Erotische Geschichten

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Rolltreppenbekanntschaft

4 von 5 Sternen
Ich war fasziniert von diesem Anblick und wünschte mir, die Rolltreppe möge kein Ende nehmen! – Nun benutzt man normalerweise so ein Ding ja nur dazu, möglichst schnell und mit möglichst wenig Kraftanstrengung von einer Etage zur anderen zu kommen, und genau zu diesem Zweck hatte auch ich sie eigentlich betreten. Nämlich um vom Erdgeschoss aus der Lebensmittelabteilung des Kaufhauses bis in die vierte Etage zum Parkdeck zu fahren, wo ich meinen Wagen stehen hatte. Nie zuvor war die Fahrt mit einer Rolltreppe genussreicher, faszinierender und prickelnder gewesen, als dieses Mal! – Gleich im Erdgeschoss war es passiert: zwei Stufen höher, unmittelbar vor meinen Augen und noch in Griffweite lockte die pure Versuchung in Form eines äußerst runden, äußerst prallen und von einem engen, schwarzen Satinrock umspannten weiblichen Hinterteils, das weiter oben in ebenso weibliche wie runde Hüften überging. Ihr Rock reichte ihr bis knapp oberhalb der Knie. Von da an abwärts präsentierten sich meinen Augen absolut perfekt geformte Waden in schwarzen, glänzenden Nylons, die in ebenso schwarzen, für eine Rolltreppe ziemlich gefährlichen, Lackpumps mit dünnen Absätzen endeten. Dass es keine dieser jegliche Erotik tötenden Strumpfhosen waren, war mir klar, denn deutlich zeichneten sich unter dem Rock die Strumpfhalter ab. –
Auch das, was ich oberhalb der Hüften erblicken konnte, erweckte mehr als nur mein Wohlgefallen, auch wenn ich es– zumindest vorerst – nur von hinten betrachten konnte. Irgendwie schien die Besitzerin dieser reizvollen Details nervös zu sein, denn ein ums andere Mal verlagerte sie ihr Gewicht von einem Bein aufs andere. Das machte diesen einmaligen An- und Ausblick nur noch reizvoller, schien es doch so, als würde das Kaufhauslicht ihre entzückenden Rundungen streicheln, auf ihnen tanzen. – Ach wie gern wäre ich doch das Licht gewesen! – Aber schließlich weiß ich, was sich gehört… oder eben nicht gehört! Man streicht eben nicht so einfach über einen – wenn auch reizvollen - weiblichen Hintern, nur weil der zufällig und in Augenhöhe vor einem auf der Rolltreppe steht! – Nein, das tut man nicht! – Oder vielleicht doch? – Nein, nein und nochmals nein! – Brems Dich -beherrsch’ Dich! - Wehe! – Oder vielleicht doch? – Nur mit einem Finger vielleicht? Vielleicht merkt sie’s gar nicht? – Schluss jetzt!
Die erste Etage war erreicht. Würde sie – genau wie ich – weiter nach oben wollen? Oder wäre hier Schluss mit optischem Genuss? – Sie bog mit sanft wiegenden Hüften nach rechts ab. Jetzt würde es sich entscheiden! Noch einmal rechts und… Ja! – Sie betrat die nächste Treppe weiter nach oben und ich folgte ihr. Diesmal ließ ich keine Stufe mehr zwischen ihr und mir und stand unmittelbar hinter ihr, so dass ich ihr Parfüm riechen konnte: „Gabriela Sabatini“, sagte mir meine Nase und die kennt sich aus! – Hmm – angenehm! – Ja, ich mag das! – Dazwischen mischte sich der Duft ihres langen, schwarzen Haares. – Auch nicht schlecht…
Und wieder war die Treppe oben angekommen. Dasselbe Spiel begann von vorn: würde sie nach rechts und dann wieder nach rechts abbiegen, um mit mir in die dritte Etage zu fahren? – Sie verließ die geriffelte Stufe, darauf achtend, dass sich bloß der Absatz ihrer Schuhe nicht verklemmte! – Rechts… rechts… und… Ja! – Noch einmal eine Rolltreppenlänge Genuss vom Feinsten! – Doch ich war nicht schnell genug. So konnte sich ein Mann zwischen uns drängen. Und dieser schien gar nicht zu bemerken, was er da vor sich hatte, auf welche Wonne er verzichtete, dieser, dieser… Ignorant weiß das – im Gegensatz zu mir – überhaupt nicht zu würdigen! Dabei: so alt ist der doch auch nicht, dass er schon jenseits von Gut und Böse wäre! Und groß war der Kerl auch noch! So groß, dass ich nicht mal einen Blick auf ihr Haar erhaschen konnte. Schade. Eine ganze Rolltreppenlänge totaler Genussverlust. Hoffentlich würde sie weiter nach oben…. Ja? – Ja!! Sie fährt weiter. Weiter mit mir in die vierte und leider letzte Etage. Dort würden sich zwangsläufig unsere Wege trennen. – Schade…
Der Kerl bog in der dritten Etage nach links ab… aufatmen… Also doch noch ein anregend prickelndes Finale! – Danke!
Wieder steht sie unmittelbar vor mir, tritt von einem Bein aufs andere, scheint mehr als nur ungeduldig. Noch einmal muss ich der mich bedrängenden Versuchung widerstehen, ihr nicht über den Hintern zu streicheln, oder wenigstens – wie aus Versehen – ihre Haare zu berühren. Doch ich schaffe das irgendwie… wenn auch nur mühsam! –
Jede Rolltreppe hat ein Ende, so leider auch die von der dritten in die vierte Etage und ich sehe es mit zunehmendem Bedauern näher kommen. Schade, schade, schade…. Da, nur noch wenige Zentimeter! - Meine Angebetete passt vielleicht einen klitzekleinen Moment nicht auf, ihr linker Absatz verklemmt in einer Rille der Treppenstufe. Und diese strebt unaufhörlich dem Punkt entgegen, wo sie unter einer Stahlplatte verschwinden wird, um – unsichtbar für die Benutzer – wieder ihren Weg nach unten anzutreten. Der Absatz nähert sich eben dieser Stelle, wo er von der Deckplatte gnadenlos abgehackt wird. Meine Schöne droht zu stolpern, zu fallen. Dabei reißt sich der Schuh von ihrem Fuß, sie schreit vor Schmerz auf, strauchelt, stolpert…. Spontan, intuitiv, ohne zu denken und natürlich ohne in diesem Moment irgendeinen Hintergedanken zu haben, packe ich zu, kriege ihren Oberarm zufassen, schlinge meinen anderen Arm um ihre Hüften, reiße sie an mich… Nähe… ganz unmittelbare Nähe. Sie hat ihr Gleichgewicht wieder gefunden, ihr Gesicht ist schmerzverzerrt, so sehe ich sie zum ersten Mal von vorn. Sie löst sich: „Danke!“, sagt sie und: „Das hätte bös ausgehen können!“ - „Haben Sie sich verletzt?“, frage ich blödsinnigerweise. „Ich glaube nicht…“ Sie versucht einen Schritt zu gehen: „Mist… mein Fuß…Ich kann nicht auftreten!“ – „Ich fahr Sie zum Arzt.“, biete ich an. – „Nicht nötig. Ich werde gleich abgeholt.“ Sie legt ihren Arm um meine Schulter, ich meinen um ihre Hüften: „Darf ich?“, fragt sie. „Klar, ich stütze sie!“ Ich verrate ihr nicht, dass ich im Moment nichts lieber auf der Welt täte, als das, was ich gerade tue. Ich spüre sie, rieche sie, schaue in ihr ebenmäßiges Gesicht mit den hohen Wangenknochen, den dunklen Augen und den vollen roten Lippen. Ihre Nasenflügel beben, sie lächelte mich dankbar an, wobei sich niedliche Grübchen in den Wangen bilden. „Meine Schwester müsste gleich hier sein.“ – Aha, kein Mann, kein Freund, nur die Schwester! – Gut! – Doch es dauert. „Kommen Sie, lassen Sie uns zu meinem Wagen gehen. Da können Sie sich hinsetzen.“ – „O.K.!“ – Doch ihre Schwester kommt immer noch nicht. Stattdessen klingelt ihr Handy: „Du kannst nicht? – Du, ich hab mich verletzt. Wo? – An der Rolltreppe….. Weiß ich nicht. Hab jedenfalls Schmerzen. Taxi? – Gut, dann muss ich mir eben ein Taxi rufen.“ Sie legt auf und ihre Lippen bilden das Wort „Sch…“ – „So, nun Schluss mit der Ziererei. Ich fahre sie. Und das tu ich gern. Und ich verspreche Ihnen, dass ich die Situation nicht ausnutzen werde. Sie können mir vertrauen, wenn es das ist…“ – „Nein, ist es nicht. Will Ihnen nur keine Scherereien machen.“ – „Papperlapapp!“
Ich drehe den Zündschlüssel, der Wagen springt an… Gang rein, die Spindel des Parkhauses runter und ab zur nahe gelegenen Unfallklinik. Ich helfe ihr aus dem Auto, lege ihren Arm um meinen Hals, packe sie und trage sie in die Aufnahme. Welch süße Last! Wieder ein dankbares Lächeln, als ich sie vorsichtig wie kostbares Porzellan auf eine Liege gleiten lasse. „Danke, vielen, vielen Dank für ihre Hilfe!“ Ich lüge nicht, als ich ihr sage: „Dafür nicht. Es war mir eine Freude. Ich warte jetzt auf die Diagnose, wenn’s recht ist.“ – „Nein, nein, ich habe Ihnen schon Umstände genug gemacht und stehe in Ihrer Schuld.“ – „Ach was! – Schließlich brauchen sie hinterher doch jemanden, der Sie nach Hause fährt!“ – „Ach, da nehm’ ich mir ein Taxi.“ – „Nichts da. Was ich einmal angefangen habe, das führe ich auch zu Ende!“ Erst als ich es gesagt habe, wird mir die Doppeldeutigkeit meiner Worte klar, von der sie allerdings keine Ahnung hat. Dass ich die Gunst des Schicksals, die für sie leider mit Schmerzen und einem kaputten Schuh verbunden ist, fest entschlossen bin, beim Schopf zu packen, davon kann sie nichts ahnen… soll sie auch nicht… noch nicht! – Sie wird in den Behandlungsraum geschoben, die Tür schließt sich, ich warte…
Es dauert lange wie ich finde. Ungeduldig schaue ich auf die Uhr… Was? Fünf Minuten erst? Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, als sie nach einer viertel Stunde, gestützt auf Krücken und mit dickem Verband, wieder herauskommt: „Gott sei Dank nur gezerrt. Sonst nichts weiter.“, sagt sie und wirkt erleichtert. „Schmerzen?“ – „Geht so… zu ertragen. – Aber Sie brauchen mich wirklich nicht zu fahren!“ – „Ich sagte doch: was ich anfange, das bringe ich auch zu Ende!“ – „Sind Sie immer so stur?“ – „Nein. Aber manchmal… Und wohin darf ich das „gefallene Mädchen“ bringen?“ Mein Scherz kommt an – sie lacht! – Sie ist noch schöner, wenn sie lacht… wunderschön… mit ihren Grübchen und den blitzenden Zähnen zwischen lockend roten Lippen. „Bitte zur Ludwigstrasse 11, mein Retter!“, sagt sie mit verstellter Stimme, die klingt, als würde eine englische Lady mit ihrem Butler reden. Sie ist also schon wieder zu Scherzen aufgelegt – gut so! -
„Sie brauchen mich wirklich nicht die Treppe hoch zu tragen.“, meint sie, als ich ihr kommentarlos aus dem Wagen helfe und auf den Arm nehme. „Was ich anfa…“ – „Das führen Sie auch zu Ende – O.K., ich habe verstanden. Aber ich wohne in der zweiten Etage!“ – „Und?“ – „Ich mein’ ja nur…“ Sie kann nicht wissen, dass ich nie zuvor eine süßere Last in die zweite Etage eines Hauses getragen habe. Sie schlingt beide Arme um meinen Hals und legt ihren Kopf an meine Schulter. – Oh Gott, lass die Treppe niemals enden! – Wieder eine Treppe, schmunzele ich in mich hinein. Wieder eine schöne, lange Treppe. Und ohne irgendeinen Typen zwischen uns. - Im Gegenteil: so nah, wie man sich nur nah sein kann…
Als wir in ihrem gemütlichen Wohnzimmer sitzen, Kaffee trinken und dazu Kekse knabbern, meint sie: „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen bin.“ – Ich warte auf die alles entscheidende Frage, deren Antwort es mir möglich machen würde, es nicht nur bei diesem einen Treffen belassen zu müssen, und sie kommt tatsächlich, die ersehnte Frage: „Wie kann ich das nur wieder gut machen?“ – „Ich wüsste da was!“ – „Lassen Sie’s mich wissen!“ – „Lassen Sie mich die nächsten Tage, bis Sie wieder laufen können, Ihr Fahrer, Butler, Einkäufer, Pfleger oder sonst was sein. Ich hab Urlaub und sowieso nichts Besseres vor!“ – Wieder dieses Lachen, das mich verzaubert, das einen gestandenen Mann zum Deppen machen kann, ihn Dinge tun lässt, die er ohne dies Lachen niemals täte. „Sind Sie immer so selbstlos?“ – Wenn sie wüsste, wie egoistisch und keineswegs selbstlos ich bin… Ich fasse Mut: „Nein, nur manchmal. Aber Sie zu bedienen, Ihnen zu helfen, Sie ein bisschen zu bemuttern, solange, bis Sie wieder auf den Beinen sind, das ist nicht selbstlos.“ – „Nicht? – Was dann?“ – „Egoistisch!“ – „Egoistisch?“ – „Ja, egoistisch, denn ich genieße Ihre Nähe in vollen Zügen und kann mir im Moment nichts Schöneres vorstellen, als um Sie zu sein, mich um Sie zu sorgen und Sie zu verwöhnen.“ Sie wurde tatsächlich ein wenig rot… „Komisch… ich genieße es auch, von Ihnen… von Dir umsorgt zu werden.“ – Wenn sie vom „Sie“ zum „Du“ wechseln kann, dann kann ich’s auch:“ Was kann ich Dir denn jetzt noch Gutes tun? Essen machen? – Einkaufen? – Staubsaugen? – Wäsche waschen? – Bügeln?“ – „Was? – Das kannst Du alles?“ – „Ein Single, auch ein männlicher, sollte das alles können. Und ich kann’s!“ – „Du kannst bleiben.“, sagte sie. Und ich blieb…. Eine lange Zeit…

  • Geschrieben von Kurt
  • Veröffentlicht am 13.12.2017
  • Gelesen: 10992 mal

Kommentare

  • Lovedate (nicht registriert) 14.12.2017 00:58

    Das war eine schöne, sinnliche, leidenschaftliche, berührende, herzerwärmende & geschmackvolle Geschichte, danke.
    LG

  • Bernd (nicht registriert) 14.12.2017 10:34

    Ich kann mich lovedate nur anschließen.
    Sehr schön.

  • Sonnenblume14.12.2017 22:53

    Profilbild von Sonnenblume

    Sehr schön. Und es befeuert das kopfkino, was die beiden wohl in der langen anschließenden Zeit gemacht haben könnten

  • Blackraven7820.10.2019 17:17

    Profilbild von Blackraven78

    Richtig gut und so authentisch!

    5 Sterne von mir.

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