„A-Ra‘in! A-Ra‘in!“ rief er und betrat den Garten mit erhobenen Händen an der Stelle, an der die Gartenmauer schon vor langer Zeit eingestürzt sein musste. Es fühlte sich merkwürdig an etwas so banales in diesen paradiesischen Garten zu rufen. Aber das war es was die Seherin in der Stadt ihm gesagt hatte. Das Passwort, welches ihm den Zutritt zu dieser magische Stätte erlauben würde.
Noch war der Himmel hell, doch die Sonne neigte sich bereits dem westlichen Horizont entgegen und die bis dahin gleißendere Strahlen begannen den Abendhimmel und die wie Wellenschaum am Himmel verteilten Wölkchen blutrot zu Färben. Der flache Tempelbau mit den kleinen Zinnen auf der anderen Seite des Gartens warf einen scharfen Schatten in seine Richtung. Die lehmverputzten Wände waren im Dunkel farblos und der große Eingang nur als Schemen zu erkennen.
Er kniff die Augen zusammen, um gegen die Sonnenstrahlen etwas in den Schatten erkennen zu können.
Er wusste, dass sie da war. Dort im Tempel, vielleicht im Schatten der Tür. Sie beobachtete ihn. Er konnte ihren prüfenden Blick auf sich spüren.
Langsam, Schritt für Schritt, bewegte er sich in Richtung Tempeleingang. Die Zikaden erfüllten die warme Luft mit einem an- und abschwellenden Singsang. Ein Schweißtropfen lief ihm über das Gesicht. Er wischte ihn achtlos weg, den Blick nur auf den Tempel gerichtet. Nach der monatelangen Reise lag sein Ziel endlich vor ihm. Sein Herz schlug wild unter dem staubroten Baumwollhemd.
Er hörte ein metallisches Klicken aus dem Schatten vor ihm.
„A-Ra‘in!“ entfuhr es ihm reflexartig. Er blieb stehen und reckte die Hände etwas höher in die Luft.
„Bitte! Ich bin unbewaffnet! Man sagte mir in der Stadt, dass ich dich hier finden kann. Ich bin weit gereist, um dich zu treffen. Ich heiße Paul und ich brauche deine Hilfe!“
Er schämte sich etwas dafür, wie die Worte aus ihm heraussprudelten. Er war nervös, aufgeregt. So viele Gedanken hatte er sich um dieses Treffen gemacht, so viel Hoffnung darauf gesetzt. Die Anspannung in seinem Körper drohte ihn zu überwältigen.
Aus dem Schatten hörte er eine Bewegung. Ein Rascheln wie von Stoff. Vielleicht leise Schritte von weichen Schuhen auf sandigen Steinen.
Dann wieder Stille. Nur die Zikaden begleiteten ihn während die Schatten länger wurden und von Osten ein leichter Abendwind aufkam. Der Wind Strich über sein klammes Hemd und ließ ihn kurz Schaudern. Es fühlte sich an wie eine warme Hand, die ihn unmissverständlich vorwärts befahl.
Er nahm allen Mut zusammen und ging weitere Schritte auf den Tempel zu. An der Spitze des Schattens blieb er stehen. Diese Grenze zu überschreiten traute er sich noch nicht.
Er konnte jetzt erkennen, dass die Tür zum Tempel weit offen stand. Im inneren brannten einige Kerzen und warfen einen flackernden Schein auf goldene Ornamente.
„Du kannst die Hände ruhig runternehmen.“
Er zuckte zusammen und sein Kopf schnellte nach Rechts.
Er war so fokussiert gewesen auf den Tempel, dass er wohl sonst nichts mehr wahrgenommen hatte. Er verfluchte sich selbst und der Schreck hatte seinem ohnehin schnell schlagenden Herzen nochmal einen Tritt versetzt. Jetzt pochte es irgendwo knapp unter seinem Adamsapfel als wollte es seinen Körper verlassen. Der lange Weg, die Hitze, die Zikaden, die Anspannung. Er fühlte sich desorientiert und schwindlig.
Sie lehnte mit verschränkten Armen entspannt an der großen Palme, die keine zehn Fuß von ihm entfernt wie der König des Gartens alles überthronte. Ein verschmitztes Lächeln spielte um ihren Mund. Es schien ihr Freude zu bereite. Ihn so verwirrt und erschrocken dort stehen zu sehen.
Der Abendwind ließ die langen braunen Haare um ihr Gesicht flattern. Sie trug ein dünnes, fast durchsichtiges Seidenkleid, das ihren schlanken Körper im Wind wie flüssiger Stoff umspielte. Er meinte unter der Bewegung ihren Körper erkennen zu können. Lange schlanke Beine, eine sanfte Hüfte, die keck nach außen gedreht war. Über ihren verschränkten Armen zeichneten sich kleine Brüste mit knopfgroßen, dunklen Brustwarzen ab. Ihr Gesicht war wunderschön, ein lieblicher Mund und von der Hitze leicht gerötete Wangen.
Er blickte ihr in die dunklen Augen und errötete. Hatte er gestarrt? Hatte sie seinen prüfenden Blick wahrgenommen? Schnell sah er zu Boden. Ihm war unangenehm warm wie er so dastand in der Abendsonne, langsam die Arme sinken ließ und sich ihrem Blick vollkommen ausgeliefert fühlte.
Sie löste sich von der Palme und trat auf den Weg. Einige Schritte vor ihm blieb sie stehen und blickte ihn unverwandt an.
„Selten findet jemand meinen Garten. Noch seltener wagt er es ihn zu betreten und noch nie hat es jemand geschafft mein Interesse zu wecken. Wer bist du und woher kennst du das Wort der Losung?“ fragte sie herausfordernd.
Ihre Stimme war sanft. Sie schwamm auf dem Meer der Zikaden und obwohl sie nicht laut sprach, verstand er jedes Wort so klar als hätte sie es in sein Ohr geflüstert. Er fühlte, dass das keine Frage gewesen war sondern ein Befehl. Er befand sich jetzt in ihrem Reich. Sie war die Königin hier und er der Bittsteller.
„Ich bin Paul.“ Er zögerte. Jetzt wo er vor ihr stand wirkte alles was er zu sagen hatte banal und unwichtig.
„Ich bin lange gereist um dich zu treffen. Ich brauche deine Hilfe.“
„Das sagtest du bereits.“ unterbrach sie ihn. „Woher kennst du das Wort?“ ihre Stimme war noch immer weich, aber er hörte jetzt eine Ungeduld und Anspannung darin mitschwingen.
„Ich… Ich habe die Prüfungen abgelegt und wurde zur Seherin vorgelassen.“ er machte eine Pause. „Sie hat mit den Weg zu diesem Ort gewiesen und das Wort gesagt.“
„Du hast die Prüfungen bestanden?“ Sie klang überrascht, aber immer noch zurückhaltend. Sie stand reglos mit verschränkten Armen vor ihm auf dem Weg. Der Wind bewegte ihr Haar und das Kleid umspielte ihren Körper wie ein Wasserfall.
„Ja“ antwortete er.
Die Sekunden tropften wie zäher Honig im Stundenglas, während sie ihn weiter unbewegt musterte. Er blickte sie abwartend an. Die Sonne war fast hinter dem Horizont verschwunden und die Dunkelheit der Nacht kroch von allen Seiten in den Garten.
Er sah ein Glitzern in ihren Augen aufscheinen. Ein Mundwinkel zuckte zu einem kleinen Lächeln. Lachfältchen zeigten sich um Ihre Augen als das Lächeln größer wurde und ihr ganzes Gesicht erfüllte. „Na dann wollen wir mal herausfinden warum du hier bist.“ summte sie im Einklang mit den Zikaden. Die Starre löste sich und sie lies die verschränkten Arme sinken.
„Komm mit!“ befahl sie ihm und und kehrte sich ohne einen weiteren Blick, um zum Tempeleingang zu gehen.
Er fühlte sich wie verzaubert und folgte ihr scheinbar willenlos. Seine Beine liefen ohne, dass es sein eigener Antrieb war, der sie bewegte.
Mit wenig Abstand stiegen sie die wenigen Stufen zum Tempeleingang hinauf.
Im Inneren war es fast komplett dunkel. Er konnte fast nichts erkennen. Die Kerzen, die er von außen gesehen hatte flackerten in kleinen Alkoven ohne den Raum zu erhellen.
Er versuchte seine Umgebung zu erkennen, aber das schien aussichtslos. Wo war sie hin? Er konnte sie nicht mehr sehen. Es war als hätte die Dunkelheit sie verschluckt. Alleine stand er still auf der Stelle. Sein Atem erschien ihm plötzlich laut. Die Zikaden waren hier drinnen nur noch als fernes Rauschen wahrzunehmen.
Wo sollte er hin?
Plötzlich und ohne jedes Geräusch erschien sie neben ihm und griff nach seiner Hand. Ihre Finger glitten zwischen seine und sie zog ihn nach rechts in die Dunkelheit. Da er selbst nichts erkennen konnte, musste er ihr folgen. Sie zog ihn durch eine schmale Tür in einen anderen Raum, der noch dunkler erschien. Es gab keine Fenster in diesem Tempel und kein Licht drang von außen herein. Sie ließ seine Hand los und wandte sich zur Seite. Dort entzündete sie eine Laterne und der flackernde Schein erhellte den kleinen Raum.
In der Mitte des Raumes war eine breite Matte mit Kissen ausgebreitet. Die Wände waren angefüllt mit Regalen in denen hunderte von Büchern ruhten.
Sie drehte sich wieder zu ihm um und streckte eine Hand nach ihm aus. Ohne zu zögern ergriff er die ausgestreckte Hand und wurde von ihr näher gezogen. Erst jetzt merkte er, dass sie das seidene Kleid zu Boden hatte sinken lassen. So stand sie vollkommen nackt vor ihm im Kerzenschein. Das Licht umspielte ihre weibliche Form und tanzte auf den spitz aufragenden Brüsten. Sie lächelte ihn an und zog ihn näher zu sich.
„Wenn du es so weit geschafft hast, dann weißt du was zu tun ist, um den Fluch von dir zu heben.“ sagte sie und zog ihn noch näher an sich heran.
Ja, er wusste was notwendig war und er ließ sich von ihr führen. Sie half ihm sich zu entkleiden. Jede ihrer Berührungen brannte wie Nesseln auf seiner Haut. Er spürte wie ihr Blick über seine Brust zu seiner Scham wanderte und vernahm ein leises Glucksen aus ihrer Kehle. Er war ganz in ihrem Bann gefangen.
Gemeinsam gingen sie hinüber zur Matte und legten sich hin. Ihre Gesichter waren nah beieinander und sie legte eine Hand auf seine Wange. Sanft zog sie ihn näher zu sich bis sich ihre Gesichter fast berührten. Ihr Mund öffnete sich leicht als sie sich zum Kuss zu ihm neigte. Er streckte sich ihr entgegen und nahm den Kuss auf. Sanft pressten sich ihre Lippen aufeinander. Langsam, zaghaft berührte ihre Zunge die seine. Wie ein elektrischer Funke durchzog es ihn und er fühlte ein knistern in den Lenden. Seine Lust war geweckt und seine Willenlosigkeit wie weggespült. Er griff ihren Arm und zog sie an sich heran. Ihre Körper berühren sich und er drückte sich an sie. Die Küsse wurden intensiver und die Zungen verloren jede Zurückhaltung. Mit seiner Hand erforschte er ihren Körper. Strich über ihre Haare und fuhr ihren Rücken hinunter. Sanft glitt sie über ihre Hüfte bis zum Po. Dort verweilte sie und liebkoste die weibliche Rundung.
Mit einem kräftigen Ruck zog er ihre Hüfte zu sich und sie spürte seine erwachte Männlichkeit zwischen sich.
Sie löste ihre Hand von seinem Gesicht und ließ sie nach unten gleiten. Dort umschloss sie seinen Schaft mit festem Griff. Er stöhnte überrascht auf und krallte sich in ihren Po. Sanft aber bestimmt begann sie seine Erregung zu massieren. Er fühlte wie alle Sorgen der Reise und alle Hemmungen verflogen. Jetzt und hier gab es nur sie und ihn. Die Welt bestand nur aus diesem Raum. Die Bücher waren der Himmel und die Matte die Erde. Eng umschlungen rieben sich ihre Körper aneinander. Er keuchte, vollständig eingenommen von der Wahrnehmung ihrer Hand an seinem Glied.
Dann drückte sie ihn zurück, so dass er auf den Rücken rollte. Seine Pracht stand aufgereckt im Kerzenschein. Mit einer sanften Bewegung schwang sie ein Bein über ihn und stemmte sich auf ihn. Er griff ihre Hüfte mit beiden Händen und schob sie nach hinten. Sie widerstand ihm zunächst und ließ sich nicht nach unten schiebe. Doch dann spürte er wie ihr Köper nachgab und sie auf seinem Becken nach hinten glitt.
Sie verschmolzen zu einem glitzernden Knäuel aus Armen und Beine als er in sie eindrang. Sie stöhnte hell auf, als sie von seiner Männlichkeit ausgefüllt wurde und sie ihn tief in sich eindringen spürte.
Langsam begann sie sich vor und zurück zu bewegen. Die Hände auf seinen Brustkorb gestützt kreiste ihre Hüfte über seinem Becken. Mit gierigen Schwüngen ließ sie ihn wieder und wieder tief in sie eindringen. Er spürte wie ihre warme Weiblichkeit ihn feucht und eng umschloss. Wie ihre Muskeln sich pulsierend an ihm auf und ab bewegten. Mit jedem Stoß ihres Beckens fühlte er sich näher an den Abgrund der Lust getrieben, der sie beide zu verschlingen drohte. Der Raum war erfüllt von den Lauten der Raserei. Sein gutturales Stöhnen hallte tierisch von den bebücherten Wänden und vermengte sich mit ihren spitzen Schreien.
Schweiß tropfte auf ihn als er begann der kreisenden Hüfte mit eigenen, kräftigen Stößen zu begegnen. Die Kraft seiner Bewegungen lies sie aufschreien. Wieder und wieder trieb seine Hüfte sie nach vorne. Ihre kleinen Brüste bebten unter den Stößen und kleine Schweißperlen bildeten sich an ihren Knospen bevor sie herabfielen. Die Flut der Lust trieb sie unnachgiebig auf den Höhepunkt zu. Längst waren sie viel zu weit vom Ufer entfernt um umkehren oder aufhören zu können. Seine kräftigen Arme umschlossen ihren Oberkörper während sein Schaft ein ums andere Mal in ihre Weiblichkeit eindrang. Die Intensität seiner Bewegungen trieben sie vor sich her. Ihre Hüfte hatte aufgehört zu kreisen und mit verzweifelter Kraft krallte sie sich in die Kissen neben ihm. Jeder Stoß schob sie näher an den Abgrund der Lust. Sie wollte loslassen, hinabstürzen und von der Welle der Erleichterung begraben werden. Mit einem letzten, gewaltigen Stoß spürte sie wie sein Samen sich in ihr ergoß. Das trieb sie über die Klippe und sie stürzte, verzweifelnd um sich greifend in die schwarze Tiefe. Die Zeit stand still und die Welt löste sich vor ihren Augen auf. Alle Muskeln in ihrem Körper verkrampften als eine unglaubliche Welle der Lust über ihr zusammenschlug.
Die Stille im Zimmer war ohrenbetäubend. Kein Laut, keine Zikade war mehr zu hören. Nur das schnaufende Atmen des völlig erschöpften Paares.
Er spürte wie der Fluch, der sein Herz gefangen gehalten hatte sich löste und wie eine Krähe im Nebelmorgen davon flog. Er war wieder frei und genau da wo er sein sollte.
Ende
Noch war der Himmel hell, doch die Sonne neigte sich bereits dem westlichen Horizont entgegen und die bis dahin gleißendere Strahlen begannen den Abendhimmel und die wie Wellenschaum am Himmel verteilten Wölkchen blutrot zu Färben. Der flache Tempelbau mit den kleinen Zinnen auf der anderen Seite des Gartens warf einen scharfen Schatten in seine Richtung. Die lehmverputzten Wände waren im Dunkel farblos und der große Eingang nur als Schemen zu erkennen.
Er kniff die Augen zusammen, um gegen die Sonnenstrahlen etwas in den Schatten erkennen zu können.
Er wusste, dass sie da war. Dort im Tempel, vielleicht im Schatten der Tür. Sie beobachtete ihn. Er konnte ihren prüfenden Blick auf sich spüren.
Langsam, Schritt für Schritt, bewegte er sich in Richtung Tempeleingang. Die Zikaden erfüllten die warme Luft mit einem an- und abschwellenden Singsang. Ein Schweißtropfen lief ihm über das Gesicht. Er wischte ihn achtlos weg, den Blick nur auf den Tempel gerichtet. Nach der monatelangen Reise lag sein Ziel endlich vor ihm. Sein Herz schlug wild unter dem staubroten Baumwollhemd.
Er hörte ein metallisches Klicken aus dem Schatten vor ihm.
„A-Ra‘in!“ entfuhr es ihm reflexartig. Er blieb stehen und reckte die Hände etwas höher in die Luft.
„Bitte! Ich bin unbewaffnet! Man sagte mir in der Stadt, dass ich dich hier finden kann. Ich bin weit gereist, um dich zu treffen. Ich heiße Paul und ich brauche deine Hilfe!“
Er schämte sich etwas dafür, wie die Worte aus ihm heraussprudelten. Er war nervös, aufgeregt. So viele Gedanken hatte er sich um dieses Treffen gemacht, so viel Hoffnung darauf gesetzt. Die Anspannung in seinem Körper drohte ihn zu überwältigen.
Aus dem Schatten hörte er eine Bewegung. Ein Rascheln wie von Stoff. Vielleicht leise Schritte von weichen Schuhen auf sandigen Steinen.
Dann wieder Stille. Nur die Zikaden begleiteten ihn während die Schatten länger wurden und von Osten ein leichter Abendwind aufkam. Der Wind Strich über sein klammes Hemd und ließ ihn kurz Schaudern. Es fühlte sich an wie eine warme Hand, die ihn unmissverständlich vorwärts befahl.
Er nahm allen Mut zusammen und ging weitere Schritte auf den Tempel zu. An der Spitze des Schattens blieb er stehen. Diese Grenze zu überschreiten traute er sich noch nicht.
Er konnte jetzt erkennen, dass die Tür zum Tempel weit offen stand. Im inneren brannten einige Kerzen und warfen einen flackernden Schein auf goldene Ornamente.
„Du kannst die Hände ruhig runternehmen.“
Er zuckte zusammen und sein Kopf schnellte nach Rechts.
Er war so fokussiert gewesen auf den Tempel, dass er wohl sonst nichts mehr wahrgenommen hatte. Er verfluchte sich selbst und der Schreck hatte seinem ohnehin schnell schlagenden Herzen nochmal einen Tritt versetzt. Jetzt pochte es irgendwo knapp unter seinem Adamsapfel als wollte es seinen Körper verlassen. Der lange Weg, die Hitze, die Zikaden, die Anspannung. Er fühlte sich desorientiert und schwindlig.
Sie lehnte mit verschränkten Armen entspannt an der großen Palme, die keine zehn Fuß von ihm entfernt wie der König des Gartens alles überthronte. Ein verschmitztes Lächeln spielte um ihren Mund. Es schien ihr Freude zu bereite. Ihn so verwirrt und erschrocken dort stehen zu sehen.
Der Abendwind ließ die langen braunen Haare um ihr Gesicht flattern. Sie trug ein dünnes, fast durchsichtiges Seidenkleid, das ihren schlanken Körper im Wind wie flüssiger Stoff umspielte. Er meinte unter der Bewegung ihren Körper erkennen zu können. Lange schlanke Beine, eine sanfte Hüfte, die keck nach außen gedreht war. Über ihren verschränkten Armen zeichneten sich kleine Brüste mit knopfgroßen, dunklen Brustwarzen ab. Ihr Gesicht war wunderschön, ein lieblicher Mund und von der Hitze leicht gerötete Wangen.
Er blickte ihr in die dunklen Augen und errötete. Hatte er gestarrt? Hatte sie seinen prüfenden Blick wahrgenommen? Schnell sah er zu Boden. Ihm war unangenehm warm wie er so dastand in der Abendsonne, langsam die Arme sinken ließ und sich ihrem Blick vollkommen ausgeliefert fühlte.
Sie löste sich von der Palme und trat auf den Weg. Einige Schritte vor ihm blieb sie stehen und blickte ihn unverwandt an.
„Selten findet jemand meinen Garten. Noch seltener wagt er es ihn zu betreten und noch nie hat es jemand geschafft mein Interesse zu wecken. Wer bist du und woher kennst du das Wort der Losung?“ fragte sie herausfordernd.
Ihre Stimme war sanft. Sie schwamm auf dem Meer der Zikaden und obwohl sie nicht laut sprach, verstand er jedes Wort so klar als hätte sie es in sein Ohr geflüstert. Er fühlte, dass das keine Frage gewesen war sondern ein Befehl. Er befand sich jetzt in ihrem Reich. Sie war die Königin hier und er der Bittsteller.
„Ich bin Paul.“ Er zögerte. Jetzt wo er vor ihr stand wirkte alles was er zu sagen hatte banal und unwichtig.
„Ich bin lange gereist um dich zu treffen. Ich brauche deine Hilfe.“
„Das sagtest du bereits.“ unterbrach sie ihn. „Woher kennst du das Wort?“ ihre Stimme war noch immer weich, aber er hörte jetzt eine Ungeduld und Anspannung darin mitschwingen.
„Ich… Ich habe die Prüfungen abgelegt und wurde zur Seherin vorgelassen.“ er machte eine Pause. „Sie hat mit den Weg zu diesem Ort gewiesen und das Wort gesagt.“
„Du hast die Prüfungen bestanden?“ Sie klang überrascht, aber immer noch zurückhaltend. Sie stand reglos mit verschränkten Armen vor ihm auf dem Weg. Der Wind bewegte ihr Haar und das Kleid umspielte ihren Körper wie ein Wasserfall.
„Ja“ antwortete er.
Die Sekunden tropften wie zäher Honig im Stundenglas, während sie ihn weiter unbewegt musterte. Er blickte sie abwartend an. Die Sonne war fast hinter dem Horizont verschwunden und die Dunkelheit der Nacht kroch von allen Seiten in den Garten.
Er sah ein Glitzern in ihren Augen aufscheinen. Ein Mundwinkel zuckte zu einem kleinen Lächeln. Lachfältchen zeigten sich um Ihre Augen als das Lächeln größer wurde und ihr ganzes Gesicht erfüllte. „Na dann wollen wir mal herausfinden warum du hier bist.“ summte sie im Einklang mit den Zikaden. Die Starre löste sich und sie lies die verschränkten Arme sinken.
„Komm mit!“ befahl sie ihm und und kehrte sich ohne einen weiteren Blick, um zum Tempeleingang zu gehen.
Er fühlte sich wie verzaubert und folgte ihr scheinbar willenlos. Seine Beine liefen ohne, dass es sein eigener Antrieb war, der sie bewegte.
Mit wenig Abstand stiegen sie die wenigen Stufen zum Tempeleingang hinauf.
Im Inneren war es fast komplett dunkel. Er konnte fast nichts erkennen. Die Kerzen, die er von außen gesehen hatte flackerten in kleinen Alkoven ohne den Raum zu erhellen.
Er versuchte seine Umgebung zu erkennen, aber das schien aussichtslos. Wo war sie hin? Er konnte sie nicht mehr sehen. Es war als hätte die Dunkelheit sie verschluckt. Alleine stand er still auf der Stelle. Sein Atem erschien ihm plötzlich laut. Die Zikaden waren hier drinnen nur noch als fernes Rauschen wahrzunehmen.
Wo sollte er hin?
Plötzlich und ohne jedes Geräusch erschien sie neben ihm und griff nach seiner Hand. Ihre Finger glitten zwischen seine und sie zog ihn nach rechts in die Dunkelheit. Da er selbst nichts erkennen konnte, musste er ihr folgen. Sie zog ihn durch eine schmale Tür in einen anderen Raum, der noch dunkler erschien. Es gab keine Fenster in diesem Tempel und kein Licht drang von außen herein. Sie ließ seine Hand los und wandte sich zur Seite. Dort entzündete sie eine Laterne und der flackernde Schein erhellte den kleinen Raum.
In der Mitte des Raumes war eine breite Matte mit Kissen ausgebreitet. Die Wände waren angefüllt mit Regalen in denen hunderte von Büchern ruhten.
Sie drehte sich wieder zu ihm um und streckte eine Hand nach ihm aus. Ohne zu zögern ergriff er die ausgestreckte Hand und wurde von ihr näher gezogen. Erst jetzt merkte er, dass sie das seidene Kleid zu Boden hatte sinken lassen. So stand sie vollkommen nackt vor ihm im Kerzenschein. Das Licht umspielte ihre weibliche Form und tanzte auf den spitz aufragenden Brüsten. Sie lächelte ihn an und zog ihn näher zu sich.
„Wenn du es so weit geschafft hast, dann weißt du was zu tun ist, um den Fluch von dir zu heben.“ sagte sie und zog ihn noch näher an sich heran.
Ja, er wusste was notwendig war und er ließ sich von ihr führen. Sie half ihm sich zu entkleiden. Jede ihrer Berührungen brannte wie Nesseln auf seiner Haut. Er spürte wie ihr Blick über seine Brust zu seiner Scham wanderte und vernahm ein leises Glucksen aus ihrer Kehle. Er war ganz in ihrem Bann gefangen.
Gemeinsam gingen sie hinüber zur Matte und legten sich hin. Ihre Gesichter waren nah beieinander und sie legte eine Hand auf seine Wange. Sanft zog sie ihn näher zu sich bis sich ihre Gesichter fast berührten. Ihr Mund öffnete sich leicht als sie sich zum Kuss zu ihm neigte. Er streckte sich ihr entgegen und nahm den Kuss auf. Sanft pressten sich ihre Lippen aufeinander. Langsam, zaghaft berührte ihre Zunge die seine. Wie ein elektrischer Funke durchzog es ihn und er fühlte ein knistern in den Lenden. Seine Lust war geweckt und seine Willenlosigkeit wie weggespült. Er griff ihren Arm und zog sie an sich heran. Ihre Körper berühren sich und er drückte sich an sie. Die Küsse wurden intensiver und die Zungen verloren jede Zurückhaltung. Mit seiner Hand erforschte er ihren Körper. Strich über ihre Haare und fuhr ihren Rücken hinunter. Sanft glitt sie über ihre Hüfte bis zum Po. Dort verweilte sie und liebkoste die weibliche Rundung.
Mit einem kräftigen Ruck zog er ihre Hüfte zu sich und sie spürte seine erwachte Männlichkeit zwischen sich.
Sie löste ihre Hand von seinem Gesicht und ließ sie nach unten gleiten. Dort umschloss sie seinen Schaft mit festem Griff. Er stöhnte überrascht auf und krallte sich in ihren Po. Sanft aber bestimmt begann sie seine Erregung zu massieren. Er fühlte wie alle Sorgen der Reise und alle Hemmungen verflogen. Jetzt und hier gab es nur sie und ihn. Die Welt bestand nur aus diesem Raum. Die Bücher waren der Himmel und die Matte die Erde. Eng umschlungen rieben sich ihre Körper aneinander. Er keuchte, vollständig eingenommen von der Wahrnehmung ihrer Hand an seinem Glied.
Dann drückte sie ihn zurück, so dass er auf den Rücken rollte. Seine Pracht stand aufgereckt im Kerzenschein. Mit einer sanften Bewegung schwang sie ein Bein über ihn und stemmte sich auf ihn. Er griff ihre Hüfte mit beiden Händen und schob sie nach hinten. Sie widerstand ihm zunächst und ließ sich nicht nach unten schiebe. Doch dann spürte er wie ihr Köper nachgab und sie auf seinem Becken nach hinten glitt.
Sie verschmolzen zu einem glitzernden Knäuel aus Armen und Beine als er in sie eindrang. Sie stöhnte hell auf, als sie von seiner Männlichkeit ausgefüllt wurde und sie ihn tief in sich eindringen spürte.
Langsam begann sie sich vor und zurück zu bewegen. Die Hände auf seinen Brustkorb gestützt kreiste ihre Hüfte über seinem Becken. Mit gierigen Schwüngen ließ sie ihn wieder und wieder tief in sie eindringen. Er spürte wie ihre warme Weiblichkeit ihn feucht und eng umschloss. Wie ihre Muskeln sich pulsierend an ihm auf und ab bewegten. Mit jedem Stoß ihres Beckens fühlte er sich näher an den Abgrund der Lust getrieben, der sie beide zu verschlingen drohte. Der Raum war erfüllt von den Lauten der Raserei. Sein gutturales Stöhnen hallte tierisch von den bebücherten Wänden und vermengte sich mit ihren spitzen Schreien.
Schweiß tropfte auf ihn als er begann der kreisenden Hüfte mit eigenen, kräftigen Stößen zu begegnen. Die Kraft seiner Bewegungen lies sie aufschreien. Wieder und wieder trieb seine Hüfte sie nach vorne. Ihre kleinen Brüste bebten unter den Stößen und kleine Schweißperlen bildeten sich an ihren Knospen bevor sie herabfielen. Die Flut der Lust trieb sie unnachgiebig auf den Höhepunkt zu. Längst waren sie viel zu weit vom Ufer entfernt um umkehren oder aufhören zu können. Seine kräftigen Arme umschlossen ihren Oberkörper während sein Schaft ein ums andere Mal in ihre Weiblichkeit eindrang. Die Intensität seiner Bewegungen trieben sie vor sich her. Ihre Hüfte hatte aufgehört zu kreisen und mit verzweifelter Kraft krallte sie sich in die Kissen neben ihm. Jeder Stoß schob sie näher an den Abgrund der Lust. Sie wollte loslassen, hinabstürzen und von der Welle der Erleichterung begraben werden. Mit einem letzten, gewaltigen Stoß spürte sie wie sein Samen sich in ihr ergoß. Das trieb sie über die Klippe und sie stürzte, verzweifelnd um sich greifend in die schwarze Tiefe. Die Zeit stand still und die Welt löste sich vor ihren Augen auf. Alle Muskeln in ihrem Körper verkrampften als eine unglaubliche Welle der Lust über ihr zusammenschlug.
Die Stille im Zimmer war ohrenbetäubend. Kein Laut, keine Zikade war mehr zu hören. Nur das schnaufende Atmen des völlig erschöpften Paares.
Er spürte wie der Fluch, der sein Herz gefangen gehalten hatte sich löste und wie eine Krähe im Nebelmorgen davon flog. Er war wieder frei und genau da wo er sein sollte.
Ende
Kommentare
Dank an Nathaniel für diese Geschichte, die ich mit Spannung gelesen und auf die Erotik gewartet habe.
Für mich: gelungen!
Da gibt es ja ein riesiges Feld für historische oder erotische Phantasie/Traumerzählungen. Wie mag Cleopatra Caesar verführt haben? Die heiligen Fruchtbarkeitsriten der Tempelpriesterinnen der Sumerer ... Der Gruppensex bei den Phillisterriten, die griechisch/römischen Bachanalien.