Erotische Geschichten

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Back to the roots

4,6 von 5 Sternen
Du begleitest mich zur Eingangstür, das hast Du noch nie getan, es fühlt sich falsch an. Auf dem Weg dahin kann ich durch einen Türspalt einen kurzen Blick in eines Deiner Zimmer werfen. Es ist leer. Auch das große Bild an der Wand in der Galerie ist verschwunden. Ich frage nicht, ich möchte das, was in den vergangenen Tagen passiert ist, nicht zerstören. Du öffnest die Tür und ich gehe an Dir vorbei, hinaus. Während Du sie hinter Dir schließt durchfährt mich ein Gefühl, das ich nicht erklären kann, alles fühlt sich gerade so falsch an. ‚Aria, pass auf Dich auf.‘ Ich nicke zustimmend, möchte weinen, aber dass ich schwach bin, dass Du mich schwach machst, dass ich weiß, was passieren wird, werde ich Dir nicht zeigen.
Du hast Dich selbst verraten, hast Deine eigenen Regeln gebrochen, hast Dich Deiner Natur widersetzt indem Du zugelassen hast zu fühlen. Niemals könntest Du Dir das eingestehen, Du hast nur diese eine Wahl.
Als Du auf Deine Maschine steigst, den Motor startest, möchte ich Dir noch so viel sagen, aber ich weiß, dass es nichts ändern würde. Und dann verschwindet Deine Silhouette am Ende der Straße und meine Seele mit Dir.
Das war der Tag, ab dem Du nur noch eine Erinnerung warst, der Tag, an dem ich Dich das letzte Mal sah.

Eineinhalb Jahre später

‚Kennst Du dieses Gefühl von Angst und Verlangen zugleich? Ein Gefühl, dass Dich wahnsinnig macht, weil Dein Kopf zu explodieren scheint?‘ Mel schüttelt den Kopf. Meine Freundin denkt immer sehr rational in Gefühlsdingen. ‚Wir schreiben uns wieder.‘ Erzähle ich ihr. ‚Du und H.?‘ Und ihr Blick spricht bereits Bände. ‚Ja, seit gestern. Und mein Körper reagiert so extrem. Mel, mein Kopf droht zu platzen, mein Herz schlägt so schnell, dass ich kaum Luft bekomme und meine Gedanken lassen meinen ganzen Körper zittern…vor Lust auf ihn, vor diesem Verlangen, dieser Sehnsucht. Ich glaube, ich drehe durch.‘ ‚Süße, das kann doch nicht Dein Ernst sein. Er hat Dich allein gelassen, Dir so weh getan. Warum zum Teufel tust Du Dir das an?‘
‚Weil er mir fehlt. Weil ich ihn brauche. Weil ich ihn liebe!‘

Ja, das hätte ich Dir sagen sollen, bevor Du auf Deine Maschine gestiegen bist. Vielleicht hätte es alles geändert.

Ich liege in der Badewanne, leichter Nebel von dem heißen Wasser steht in der Luft und alles duftet nach Lotusblüten. Neben mir steht ein Glas Champagner und das Radio am Waschbecken spielt leise meine Playlist ab. Die Playlist mit den Songs, die mich immer an Dich erinnert haben. Lange Zeit war sie für mich tabu, weil es zu sehr weh tat. Heute tut es nicht weh, heute bewirkt die Stimme von Bishop Briggs alles Andere aber keine Schwermut.
Ich schließe die Augen, lasse meine Fingerspitzen meine Oberschenkel hinaufgleiten, über meine Hüfte. Ich zeichne einen Kreis in dem Schaum auf meinem Bauch. Berühre sanft meine Brüste, meine Brustwarzen. Leichte, ruhige Berührungen und das heiße Wasser lassen meine Nippel erstarren. Ich atme tief ein. Die Gedanken an Dich lassen meine Wangen glühen. Ich stelle mir vor, wie Du mich berührst, dabei lasse ich meine rechte Hand wieder über meinen Bauch gleiten, tiefer. In meinen Gedanken greifst Du fest in mein Haar, ziehst meinen Kopf in den Nacken und küsst meinen Hals. Mein Körper zittert, ich lehne meinen Kopf zurück und grabe meine Nägel fest in meinen Oberschenkel, bevor ich sie sanft in die Richtung meiner Muschi führe. Mit meinem Zeigefinger streichele ich meinen Kitzler bevor ich ihn langsam in mich eindringen lasse. Ich stöhne laut auf. Meine Finger wissen ganz genau, was sie tun müssen, damit ich mich wenige Minuten später völlig befriedigt und leicht außer Atem in einer inzwischen fast kalten Badewanne wiederfinde. In meinem Kopf bist immer noch Du.
Ich lasse meinen Oberkörper ins Wasser gleiten, schließe die Augen und lasse auch meinen Kopf unter der Decke aus Schaum verschwinden. Immer wenn ich meine Augen schließe sehe ich Dich. Ich tauche auf, wische mir den Schaum und das Wasser aus dem Gesicht und höre, wie mein Handy klingelt. Ich springe aus der Wanne, rutsche fast aus aber das ist egal. Es ist egal, weil dieser Klingelton Deiner ist.

Nur zwei Stunden, nach dem wir telefoniert haben, stehe ich vor meinem Spiegel im Ankleidezimmer. Der Stapel an Klamotten, die ich bereits anhatte und für unmöglich befunden habe ist inzwischen einen gefühlten halben Meter hoch. Was soll ich nur anziehen? Was wird Dir gefallen? Wie werde ich Dir gefallen? Ja, wir werden uns gleich sehen! Das erste Mal seit weit über einem Jahr. Ist es richtig? Ich weiß es nicht! Ich weiß nur, dass meine Sehnsucht so groß ist, dass mein Kopf keine andere Antwort als, ,Ja, es ist richtig!‘ zulässt.
Letztendlich entscheide ich mich für einen Rock aus schwarzem Leder und einer weißen Boyfriend-Bluse. Darunter trage ich meine neuen weißen Dessous aus französischer Spitze. Zufrieden werfe ich einen letzten Blick in den Spiegel, steige in meine Guess Heels und mache mich auf den Weg zu der Adresse, die Du mir gegeben hast.

Ich stehe vor einer weißen Stadtvilla, ringsherum Nichts. Das passt zu Dir. Während ich die Klingel drücke, werden meine Hände feucht und mein Herz schlägt wie wild. Ich beginne zu zweifeln ob es wirklich richtig ist hier zu sein. Doch dann öffnet sich die Tür und da stehst Du. Sofort bin ich wieder in Deinen blauen Augen gefangen. Du fesselst mich, in jeglicher Hinsicht. ‚Hallo Aria, ich freue mich sehr, dass Du es so kurzfristig einrichten konntest!‘ Als wärst Du nie weg gewesen, als würden die letzten Tage vor Deinem Verschwinden nicht existieren, stehst Du hier vor mir und tust als wäre nichts passiert??? Du greifst nach meiner Hand. Diese kleine Berührung lässt mich meine Wut vergessen. Dann führst Du mich hinein, in Dein neues Haus, durch eine, wie ich es von Dir gewohnt bin, sehr geschmackvoll eingerichteten Galerie, eine Treppe hinauf zu einem Deiner unzähligen Zimmer.

Du öffnest die Tür, lässt mich eintreten und bevor ich überhaupt dazu komme einen Blick in den Raum zu werfen, den wir betreten haben, schließt Du sie wieder, schubst mich dagegen und küsst mich. Mein Herz bleibt fast stehen. Wie sehr habe ich mich danach gesehnt. Du hast mir so gefehlt. Wir küssen uns, wild, leidenschaftlich, wie paralysiert. Dein Blick lässt meinen Körper zittern, vor Verlangen, vor Lust. Du öffnest Deine Hose, schiebst meinen Rock hoch, meinen Slip zur Seite und dringst mit einem heftigen Stoß in mich ein. Meine Nägel graben sich fest in Deinen Rücken. Ich verliere mich in einem Sog aus tiefen Gefühlen, Schmerz, Erfüllung. Du ****st mich so hart, ich spüre Dich so tief in mir, in einer Intensität, wie ich sie nur von Dir kenne. Deine Stöße werden immer härter und intensiver. Du schaust mir tief in die Augen, während wir beide nahezu gleichzeitig den Höhepunkt erreichen. Ich schreie laut auf, beiße mir kurz darauf so fest auf die Unterlippe, dass ich einen Hauch von Blut schmecke. Du wirkst sichtlich außer Atem, was ich unheimlich süß finde, weil es Dich für diesen Moment schwächer macht, als Du sein willst. Du schließt Deine Hose, drehst Dich um und steuerst zielstrebig auf eine kleine Whiskybar zu. Während ich meinen Rock zurechtschiebe beobachte ich Dich ganz genau, wie Du Dich bewegst, scanne Deinen Körper mit meinen Augen. Du bist so heiß. Mit zwei Gläsern in der Hand kommst Du wieder auf mich zu. Eines reichst Du mir und während wir dort stehen und diesen unglaublich guten Glenmorangie Pride genießen schaue ich mich ein wenig um. Ein roter samtartiger Teppich, dunkle Kirschholzmöbel, eine wunderschöne Ledercouch, ein riesiger Flatscreen und jede Menge Schränke. Was sich in ihnen befindet kann ich erahnen. ‚Dies ist also Dein neues Spielzimmer?‘ Frage ich Dich obwohl ich die Antwort bereits kenne. ‚Zeigst Du es mir genauer?‘
‚Trink bitte aus und geh!‘ Diese Härte in Deiner Stimme, sie ist mir noch so bekannt. Ich weiß, dass ich mich fügen muss. Enttäuscht und dennoch wenig überrascht, was mich selbst wundert, nehme ich meine Schlüssel und verlasse, wie immer allein, Dein Haus.
Meine Gedanken kreisen um die Tage vor Deinem Verschwinden. Warum hast Du mich so nah an Dich herangelassen? Du hast es nie ausgesprochen aber ich habe doch gespürt, dass ich Dir etwas bedeute. Ich war mehr als eine Gespielin für Dich. Davon ist nichts mehr da. Warum?

Es ist, wie es immer war, wir sind zurück bei unseren Wurzeln. …
  • Geschrieben von Rea
  • Veröffentlicht am 16.12.2018
  • Gelesen: 8981 mal
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Kommentare

  • Blackraven7816.12.2018 20:28

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    Liebe Rea,

    diese Melancholie in Deinen Worten, die Sehnsucht nach Liebe. Wunderschön!

    Schreib unbedingt weiter ...

    5 Sterne von mir, versteht sich.

    Blackraven78

  • LuckyBen17.12.2018 08:07

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    Liebe Rea,

    wunderschön, wie du deine Gefühle beschreibst., die Schwermut in deinen Worten und noch das, was zwischen den Zeilen steht. Klasse! 5*

    LG
    Lucky

  • Rea 18.12.2018 00:20

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    Liebe Blackraven,
    danke! ❤️Ich arbeite gerade an der Fortsetzung!

  • LuckyBen18.12.2018 07:49

    Profilbild von LuckyBen

    >> Er hat Dich allein gelassen, Dir so weh getan. Warum zum Teufel tust Du Dir das an?‘
    ‚Weil er mir fehlt. Weil ich ihn brauche. Weil ich ihn liebe!‘ <<

    Sind das keine Gefühle? Er hat dir weh getan ... Das kann man auf zwei Arten lesen. Einfach super!

    Das meinte ich, und von solchen Stellen wimmelt es im Text.

    Liebe Grüße
    Lucky

  • Rea18.12.2018 09:07

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    Danke LuckyBen für die Antwort! Es hat mich ernsthaft interessiert, wie Du es siehst! Es freut mich, dass es beim Leser genau so ankommt, wie ich es mir gewünscht habe. ☺️Danke!!!

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