Veröffentlicht von Hard-like-a-rock am 04.10.2026
SIEBEN - 01/07 Urlaubs-Tagebuch
12. Oktober
Man bildet sich ja immer ein, mit dem Schließen der Wohnungstür fängt der Urlaub an. Die Realität war: drei Stunden Schlaf, Hektik am Flughafen, ein stickiger Mietwagen und ein kleiner, unnötiger Streit auf der Küstenstraße, weil ich die falsche Ausfahrt erwischt habe. Als wir im Hotel ankamen, war dicke Luft. Wir haben uns kaum angesehen, jeder hat schweigend seinen Koffer ausgepackt. Die Distanz der letzten Monate war förmlich greifbar.
Unser Zimmer liegt im 3. Stock. Der Balkon hier ist zwar ein echtes Highlight – blickgeschützt und intim –, aber als wir uns mit dem Orangensaft nach draußen setzten, wurde uns klar, dass wir hier nicht allein sind. Über die Bucht hinweg, im Nachbarflügel, gehen die Lichter an. Man kann die Umrisse der anderen Hotelgäste auf ihren Balkonen erkennen, Schatten, die sich bewegen. Wir sind hier oben wie in einer privaten Loge, aber der Raum ist geteilt. Die blickdichte Mauer des Balkons endet an einer Seite in Milchglas, das das Licht der Nachbarn filtert. Es ist ein merkwürdiges Gefühl: Wir sind allein und doch Teil einer großen, stillen Gemeinschaft.
Der Wendepunkt war das Abendessen im Hotel-Restaurant. Halbpension hat oft diesen Kantinen-Beigeschmack, aber das Buffet hier – frischer Fisch, gutes Olivenöl, lokale Spezialitäten – hat die Wogen geglättet.
Später saßen wir noch lange auf den Flechtstühlen auf dem Balkon. Der Blick geht über die Lichter der Bucht, unten rauscht leise das Meer. Wir haben uns versöhnt und einen Plan für die anderthalb Wochen gemacht: Immer im Wechsel – ein Tag Kultur und Stadt, ein Tag Wandern in den Hügeln, ein Tag Strand. Kein Druck, einfach Struktur, aber flexibel.
Morgen starten wir mit der Altstadt. Es tut gut, wieder nebeneinander zu sitzen, auch wenn sich noch eine feine Schicht Unsicherheit zwischen uns befindet.
13. Oktober
Die Nacht war kurz. Wir haben beide schlecht geschlafen – was aber weniger am Bett lag als an den Nachbarn neben uns. Ab zwei Uhr morgens war an Schlaf nicht mehr zu denken. Die Wände hier sind dünner als gedacht, und das Paar nebenan hat aus seiner Leidenschaft kein Geheimnis gemacht. Wir lagen beide stocksteif im Dunkeln, Rücken an Rücken. Keiner hat etwas gesagt, aber die Luft im Zimmer war augenblicklich elektrisiert und seltsam geladen. Es war unübersehbar, dass die herübertönenden Geräusche nicht nur in meinem Kopf ein gewaltiges Feuer entfacht hatten.
Der Kopf war morgens entsprechend schwer, aber der Ausflug in die Altstadt hat uns gutgetan. Kleine, verwinkelte Gassen, der Geruch von warmem Stein, alten Holztüren und Espressomaschinen. Wir sind ohne festes Ziel durch die Viertel geschlendert, haben uns zwei alte Barockkirchen angesehen und auf einer kleinen Plaza im Schatten gegessen. Die Leichtigkeit kam langsam zurück, ungezwungen.
Nach dem Abendessen sind wir noch einmal hinunter ans Ufer gegangen. Die Sonne ging gerade als feurig roter Ball im Meer unter. Als wir dort am Strand standen und aufs Wasser schauten, hast du ganz beiläufig nach meiner Hand gegriffen. Kein großes Drama, ganz natürlich. Es ist lange her, dass sich Händchenhalten wieder so echt und notwendig angefühlt hat.
14. Oktober
Eigentlich lief alles nach Lehrbuch. Wir sind früh aufgebrochen, die Luft im Oktober ist hier morgens herrlich klar. Die Wanderung führte uns von Hotel aus schnell auf verschlungene, schmale Wege, dann über staubige Pfade, vorbei an alten Olivenbäumen und durch duftende Kiefernwälder hinauf auf die Klippen. Der Blick von oben über die Bucht war grandios – weit weg von allem Trubel. Wir haben uns gut unterhalten, ohne die gewohnte Anspannung.
Für den Rückweg entschieden wir uns, unten am Ufer entlangzugehen. Der Strand dort ist weitläufig, felsig und wird nach hinten raus immer feiner. Irgendwann ging der Weg in eine ruhigere Bucht über. Und wir sind dem Weg einfach gefolgt.
Nur wenige Meter vor uns lag ein Paar auf Handtüchern relativ einsam im Sand. Sie lag auf dem Rücken, den Kopf entspannt auf seinen Oberschenkeln, und hat ihm in aller Seelenruhe und völlig ungeniert den erigierten Penis massiert. In aller Öffentlichkeit, mitten am Nachmittag. Wir haben unwillkürlich den Schritt verlangsamt. Ich beugte mich leicht zu dir rüber und flüsterte nur: „Du, sag mal… sehe ich da gerade wirklich, was ich sehe?“ Du hast nur leicht die Augen geweitet, das Tempo wieder angezogen und mich weitergezogen.
Das Schmunzeln war noch da, als wir im Hotel ankamen. An der Rezeption fragte uns der Portier nett, ob wir einen schönen Tag hatten. Als wir beiläufig erzählten, dass wir den Strandweg zurückgenommen hatten, grinste er wissend und meinte, dass das der inoffizielle FKK-Abschnitt der Bucht sei. Der Moment war extrem peinlich, aber auf eine befremdlich, befreiende Art.
Später saßen wir mit unserem Orangensaft auf dem Balkon. Normalerweise weichst du solchen Themen eher aus, aber heute Abend warst du erstaunlich direkt. Die völlig offene, fast schon verspielte Art, wie du über die beiden am Strand sprachst und spekuliertest, hat mich extrem erregt. Da ist seit Langem wieder ein richtiges Knistern.
15. Oktober
Das Frühstück zog sich lange hin. Die Stimmung war völlig verändert, viel gelöster. Beim zweiten Tee fingen wir an zu frotzeln: Ob wir nicht einfach wieder an genau denselben Strandabschnitt wie gestern gehen sollten? Wir malten uns lachend die wildesten Szenarien aus – ob die beiden wohl wieder da lägen, ob wir es ihnen einfach gleichtun sollten oder ob wir sie scherzhaft fragen müssten, ob man mitmachen oder zumindest zuschauen darf. Wir haben uns kaum eingekriegt.
Um der Sache etwas Einhalt zu gebieten, fragte ich schließlich an der Rezeption nach einem guten Strandtipp für den Tag. Der Portier sah mich mit einem breiten Grinsen an und meinte trocken, er könne uns da eine ganz besondere Bucht empfehlen – und nannte haargenau den inoffiziellen FKK-Strand von gestern. Ich bin augenblicklich glühend rot angelaufen, was der Rezeptionist mit einem leisen Lachen quittierte. Nach der kleinen Frotzelei erklärte er uns aber den echten Geheimtipp: einen schmalen, eher ruhigen Küstenabschnitt, den vor allem Einheimische nutzen und der wunderbar zu Fuß erreichbar ist. Zu dieser Jahreszeit sei der aber menschenleer.
Mit Büchern, Handtüchern und einem kleinen Picknick bewaffnet machten wir uns auf den Weg über den engen Küstenpfad. Die Sonne war für Mitte Oktober noch erstaunlich warm auf den Felsen. Als wir die Bucht erreichten, war sie tatsächlich vollkommen leer. Wir lagen Stunden im Schatten von ein paar Bäumen im Sand, haben gelesen, im kühlen Meer gebadet und kleine Leckereien geteilt. Und die Leichtigkeit des Morgens schwebte den ganzen Tag über uns.
16. Oktober
Die Nacht war um vier Uhr morgens schlagartig vorbei. Die Nachbarn von nebenan kamen lautstark zurück ins Hotelzimmer – und dachten offensichtlich gar nicht daran, leise zu sein. Stattdessen gab es die Zugabe zu vorgestern, und an Schlaf war nicht mehr zu denken. Gerädert und leicht genervt saßen wir beim Frühstück. An einen ausgiebigen Stadtbummel war mit diesem Schlafmangel nicht zu denken, also warfen wir den Plan spontan um: Mietwagen schnappen und einfach drauf losfahren, eine Rundfahrt über die Insel.
Wir folgten den kleinsten Straßen, weit weg von den Hauptrouten, bis der Asphalt in einen Schotterweg überging. Am Ende entdeckten wir eine winzige, versteckte Bucht – glasklares Wasser, keine Seele weit und breit. Der Haken: Wir hatten überhaupt nicht daran gedacht, Badesachen einzupacken.
Ein kurzer Blickwechsel, ein Grinsen – und wir haben uns einfach ausgezogen.
Im tiefen Wasser, wo wir gerade noch so stehen konnten, fingen wir an zu knutschen. Das Meer war erfrischend kühl, aber ohne den Stoff der Badesachen dazwischen war die Nähe unglaublich intensiv. Als wir irgendwann wieder rausgehen wollten, musste ich erst einmal passen: Das ausgiebige Knutschen hatte seine Spuren hinterlassen und mir eine unübersehbare Erektion beschert.
Du bemerktest es natürlich sofort, hast gelächelt und die Steilvorlage sofort genutzt, um einfach im hüfttiefen Wasser weiter zu knutschen. Das war zwar wunderschön, half meinem Zustand allerdings wenig. Schließlich sind wir eng aneinandergepresst, Bauch an Bauch, die paar Meter durch die Brandung zurück an den Strand geschlichen, um es nicht ganz so offensichtlich zu machen. Du hast Dich köstlich über meine „Panne“ amüsiert.
Nach ein paar Minuten in der Oktobersonne waren wir wieder trocken, zogen uns an und fuhren zurück. Auf der Heimfahrt war die Stimmung zwischen uns wie ausgewechselt.
17. Oktober
Heute haben wir den verpassten Stadtbummel nachgeholt und sind in ein malerisches Städtchen im Landesinneren gefahren. Beim Schlendern durch die steilen Gassen stießen wir auf eine kleine Kunstgalerie in einem kühlen Felsenkeller. Was im vorderen Raum mit harmlosen Landschaftsmotiven begann, wandelte sich weiter hinten überraschend: In den hinteren Gewölben hingen historische, überraschend explizite Aktfotografien und Bleistiftskizzen. Wir standen lange vor den Bildern, gaben uns völlig ungezwungen gegenseitig Rückmeldungen, was uns gefällt, und spürten beide, wie die Luft im Raum augenblicklich dicker und aufgeladen wurde.
Mit diesem Kopfkino im Gepäck traten wir wieder hinaus auf den prall gefüllten Wochenmarkt. Zwischen den Ständen für Oliven, Lederwaren und Gewürze herrschte dichtes Gedränge. Die perfekte Kulisse.
Angestachelt von den Bildern in der Galerie fingen wir an, das Gedränge auszunutzen. Während wir so taten, als würden wir nach frischen Feigen schauen, hast du ganz selbstverständlich deine Hand von hinten in meine Hosentasche geschoben – erst langsam, dann mit einem gezielten, festen Griff. Mir schoss sofort die Hitze durch den Körper. Ich revanchierte mich kurz darauf an einem Stand für Kunsthandwerk, drückte mich eng von hinten an dich und ließ meine Hand unter deine Jacke wandern, um deinen Hüftknochen und den Ansatz deines Hinterns zu streicheln.
Niemand um uns herum hat etwas bemerkt, aber diese heimlichen, verdeckten Berührungen mitten unter all den Menschen haben uns beide fast um den Verstand gebracht. Wir haben kaum etwas auf dem Markt gekauft – die Enge in meiner Hose hat die Enge des Marktes nicht weiter vertragen.
Den Rest des Nachmittags ist wie im Flug vergangen.
18. Oktober
Nach dem gestrigen Trubel brauchten wir heute etwas Ruhe. Wir haben einen entspannten Tagesausflug gemacht, sind durch die Hügel spaziert und haben den Nachmittag am Hotel-Pool verbracht – etwas lesen, die Beine hochlegen und ganz entspannt die Pläne für die zweite Hälfte des Urlaubs schmieden. Keine Aufregung, einfach nur ein schöner, friedlicher Herbsttag.
Bis wir am späten Nachmittag zurück ins Zimmer wollten.
Als wir den Flur entlanggingen, fiel mir auf, dass die Tür einen Spalt breit offen stand. Verwundert schob ich sie leise auf und wir traten hinein – nur um wie angewurzelt stehen zu bleiben. Mitten im Raum kniete eine Frau vor einem Mann auf dem Teppich und blies ihm voller Hingabe einen.
Die beiden schauten kurz hoch, registrierten uns – und machten einfach völlig ungerührt weiter. Sie schienen uns sogar aufzufordern zu bleiben, da wir genau in diesem Moment realisierten, dass wir im falschen Zimmer gelandet waren. Wir standen nicht in unserem Zimmer, sondern mitten im Reich unserer aktiven Nachbarn.
Die Peinlichkeit schoss mir wie ein Blitz durch den Kopf. Ich stammelte eine holprige Entschuldigung, griff nach der Klinke und zog die Tür von außen wieder zu. Wir sind schnell zu unserem Zimmer nebenan gerannt und haben gekichert wir zwei Teenager. Als wir endlich in Sicherheit waren, sind wir erst einmal auf das Bett gefallen und haben ungläubig gelacht. Aber das Bild im Kopf blieb – und die Vorstellung, dass die beiden sich nicht einmal von zwei Fremden im Raum stören ließen, hat die Luft im Raum sofort weiter elektrisiert. Als wir später über die Szene im Nachbarzimmer sprachen, haben wir die beiden als das Pärchen vom FKK-Strand identifiziert...
19. Oktober
Schon auf der Fahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gab es im Auto eigentlich nur ein Thema: die abgefahrene Szene im falschen Zimmer von gestern. Wir haben viel gelacht, aber das elektrisierende Knistern war nicht mehr zu leugnen.
Als wir schließlich losgingen und den Pfad durch die Felsen hinaufstiegen, spürte ich immer wieder deine Blicke auf meinem Hintern. Als wir kurz anhielten und du dich vornüberbeugtest, um deine Wanderschuhe nachzuschnüren, bot sich mir ein Anblick, der mir glatt den Atem verschlug: Dein Ausschnitt fiel so weit nach vorne, dass ich freie Sicht auf deine Brüste hatte. Erst in diesem Moment wurde mir klar, dass du heute Morgen komplett auf den BH verzichtet hattest.
Die Berührungen unterwegs begannen vorsichtig, bekamen aber schnell eine ganz neue Schärfe. Was mit einem beiläufigen Handauflegen an der Hüfte anfing, wurde immer frecher. Irgendwann hast du mir im Gehen nicht mehr nur an den Hintern gefasst, sondern auch ganz unverblümt von vorne zwischen die Beine. Ich ließ mir das natürlich nicht zweimal sagen, schob meine Hand unter dein Top, umfasste deine nackte Brust und griff dir ebenfalls in die Hose.
Wir waren kurz davor, uns einfach hinter den nächsten Busch zu schlagen, aber jetzt war es wie verhext: Egal wo wir anhielten, tauchten plötzlich andere Wanderer auf. Mal kam eine Gruppe von oben, mal überholte uns ein Paar von hinten. Wir fühlten uns regelrecht umzingelt. Mehr als diese intensiven, verbotenen Griffe war da draußen einfach nicht möglich.
Als wir am späten Nachmittag ins Hotel zurückkehrten, lag die Spannung wie ein geladener Blitz zwischen uns.
20. Oktober
Die Frustration von gestern hatte sich über Nacht nicht verflüchtigt, sondern in eine fast greifbare Entschlossenheit verwandelt. Wir brauchten heute keine Wanderschuhe und keine Kultur. Wir brauchten nur das Meer und absolute Ruhe.
Wir fuhren direkt zu der kleinen, versteckten Felsbucht, die wir vor ein paar Tagen entdeckt hatten. Und dieses Mal hatten wir alles dabei – auch die Badesachen, die wir beim letzten Mal vergessen hatten. Die Sonne stand strahlend über dem Wasser, und wie erhofft war keine Menschenseele zu sehen.
Wir breiteten unsere Handtücher aus und gingen fast augenblicklich ins Wasser. Es war herrlich erfrischend. Wir schwammen ein Stück raus, genossen das Schweben im kühlen Nass, bis wir in hüfttiefem Wasser stehen blieben. Aus einem sanften Treibenlassen wurden schnell leidenschaftliche Küsse. Ich zog dich eng an mich, und durch den nassen Stoff der Badehose hast du sofort meinen steifen Schwanz gespürt, der sich fest gegen deinen Bauch drückte. Du sahst mich an, lächeltest dieses feine, wissende Lächeln. Und dann ohne zu zögern hast du in meine Badehose, hast mich aus der Badehose befreit und dich sanft auf mich gleiten lassen. Du hast deine Beine um meine Hüfte geschlungen, und im hüfttiefen Wasser begann ein langsamer, beinahe schwereloser Tanz. Getragen vom Auftrieb des Meeres und dem auf und Ab der Wellen waren wir ineinander verschlungen, völlig versunken in dem Moment und der Kühle des Wassers.
Erst als wir langsam wieder zu Verstand kamen und uns voneinander lösten, bemerkten wir, dass eine kleine Yacht etwas weiter draußen in der Bucht geankert hatte und ein paar Leute mit Schnorchelausrüstung ins Wasser gesprungen waren.
Ein plötzlicher Adrenalinstoss traf uns beide gleichzeitig. Wir richteten unsere Badesachen wieder und schwammen so unauffällig wie möglich zurück an den Strand. Wir haben uns auf den Handtüchern nur angesehen und schweigend gehofft, dass unter der Wasseroberfläche niemand mit Taucherbrille zu genau hingesehen hat...
21. Oktober
Nach der Aufregung am Strand von gestern ließen wir den heutigen Tag ruhiger angehen. Nichts Spektakuläres: Wir schliefen aus, frühstückten ausgiebig auf der Terrasse und verbrachten den späten Vormittag entspannt am Pool. Später spazierten wir noch einmal durch das kleine Küstenstädtchen, besorgten ein paar Kleinigkeiten und tranken Tee an der Promenadenmauer, während wir einfach das Meer beobachteten. Es war ein herrlich unaufgeregter, friedlicher Tag.
Doch die Gewissheit, dass wir gestern im Wasser vielleicht Zuschauer hatten, arbeitete in uns weiter. Als wir am späten Nachmittag zurück ins Hotel kamen, hörten wir es schon auf dem Flur: Unsere Nachbarn waren wieder fleißig am Werk. Der vertraute Rhythmus auf der anderen Seite der Wand und das Stöhnen drangen glasklar durch die Tür.
Diesmal saßen wir aber nicht verschüchtert da oder verdrückten uns das Lachen auf unserem Balkon. Ein Blick zwischen uns reichte. Scheiß auf die Sichtlinien von unten oder von den anderen Balkonen, wir machten die Balkontüre weit auf.
Was dann folgte, war kein zögerliches Tasten mehr. Es war eine regelrechte Ansage. Wir machten der Nachbarschaft Konkurrenz, und zwar ohne jede Zurückhaltung. Die Gewissheit, dass man uns hören konnte – und vielleicht sogar über den Balkon sehen konnte – hat die Leidenschaft auf ein völlig neues Level katapultiert. Wir haben die Kontrolle komplett abgegeben, uns gegenseitig genommen, wo und wie wir wollten, und uns keineswegs leise zurückgehalten.
Als es vorbei war, sind wir vollkommen fertig, schwitzend und glücklich aufs Bett gefallen. Es herrschte drüben im Nachbarzimmer absolute Stille. Wir hatten das Duell definitiv gewonnen.
22. Oktober
Unser letzter richtiger Urlaubstag. Ein seltsames Gefühlschaos aus tiefer Zufriedenheit und dieser typischen Melancholie, weil morgen alles wieder vorbei sein würde. Wir wollten die verbleibende Zeit nicht im Hotel verschlafen, sondern fuhren noch einmal weit hinauf ins Landesinnere, wo die Insel am ruhigsten ist.
Auf einem abgelegenen Hügel fanden wir einen uralten, terrassierten Olivenhain mit weitem Blick über das Tal bis hinunter zum Meer. Unter einem der mächtigen, knorrigen Bäume breiteten wir eine Decke aus. Wir lagen einfach lange nebeneinander und ließen die letzten Tage Revue passieren. Ganz ohne Druck, aber mit einer neuen, tiefen und vertrauten Wärme. Aus den sanften Liebkosungen wurde schnell wieder diese unmissverständliche, vertraute Dringlichkeit. Diesmal war es kein hektischer Nervenkitzel und kein Versteckspiel vor Schnorchlern oder Nachbarn – es war eine wunderschöne, intensive Hingabe unter freiem Himmel, mitten im Schatten der Olivenbäume.
Als wir später langsam zum Auto zurückgingen, hielten wir die ganze Zeit Händchen. Wir brauchten keine Worte, um zu wissen, dass dieser Urlaub alles zwischen uns verändert hatte.
Nach dem Abendessen, als es draußen schon stockdunkel war und die Stimmen auf den Straßen und Gassen langsam verblassten, zog es uns wieder hinaus. Wir ließen das gedämpfte Licht in unserem Hotelzimmer brennen, öffneten die Balkontür weit und trieben es noch einmal direkt draußen auf dem Balkon.
Das Licht im Rücken war wie ein Scheinwerfer: Jeder da draußen, der im dunklen Hotelgarten oder auf den Nachbarbalkonen stand, konnte unsere Silhouetten tanzen sehen und erahnen, was wir dort trieben. Und genau dieses Wissen hat es noch einmal unendlich heiß gemacht.
23. Oktober
Der Morgen des Abflugs. Das Kofferpacken lief überraschend zügig und routiniert ab, aber die Stimmung zwischen uns war eine völlig andere als am Tag unserer Ankunft. Keine Anspannung mehr, keine meilenweite Distanz – stattdessen diese tiefe Vertrautheit und kleine, beiläufige Berührungen, während wir die letzten Sachen im Gepäck verstauten.
Als wir unten in der Lobby auf den Transferbus warteten, kam die Überraschung: Auch die aktiven Nachbarn checkten genau jetzt aus. Sie stiegen in denselben Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte. Die ganze Fahrt über saßen wir nur wenige Reihen voneinander entfernt. Niemand sprach ein Wort, aber als wir am Terminal ausstiegen und sich am Check-In kurz die Blicke kreuzten, reichte ein einziger Moment: Ein kurzes, unauffälliges, aber glasklares Grinsen auf beiden Seiten. Wir wussten alle ganz genau, was in dieser Woche passiert war.
Das eigentliche Highlight wartete aber an Board. Der Flieger war längst nicht ausgebucht, und die hintersten Reihen blieben komplett frei. Wir sicherten uns zwei Plätze ganz hinten in der Ecke. Sobald die Anschnallzeichen nach dem Start erloschen waren und die Monotonie des Triebwerksrauschens die Kabine erfüllte, schob ich die Armlehne hoch und zog dich ganz nah zu mir. Unter der dünnen Fluggastdecke, die wir uns über die Schoße legten, begann ein stummes, unglaublich intensives Spiel. Wir haben uns intensiv intim gestreichelt. Als du spürtest, wie hart ich war, prüftest du mit einem kurzen Blick die Lage und zogst die Decke ohne zu zögern beiseite. Du beugtest dich tief zu mir herunter und nahmst meinen Penis komplett in den Mund. Der Anblick, wie du dich dort zwischen den eng gestellten Flugzeugsitzen zu mir beugtest, währen ein paar Reihen weiter vorne die Stewardess den Getränkewagen durch den Gang schob, war absolut rauschhaft. Ich lag völlig bewegungsunfähig da, konnte mich nicht einmal rühren, um keinen Verdacht zu erwecken – ich war dem Gefühl in deinem Mund hilflos ausgeliefert.
Du hast mich mit einer fieberhaften Intensität bis an den absoluten Rand gedrängt. Als die Welle schließlich durch meinen Körper schoss, sahst du mir direkt in die Augen, meine Eichel immer noch in deinem Mund. Das Wissen um meine reine Entladung, das Gefühl meines zuckenden Schwanzes in deinem Mund und der pure Nervenkitzel des Moments brachten das Fass bei dir ebenfalls zum Überlaufen: Noch während du mich gierig bis zum letzten Tropfen ausgesaugt hast, zuckten in dir selbst alle Muskeln in einem heftigen, lautlosen Orgasmus zusammen, der deinen ganzen Körper erfasste.
Als wir schließlich zur Landung ansetzten, lagen wir völlig erschöpft und eng aneinander gekuschelt da. Die Distanz vom ersten Tag lag endgültig weit hinter uns im Mittelmeer.
Man bildet sich ja immer ein, mit dem Schließen der Wohnungstür fängt der Urlaub an. Die Realität war: drei Stunden Schlaf, Hektik am Flughafen, ein stickiger Mietwagen und ein kleiner, unnötiger Streit auf der Küstenstraße, weil ich die falsche Ausfahrt erwischt habe. Als wir im Hotel ankamen, war dicke Luft. Wir haben uns kaum angesehen, jeder hat schweigend seinen Koffer ausgepackt. Die Distanz der letzten Monate war förmlich greifbar.
Unser Zimmer liegt im 3. Stock. Der Balkon hier ist zwar ein echtes Highlight – blickgeschützt und intim –, aber als wir uns mit dem Orangensaft nach draußen setzten, wurde uns klar, dass wir hier nicht allein sind. Über die Bucht hinweg, im Nachbarflügel, gehen die Lichter an. Man kann die Umrisse der anderen Hotelgäste auf ihren Balkonen erkennen, Schatten, die sich bewegen. Wir sind hier oben wie in einer privaten Loge, aber der Raum ist geteilt. Die blickdichte Mauer des Balkons endet an einer Seite in Milchglas, das das Licht der Nachbarn filtert. Es ist ein merkwürdiges Gefühl: Wir sind allein und doch Teil einer großen, stillen Gemeinschaft.
Der Wendepunkt war das Abendessen im Hotel-Restaurant. Halbpension hat oft diesen Kantinen-Beigeschmack, aber das Buffet hier – frischer Fisch, gutes Olivenöl, lokale Spezialitäten – hat die Wogen geglättet.
Später saßen wir noch lange auf den Flechtstühlen auf dem Balkon. Der Blick geht über die Lichter der Bucht, unten rauscht leise das Meer. Wir haben uns versöhnt und einen Plan für die anderthalb Wochen gemacht: Immer im Wechsel – ein Tag Kultur und Stadt, ein Tag Wandern in den Hügeln, ein Tag Strand. Kein Druck, einfach Struktur, aber flexibel.
Morgen starten wir mit der Altstadt. Es tut gut, wieder nebeneinander zu sitzen, auch wenn sich noch eine feine Schicht Unsicherheit zwischen uns befindet.
13. Oktober
Die Nacht war kurz. Wir haben beide schlecht geschlafen – was aber weniger am Bett lag als an den Nachbarn neben uns. Ab zwei Uhr morgens war an Schlaf nicht mehr zu denken. Die Wände hier sind dünner als gedacht, und das Paar nebenan hat aus seiner Leidenschaft kein Geheimnis gemacht. Wir lagen beide stocksteif im Dunkeln, Rücken an Rücken. Keiner hat etwas gesagt, aber die Luft im Zimmer war augenblicklich elektrisiert und seltsam geladen. Es war unübersehbar, dass die herübertönenden Geräusche nicht nur in meinem Kopf ein gewaltiges Feuer entfacht hatten.
Der Kopf war morgens entsprechend schwer, aber der Ausflug in die Altstadt hat uns gutgetan. Kleine, verwinkelte Gassen, der Geruch von warmem Stein, alten Holztüren und Espressomaschinen. Wir sind ohne festes Ziel durch die Viertel geschlendert, haben uns zwei alte Barockkirchen angesehen und auf einer kleinen Plaza im Schatten gegessen. Die Leichtigkeit kam langsam zurück, ungezwungen.
Nach dem Abendessen sind wir noch einmal hinunter ans Ufer gegangen. Die Sonne ging gerade als feurig roter Ball im Meer unter. Als wir dort am Strand standen und aufs Wasser schauten, hast du ganz beiläufig nach meiner Hand gegriffen. Kein großes Drama, ganz natürlich. Es ist lange her, dass sich Händchenhalten wieder so echt und notwendig angefühlt hat.
14. Oktober
Eigentlich lief alles nach Lehrbuch. Wir sind früh aufgebrochen, die Luft im Oktober ist hier morgens herrlich klar. Die Wanderung führte uns von Hotel aus schnell auf verschlungene, schmale Wege, dann über staubige Pfade, vorbei an alten Olivenbäumen und durch duftende Kiefernwälder hinauf auf die Klippen. Der Blick von oben über die Bucht war grandios – weit weg von allem Trubel. Wir haben uns gut unterhalten, ohne die gewohnte Anspannung.
Für den Rückweg entschieden wir uns, unten am Ufer entlangzugehen. Der Strand dort ist weitläufig, felsig und wird nach hinten raus immer feiner. Irgendwann ging der Weg in eine ruhigere Bucht über. Und wir sind dem Weg einfach gefolgt.
Nur wenige Meter vor uns lag ein Paar auf Handtüchern relativ einsam im Sand. Sie lag auf dem Rücken, den Kopf entspannt auf seinen Oberschenkeln, und hat ihm in aller Seelenruhe und völlig ungeniert den erigierten Penis massiert. In aller Öffentlichkeit, mitten am Nachmittag. Wir haben unwillkürlich den Schritt verlangsamt. Ich beugte mich leicht zu dir rüber und flüsterte nur: „Du, sag mal… sehe ich da gerade wirklich, was ich sehe?“ Du hast nur leicht die Augen geweitet, das Tempo wieder angezogen und mich weitergezogen.
Das Schmunzeln war noch da, als wir im Hotel ankamen. An der Rezeption fragte uns der Portier nett, ob wir einen schönen Tag hatten. Als wir beiläufig erzählten, dass wir den Strandweg zurückgenommen hatten, grinste er wissend und meinte, dass das der inoffizielle FKK-Abschnitt der Bucht sei. Der Moment war extrem peinlich, aber auf eine befremdlich, befreiende Art.
Später saßen wir mit unserem Orangensaft auf dem Balkon. Normalerweise weichst du solchen Themen eher aus, aber heute Abend warst du erstaunlich direkt. Die völlig offene, fast schon verspielte Art, wie du über die beiden am Strand sprachst und spekuliertest, hat mich extrem erregt. Da ist seit Langem wieder ein richtiges Knistern.
15. Oktober
Das Frühstück zog sich lange hin. Die Stimmung war völlig verändert, viel gelöster. Beim zweiten Tee fingen wir an zu frotzeln: Ob wir nicht einfach wieder an genau denselben Strandabschnitt wie gestern gehen sollten? Wir malten uns lachend die wildesten Szenarien aus – ob die beiden wohl wieder da lägen, ob wir es ihnen einfach gleichtun sollten oder ob wir sie scherzhaft fragen müssten, ob man mitmachen oder zumindest zuschauen darf. Wir haben uns kaum eingekriegt.
Um der Sache etwas Einhalt zu gebieten, fragte ich schließlich an der Rezeption nach einem guten Strandtipp für den Tag. Der Portier sah mich mit einem breiten Grinsen an und meinte trocken, er könne uns da eine ganz besondere Bucht empfehlen – und nannte haargenau den inoffiziellen FKK-Strand von gestern. Ich bin augenblicklich glühend rot angelaufen, was der Rezeptionist mit einem leisen Lachen quittierte. Nach der kleinen Frotzelei erklärte er uns aber den echten Geheimtipp: einen schmalen, eher ruhigen Küstenabschnitt, den vor allem Einheimische nutzen und der wunderbar zu Fuß erreichbar ist. Zu dieser Jahreszeit sei der aber menschenleer.
Mit Büchern, Handtüchern und einem kleinen Picknick bewaffnet machten wir uns auf den Weg über den engen Küstenpfad. Die Sonne war für Mitte Oktober noch erstaunlich warm auf den Felsen. Als wir die Bucht erreichten, war sie tatsächlich vollkommen leer. Wir lagen Stunden im Schatten von ein paar Bäumen im Sand, haben gelesen, im kühlen Meer gebadet und kleine Leckereien geteilt. Und die Leichtigkeit des Morgens schwebte den ganzen Tag über uns.
16. Oktober
Die Nacht war um vier Uhr morgens schlagartig vorbei. Die Nachbarn von nebenan kamen lautstark zurück ins Hotelzimmer – und dachten offensichtlich gar nicht daran, leise zu sein. Stattdessen gab es die Zugabe zu vorgestern, und an Schlaf war nicht mehr zu denken. Gerädert und leicht genervt saßen wir beim Frühstück. An einen ausgiebigen Stadtbummel war mit diesem Schlafmangel nicht zu denken, also warfen wir den Plan spontan um: Mietwagen schnappen und einfach drauf losfahren, eine Rundfahrt über die Insel.
Wir folgten den kleinsten Straßen, weit weg von den Hauptrouten, bis der Asphalt in einen Schotterweg überging. Am Ende entdeckten wir eine winzige, versteckte Bucht – glasklares Wasser, keine Seele weit und breit. Der Haken: Wir hatten überhaupt nicht daran gedacht, Badesachen einzupacken.
Ein kurzer Blickwechsel, ein Grinsen – und wir haben uns einfach ausgezogen.
Im tiefen Wasser, wo wir gerade noch so stehen konnten, fingen wir an zu knutschen. Das Meer war erfrischend kühl, aber ohne den Stoff der Badesachen dazwischen war die Nähe unglaublich intensiv. Als wir irgendwann wieder rausgehen wollten, musste ich erst einmal passen: Das ausgiebige Knutschen hatte seine Spuren hinterlassen und mir eine unübersehbare Erektion beschert.
Du bemerktest es natürlich sofort, hast gelächelt und die Steilvorlage sofort genutzt, um einfach im hüfttiefen Wasser weiter zu knutschen. Das war zwar wunderschön, half meinem Zustand allerdings wenig. Schließlich sind wir eng aneinandergepresst, Bauch an Bauch, die paar Meter durch die Brandung zurück an den Strand geschlichen, um es nicht ganz so offensichtlich zu machen. Du hast Dich köstlich über meine „Panne“ amüsiert.
Nach ein paar Minuten in der Oktobersonne waren wir wieder trocken, zogen uns an und fuhren zurück. Auf der Heimfahrt war die Stimmung zwischen uns wie ausgewechselt.
17. Oktober
Heute haben wir den verpassten Stadtbummel nachgeholt und sind in ein malerisches Städtchen im Landesinneren gefahren. Beim Schlendern durch die steilen Gassen stießen wir auf eine kleine Kunstgalerie in einem kühlen Felsenkeller. Was im vorderen Raum mit harmlosen Landschaftsmotiven begann, wandelte sich weiter hinten überraschend: In den hinteren Gewölben hingen historische, überraschend explizite Aktfotografien und Bleistiftskizzen. Wir standen lange vor den Bildern, gaben uns völlig ungezwungen gegenseitig Rückmeldungen, was uns gefällt, und spürten beide, wie die Luft im Raum augenblicklich dicker und aufgeladen wurde.
Mit diesem Kopfkino im Gepäck traten wir wieder hinaus auf den prall gefüllten Wochenmarkt. Zwischen den Ständen für Oliven, Lederwaren und Gewürze herrschte dichtes Gedränge. Die perfekte Kulisse.
Angestachelt von den Bildern in der Galerie fingen wir an, das Gedränge auszunutzen. Während wir so taten, als würden wir nach frischen Feigen schauen, hast du ganz selbstverständlich deine Hand von hinten in meine Hosentasche geschoben – erst langsam, dann mit einem gezielten, festen Griff. Mir schoss sofort die Hitze durch den Körper. Ich revanchierte mich kurz darauf an einem Stand für Kunsthandwerk, drückte mich eng von hinten an dich und ließ meine Hand unter deine Jacke wandern, um deinen Hüftknochen und den Ansatz deines Hinterns zu streicheln.
Niemand um uns herum hat etwas bemerkt, aber diese heimlichen, verdeckten Berührungen mitten unter all den Menschen haben uns beide fast um den Verstand gebracht. Wir haben kaum etwas auf dem Markt gekauft – die Enge in meiner Hose hat die Enge des Marktes nicht weiter vertragen.
Den Rest des Nachmittags ist wie im Flug vergangen.
18. Oktober
Nach dem gestrigen Trubel brauchten wir heute etwas Ruhe. Wir haben einen entspannten Tagesausflug gemacht, sind durch die Hügel spaziert und haben den Nachmittag am Hotel-Pool verbracht – etwas lesen, die Beine hochlegen und ganz entspannt die Pläne für die zweite Hälfte des Urlaubs schmieden. Keine Aufregung, einfach nur ein schöner, friedlicher Herbsttag.
Bis wir am späten Nachmittag zurück ins Zimmer wollten.
Als wir den Flur entlanggingen, fiel mir auf, dass die Tür einen Spalt breit offen stand. Verwundert schob ich sie leise auf und wir traten hinein – nur um wie angewurzelt stehen zu bleiben. Mitten im Raum kniete eine Frau vor einem Mann auf dem Teppich und blies ihm voller Hingabe einen.
Die beiden schauten kurz hoch, registrierten uns – und machten einfach völlig ungerührt weiter. Sie schienen uns sogar aufzufordern zu bleiben, da wir genau in diesem Moment realisierten, dass wir im falschen Zimmer gelandet waren. Wir standen nicht in unserem Zimmer, sondern mitten im Reich unserer aktiven Nachbarn.
Die Peinlichkeit schoss mir wie ein Blitz durch den Kopf. Ich stammelte eine holprige Entschuldigung, griff nach der Klinke und zog die Tür von außen wieder zu. Wir sind schnell zu unserem Zimmer nebenan gerannt und haben gekichert wir zwei Teenager. Als wir endlich in Sicherheit waren, sind wir erst einmal auf das Bett gefallen und haben ungläubig gelacht. Aber das Bild im Kopf blieb – und die Vorstellung, dass die beiden sich nicht einmal von zwei Fremden im Raum stören ließen, hat die Luft im Raum sofort weiter elektrisiert. Als wir später über die Szene im Nachbarzimmer sprachen, haben wir die beiden als das Pärchen vom FKK-Strand identifiziert...
19. Oktober
Schon auf der Fahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gab es im Auto eigentlich nur ein Thema: die abgefahrene Szene im falschen Zimmer von gestern. Wir haben viel gelacht, aber das elektrisierende Knistern war nicht mehr zu leugnen.
Als wir schließlich losgingen und den Pfad durch die Felsen hinaufstiegen, spürte ich immer wieder deine Blicke auf meinem Hintern. Als wir kurz anhielten und du dich vornüberbeugtest, um deine Wanderschuhe nachzuschnüren, bot sich mir ein Anblick, der mir glatt den Atem verschlug: Dein Ausschnitt fiel so weit nach vorne, dass ich freie Sicht auf deine Brüste hatte. Erst in diesem Moment wurde mir klar, dass du heute Morgen komplett auf den BH verzichtet hattest.
Die Berührungen unterwegs begannen vorsichtig, bekamen aber schnell eine ganz neue Schärfe. Was mit einem beiläufigen Handauflegen an der Hüfte anfing, wurde immer frecher. Irgendwann hast du mir im Gehen nicht mehr nur an den Hintern gefasst, sondern auch ganz unverblümt von vorne zwischen die Beine. Ich ließ mir das natürlich nicht zweimal sagen, schob meine Hand unter dein Top, umfasste deine nackte Brust und griff dir ebenfalls in die Hose.
Wir waren kurz davor, uns einfach hinter den nächsten Busch zu schlagen, aber jetzt war es wie verhext: Egal wo wir anhielten, tauchten plötzlich andere Wanderer auf. Mal kam eine Gruppe von oben, mal überholte uns ein Paar von hinten. Wir fühlten uns regelrecht umzingelt. Mehr als diese intensiven, verbotenen Griffe war da draußen einfach nicht möglich.
Als wir am späten Nachmittag ins Hotel zurückkehrten, lag die Spannung wie ein geladener Blitz zwischen uns.
20. Oktober
Die Frustration von gestern hatte sich über Nacht nicht verflüchtigt, sondern in eine fast greifbare Entschlossenheit verwandelt. Wir brauchten heute keine Wanderschuhe und keine Kultur. Wir brauchten nur das Meer und absolute Ruhe.
Wir fuhren direkt zu der kleinen, versteckten Felsbucht, die wir vor ein paar Tagen entdeckt hatten. Und dieses Mal hatten wir alles dabei – auch die Badesachen, die wir beim letzten Mal vergessen hatten. Die Sonne stand strahlend über dem Wasser, und wie erhofft war keine Menschenseele zu sehen.
Wir breiteten unsere Handtücher aus und gingen fast augenblicklich ins Wasser. Es war herrlich erfrischend. Wir schwammen ein Stück raus, genossen das Schweben im kühlen Nass, bis wir in hüfttiefem Wasser stehen blieben. Aus einem sanften Treibenlassen wurden schnell leidenschaftliche Küsse. Ich zog dich eng an mich, und durch den nassen Stoff der Badehose hast du sofort meinen steifen Schwanz gespürt, der sich fest gegen deinen Bauch drückte. Du sahst mich an, lächeltest dieses feine, wissende Lächeln. Und dann ohne zu zögern hast du in meine Badehose, hast mich aus der Badehose befreit und dich sanft auf mich gleiten lassen. Du hast deine Beine um meine Hüfte geschlungen, und im hüfttiefen Wasser begann ein langsamer, beinahe schwereloser Tanz. Getragen vom Auftrieb des Meeres und dem auf und Ab der Wellen waren wir ineinander verschlungen, völlig versunken in dem Moment und der Kühle des Wassers.
Erst als wir langsam wieder zu Verstand kamen und uns voneinander lösten, bemerkten wir, dass eine kleine Yacht etwas weiter draußen in der Bucht geankert hatte und ein paar Leute mit Schnorchelausrüstung ins Wasser gesprungen waren.
Ein plötzlicher Adrenalinstoss traf uns beide gleichzeitig. Wir richteten unsere Badesachen wieder und schwammen so unauffällig wie möglich zurück an den Strand. Wir haben uns auf den Handtüchern nur angesehen und schweigend gehofft, dass unter der Wasseroberfläche niemand mit Taucherbrille zu genau hingesehen hat...
21. Oktober
Nach der Aufregung am Strand von gestern ließen wir den heutigen Tag ruhiger angehen. Nichts Spektakuläres: Wir schliefen aus, frühstückten ausgiebig auf der Terrasse und verbrachten den späten Vormittag entspannt am Pool. Später spazierten wir noch einmal durch das kleine Küstenstädtchen, besorgten ein paar Kleinigkeiten und tranken Tee an der Promenadenmauer, während wir einfach das Meer beobachteten. Es war ein herrlich unaufgeregter, friedlicher Tag.
Doch die Gewissheit, dass wir gestern im Wasser vielleicht Zuschauer hatten, arbeitete in uns weiter. Als wir am späten Nachmittag zurück ins Hotel kamen, hörten wir es schon auf dem Flur: Unsere Nachbarn waren wieder fleißig am Werk. Der vertraute Rhythmus auf der anderen Seite der Wand und das Stöhnen drangen glasklar durch die Tür.
Diesmal saßen wir aber nicht verschüchtert da oder verdrückten uns das Lachen auf unserem Balkon. Ein Blick zwischen uns reichte. Scheiß auf die Sichtlinien von unten oder von den anderen Balkonen, wir machten die Balkontüre weit auf.
Was dann folgte, war kein zögerliches Tasten mehr. Es war eine regelrechte Ansage. Wir machten der Nachbarschaft Konkurrenz, und zwar ohne jede Zurückhaltung. Die Gewissheit, dass man uns hören konnte – und vielleicht sogar über den Balkon sehen konnte – hat die Leidenschaft auf ein völlig neues Level katapultiert. Wir haben die Kontrolle komplett abgegeben, uns gegenseitig genommen, wo und wie wir wollten, und uns keineswegs leise zurückgehalten.
Als es vorbei war, sind wir vollkommen fertig, schwitzend und glücklich aufs Bett gefallen. Es herrschte drüben im Nachbarzimmer absolute Stille. Wir hatten das Duell definitiv gewonnen.
22. Oktober
Unser letzter richtiger Urlaubstag. Ein seltsames Gefühlschaos aus tiefer Zufriedenheit und dieser typischen Melancholie, weil morgen alles wieder vorbei sein würde. Wir wollten die verbleibende Zeit nicht im Hotel verschlafen, sondern fuhren noch einmal weit hinauf ins Landesinnere, wo die Insel am ruhigsten ist.
Auf einem abgelegenen Hügel fanden wir einen uralten, terrassierten Olivenhain mit weitem Blick über das Tal bis hinunter zum Meer. Unter einem der mächtigen, knorrigen Bäume breiteten wir eine Decke aus. Wir lagen einfach lange nebeneinander und ließen die letzten Tage Revue passieren. Ganz ohne Druck, aber mit einer neuen, tiefen und vertrauten Wärme. Aus den sanften Liebkosungen wurde schnell wieder diese unmissverständliche, vertraute Dringlichkeit. Diesmal war es kein hektischer Nervenkitzel und kein Versteckspiel vor Schnorchlern oder Nachbarn – es war eine wunderschöne, intensive Hingabe unter freiem Himmel, mitten im Schatten der Olivenbäume.
Als wir später langsam zum Auto zurückgingen, hielten wir die ganze Zeit Händchen. Wir brauchten keine Worte, um zu wissen, dass dieser Urlaub alles zwischen uns verändert hatte.
Nach dem Abendessen, als es draußen schon stockdunkel war und die Stimmen auf den Straßen und Gassen langsam verblassten, zog es uns wieder hinaus. Wir ließen das gedämpfte Licht in unserem Hotelzimmer brennen, öffneten die Balkontür weit und trieben es noch einmal direkt draußen auf dem Balkon.
Das Licht im Rücken war wie ein Scheinwerfer: Jeder da draußen, der im dunklen Hotelgarten oder auf den Nachbarbalkonen stand, konnte unsere Silhouetten tanzen sehen und erahnen, was wir dort trieben. Und genau dieses Wissen hat es noch einmal unendlich heiß gemacht.
23. Oktober
Der Morgen des Abflugs. Das Kofferpacken lief überraschend zügig und routiniert ab, aber die Stimmung zwischen uns war eine völlig andere als am Tag unserer Ankunft. Keine Anspannung mehr, keine meilenweite Distanz – stattdessen diese tiefe Vertrautheit und kleine, beiläufige Berührungen, während wir die letzten Sachen im Gepäck verstauten.
Als wir unten in der Lobby auf den Transferbus warteten, kam die Überraschung: Auch die aktiven Nachbarn checkten genau jetzt aus. Sie stiegen in denselben Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte. Die ganze Fahrt über saßen wir nur wenige Reihen voneinander entfernt. Niemand sprach ein Wort, aber als wir am Terminal ausstiegen und sich am Check-In kurz die Blicke kreuzten, reichte ein einziger Moment: Ein kurzes, unauffälliges, aber glasklares Grinsen auf beiden Seiten. Wir wussten alle ganz genau, was in dieser Woche passiert war.
Das eigentliche Highlight wartete aber an Board. Der Flieger war längst nicht ausgebucht, und die hintersten Reihen blieben komplett frei. Wir sicherten uns zwei Plätze ganz hinten in der Ecke. Sobald die Anschnallzeichen nach dem Start erloschen waren und die Monotonie des Triebwerksrauschens die Kabine erfüllte, schob ich die Armlehne hoch und zog dich ganz nah zu mir. Unter der dünnen Fluggastdecke, die wir uns über die Schoße legten, begann ein stummes, unglaublich intensives Spiel. Wir haben uns intensiv intim gestreichelt. Als du spürtest, wie hart ich war, prüftest du mit einem kurzen Blick die Lage und zogst die Decke ohne zu zögern beiseite. Du beugtest dich tief zu mir herunter und nahmst meinen Penis komplett in den Mund. Der Anblick, wie du dich dort zwischen den eng gestellten Flugzeugsitzen zu mir beugtest, währen ein paar Reihen weiter vorne die Stewardess den Getränkewagen durch den Gang schob, war absolut rauschhaft. Ich lag völlig bewegungsunfähig da, konnte mich nicht einmal rühren, um keinen Verdacht zu erwecken – ich war dem Gefühl in deinem Mund hilflos ausgeliefert.
Du hast mich mit einer fieberhaften Intensität bis an den absoluten Rand gedrängt. Als die Welle schließlich durch meinen Körper schoss, sahst du mir direkt in die Augen, meine Eichel immer noch in deinem Mund. Das Wissen um meine reine Entladung, das Gefühl meines zuckenden Schwanzes in deinem Mund und der pure Nervenkitzel des Moments brachten das Fass bei dir ebenfalls zum Überlaufen: Noch während du mich gierig bis zum letzten Tropfen ausgesaugt hast, zuckten in dir selbst alle Muskeln in einem heftigen, lautlosen Orgasmus zusammen, der deinen ganzen Körper erfasste.
Als wir schließlich zur Landung ansetzten, lagen wir völlig erschöpft und eng aneinander gekuschelt da. Die Distanz vom ersten Tag lag endgültig weit hinter uns im Mittelmeer.
Kommentare
Danke für diese wunderschöne Geschichte einer eingeschlafenen Liebe, die wieder erweckt wird.
Der anregende Effekt von Liebesgeräuschen im Nachbarzimmer taucht häufiger auf... besonders wenn auch die Balkontür offen steht.... zum näheren Lauschen