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Veröffentlicht von Nurfuer_sie am 25.08.2026

Der Damenzirkel – Teil 1: Deine Entscheidung

1081 mal gelesen 0 Kommentare 18 - 22 Min. Lesezeit
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Eigentlich hätte ich misstrauisch werden müssen.
Vielleicht schon bei deinem Lächeln, als du mir die Tür geöffnet hast.
Es war dieses ruhige, beinahe wissende Lächeln. Nicht aufgesetzt, nicht übertrieben – eher so, als würdest du etwas wissen, das ich erst sehr viel später erfahren sollte. Aber in diesem Moment dachte ich nicht weiter darüber nach. Ich war einfach froh, bei dir zu sein.

Wir kannten uns inzwischen gut genug, dass du wusstest, was mich an einer Frau faszinierte. Du kanntest meine Vorliebe dafür, aufmerksam zu sein, einer Frau Zeit zu schenken und mich dabei auch einmal zurückzunehmen. Und du wusstest sehr genau, welche Wirkung eine selbstbewusste Frau auf mich haben konnte. Vielleicht sogar besser als ich selbst. Wie wir an diesen Punkt gekommen waren, ist allerdings eine andere Geschichte. Für diesen Nachmittag hatten wir jedenfalls nichts Außergewöhnliches vereinbart. Zumindest glaubte ich das.

Ein paar ungestörte Stunden bei dir. Kaffee, reden, lachen. Keine großen Pläne. Und wenn die Nähe zwischen uns irgendwann eine andere Richtung nehmen sollte, würde sie sich von selbst ergeben. Dann sah ich deine Schuhe. Du hattest mir vorher versprochen, dass ich sie mögen würde. Du hattest nicht übertrieben. Hohe, elegante Absätze. Feminin, aber nicht aufdringlich. Genau diese Mischung, bei der eine Frau eigentlich gar nichts tun muss, um bemerkt zu werden. Du bemerktest natürlich trotzdem sofort, wohin mein Blick wanderte. „Gefallen sie dir?“ Die Frage war vollkommen unschuldig gestellt. Dein Lächeln nicht. „Du weißt genau, dass sie mir gefallen.“ „Gut.“ Mehr sagtest du nicht. Du drehtest dich einfach um und gingst vor mir Richtung Küche. Das Klackern deiner Absätze auf dem Boden begleitete jeden deiner Schritte. Ich musste lächeln und ehrlich gesagt macht mich der Anblick ein wenig nervös.

Wenig später saß ich mit meinem Kaffee bei dir in der Küche und beobachtete dich, während du noch etwas herumräumtest. Alles wirkte vollkommen normal. Fast zu normal, wenn ich heute darüber nachdenke. „Ich mach mich noch kurz frisch“, sagtest du irgendwann und verschwandst. Ich blieb allein zurück, nahm einen Schluck Kaffee und freute mich auf einen Nachmittag mit dir. Dann klingelte es. Ich hörte deine Absätze in der Diele. Die Haustür. Gedämpfte Stimmen. Ein kurzes Lachen. Dann irgendwelche Geräusche, die ich nicht richtig zuordnen konnte. Für einen Moment lauschte ich. Nichts. Vielleicht eine Nachbarin. Vielleicht hattest du etwas entgegengenommen. Eigentlich interessierte es mich auch nicht besonders. Ich nahm wieder einen Schluck Kaffee.

Als du wenig später zurückkamst, fiel mir lediglich auf, dass du ausgesprochen zufrieden aussahst „Wer war das?“ „Gabi.“ Du sagtest es, als müsste mir der Name etwas sagen. „Gabi?“ Statt einer Erklärung bekam ich wieder nur dieses Lächeln. Du nahmst mir beinahe beiläufig die leere Tasse aus der Hand und stelltest sie auf die Arbeitsplatte. Dann strecktest du mir deine Hand entgegen. „Komm.“ „Wohin?“ „Komm einfach.“ Ich sah dich fragend an. Dann nahm ich deine Hand.
Deine Absätze klackerten vor mir über den Boden, während du mich durch die Wohnung führtest. Noch immer hatte ich keine Ahnung, weshalb du auf einmal so geheimnisvoll tatest. Dann bliebst du stehen. Du schautest mich noch einmal an. Dieses Lächeln schon wieder. Und erst als du die Tür öffnetest, verstand ich zumindest einen Teil davon.

Am Esstisch saß eine Frau. Und sie war nicht allein. Ich blieb einen Moment stehen. Die beiden Frauen sahen zu uns herüber – und dann zu mir. Nicht überrascht. Das war das Erste, was mir auffiel. Gabi saß entspannt zurückgelehnt am Tisch. Ihr Oberteil war elegant, aber selbstbewusst gewählt und ließ keinen Zweifel daran, dass sie ihre Wirkung kannte. Sie war eine dieser Frauen, die nicht überprüfen müssen, ob ein Mann hinsieht. Sie wissen es einfach. Und natürlich sah ich hin. Nur einen Moment zu lange. Als ich ihren Blick wiederfand, bemerkte ich ein kaum sichtbares Lächeln um ihre Mundwinkel. Erwischt. Sie kommentierte es nicht. Das machte es irgendwie schlimmer. Neben ihr saß Nicole. Ganz anders als Gabi. Während Gabi mich zunächst ruhig musterte, lag in Nicoles Gesicht etwas Spielerisches. Sie sah mich unverhohlen an, als hätte ich gerade einen Raum betreten, in dem über mich bereits gesprochen worden war. „Hallo, Christopher“, sagte sie. Ich stockte. Nur ganz kurz. Aber lang genug, dass Nicole es bemerkte „Hallo …“ Mein Blick wanderte automatisch zu dir. Du hattest mich nicht vorgestellt. Und trotzdem kannte sie meinen Namen. Nicole lächelte, als hätte sie genau auf diese Reaktion gewartet. Gabi hingegen war seelenruhig und überließ es mir, meine eigenen Schlüsse zu ziehen. „Das ist Gabi“, sagtest du schließlich und deutetest auf sie. „Und das ist Nicole.“ Mehr nicht. Keine Erklärung. Ich sah dich an. „Ihr wisst offensichtlich schon, wer ich bin.“ „Ein bisschen“, sagte Nicole. Gabi warf ihr einen kurzen Blick zu. „Was denn?“, fragte Nicole unschuldig. Du lächeltest nur. „Setz dich erst einmal, Christopher.“ Also setzte ich mich. Und während ich zwischen euch Platz nahm, ging mir nur eine Frage durch den Kopf: Was genau hattest du diesen Frauen eigentlich über mich erzählt?

Eigentlich hatte ich mich auf ein paar Stunden allein mit dir gefreut. Nun saß ich plötzlich mit drei Frauen an einem Tisch, von denen zwei offenbar deutlich besser über mich informiert waren als ich über sie. „Ihr kennt euch also schon länger?“, fragte ich. „Schon eine Weile“, antwortete Gabi. Nicole ergänzte trocken: „Gut genug.“ Ihr musstet lachen. Ich nicht. Noch nicht. Ich sah wieder zu dir. Du hattest dieses Lächeln immer noch nicht abgelegt. Langsam beschlich mich das Gefühl, dass ich hier der Einzige war, der irgendeinen Teil dieses Nachmittags nicht verstanden hatte. Dann klingelte es erneut. Diesmal verstummte ich sofort. Nicole sah zu Gabi. Gabi zu dir. Es war nur ein kurzer Blick zwischen euch. Aber ich bemerkte ihn. „Erwartest du noch jemanden?“ Du standest bereits auf. „Bin gleich wieder da.“ Das Klackern deiner Absätze entfernte sich durch die Diele.
Ich blieb mit Gabi und Nicole zurück. Für einen Moment sagte niemand etwas. Dann lehnte Nicole den Kopf leicht zur Seite. „Du bist also wirklich so neugierig, wie sie gesagt hat.“ Jetzt musste ich lachen. „Was hat sie denn noch so alles gesagt?“ „Nicole.“ blaffte Gabi. Nur dieses eine Wort. Eine Warnung? Nicole grinste. „Was denn?“ „Lass ihn doch erst einmal ankommen.“ Ihn ankommen lassen? Ich sah zwischen beiden hin und her. „Okay. Jetzt werde ich langsam wirklich neugierig.“ „Das solltest du vielleicht auch sein“, sagte Nicole. Gabi lächelte. Bevor ich weiterfragen konnte, hörte ich wieder Stimmen aus der Diele. Dann kamst du zurück. Hinter dir erschien eine weitere Frau. Lange blonde Haare, ein elegantes Kleid und eine Ausstrahlung, die zunächst zurückhaltender wirkte als die von Gabi und Nicole. In einer Hand trug sie ein kleines Köfferchen. „Hallo zusammen.“ Sie stellte es beinahe beiläufig zur Seite. „Das ist Sabrina“, sagtest du. Sabrina begrüßte zuerst die anderen beiden. Offenbar kannten sie sich längst. Dann blieb ihr Blick bei mir hängen. Nur einen Moment. Nicht aufdringlich. Aber aufmerksam. „Christopher“, sagtest du nun. „Freut mich“, sagte Sabrina und reichte mir die Hand. „Mich auch.“ Ihr Blick blieb noch einen Augenblick bei mir, bevor sie sich setzte. Ich sah zu dem kleinen Köfferchen in der Ecke. Dann zu Sabrina. Dann zu dir. Du hattest natürlich sofort bemerkt, wohin ich geschaut hatte. „Was?“, fragtest du „Nichts.“ Nicole lachte leise. „Er ist wirklich neugierig.“„Das hatten wir doch gerade schon“, erwiderte ich. „Stimmt“, sagte sie. „Aber jetzt haben wir Beweise.“ Wieder dieses Lachen. Nicht boshaft. Fast im Gegenteil. Es war dieses ausgelassene Lachen von Frauen, die gemeinsam etwas amüsierte und sich miteinander vollkommen wohlfühlten. Nur wusste ich immer noch nicht, weshalb ich offenbar ein Teil davon war. Du verschwandest noch einmal in die Küche und kamst wenig später mit Kaffee und Gebäck zurück. Und plötzlich sah alles wieder vollkommen harmlos aus.

Vier Frauen und ein Mann an einem Tisch. Kaffee. Gebäck. Gespräche. Ein Damenkränzchen sozusagen. Zumindest hätte man es dafür halten können. Doch je länger ich dort saß, desto deutlicher bemerkte ich die Kleinigkeiten. Gabis wissendes Lächeln, wenn sie meinen Blick auffing. Nicoles direkte Art, mich zu beobachten, ohne auch nur so zu tun, als wäre es Zufall. Sabrina, die zunächst ruhiger wirkte, aber aufmerksam jedes Wort mitverfolgte. Und vor allem dich. Du brauchtest überhaupt nichts zu tun. Du saßt einfach da und genossest die Situation. Langsam betrachtete ich euch genauer. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass ihr euch keineswegs zufällig ähnlich sorgfältig zurechtgemacht hattet. Kleider. Gepflegte Details. Elegante Schuhe. High Heels. Ich sah an mir herunter. Chino-Hose. Sneaker. Weißes Hemd. Dann wieder in die Runde. „Ich glaube“, sagte ich schließlich, „ich bin für diesen Nachmittag falsch gekleidet.“ Für einen winzigen Moment herrschte Stille. Dann sah Nicole zu Gabi. Sabrina hob ihre Tasse an die Lippen, konnte ihr Lächeln dahinter aber nicht ganz verbergen. Und du? Du schautest mich nur an. „Falsch gekleidet? “ Nicole lehnte sich ein wenig näher zu mir. „Das lässt sich doch ändern.“ Ihr lachtet. „Das lässt sich doch ändern.“ Nicole sagte es so beiläufig, dass ich für einen Moment nicht wusste, ob sie einen Scherz machte. Ihr lachtet. Ich auch. Allerdings vermutlich aus einem anderen Grund. „Sehr witzig.“ „Wer sagt denn, dass das ein Witz war?“, fragte Gabi. Ich sah sie an. Sie hatte sich bisher auffallend zurückgehalten. Vielleicht traf mich der Satz gerade deshalb. Gabi hob nur eine Augenbraue. Nicole grinste. Sabrina beobachtete uns und schien sich köstlich zu amüsieren. Und du? Du sagtest überhaupt nichts. Das machte mich zunehmend nervös.

Ich lachte noch, als ich unter dem Tisch plötzlich eine Berührung an meinem Oberschenkel spürte. Nur ganz kurz. So kurz, dass ich zunächst glaubte, mich getäuscht zu haben. Ich sah zu Nicole. Sie unterhielt sich vollkommen ungerührt mit Sabrina. Dann spürte ich es wieder. Diesmal eindeutig. Fingerspitzen glitten langsam über meine Hose. Ich drehte den Kopf. Nicole sah mich jetzt an. „Was ist?“ „Nichts.“ Ihr Lächeln verriet mir, dass sie genau wusste, was war. Bevor ich etwas sagen konnte, spürte ich plötzlich auch auf der anderen Seite eine Hand. Gabi. Ich saß zwischen den beiden und wusste für einen Moment tatsächlich nicht, wohin ich schauen sollte. Das fandet ihr offenbar ausgesprochen amüsant. „Er wird nervös“, stellte Nicole fest. „Ein bisschen“, sagte Gabi. „Ich bin überhaupt nicht nervös.“ „Natürlich nicht.“ Sabrina lachte. Ich suchte deinen Blick. Du saßt mir gegenüber, die Beine elegant übereinandergeschlagen, und beobachtetest die Szene mit einer Gelassenheit, die mir endgültig verriet, dass hier nichts zufällig geschah. „Du könntest mir ruhig helfen“, sagte ich „Wobei?“ „Bei deinen Freundinnen.“ Du sahst erst zu Gabi, dann zu Nicole. „Ich sehe kein Problem.“ Natürlich nicht. Die beiden Hände auf meinen Oberschenkeln wanderten ein kleines Stück weiter. Nicht hastig. Gerade langsam genug, dass mir sehr bewusst wurde, was dort unter dem Tisch geschah. Über dem Tisch wurde währenddessen weitergeredet, gelacht und Kaffee getrunken, als wäre alles vollkommen normal. Genau dieser Gegensatz machte mich verrückt. „Du hast doch selbst gesagt, dass du falsch gekleidet bist“, erinnerte mich Nicole. „Das war ein Scherz.“ „Zu spät“, sagte Gabi. Ihr musstet lachen. Dann spürte ich Nicoles Finger am untersten Knopf meines Hemdes. „Was wird das?“ „Wir lösen dein Problem.“ „Welches Problem?“ „Deine Kleidung.“ Gabi griff bereits nach dem nächsten Knopf. Ich schaute zu dir. Du hättest sie stoppen können. Stattdessen nahmst du seelenruhig einen Schluck Kaffee. „Jetzt schau nicht so“, sagtest du. „Du hast angefangen.“ „Weil ich gesagt habe, dass ich falsch gekleidet bin?“ „Genau.“ Der nächste Knopf öffnete sich. Sabrina beobachtete das Ganze von gegenüber. „Das ging erstaunlich schnell.“ bemerke ich. „Vier Frauen“, sagte Nicole. „Da muss man effizient sein.“ „Ihr seid unmöglich.“ lachte Sabrina. „Und du sitzt immer noch da“, erwiderte Gabi. Mein Hemd stand inzwischen offen. Nicole zog es ein Stück über meine Schulter. Ich hielt ihre Hand kurz fest. Nicht um sie wegzuschieben. Eher reflexartig. Sie sah erst auf meine Hand und dann in meine Augen. Für einen Moment wurde sie ernst. „Alles gut?“ Ich nickte. „Ja.“ Sofort kehrte ihr Lächeln zurück. „Na also.“ Damit war offenbar auch die letzte Frage geklärt. Gabi zog mir das Hemd von der anderen Schulter, und wenige Augenblicke später lag es über der Rückenlehne meines Stuhls. Ich saß oberkörperfrei zwischen euch. „Schon besser“, stellte Sabrina fest. Du mustertest mich. „Viel besser.“ höre ich dich sagen. Ich schüttelte den Kopf. „Zufrieden?“ hörte ich aus der Runde. Nicole sah an mir herunter. Dann zu den anderen. „Noch nicht.“ Das Lachen am Tisch wurde lauter. Und plötzlich begriff ich, dass meine Bemerkung über die falsche Kleidung für euch längst keine Bemerkung mehr war. „Du wolltest doch passend gekleidet sein“, sagte Gabi. Bevor ich eine passende Antwort fand, hattet ihr längst entschieden. Mein Hemd hing bereits über der Stuhllehne. Nicole zog mich lachend vom Stuhl hoch, Gabi half ihr, und plötzlich stand ich mitten zwischen euch.

Vier Frauen. Vier vollkommen unterschiedliche Blicke. Und ich im Mittelpunkt.
Es ging so schnell, dass mir kaum Zeit blieb, darüber nachzudenken. Ihr necktet mich, zogt mich weiter aus und kommentiertet mit unverhohlener Freude jede meiner Reaktionen. Ich wusste nicht mehr, wohin ich zuerst schauen sollte.
Zu Gabi, die mich mit dieser souveränen Ruhe betrachtete.
Zu Nicole, die sichtlich Spaß daran hatte, mich aus dem Konzept zu bringen.
Zu Sabrina, deren anfängliche Zurückhaltung inzwischen fast vollständig verschwunden war.
Oder zu dir.
Denn du standest etwas abseits und sahst zu.
Du hattest das alles ins Rollen gebracht.
Und du hast es sichtlich genossen.

Wenig später stand ich tatsächlich vor euch und fühlte mich schlagartig wesentlich weniger souverän als noch beim Kaffee. „Jetzt bin ich wohl wirklich falsch gekleidet“, sagte ich. Nicole lachte. „Nein. Jetzt passt es.“ Ihr Blick wanderte demonstrativ an mir entlang. Die anderen taten es ihr gleich. Plötzlich verstand ich, wie es sich anfühlt, wenn vier Frauen keinerlei Geheimnis daraus machen, dass sie diejenigen sind, die gerade schauen. Ich kam mir vor wie ein gemusterter kleiner Schuljunge, nur noch in Unterhose gekleidet. Und natürlich merktet ihr das. Ihr kamt näher.

Eine Berührung hier, Fingerspitzen dort, ein geflüsterter Kommentar, wieder dieses gemeinsame Lachen. Kaum hatte ich mich auf eine von euch eingestellt, zog schon die nächste meine Aufmerksamkeit auf sich. Ihr reichtet mich beinahe untereinander weiter.
Nicht hektisch. Spielerisch. Als wäre längst selbstverständlich, dass ich für diesen Nachmittag euch gehörte. Dann tratst du vor mich. Das Lachen wurde leiser. Du legtest eine Hand an meine Brust und sahst mir direkt in die Augen. „Heute, Christopher“, sagtest du ruhig, „bist du unser Diener.“ Der Satz blieb einen Moment zwischen uns stehen. Für einen Moment sagte niemand etwas. Das Wort traf mich unerwartet. Diener. Nicole grinste bereits. Gabi beobachtete meine Reaktion, und selbst Sabrina wirkte plötzlich gespannt darauf, was ich tun würde. Du lächeltest nur. Dann gingst du zurück zu deinem Stuhl, setzte dich und schlugst langsam die Beine übereinander. „Komm her.“ Ich blieb stehen. „Wohin?“ Du deutetest mit der Spitze deines High Heels auf den freien Raum unter dem Tisch. „Da hin.“ Jetzt musste ich lachen. „Unter den Tisch?“„Christopher.“ Nur mein Name. Aber dein Tonfall hatte sich verändert. Nicole sah zu mir hoch. „Ich glaube, das war keine Frage.“ Gabi lachte leise. Du dagegen ließest mich nicht aus den Augen. „Runter mit dir.“ Und plötzlich war da dieser Moment, in dem ich hätte widersprechen können. Tat ich aber nicht. Langsam ging ich vor dir auf die Knie. Das Klackern deiner Absätze war unmittelbar vor mir zu hören, als du deinen Stuhl ein kleines Stück zurückschobst. „Weiter.“ Also bewegte ich mich unter den Tisch. Über mir setzte euer Lachen wieder ein.

Vier elegant gekleidete Frauen saßen bei Kaffee und Gebäck zusammen, als wäre dies der selbstverständlichste Nachmittag der Welt. Nur ich hatte meinen Platz nicht mehr am Tisch. Sondern halb nackt darunter. Und während eure Gespräche einfach weitergingen, begann ich zu verstehen, was du mit Diener gemeint hattest. Unter dem Tisch veränderte sich die Situation vollkommen.

Eben noch hatte ich euch gegenübergesessen. Jetzt sah ich vor allem Beine, Kleider und die hohen Absätze, die mir schon bei deiner Begrüßung aufgefallen waren. Nur waren es inzwischen vier Paar sehr elegante High Heels. Nicole schob ihren Stuhl ein wenig zurück. „Na, Christopher?“ Ich sah zu ihr hoch. „Gefällt dir dein neuer Platz?“ Bevor ich antworten konnte, bewegte sie ihren Fuß langsam in meine Richtung. „Du hast doch vorhin so auffällig unsere Stilettos angesehen.“ „Habe ich das?“ Über mir wurde gelacht. „Ständig“, sagte Gabi. „Dann kannst du sie dir jetzt wenigstens in Ruhe ansehen“, ergänzte Sabrina. Offenbar gefiel euch der Gedanke, mich dort unten ein wenig zappeln zu lassen. Eine Weile passierte tatsächlich nichts weiter. Ihr trankt Kaffee. Redetet miteinander. Lachtet. Und ich saß unter euch und wartetend. Dann spürte ich einen Absatz leicht gegen mein Bein. „Nicht träumen“, sagte Nicole. „Was soll ich denn machen?“„Das entscheidest nicht du.“ Wieder dieses Lachen. Dann hörte ich deine Stimme. „Komm zu mir.“ Ich bewegte mich in deine Richtung. Du hattest deinen Stuhl etwas zurückgeschoben.
„Du hast mir doch einmal erzählt, wie gern du eine Frau verwöhnst." „Ja.“ stammelte ich. „Und dass du es besonders reizvoll findest, wenn eine Frau dabei auch einmal bestimmt, was sie möchte.“ Ich sah zu dir hoch. Natürlich. Du hattest es ihnen erzählt. Nicole beugte sich herunter. „Ach, guck mal. Jetzt versteht er es.“ Gabi lachte. Mir wurde warm. „Was genau hast du denen eigentlich alles über mich erzählt?“ „Genug.“ Du ließest mir keine Gelegenheit für die nächste Frage. Stattdessen kam eine erste, unmissverständliche Aufforderung. Nicht laut. Nicht grob. Fast beiläufig. Und genau deshalb hatte sie eine solche Wirkung. Ich zögerte einen Moment. Du sahst mich an. „Ich dachte, du bist heute unser Diener?“ Unser. Dieses eine Wort blieb bei mir hängen. Denn noch bevor ich irgendeiner Aufforderung nachkommen konnte, hörte ich Nicole hinter mir: „Danach bin ich dran.“ „Ich auch“, sagte Gabi. Sabrina lachte. „Ihr seid unmöglich.“ „Du kannst dich gern hinten anstellen“, erwiderte Nicole.

In diesem Moment begriff ich endgültig, was ihr aus diesem Nachmittag gemacht hattet. Es ging euch nicht darum, dass eine von euch meine Aufmerksamkeit bekam. Ihr wolltet sie alle. Und offensichtlich hattet ihr gerade beschlossen, dass ich dafür zuständig war alle anwesenden Damen oral zu bedienen.
Du strichst mir kurz über den Kopf. „Na, Christopher?“ Ich sah zu dir hoch. Du musstest die Frage gar nicht aussprechen. Ich nickte. Dein Lächeln wurde breiter. „Gut.“ Nicole klatschte einmal zufrieden in die Hände. „Dann haben wir ja unseren Leckdiener.“ Das Wort löste sofort Gelächter aus. Bei mir löste es etwas anderes aus. Denn plötzlich klang es nicht mehr wie ein Scherz. Es klang wie eine Rolle, auf die ihr euch gerade gemeinsam geeinigt hattet. Und noch bevor ich mich daran gewöhnen konnte, hörte ich Gabi sagen: „Dann brauchen wir eigentlich nur noch Regeln.“ Nicole antwortete sofort. „Oh ja.“ Ich schloss kurz die Augen. Natürlich. Regeln.

„Regeln?“ Ich sah unter dem Tisch hervor. Nicole strahlte, als hätte sie nur auf diese Idee gewartet. „Natürlich Regeln.“ „Wir haben einen Diener“, sagte Gabi trocken. „Dann sollte der auch wissen, was von ihm erwartet wird.“ Sabrina lachte. Du dagegen sagtest zunächst nichts. Du kanntest mich gut genug, um zu wissen, dass allein dieses Gespräch bei mir Wirkung zeigte. „Also gut“, sagtest du schließlich. „Regel Nummer eins.“ Plötzlich waren alle still.
„Wenn eine von uns dir etwas aufträgt, wird nicht diskutiert.“
Ich öffnete den Mund. Nicole hob nur eine Augenbraue. Ich schloss ihn wieder. Für einen Augenblick herrschte Stille. Dann musstet ihr lachen. „Er lernt schnell“, stellte Gabi zufrieden fest. Ich verdrehte die Augen, sagte aber nichts. „Sehr gut“, meintest du. „Dann hätten wir das ja geklärt.“ Diesmal übernahm Gabi. „Regel Nummer zwei: Keine der Damen wird vernachlässigt.“ Das Wort Damen betonte sie ganz bewusst. Nicole nickte zufrieden. „Gefällt mir.“ Sabrina hob ihre Tasse. „Mir auch.“ Ich begann zu ahnen, worauf ihr hinauswolltet. „Und Regel drei“, sagtest du, „ist eigentlich die wichtigste.“ Du beugtest dich etwas zu mir herunter. „Wenn eine von uns deine ungeteilte Aufmerksamkeit verlangt, bekommt sie sie.“ Nicole lächelte. „Und zwar diejenige, die sie gerade verlangt.“ Gabi ergänzte: „Nicht unbedingt diejenige, die du dir ausgesucht hättest.“ Ich sah aus meiner Position unter dem Tisch von einer zur anderen. Es ging nicht darum, dass ich entschied, welcher von euch ich meine Aufmerksamkeit schenkte. Ihr würdet entscheiden. Ich wollte etwas sagen. Nicole räusperte sich demonstrativ. „Regel eins.“ Ich schwieg. Wieder Gelächter. Sabrina schüttelte amüsiert den Kopf. „Das könnte lustig werden.“ „Für uns auf jeden Fall“, sagte Nicole. Dann sahst du mich wieder an. „Und eine weitere Regel.“ Deine Stimme wurde etwas ruhiger. „Wenn dir etwas wirklich nicht gefällt oder du eine Pause brauchst, sagst du es. Das ist keine Diskussion und verstößt auch nicht gegen Regel eins.“ Diesmal nickte ich nur. „Einverstanden.“ Nicole stellte ihre Tasse ab. „Na also.“ Gabi schob ihren Stuhl ein kleines Stück zurück. Sabrina beobachtete mich gespannt. Und du hattest wieder dieses Lächeln. „Dann wiederhol sie.“ Ich sah dich an. „Was?“ Nicole tippte mit der Schuhspitze leicht gegen meine Schulter. „Christopher …“ Richtig. Nicht diskutieren. Also atmete ich einmal durch.

„Erstens: Ich diskutiere eure Anweisungen nicht.“
Ihr hörtet aufmerksam zu.
„Zweitens: Keine von euch wird vernachlässigt.“
Gabi nickte.
„Drittens: Wenn eine von euch meine Aufmerksamkeit verlangt, bekommt sie sie.“
„Sehr schön“, sagte Nicole.
Ich sah zu dir.
„Und viertens: Wenn ich wirklich eine Pause brauche oder etwas nicht möchte, sage ich es.“
Du nicktest zufrieden.
„Siehst du? Gar nicht so schwer.“

Dann lehntest du dich zurück und schlugst wieder die Beine ein Stück auseinander, so das ich die halterlosen Strümpfe erkennen kann.
„Und jetzt können wir herausfinden, ob du dich auch daran hältst.“
Über mir wurde es für einen Moment erstaunlich still. Vier Frauen sahen zu mir.
Und zum ersten Mal begriff ich, dass ihr die Regeln nicht aufgestellt hattet, um darüber zu reden. Ihr wolltet sehen, ob ich sie befolgte. Kaum hatte ich das gesagt, kehrte Nicoles Grinsen zurück.

„Perfekt. Dann können wir ihn jetzt ja ausprobieren.“
„Mich ausprobieren?“ rutschte mir heraus.
„Na klar, unseren Diener“, ergänzte sie. "Unseren Leckdiener" korrigierte sie.
Gabi schob ihren Stuhl zurück. Sabrina stellte ihre Tasse ab. Und du sahst mich mit diesem Lächeln an, das mich seit meiner Ankunft verfolgte. Plötzlich wurde mir klar: Bis eben hattet ihr nur gespielt.
Jetzt hattet ihr Regeln. Ihr wolltet sehen, ob ich sie befolgte.
Veröffentlicht von Nurfuer_sie am 25.08.2026
Anmerkungen vom Autor

Manche Ideen beginnen ganz harmlos bei einer Tasse Kaffee. Diese hier erzählt davon, was passieren kann, wenn eine Frau beschließt, den Nachmittag ein wenig anders zu gestalten als erwartet. Und manchmal entwickelt eine Idee dabei plötzlich ihre ganz eigene Dynamik. Nurfuer_sie.

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