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Veröffentlicht von EstherMontanus am 30.09.2026

Der Jäger und das Wild - Kapitel 2 "Die Jad"

367 mal gelesen 0 Kommentare 24 - 29 Min. Lesezeit
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Kapitel 2 – Die Jagd


Am nächsten Abend trafen sich die Iron Dogs, wie sich die Biker aus dem Diner nannten, auf Jakes ehemaliger Rinderranch, die seit Jahrzehnten nicht mehr bewirtschaftet wurde. Diese lag zwanzig Meilen nördlich von Van Horn am Rande der Chihuahua-Wüste. Jake hatte die Motorradwerkstatt, die er dort betrieb, bereits geschlossen. Nun wartete er auf seine Freunde vor dem alten Hauptgebäude, das im mexikanischen Pueblo-Stil gebaut war. Es war mit Lehm verputzt und hatte die dort typischen schmalen, länglichen Fensterschlitze und Holzläden, um die heiße Sonne draußen zu halten.
Einer nach dem anderen tauchten die Biker aus Staubwolken auf. Jake, der Präsident des Clubs, begrüßte seine Männer mit Handschlag. Der letzte war Billy. Er gab zwar Jake High Five, sah aber dabei ausgesprochen missmutig aus. Jake grinste: „Billy, altes Schlachtross, immer noch angefressen, dass dich die Kleine flachgelegt hat und nicht du sie?"

Billy verzog das Gesicht: „Echt Jake? Du stoppst Henry und Bull, um dann die Kleine anzubaggern. Wie stehe ich denn jetzt da? Der Tusse müssen wir noch beibringen, was es heißt, sich mit einem Iron Dog anzulegen!"

„Komm erst mal rein. Es gibt Pulled-Pork-Burger, Coleslaw und ein kühles Bud!", Jake versuchte, diplomatisch zu sein. Billy grummelte irgendetwas Unverständliches in seinen Bart und folgte Jake in das Hauptgebäude.

Die Biker hatten sich in dem großen Esszimmer an eine ewig lange Tafel gesetzt. Der schwere Tisch dominierte den Raum. Die Decke wurde von massiven Deckenbalken gehalten, die über die Jahrzehnte von Beize und Rauch tiefschwarz gefärbt worden waren. An den weiß gekalkten Wänden hingen ein paar Ölgemälde der Vorbesitzer, die noch aus dem neunzehnten Jahrhundert stammten. Ein ausladender radförmiger Kronleuchter hing mittig über dem Tisch. Auf den Bodendielen lagen dünne Teppiche mit typischen Navajo-Mustern. An einer der beiden Stirnseiten befand sich ein großer offener Kamin, der aber nicht befeuert war. Hörner von Longhorns an den Wänden komplettierten die Einrichtung. Hier schien die Zeit stillzustehen und man erwartete unwillkürlich, dass Sporen klirrten und Clint Eastwood durch die Tür kam.

Die zwei Prospects des Clubs trugen das Essen und die Getränke auf. Die Biker aßen und tranken. Die Atmosphäre entspannte sich und auch Billys Stimmung stieg. Billy war allerdings immer noch nicht zufrieden. Er sprach Jake an: „Prez, noch mal wegen gestern Abend. Wir stehen jetzt ziemlich belämmert da. Niemand nimmt mehr die Iron Dogs ernst, wenn wir uns das gefallen lassen. Ich finde, wir müssten dieser Anwältin eine Abreibung verpassen!"

Es gab zustimmendes Gemurmel von weiteren Bikern.

Jakes Augen wurden schmaler: „Billy, ich finde es in der Tat richtig Scheiße, wenn mein Enforcer öffentlich auf die Fresse gelegt wird. Aber Du hast die Scheiße gebaut. Ehrlich, wie bescheuert ist das denn, mitten in einem öffentlichen Diner eine Anwältin so anzumachen? Auf Deine Sprüche hätte doch allenfalls eine cracksüchtige Straßennutte reagiert, geschweige denn so ein High-Society-Girl."
„Ich konnte doch nicht wissen, dass das eine Anwältin ist!“, hielt Billy dagegen.

„Sag mal Billy, bist Du so blöd oder tust Du nur so? Darauf kommt es doch nicht an, ob die Anwältin oder Unternehmensberaterin oder sonst was ist. Aber Du hast doch gesehen, dass die nicht aus unseren Kreisen kommt und es war klar, dass die Dir kaum freudestrahlend um den Hals fällt, wenn Du sie mit Bierfahne anbaggerst und von ****en redest!“, Jake wurde ob dieser Begriffsstutzigkeit langsam sauer.
„Jake, nun gib mal nicht den Frauenversteher. Du bist doch auch scharf auf die und kein Kostverächter!", warf ein weiterer Biker ein.

Jakes Gesichtszüge verhärteten sich: „Leute, echt, wie doof seid ihr eigentlich? Was passiert, wenn wir die jetzt aufmischen? Eine Anwältin? Aus Midland? Nachdem alle im Diner gesehen haben, dass Billy sie angemacht und aufs Maul bekommen hat? Wir haben dann das FBI an den Hacken. Das ist dann Verschwörung oder so und da verstehen die keinen Spaß. Da können wir unseren Schmuggel mit Mexiko aber sofort vergessen. Und gerade jetzt lohnt sich das doch wegen der Zölle so!"
Die Biker schwiegen betreten.

Jake schmunzelte. Die Hackordnung war wiederhergestellt. Nun konnte er wieder verbindlicher sein. „Ja, die war echt ein scharfes Gerät. Aber das macht man ganz anders. Charlotte Roush heißt sie. Sie hat mir ihre Karte gegeben. Hier!"

Jake präsentierte den Bikern die Visitenkarte von Charlotte wie eine Trophäe. Die Biker staunten.
„So macht man das. Freundlich sein. Hilfreich sein. Interessant sein. Ich habe sie mit einer Tour auf einer Harley geködert." Jake grinste breit: „Und gut aussehen sollte man natürlich auch. Billy, da hast Du natürlich schlechte Karten!"

Die Biker lachten. Bis auf Billy natürlich.

Hank, der älteste von ihnen – sicher über sechzig Jahre alt – war unbeeindruckt und fragte Jake: „Und, wann findet die Tour statt?"

„Noch gar nicht, ich muss ihre Ausrüstung beschaffen. Aber Sandra sollte ungefähr ihre Maße haben. Ich leihe mir von ihr Helm, Stiefel und Kombi!"

„Gute Idee!", meinte ein anderer. „Und dann hast Du an einem Motel einen Platten und da ist nur noch ein Doppelzimmer frei!"
Die Runde grölte.

Jake grinste: „Das klingt schon fast zu einfach. Mal sehen!"

Hank meldete sich noch mal zu Wort: „Die ist doch nicht blöd. Pass auf, dass sie dir nicht die Eier wegtritt!"

Die Biker lachten wiehernd. Jake schmunzelte: „Ja, die tritt aus wie ein Muli! Sie muss mir vertrauen und auch scharf auf mich sein. Aber jetzt mal zum Geschäft. Wer fährt morgen Abend die Tour nach Ciudad Juárez? Gonzalez wartet schon händeringend auf Harley-Teile!"

Der Rest des Abends verging mit der Diskussion von Schmuggelrouten nach Mexiko für Ersatzteile.
Ein paar Tage später klingelte das Telefon in Charlottes Anwaltskanzlei. Eunice meldete sich wie gewohnt: „Roush Law Office. Sie sprechen mit Eunice Delgado. Wie kann ich Ihnen helfen?"

Am anderen Ende war Jake: „Hallo, mein Name ist Jake. Ich möchte gerne Charlotte sprechen."

„Jake wer? Ich kenne Sie nicht."

„Einfach Jake. Sagen Sie ihr, ich rufe wegen der Motorradfahrt an. Dann weiß sie schon, wer ich bin!"

Bei Eunice fiel der Groschen: „Ach, Sie sind dieser Biker. Ich habe von Ihnen gehört. Einen Moment." Eunice klingelte bei Charlotte durch: „Charly, der Biker ist dran!"

Charlotte verstand: „Der vom Diner? Also der Nette?"

„Ein Jake, nennt aber keinen Nachnamen! Er ruft wegen einer Motorradtour an."

Charlotte war verwirrt: „Okay, will der Spuren vermeiden und nennt deswegen keinen Nachnamen? Stell ihn durch!" Sie meldete sich geschäftsmäßig: „Charlotte Roush, hallo!"

„Hallo, ich bin‘s, Jake. Wie geht‘s?"

„Gut, danke, und selbst?“

„Oh, bestens. Schlechten Menschen geht‘s doch immer gut. Ich habe alles zusammen! Also bei der Kombi musste ich schätzen!“

Jetzt war Charlotte verwirrt. „Was meinst Du?“

„Na die Ausrüstung für die Motorradtour. Du erinnerst Dich nicht?“ Etwas Sorge lag in Jakes Stimme, dass Charlotte es nicht ernst gemeint hatte und abspringen wollte.

Charlotte lachte: „Achso, ich verstehe. Doch, natürlich, erinnere ich mich. Dann nimmt das ja konkretere Formen an.“

„Formen ist ein gutes Stichwort. Du hast doch oben herum 70 C, oder?“, Jakes Stimme hörte sich herausfordernd an. „Ich frage wegen der Kombi. Es soll ja nichts von der wertvollen Fracht abgequetscht werden!“

Charlotte blieb unbeeindruckt. ‚Glaubt der, mich so aus der Fassung bringen zu können? Bürschlein, diese Frechheit bringt Abzüge in der B-Note!‘ Sie zögerte nicht mit der Antwort: „Ja, 70 C. Jetzt weiß ich auch, wo du die ganze Zeit hingestarrt hast. Scheinst dich auszukennen. Wäschevertreter oder hast du ein Gros Freundinnen gehabt?“

Jake wusste einen Moment nicht, was er sagen sollte: „Weder noch!“, meinte er dann. Er lachte: „Natürlich hat man als Mann so seine Erfahrungen gesammelt, aber ein Gros wäre etwas übertrieben. Kommen wir von deinen Brüsten zurück zur Kombi. Sie müsste eigentlich passen. Aber es wäre ja blöd, wenn wir uns zur Tour treffen und dann ist sie zu eng oder zu weit. Komm doch einfach zu mir nach Van Horn und probiere sie an. Gibt auch ein tolles Barbecue auf meiner Ranch“

‚Nee ne‘, dachte Charlotte, ‚mehr fällt dir nicht ein?‘ „Jake, oh das wird nicht nötig sein. Ich möchte dich nicht über Gebühr beanspruchen. Ist doch ganz einfach. Schicke sie mir als Paket und ich melde mich dann, ob sie passt oder nicht. Und wenn nicht, schicke ich sie dir auf meine Kosten wieder zurück.“

Jake war still. Dann meinte er: „Ja … aber die Stiefel. Die müssen doch auch …“

Charlotte unterbrach ihn: „Größe achtunddreißig, ganz einfach. Die sind ja eh etwas weiter. Das passt dann schon. Jedenfalls muss ich deswegen nicht zum Anprobieren nach Van Horn fahren. Darauf kam es dir doch an, oder?“

„Alles gut, dann eben per Post!“ Jake heuchelte, nicht enttäuscht zu sein.

„Wunderbar“, flötete Charlotte mit ironischem Unterton. „Dann melde dich gerne wieder, wenn du alles beisammen hast! Tschüss!“ Sie legte auf. ‚Jäger und Sammler, was? Das habe ich Dir versalzen, Bursche‘, dachte sie zufrieden grinsend.

In Van Horn in der Werkstatt schaute Hank auf Jake, der etwas unzufrieden sein Handy weglegte. „Hat sie kalte Füße bekommen?“, fragte er.

„Nein, das nicht. Aber die ist nicht leicht zu beeindrucken. Sie kommt nicht zur Anprobe auf die Ranch. Ich soll ihr das doch mit der Post schicken.“

Hank lachte laut: „Cleveres Mädel. Die hat dich durchschaut. Anwältin eben. Da musst du schon früher aufstehen, Jake. Streng dich mal an!“

Jake grinste zurück: „Ich wachse an meinen Herausforderungen!“

Hank blieb skeptisch: „Übernimm dich mal nicht. Die ist anders als deine üblichen Tussen!“

Jake zog ein Gesicht und widmete sich wieder der Harley, die es zu reparieren galt.

In Midland platzte Eunice vor Neugier. Sie hielt es nicht aus. So ging sie schließlich in das kleine, aber feine Büro von Charlotte. Charlotte saß hinter ihrem eleganten USM Haller Schreibtisch aus schwarzem Kunststoff und Chrom. Sie schaute Eunice wissend und schelmisch lächelnd an.
„Du willst wissen, was er wollte?“

„Natürlich Charly, ich sterbe vor Neugier!“ Eunice war gnadenlos ehrlich, zu sich, zu anderen. Andere nannten das teilweise unhöflich, Charlotte sah in Eunice eine Seelenverwandte.

Sie berichtete kurz über das kleine Wortgefecht.
Eunice lachte: „Er kennt Dich noch nicht. Mal sehen, was er sich jetzt einfallen lässt. Kommt er mit Blumen?“

Charlotte lachte laut: „Ein Biker … Blumen? Nie im Leben. Ob er mich zum Essen einladen wird? Aber der wird doch nicht mal einen Anzug haben. Und er wird es wohl nicht wagen, mich zu Fastfood einzuladen. Oder?“

„Vielleicht zu einem Spiel der Dallas Cowboys? Aber er weiß ja gar nichts von Dir, auch nicht ob Du überhaupt auf Football stehst.“ Eunice hatte Spaß daran, sich weitere lustige Verwicklungen auszudenken. „Vielleicht zu Rodeo?“

„Bitte nicht“, stöhnte Charlotte. „Nicht das. Da hat mich mein Vater als Kind hingeschleift. Machos bis zum Abwinken in engen Jeans, die von ihrem Gehänge ausgebeult sind, und sich im ewigen Kampf befinden, wer den größten … Stetson … hat.“

Eunice lachte laut auf: „Charlotte, Du bist wieder vollkommen unmöglich … aber lustig!“ Eunice trollte sich wieder zu ihren Zwangsvollstreckungsanträgen, die sie auszuarbeiten hatte und Charlotte verbiss sich wieder in einen Schriftsatz über eine Unterhaltssache.

Auch die Biker waren neugierig, wie sich die Geschichte um Jake und Charlotte weiterentwickeln würde. Ein paar Tage später, beim gemeinsamen Bier im Club, also auf Jakes alter Ranch, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, wie man wohl am besten bei Charlotte zum Schuss käme.

Billy hatte einen eher archaischen Ansatz: „Jake, der musst du zeigen, wer der Herr im Haus ist. Zur Not muss man der eine langen!“

Selbst die anderen Biker sahen das nur allenfalls bedingt als Handlungsalternative an: „Billy, einer Anwältin aus Midland eine knallen? Da kannst Du ja direkt bei der nächsten Polizeistation um Haft betteln.“, meinte ein untersetzter, ansonsten wortkarger Biker, den alle nur „Hog“ nannten.

Billy gab noch nicht auf: „Doch nicht vor Zeugen. Wenn er mit ihr allein ist. Dann steht Aussage gegen Aussage!“

Hog verdrehte die Augen: „Billy, schau mal in den Spiegel. Was meinst Du wohl, wem ein Richter glaubt. Dir oder der Anwältin?“

Jake lachte. „Gut, es geht ja um mich und nicht um Billy mit seinem Bart und den Zähnen, an denen man sein Frühstück ablesen kann, aber Hog hat Recht. Das geht gar nicht. Die würde außerdem direkt zurücktreten. Und Du weißt ja, wohin, Billy!“

Alle lachten.

Hog meldete sich zu Wort: „Wie wäre es denn mit was richtig Texanischem. Du fährst mit ihr zu einem Rodeo!“

Jake verzog das Gesicht: „Meinst Du, die steht auf Rodeo? Du hast sie doch gesehen. Designer-Klamotten, fährt einen Mercedes SLK, Anwältin, wohnt in Midland, in der Großstadt. Das kann ich mir nicht vorstellen.“

Einer der Prospects meldete sich auch: „Also, ich lade meine Flammen immer ins Kino ein und danach zur Burger King!“

Die Meute grölte. Hank lachte: „Ja, Mike … mit der Anwältin Händchen halten im Kino und dann Pommes, Cola und nen Burger!“

Jake verzog nur das Gesicht. Der gescholtene Mike wurde rot und still.

Hank schaute Jake an und grinste: „Der musst Du ganz anders kommen. Etwas mit dem sie nicht rechnet und was nicht typisch Biker ist. Fahr mit ihr zu einer Modenschau nach Dallas oder Houston.“

Die Biker lachten. Einer meinte: „Das möchte ich sehen. Jake in Leder und Kutte und die im Designerkleid mit Schuhen, die wahrscheinlich mehr kosten als ein Harley-Auspuff.“

Jake grinste: „Nee, da käme ich mir zu blöd vor. Da würde ich wahrscheinlich gar nicht reingelassen. Anzug habe ich auch nicht. Und das wäre mir jetzt auch zu langweilig!“ Jake grübelte einen Moment. Die Biker wurden still: „Aber ansonsten hast Du Recht, Hank. Das muss ich ganz anders angehen. Und ich glaube, ich habe auch schon eine Idee!“

Jake grinste und trotz vielfacher Fragen seiner Freunde rückte er mit seiner Idee nicht heraus.
Jake plante weiter und verriet seinen Freunden nicht, was er vorhatte. Gegenüber Hank deutete er nur an, dass es was mit Natur und Bildung zu tun hatte. Jake suchte im Internet, verriet aber nicht, was er plante. Es war fast so, als ob er Angst hätte, es könnte etwas von seiner Idee an Charlotte durchsickern. Nach ein paar Tagen hatte er seine Überlegungen abgeschlossen. Schließlich rief Jake in Midland an.

Bei Eunice klingelte das Telefon. Es war Jake. Er war nun bekannt und Eunice stellte ihn durch.
„Hallo Charlotte, wie geht’s?“

Charlotte grinste: „Ich kann klagen, alles Bestens!“

Jake fragte: „Hä? Was meinst Du?“

Charlotte grinste breiter: „Alter Anwaltskalauer. Ich kann klagen, Klageschriften einreichen, habe also Umsatz, das Geschäft brummt!“

Jake lachte: „Achso, jetzt verstehe ich. Gut für Dich. Vielleicht habe ich noch was Gutes für Dich!“
„Ich bin ganz Ohr!“, Charlotte war gespannt, was kommen würde.

„Nun, unsere Motorradtour steht doch noch an. Ich hätte einen Vorschlag. Wir machen eine Tagestour zu den Carlsbad Caverns in New Mexico. Wenn man morgens losfährt, kann man die bequem erreichen, besichtigen, dort was essen und ist abends wieder zu Hause. Soll ja auch sehr interessant sein.“

Charlotte war überrascht. Sie schwieg einen Moment.

„Ist das nicht Dein Ding?“, fragte Jake besorgt.

„Nein … im Gegenteil. Ich bin sehr angenehm überrascht. Jake, das ist eine tolle Idee. Ich war schon ewig lange nicht mehr da. Jake, nimm es mir bitte nicht übel, was ich jetzt sage. Das habe ich dir nach dem 70 C-Stunt nicht mehr zugetraut. Aber so ist das, wenn man sich von Vorurteilen leiten lässt. Ich finde, das ist ein Supervorschlag. Ich bin dabei.“

Jake freute sich hörbar: „Mega! Vielleicht nächsten Samstag? Und ich schicke dir direkt die Motorradkleidung!“
Charlotte stimmte zu: „Nächster Samstag ist okay.“

„Alles klar, Mylady. Also, ich habe natürlich gehofft, dass Du ‚Ja‘ sagst und etwas geplant. Wenn wir um 8:00 Uhr von Midland losfahren, können wir auch mit Pausen und Tank-Stopps die King’s Palace Ranger Tour machen und vorher noch etwas essen. Wenn wir wollen, können wir uns auch noch ohne Führung den Big Room der Höhle ansehen. Und dann könnten wir wieder, vorsichtig geschätzt, um 19:30 Uhr zurück in Midland sein. Was hältst Du davon?“

„Jake, ich merke, der Stratege hat das alles wunderbar geplant. Wie wir Juristen sagen, das klingt klar, erschöpfend und überzeugend. Ich bin dabei. Dann hol mich so um 8:00 Uhr ab. Schreib mal meine Anschrift mit: 721 West Dengar Avenue, Midland!“

„Die Kavallerie wird um 8:00 Uhr gestiefelt und gespornt da sein!“, scherzte Jake.

„Ich freue mich!“, meinte Charlotte schlicht.

Charlotte hatte kaum den Hörer aufgelegt und sich das Date in den Kalender eingetragen, da klopfte es auch schon an der Tür. Charlotte musste schmunzeln. ‚Neugier, Du heißt mit Vornamen Eunice und mit Nachnamen Delgado‘, dachte sie. „Komm rein, Eunice“, rief sie. Es war natürlich Eunice, die aufgeregt „Und?“ fragte.

„Es geschehen noch Zeichen und Wunder“, meinte Charlotte zufrieden lächelnd. „Dieser Jake hat mich zu einer Tagestour per Bike zu den Carlsbad Caverns eingeladen.“

Eunice sagte einen Moment nichts. Dann meinte sie: „Das war unerwartet. Ich hätte auf Dallas Cowboys gegen Washington Commanders getippt.“

„So kann man sich täuschen“, meinte Charlotte, die recht zufrieden aussah. „Ich habe zugesagt. Da war ich schon wirklich lange nicht mehr. Das ist spannend und interessant. Zum Beobachten des abendlichen Fledermäuse-Ausflugs wird es wohl nicht reichen. Wir müssen früher zur Rückfahrt aufbrechen. Aber egal. Vielleicht ist er doch kein typischer Biker!“

Zwei Tage später erhielt Charlotte ein großes Paket. Es enthielt eine Lederkombination und Motorradstiefel. Jake machte ernst. Charlotte probierte die Sachen in ihrem Schlafzimmer an. Die Stiefel waren etwas weit, aber mit dickeren Socken würde es funktionieren. Das wusste sie noch von früher. Die Kombination saß nicht hauteng. Vor allem war „oben herum“ Luft. Charlotte schmunzelte. Hatte er die Größe ihrer Oberweite überschätzt? War da der Wunsch der Vater des Gedankens? Oder hatte er sich die Kombi vielleicht von einer Bekannten ausgeliehen, die besser – Charlotte korrigierte sich – „umfangreicher“ ausgestattet war? Sie war stolz, dass bei ihr trotz ihrer zweiundvierzig Jahre nichts hing. „Klasse statt Masse“, dachte sie. Wie dem auch sei, es würde funktionieren. Sie rief Jake an, um ihm das mitzuteilen. Die Nummer hatte sie sich aus der anwaltlichen Telefonanlage notiert.

„Ja?“, fragte Jakes sonore Stimme.

„Charlotte hier! Hallo Jake, alles klar bei dir?“

„Ja, ich kann nicht klagen“, antwortete Jake und hatte sich anscheinend den Anwaltswitz gemerkt.
Charlotte lachte: „Freut mich, wenn meine Witze gefallen. Das Paket gefällt auch. Das ist zwar beides keine Maßanfertigung, aber damit komme ich klar. Auch oben rum.“ Sie schmunzelte.

„Ja, dachte ich mir. Ein bisschen zu weit sollte nicht so schlimm sein. Zu eng wäre eher ein Problem. Die Kombi ist von einer entfernten Bekannten ausgeliehen, die Stiefel auch.“

„Okay, dachte ich mir. Also, Jake, bis Samstag!“ Sie verabschiedete sich.

„Ja, ich bin gespannt auf die Tour … und auf dich“, meinte Jake noch. Dann beendeten die beiden das kurze Telefonat.

Am folgenden Samstag stand Charlotte frisch geduscht in Lederkombi und Motorradstiefeln bereit. Den Inhalt ihrer Handtasche sowie ein paar Äpfel, eine Banane und eine Flasche Sprudel hatte sie in einen kleinen Rucksack gepackt. Eine Bikerin mit Handtäschchen wäre ein Stilbruch. Außerdem wäre es auf einem Motorrad mit Handtasche verdammt unbequem und in eine eventuell ölverschmutzte Satteltasche wollte sie ihr teures Täschchen auch nicht stecken. Stilecht hatte sie sich noch ein großes Halstuch umgelegt. Um fünf Minuten nach acht hörte sie das dunkle, dumpfe Blubbern eines schweren Harley-Motors. Sie erinnerte sich unwillkürlich an ihre Jugend und den Ex-Freund, für den dieses Geräusch das Höchste aller Gefühle war. ‚Er würde mich grenzenlos beneiden‘, dachte sie, ‚und auch noch ein total umgebauter Chopper.‘

Es klingelte. „Jake, bist Du es?“, fragte sie durch die Sprechanlage. „Ja, der Fahrdienst, wie bestellt“, witzelte er.

Charlotte antwortete knapp: „Ich komme!“

Sie lächelte Jake an und gab ihm die Hand. „Guten Morgen, Jake!“

„Hey“, meinte Jake, „Leder steht dir!“

Charlotte lächelte: „Ich weiß. Ich mag Leder auch sehr. Aber lass uns fahren und nicht über Mode schwatzen.“

Jake klappte die Fußrasten für den Beifahrersitz aus. Er stieg auf und ließ den Motor an. „Komm, steig auf, Charlotte!“, sagte er.

Charlotte schwang ein Bein über das Bike und setzte sich. Sie schlug Jake auf die Schulter und hielt sich an seinen Hüften fest. Jake verstand und rollte auf die Straße. Er rollte durch die Straßen Midlands und schließlich auf den Texas State Highway 158 in Richtung Gardendale, um dort auf den US-Highway 385 zu wechseln. Jake war angenehm überrascht. Charlotte hatte keinen Unsinn erzählt. Sie musste schon Motorrad gefahren sein und dies auch als Sozia. Ohne Scheu legte sie sich mit ihm in die Kurven und als er auf den Highway gelangte und Gas gab, rückte sie näher an ihn heran, um sich festzuhalten. Er spürte ihre Hände und ihren Körper, wenn auch durch zwei Lederanzüge gedämpft. Ähnlich erging es Charlotte auf dem Beifahrersitz. Sie spürte breite Schultern und einen kräftigen Rücken. Jake fuhr ruhig und sicher, wie nicht anders zu erwarten war. ‚Biker halt, kein Racer‘, dachte Charlotte. Sie fühlte sich mit jeder Minute wohler auf seinem Bike.

Die flache, karge Landschaft war geprägt von der Ölindustrie. Um Midland sah man immer wieder die Ölpumpen aus der mit Präriegras und Mesquite-bewachsenen braungrauen Steppe in den Himmel ragen. Sie bewegten sich wie langsame und überdimensional große Spechte auf und ab. Tanklager vervollständigten das Bild einer von der Ölindustrie gezeichneten Prärielandschaft.

Je weiter sie nach Norden fuhren, desto mehr nahmen die Bauten der Ölindustrie ab und wurden durch vereinzelte Ranches oder landwirtschaftliche Gebäude abgelöst. Prägend waren der riesige gewölbte Himmel und die grenzenlose Sicht bis zum Horizont, zu dem sich die Straße schnurgerade als dunkelgrauer Strich hinzog.

Jake hatte die Route über Seminole gewählt und nicht den Weg über die Ortschaft Eunice ausgesucht. So hatten sie mehr klassisches Wüstenerlebnis und blieben den Ölfeldern um Eunice fern. Das war zwar etwas länger, aber landschaftlich reizvoller, wenn man dieses Steppenfeeling der „unendlichen Weiten“ mochte.

Die Zeit verging und die Sonne stieg immer höher. Auch die Hitze nahm zu. Der Horizont begann, wie in der Sahara, zu flimmern. In Seminole wechselte Jake auf den US-Highway 62 und fuhr nun in westlicher Richtung weiter. Die Landschaft wurde noch flacher und noch dürrer. Es gab kaum Bäume oder Schatten, nur hin und wieder Kakteen und flache, dornige Sträucher. Dies war die Chihuahua-Wüste.
Mit der Zeit begann Charlotte, die Vibrationen der Maschine deutlich im Unterleib zu spüren. Das war ungewohnt. So hatte ihr Körper noch nie auf eine Motorradfahrt reagiert. Es fing zunächst mit einem leichten Kribbeln zwischen ihren Beinen an, das sich dann Meile um Meile verstärkte. Es war äußerst unangenehm. Sie war nicht erregt, zumindest nicht im Kopf. Es war zwar angenehm, den starken Rücken von Jake zu spüren, aber sie war nicht mental stimuliert. Es war eine merkwürdige, rein körperliche Reaktion auf das ständige Vibrieren. Die Stoßwellen wurden stärker. „Oh mein Gott“, dachte Charlotte, „ich komme gleich auf dem Motorrad. Verdammte Scheiße, was mache ich nur?“ Sie wechselte die Position, rutschte etwas höher, sozusagen weiter weg von den Vibrationen. Das half nur einen Moment. Das Gefühl wurde schon bald wieder intensiver.

Sie klopfte Jake auf die Schulter und rief ihm ins Ohr: „Jake, ich muss mal. Halte an dem Diner da vorne an!“

Jake nickte verstehend. Er fuhr von dem Highway ab und zum Diner. Charlotte lächelte dankend, stieg ab und ging ins Diner. Das Gefühl zwischen ihren Beinen nahm direkt ab. Sie ging in das Diner und benutzte die Toilette. Dort stopfte sie sich Toilettenpapier in die Kombi zwischen die Beine. So hoffte sie, die Vibrationen abzumildern. Dann ging es weiter.

Es dauerte jedoch nicht lange, bis das Kribbeln zwischen den Beinen erneut begann. Das Toilettenpapier hatte kaum dämpfende Wirkung. Sie verkrampfte zusehends. Dadurch wurden die Stoßwellen zwischen ihren Beinen noch verstärkt. Sie konnte an nichts anderes mehr denken, als sie kurz davor stand während der Fahrt hinter Jake einen ungewollten Orgasmus zu bekommen. Sie schämte sich und suchte verzweifelt einen Ausweg. Ungewollt konzentrierte sie sich so immer mehr auf das unerwünschte Gefühl. Das heizte das Gefühl weiter an. Ein weiterer Stopp würde nicht helfen. Sie rutschte nach vorne, nach hinten. Es half alles allenfalls nur einen kurzen Moment. Sie verstand, dass sie es nicht aufhalten konnte. Schließlich gab sie sich ihrem Schicksal hin. Und dann passierte es. Ein Orgasmus erfasste sie. Sie keuchte und beugte sich nach vorne gegen Jake. Eine weitere Welle schoss durch ihren Körper. In ihrer Verzweiflung öffnete sie den Mund und ein unterdrücktes Stöhnen war zu hören. Jake bekam dies allerdings nicht mit. Was er jedoch spürte, war, dass sich Charlotte plötzlich gegen ihn presste, sich krümmte und in seine Lederjacke biss.

„Geht es Dir gut?“, rief er nach hinten. Charlotte antwortete nicht. Kurzentschlossen hielt er am Straßenrand des menschenleeren Highways. Jake drehte sich um, und sah direkt in das verschwitzte und rote Gesicht von Charlotte, die flach atmete, eine Atmung, die er von Frauen beim Sex kannte. ‚Das konnte doch nicht sein? Oder doch, von den Vibrationen?‘, fragte sich Jake.

„Charlotte, war das gerade ein … “

Charlotte ließ ihn nicht ausreden. „Zwing mich nicht zu einer Antwort!“, sagte sie leise. „Bitte, behalt es für Dich. Das ist mir noch nie passiert.“

Jake musste schmunzeln. Charlotte sah es und ihre Augen verengten sich. Den Blick hatte er im Diner gesehen, kurz bevor Billy ihr Knie spüren musste. „Ich weiß nicht, wovon Du redest, Frau Anwältin. Ich habe gehalten, weil ich einen Krampf im Hintern hatte. Okay?“

„Danke“, sagte Charlotte leise.

„Nur“, meinte Jake, „ich hoffe, ICH bekomme jetzt nicht die ganze Fahrt Krämpfe …!“

Charlotte seufzte fatalistisch: „Das hoffe ich auch!“

Jake fuhr wieder an. Charlotte lauschte panisch auf ihren Körper. Aber zwischen ihren Beinen tat sich nichts. Ob der Höhepunkt sie jetzt so entspannt hatte, dass die Vibrationen nun wirkungslos blieben? Sie wusste es nicht. Nach einer Viertelstunde Fahrt entspannte sie sich zusehends und konnte den Ritt auf der Harley wieder genießen. Nur Jake hielt noch einmal den Kopf nach hinten und fragte: „Alles klar, kein Problem mehr?“ Sie klopfte ihm zustimmend auf die Schulter. Jake nickte verstehend und gab Gas.

Langsam änderte sich die Landschaft wieder, als sie sich Carlsbad in New Mexico näherten. Am Horizont erhoben sich nun helle Zacken. Das waren die ersten Ausläufer der Guadalupe Mountains, wo sich Carlsbad und die Höhlen befanden. Langsam, ganz langsam, wurde der Höhenzug größer je länger sie fuhren. Zunächst erhoben sich Hügel als flache Wellen, die – je näher man Carlsbad kam - immer felsiger wurden. Carlsbad selbst war ein typischer Ort des amerikanischen Südwestens. Flache Gebäude duckten sich an breiten Straßen unter der Sonne. Hinter Carlsbad wurde die Landschaft dramatisch. Der Highway schlängelte sich durch Canyons zwischen hohen Kalkplateaus und Felsen. Jake beachtete einen Wegweiser zum Carlsbad Caverns National Park nicht und fuhr an White’s City vorbei. Charlotte sah den Wegweiser und wusste nicht, was das zu bedeuten hatte. Kannte er sich aus und hatte irgendeine besondere Route? Sie hatte allerdings keine Angst. Soweit vertraute sie Jake jetzt schon.

Kurze Zeit später sollte sich dies allerdings aufklären. Jake bog schließlich nach rechts von dem Highway ab und fuhr eine einfache Straße lang, die sich durch eine immer grüner werdende Gegend schlängelte. An einem kleinen See, der ringsherum mit hohen Cottonwood-Bäumen bewaldet war, hielt er an. Er nahm den Helm ab und drehte sich um: „Rattlesnake Springs, geradezu eine Oase in der Wüste hier, oder?“

Charlotte nahm ihren Helm auch ab: „Das ist ja richtig idyllisch. Wirklich, eine Oase … sogar mit Vogelzwitschern. Schöne Idee, Jake!“

Jake lächelte zufrieden. An einem schweren Holztisch an dem See, packte er seinen Rucksack aus. Er hatte Schinkensandwiches und welche mit Huhn, eine Thermoskanne mit Kaffee, Plastikbecher, Löffel und Gabeln aus Kunststoff, Servietten und eine Tupperdose, die nach dem Öffnen Tomatensalat erkennen ließ. Dieser verbreitete sofort eine angenehm würzige Note. Charlotte bekam Hunger und fühlte sich beschämt. Jetzt nicht wegen ihres Höhepunktes auf dem Bike, aber weil sie selbst nur an ein paar Äpfel, Bananen und etwas Sprudel gedacht hatte.

„Jake, Du hast das perfekt geplant. Ich bin beeindruckt!“, sagte sie ehrlich. „Und der Tomatensalat, selbst gemacht?“

„Ja, bin ja Single und muss mich selbst ernähren“, lachte er. „Ist ein Rezept meiner Mutter!“
„Der duftet sehr lecker. Ich habe nur ein paar Äpfel, Bananen und etwas Sprudel mitgebracht.“ Sie legte ihre Verpflegung dazu.

Jake grinste: „Ergänzt sich perfekt. Da haben wir Obst als Dessert und Sprudel zum Nachspülen. Huhn oder Schinken?“, fragte er.

„Hühnchen“, sagte Charlotte und biss in das Sandwich, das Jake ihr reichte. „Mmh, gut ist das! Hast Du die Tour schon öfter gemacht, dass Du Dich hier so gut auskennst?“

Jake lachte: „Nein, gar nicht. Aber es gibt ja das Internet und ich dachte halt nach, was einer Anwältin wohl gefallen könnte.“

Charlotte aß ihr Sandwich und trank etwas Kaffee, den ihr Jake eingeschenkt hatte. Sie verstummte und schaute Jake verstohlen an, der sich umgedreht hatte und den See betrachtete. Jake gefiel ihr immer besser. Seine Hausmannfähigkeiten fand sie keineswegs komisch für einen Biker. Ganz im Gegenteil, er hatte damit und der perfekten Planung der Tagestour den Eindruck der vorherigen Telefonate weggewischt. Vor allem natürlich auch damit, dass er ihr Problem auf dem Bike mit keinem Wort erwähnte. Charlotte fühlte sich wohl und glücklich. Sie war froh, zugestimmt zu haben.
Auch die Menge des Essens war gut gewählt. Es war leicht und machte nicht träge. Charlotte fühlte sich satt, aber nicht irgendwie behäbig und sah sich der kommenden Besichtigung der Höhlen gut gewappnet.

„Ich denke, wir fahren jetzt zum Besucherzentrum der Höhlen. Bald beginnt unsere Tour, die ich gebucht habe. Einverstanden?“

„Gerne, Jake,“ erwiderte Charlotte.

Sie räumten schnell auf und bestiegen den Chopper. Dann ging es zurück in Richtung White’s City, diesmal aber durch diese Ansammlung von Restaurants und Souvenirgeschäften und weiter zum Nationalpark. Der Weg wurde kurvenreich, gerade richtig für begeisterte Motorradfahrer. Am Besucherzentrum parkte Jake und holte die reservierten Eintrittskarten. Die Rucksäcke schlossen sie in Schließfächern weg. Schließlich standen sie an dem großen Aufzug, der sie mehrere hundert Meter in die Tiefe bringen sollte. Sie traten ein, die Türen schlossen sich leise summend und dann ging es abwärts. Charlotte griff Jakes Hand.
Veröffentlicht von EstherMontanus am 30.09.2026

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