leise Knistern unserer Kleidung bricht abrupt ab. Ich löse die Umarmung, trete vor dich und nehme deine rechte Hand in meine. Mit meiner linken Hand führe ich deine Linke sanft an das verarbeitete Holz des Geländers. „Greif nach dem Holz“, flüstere ich dir zu. Du tastest kurz nach der Kante und findest Halt. Ich gehe Stufe für Stufe rückwärts vor dir her. Deine Augen bleiben hinter der Seide verborgen; du lauschst ausschließlich auf die Akustik unseres Aufstiegs: das helle Knacken der Holzstufen unter unseren Füßen, das Ächzen des Treppenlaufs und das ganz feine, fast unhörbare, schabende Streifen deiner Handfläche über das runde Geländer.
Oben angekommen trete ich wieder hinter dich. Dicht an dich geschmiegt, im selben langsamen Gleichschritt, führe ich dich durch den Flur. Als wir die Türschwelle überschreiten, verändert sich der Raumklang augenblicklich: Wo eben noch das harte Echo des Flurs war, verschlucken die Matratzen, Bettdecken und Kissen des Schlafzimmers nun jedes Nebengeräusch. Die Stille hier wirkt wattiert, fast gedämpft. Du merkst sofort: Die Luft ist wärmer, riecht nach Baumwolle. In dieser geschützten, schallschluckenden Dunkelheit gibt es nur noch das synchrone, tiefer werdende Geräusch unserer beiden Atemzüge. Vor der Kante des Bettes bleiben wir stehen.


4. GANG:
VERTRAUEN

Ich trete vor dich. Keine Silbe fällt mehr. Ich greife an den Saum deines Oberteils und ziehe es langsam nach oben über deinen Kopf. Das Rascheln des Stoffs hallt nah an deinen Ohren, als er über dein Gesicht gleitet. Dein Haar fällt unruhig über deine Schultern. Ich lege das Kleidungsstück zur Seite. Meine Hände wandern zum Bund deiner Hose. Der Knopf öffnet sich mit einem leisen Reiben, der Reißverschluss gleitet auf. Ich streife den Stoff über deine Hüften hinab, kniee mich kurz vor dich und ziehe die Hose über deine Füße. Du stehst nur noch in deiner Unterwäsche vor mir, ungeschützt im Luftzug des Raumes. Es fühlt sich kühl an, obwohl es eigentlich warm ist.
Ich greife hinter deinen Rücken, löse den Verschlusshaken deines BHs und schiebe die Träger über deine Schultern nach unten. Meine Hände streichen über deine nackte Haut hinab, während der Stoff lautlos auf den Boden gleitet. Zuletzt streife ich dir deinen Slip ab. Du stehst vollkommen nackt vor mir, eingehüllt in Dunkelheit.
Ich fasse dich sanft an den Hüften. „Vertraust du mir?“, flüstere ich ganz nah an deinen Lippen. Ein kurzes, unwillkürliches Nicken geht durch deinen Körper, dein Atem trifft warm mein Kinn. „Setz dich“, raune ich. Du tastest mit den Kniekehlen nach der Bettkante und lässt dich langsam auf die Matratze sinken. „Leg dich zurück. Genau in die Mitte.“ Du gehorchst, legst dich längs auf den Rücken und spürst die Vertiefung, die Nahtstelle zwischen den beiden Matratzen unter deinem Rückgrat. Du liegst mittig, verankert in der Achse des Raumes.
Ohne ein weiteres Wort greife ich nach weichen Seidenbändern, die ich mir auf dem Nachttisch bereit gelegt hatte. Ich nehme dein rechtes Handgelenk, führe es zum Kopfende und fixiere es am Rahmen. Das Holz ist kühl, die Seide liegt fest, aber ohne Schmerz um deine Haut. Ich greife dein linkes Handgelenk und binde es auf der anderen Seite fest. Du kannst dich nicht mehr bewegen. Deine Arme sind über deinem Kopf fixiert, dein Brustkorb hebt sich weit und dein Atem liefert das einzige Geräusch im Raum.
Ich trete an das Fußende der Matratze. Du spürst die leichte Bewegung des Bettes, als mein Gewicht sich verlagert, kannst aber nicht sehen, was ich als Nächstes tue. Ich greife nach deinen Fußgelenken. Sanft, aber unmissverständlich umfassen meine Hände deine Schienbeine. Ich ziehe deine Beine langsam auseinander, bis deine Knie auseinandergleiten und sich die Haltung deines gesamten Körpers öffnet. Mit weiteren zwei Seidenbändern fixiere ich nacheinander deine Knöchel fest an den beiden unteren Pfosten des Bettrahmens. Es gibt keine Möglichkeit mehr für dich auszuweichen oder die Knie zusammenzupressen. Du bist vollkommen preisgegeben, bis auf die letzte Faser deiner Haut geöffnet.
Ich trete einen Schritt zurück und betrachte dich wie du vor mir liegst. Du liegst fixiert in der Mitte unseres Bettes. Hände über dem Kopf, Beine weit gespreizt, die Augen im dichten Schwarz der Binde verhüllt. Du bist manövrierunfähig, absolut passiv, der Dunkelheit und jedem meiner Reize ausgeliefert. Das leise Knistern der Seide verstummt.
Ich beuge mich tief über dich. Mein Atem streift deine Wange, wandert hinab zu deinem Hals und bleibt dicht über deiner Lippe stehen. „Du kannst dich nicht bewegen“, raune ich so leise, dass es kaum mehr als ein Hauch ist. „Du kannst nichts sehen. Du kannst nicht greifen und nicht eingreifen. Das Einzige, was dir gehört, ist die Stimme, um meinen Namen zu rufen, wenn du abbrechen willst. Solange du schweigst, gehörst du und dein gesamter Körper mir.“
Ein unwillkürliches Frösteln läuft über deinen gesamten Körper. Du sagst meinen Namen nicht. Du atmest nur tief durch die Nase ein, spannst den Unterleib leicht an und überlässt dich im vollkommenen Vertrauen auf mich dem, was jetzt kommt.


5. GANG:
FÜHLEN

Ich streife mein Shirt über den Kopf und öffne die Hose. Der Stoff gleitet herunter, bis ich nur noch in meiner Unterhose vor dir stehe. Dann steige ich langsam auf die Matratze und zu dir. Das Bett gibt unter meinem Gewicht leise nach. Du hörst das dumpfe Reiben des Stoffs, spürst die aufsteigende Hitze, die sich über deinen nackten Körper legt, doch ich berühre dich noch nicht. Ich schwebe knapp über dir. Mein Atem streift deine Schlüsselbeine, wandert langsam über deine Brustwarzen hinab zu deinem Bauchnabel. Du spannst den Bauch unwillkürlich an, deine Arme und Beine spannen sich für einen Bruchteil einer Sekunde, als du unbewusst nach mir greifen willst und mich mit den Beinen umschlingen möchtest. Doch die Seide hält dich fest. „Nur spüren“, flüstere ich an deiner Hüfte. Ich setze meine Lippen an dein rechtes Fußgelenk, genau dort, wo die kühle Seide deine Haut berührt. Ganz langsam wandere ich mit der Zunge nach oben. Entlang deiner Wade, über die empfindliche Kniekehle, weiter an der Oberschenkelinnenseite hinauf. Du atmest stoßweise aus. Weil du nichts siehst, zieht sich jeder Reiz um ein Vielfaches schärfer durch dein Nervensystem. Meine Hände greifen flach an deine Taille. Ich drücke dich sanft in die Matratzennaht zurück und schiebe mich zwischen deine gespreizten Beine. Die Hitze meiner Oberschenkel reibt sich an deinen Innenschenkeln. Ich fahre mit beiden Daumen über deine Hüftknochen, wandere hoch zu deinen Brüsten und umschließe sie. Meine Lippen suchen deinen Mund. Der Kuss ist langsam, schwer und tief. Du schmeckst noch den leichten Rest des Kakaos und der süßen Kirsche auf deiner Zunge. Du erwiderst den Kuss gierig, drückst dein Becken ein Stück nach oben, doch ich nehme das Tempo wieder heraus. Ich breche den Kuss ab, wandere mit den Lippen an deinem Hals entlang und beiße sanft in deine Schulter, dann in deine rechte Brustwarze. Ein leiser, unterdrückter Laut entweicht deiner Kehle.
Ich wandere weiter nach unten, schiebe mich tiefer zwischen deine gespreizten Oberschenkel und senke meinen Kopf ab und küsse deine Schamlippen. Erst langsam und vorsichtig, dann intensiver. Langsam, mit weichen, flächigen Zügen fange ich an, dich zu lecken. Du wirfst den Kopf nach hinten, stemmst dich in die Fesseln und stöhnst auf. Meine Zunge umkreist deine Klitoris, nimmt deine Feuchtigkeit auf und saugt sanft an dir, während meine Hände deine Oberschenkel fest nach außen drücken. Du zitterst unter der Intensität der reinen Berührung.


6. GANG:
GIER

Als ich mich von dir löse und aufrichte, lässt die plötzliche Kälte auf deiner feuchten Haut dich erzittern. Ich gebe dir bewusst Zeit. Das schnelle Wogen deines Brustkorbs flacht langsam ab, dein Atem wird ruhiger. Ich lasse dich ganz allmählich von deiner ersten Spitze herunterkommen, ziehe die Entschleunigung in die Länge, bis der Raum wieder von dieser tiefen, elektrisch geladenen Spannung erfüllt ist. Wieder senke ich meinen Kopf ab und fahre fort. Du stöhnst. Aber ich höre auf, bevor du zum Orgasmus kommen kannst. Eine kurze Bewegung auf dem Bett. Dann hörst Du meine Unterhose auf den Boden fallen und du hörst das feine Knistern von Folie direkt neben dir und das deutliche, elastische Schnalzen des Kondoms, das ich mir überziehe, brennt sich in dein Gehör ein. Es verrät dir genau, was jetzt bevorsteht, doch die Ungewissheit über den genauen Moment treibt das Verlangen erneut nach oben.
Ich setze die Spitze meines verhüllten Glieds an deinen nassen Schamlippen an. Ich dringe nicht ein. Ich streiche nur langsam auf und ab, über deine Klitoris, durch deine Nässe, und entziehe mich wieder. Die Stille im Raum ist so dicht, dass jedes eigene Wort bedrohlich laut wirkt. „Bitte...“, entfährt es dir leise, fast tonlos. Deine eigene Stimme klingt für dich in der Dunkelheit fremd und viel zu intim. Ich halte inne, berühre dich nicht mehr und warte. „Sag es laut“, flüstere ich an deiner Schläfe. Du schluckst trocken während ich deine Brüste knete. Die Barriere des Schweigens zu brechen kostet dich Überwindung, doch die Sehnsucht nach der Erlösung greift nach dir. „Bitte...“, sagst du diesmal deutlicher, etwas fester, während sich deine Finger in die Seide an deinen Handgelenken graben. „Bitte tu es.“ „Keine Bitte“, raune ich und beuge mich noch einmal tief zu dir herunter, sodass meine Brust deine Brustwarzen zerdrückt. „Sag mir, was du willst.“ Du wirfst den Kopf nach hinten, die Sehnen an deinem Hals spannen sich an. Das Verlangen, die Kontrolle vollends abzugeben und den letzten Schritt einzufordern, bricht aus dir heraus. „Schlaf mit mir.“, sagst du noch etwas lauter. Ich flüstere zurück: „Verlange es! Fordere es!“
„**** mich!“, rufst du laut und fordernd in die Dunkelheit des Raumes.
Im selben Augenblick gleite ich tief und ohne Zögern in dich. Ein lauter, befreiter Seufzer bricht aus dir heraus. Die Enge deines Körpers umschließt mich heiß und nass. Ohne das Sehen ist der Schock des ersten Eindringens eine pure, sinnlich-körperliche Explosion. Eine überwältigende Intensität, die dich komplett überrollt. Ich verankere meine Hände flach auf den Matratzen links und rechts neben deinem Kopf, ziehe mich fast vollständig zurück und stoße wieder tief hinein.
Der Rhythmus ist hart, gleichmäßig und kompromisslos. Die Fesseln an deinen Händen und Füßen halten dich genau in der Achse, während sich dein Becken jeder meiner Bewegungen entgegenwirft. Das dunkle Tuch über deinen Augen ist schweißnass. Du siehst nichts, du hörst nur das rhythmische Schlagen unserer Körper gegeneinander, das Ächzen des Holzes und dein eigenes, raues Stöhnen.
Wir rollen steil auf den Höhepunkt zu. Meine Stöße werden schneller, kürzer, tiefer. Ich greife fest unter deine Schultern, um noch fester und intensiver in dich eindringen zu können. In genau diesem Moment schießt eine Welle durch dich und nimmt deinen gesamten Körper gefangen. Dein gesamter Unterleib krampft sich um mich herum zusammen, ein langer, zitternder Schrei fährt aus dir heraus, während du dich hilflos in die Seidenbänder stemmst. Dein Orgasmus reißt mich mit. Ich schiebe mich ein letztes Mal tief in dich und entlade mich mit letzten, intensiven Stößen.
Minutenlang bewegt sich keiner von uns und erstaunlicherweise nimmt meine Erektion nicht ab. Ich liege schwer auf dir, mein Kopf vergraben an deinem Hals. Wir atmen im selben, rasenden Takt. Die Dunkelheit um deine Augen bleibt bestehen, doch die Welt außerhalb dieses Bettes existiert nicht mehr.
Veröffentlicht von Hard-like-a-rock am 17.10.2026
Anmerkungen vom Autor

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