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Zufall oder Schicksal?

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Zufall oder Schicksal?

Ein Treffen im Wald stellt Conny vor existenzielle Fragen.

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Die junge Anwältin Conny wollte eigentlich nur einen freien Tag nehmen und wandern gehen. Im tiefsten Wald trifft sie unversehens auf Jake. Er behauptet, das sei kein Zufall, sondern das Schicksal hätte sie zusammen geführt. Conny glaubt nicht an so etwas, doch er hat Beweise. Handfeste Beweise.

Dingo666

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Wasser!

Sie brauchte unbedingt etwas zu Trinken. Und zwar bald.

Conny schluckte. Ein unangenehmes Gefühl bei ihrer ausgetrockneten Kehle. Die Sonne hatte den Zenit zwar überschritten, aber ihre Strahlen heizten den schwülen Augustnachmittag immer noch mit voller Kraft auf. Die Luft stand zwischen den Bäumen wie brühwarme Melasse. Kein Hauch bewegte die Blätter.

Schweiß rann ihr am Hals hinab. Große dunkle F*****n zeichneten die leichte Bluse in der Mitte und unter den Armen. Der dünne gelbe Stoff, über der Taille frei hochgebunden, um möglichst viel Haut an Bauch und Rücken freizulegen, klebte locker an ihrem feuchten Körper.

Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, ob dieser Trip wirklich eine gute Idee darstellte. Nach all dem Stress der letzten Wochen hatte sie sich einfach einen Tag frei genommen. Wegfahren wollte sie nicht. Nur ein wenig zur Ruhe kommen. Der Gedanke einer Tageswanderung besaß da einen doppelten Reiz.

Zum einen genoss sie ausgedehnte Fußmärsche. Die monotone Bewegung übte eine besänftigende, fast hypnotische Wirkung aus. Ihr Kopf, sonst schnell und beweglich und dem hektischen Büroalltag in der Züricher Anwaltskanzlei gut angepasst, kam dabei zur Ruhe. Eine andere Conny konnte dann wieder auftauchen. Die Conny, die früher tagelang selbstversunken malte oder bastelte. Die gerne mit nackten Füßen rannte und kletterte und tanzte, und die später jede durchgefeierte Nacht in vollen Zügen genoss. Ein Teil von ihr, der in letzter Zeit kaum an die Oberfläche dringen durfte.

Zum anderen hatte es einen verbotenen, fast sündigen Anstrich, an einem Dienstag – also einem ganz normalen Arbeitstag – ganz ungeniert dem eigenen Vergnügen nachzugehen, während alle anderen arbeiteten. Als sie morgens aufbrach, da schämte sie sich fast, in den leichten Freizeitklamotten ins Auto zu steigen. Ringsum traten Männer und Frauen in Business-Outfit oder anderer Arbeitskleidung aus ihren Appartements, die Gesichter müde oder bereits gehärtet für den Tag. Für einen Moment hätte ihr entrüstetes Juristen-Ich fast gewonnen.

„Hohes Gericht! Die Angeklagte erdreistet sich, mitten in der Woche einen Tag frei zu nehmen! Wir beantragen die Höchststrafe: Schlechtes Gewissen bis Büroschluss!"

Aber sie – genauer: ihr anderes Ich, die Tänzerin – hatte sich gestrafft, den Kopf hochgenommen und ganz locker den Rucksack in den Kofferraum gepackt. Sollten die Bürohengste der Vorstadt ihr doch auf die bloßen Arme und nackten Schenkel starren!

Sie war eine erfolgreiche Junganwältin, und mit zweiunddreißig Jahren genau im richtigen Alter, um ihr gutes Aussehen zu akzeptieren und zu genießen. Sie warf die langen, dunkelbraunen Haare zurück, strahlte in die Runde und entbot allen Nachbarn einen wunderschönen Morgen. Herr Spängler, der Bankvorstand von nebenan, lächelte schräg zurück.

Die Vormittagsstunden vergingen wie im Flug, zauberhafte Perlen auf einer Feenschnur. Sie hatte das Auto auf einem Waldparkplatz irgendwo hinter Stühlingen abgestellt und war einfach drauflosgelaufen. Der Pfad führte über warme, sonnenüberflutete Wiesen und durch kühlere Waldstücke. Aufgeräumt schritt sie durch hohes Gras, genoss den Gesang der Vögel und den lichten Schatten zwischen den Bäumen. Dunkle Käfer brummten durch die Luft wie winzige, schwebende LKWs mit surrenden Flügeln.

Schon nach kurzer Zeit stellte sie fest, dass sie nicht mehr an die Schriftsätze auf ihrem Schreibtisch dachte. Die kühle Juristin war zurückgeblieben und wartete irgendwo außerhalb. Durch diese sommerliche Umgebung aus üppigen Äckern, leuchtend gelben Rapsfeldern und Wäldern mit bemoosten Bäumen und flirrenden Sonnenstrahlen wanderte die andere, eine jüngere Conny. Manchmal tanzte sie vor kindlicher Freude einige Schritte auf dem weichen Waldweg und sang laut ein paar Takte vor sich hin.

Im Lauf des Vormittags wurde es stetig wärmer. Dann richtig heiß. Die Wettervorhersage hatte von 35 Grad gesprochen, und entgegen ihrer Vermutung blieb es im Wald keineswegs schön kühl. Im Gegenteil! Der satte Geruch nach Holz, Laub und Moder, der wie ein erstickendes feuchtes Tuch über dem Waldboden lag, schien die Temperatur weiter zu hoch zu drücken. Trotz ihrer minimalen Kleidung – nur Shorts, die Bluse und Wanderstiefel – schwitzte sie wie bei einem anstrengenden Workout im Fitness-Club.

Die Plastikflasche mit Wasser war schon sehr bald geleert, und seitdem wartete sie mit wachsender Ungeduld und einem immer hartnäckiger drängenden Durst auf einen Imbisstand oder eine Quelle. Sogar ein Bach mit einigermaßen klarem Wasser hätte sie akzeptiert. All dies schien in dem ausgedehnten Naturschutzgebiet allerdings Mangelware zu sein.

Zudem verfolgte sie seit einer Stunde hartnäckig der Verdacht, dass sie von der dünnen, rot gestrichelten Linie auf der Wanderkarte abgekommen war. Die Karte zeigte zwar nur ungefähr die Verteilung von Wald und Feldern, aber die Landschaft ringsum hielt sich enervierend wenig an den Plan. Wo war nur dieser Kreuzweg, den sie längst hätte passieren sollen?

An „Verirren" zu denken schien ihr ein wenig lächerlich. Ringsum mussten Straßen verlaufen, Autos fahren, Leute in den Dörfern und Gehöften ihrem Alltag nachgehen. Nur wenige Kilometer entfernt, höchstens zwei Stunden zu Fuß – schließlich gab es im dicht besiedelten Schweizer Tiefland kaum noch ein paar Quadratkilometer ohne Siedlungen.

Tatsache war aber, dass sie seit dem Aufbruch am Parkplatz keine anderen Menschen mehr gesehen hatte. Nicht einmal Waldarbeiter waren heute unterwegs. Dies in Verbindung mit ihrem Durst sorgte für einen kleinen, bedrückenden Kitzel in ihrer Magengegend. Die Wanderung, anfangs ein wohltuender Ausbruch aus dem zivilisierten Berufsleben, entwickelte sich zu einer unerquicklichen Angelegenheit.

Ihr Juristen-Ich grinste hämisch herüber. Gott, was freute sie sich auf eine Dusche und auf ihr bequemes Sofa! Was für eine bescheuerte Idee, hier durch diesen Brutofen von Wald zu laufen. Sie könnte so schön in einem angenehm temperaturgeregelten Zimmer sitzen, gemütlich ein paar Akten nachschlagen und...

Ein entfernter Ruf riss sie aus ihrem lethargischen Trott.

Menschen!

Völlig automatisch ordnete sie ihre nassen Haarsträhnen, und strich ihre Kleider glatt. Vage war ihr bewusst, wie abgerissen sie aussehen musste. Zerknitterte Wandersachen, völlig durchgeschwitzt, mit zerkratzten Waden und an der Stirn klebenden Haaren. Das genaue Gegenteil der kühlen Anwältin vor Gericht, perfekt im dunklen Kostüm, dezenten Schuhen und streng hochgesteckten Haaren.

Zwischen den Bäumen glitzerte rotes Blech. Eine Windschutzscheibe reflektierte das Sonnenlicht in einem breiten Streifen. Dahinter lag eine kleine Lichtung, von der nun ein neuer Laut herüberdrang. Conny trat näher und spähte zwischen den dicken Bäumen hervor. Ihre Augen weiteten sich, als sie die Szene erfasste.

Ein Mann kniete dort vor einem kleinen Feuer. Er hatte einen Karton in der Hand und fütterte die Flammen vor ihm mit Papieren und Fotos. Conny konnte nur einen schwarzen Haarschopf und einen breiten Rücken im grob karierten Hemd erkennen. Der Unbekannte legte eine solch wütende Konzentration in sein rätselhaftes Tun, dass sie zögerte. Es schien unvorstellbar, ihn einfach zu stören und nach etwas so Profanem wie Wasser zu fragen.

Der Karton war nun leer und wanderte auch zu den Flammen. Die griffen gierig danach und schlugen für einige Sekunden hoch auf. Der Mann breitete seine Arme aus, sah zum Himmel, und murmelte etwas Unverständliches. Die Bitterkeit, die trotzige Trauer, die in seinem Ton mitschwang, rührte Conny eigentümlich an.

Er blieb eine ganze Weile in dieser seltsamen Haltung, dann ließ er die Arme mit einem Seufzen sinken und scharrte die Reste seiner Verbrennungen zu einem glimmenden Haufen zusammen. Endlich erhob er sich. Seine Bewegungen wirkten schwer, er sah mit gesenktem Kopf zu Boden. Conny hätte wetten können, dass er das Gras direkt vor sich nicht wahrnahm.

Zögernd trat sie vor.

„Hallo? Bitte entschuldigen Sie!"

Der Mann rührte sich für ein, zwei Sekunden nicht. Dann zuckte er zusammen und fuhr herum. Zwei graue Augen in einem ernsten Gesicht hefteten sich auf sie, nahmen ihre schlanke Gestalt auf. Sein Unterkiefer sackte herab, und perplexes Staunen malte sich in seine Miene. Conny biss sich auf die Unterlippe. Sah sie wirklich so schlimm aus?

„Entschuldigen Sie", wiederholten sie verlegen. „Ich – äh, ich glaube, ich habe den Weg verloren. Können Sie mir sagen, ob das hier der Ahorn- oder der Weidenwanderweg ist?"

Er starrte sie immer noch in völliger Fassungslosigkeit an. Trotz der seltsamen Situation kam Conny nicht umhin, seinen athletischen Körperbau zu bewundern. Die hochgekrempelten Hemdärmel fassten starke Arme, die ausgewaschene Jeans umspannte einen flachen Bach und muskulöse Schenkel. Er musste etwas älter sein als sie selbst. Also Mitte dreißig, schätzte sie abwesend. Schweißtropfen glänzten auf seiner Stirn, aber das unterstrich nur seine Attraktivität.

Nun lachte er auf. Einmal nur, in einem skeptischen Tonfall.

„Ich glaube es einfach nicht!", murmelte er zu sich selbst.

Conny sah ratlos an sich herunter. Was war nur an ihr, das ihn so konsternierte? So fürchterlich konnte ihr Anblick doch nicht sein, oder? Normalerweise reagierten Männer ein klein wenig enthusiastischer auf sie.

Der Unbekannte trat plötzlich vor, direkt vor sie hin, und nahm ihre Hände. Verwirrt blickte sie zu ihm auf. Er musste mindestens einsneunzig groß sein, fast einen Kopf größer als sie selbst. Er lächelte nicht, sondern bannte sie mit einem Blick, so intensiv, dass er wie ein Magnetstrahl auf sie wirkte.

„Willkommen!", sagte er nur.

Conny schluckte. Trocken. „Äh..." brachte sie heraus.

Plötzlich schien ihm die Absurdität der Situation bewusst zu werden. Er lächelte verlegen, dann grinste er breit, und brach in lautes Lachen aus. Die grauen Augen, die zuvor so hart und zwingend wirkten, sprühten nun vor ungebändigter Heiterkeit. Seine Hände hielten die ihren immer noch warm und fest umfangen.

„Bitte entschuldige vielmals", sagte er mit angenehm sonorer Stimme. „Das muss alles ein wenig, hm, seltsam auf dich wirken."

„Nun ja, ich habe mich schon gefragt...", bekannte Conny und erwiderte sein Lächeln, ohne nachzudenken. War dieser Mensch mit allen Unbekannten sofort per Du?

Er gluckste amüsiert.

„Dabei bin ich extra an einem Werktag so tief in den Wald gefahren wie möglich, um nur alleine zu sein. Und dann – kommst du so mir nichts, Dir nichts zwischen den Bäumen hervor." Er schüttelte staunend den Kopf. „Ich hätte nicht gedacht, dass mein Wunsch so schnell in Erfüllung geht."

„Wunsch?" Sie kapierte überhaupt nichts. Eine höchst ungewöhnliche Erfahrung für sie.

Er zögerte.

„Das ist eine längere Geschichte", meinte er dann und zauderte kurz. Dann sah er sie an, in seinen Augen blitzte es spitzbübisch. „Ich habe eine Vermutung dazu", sagte er in seriösem Ton. „Eine Hypothese. Und ich würde diese Hypothese gerne experimentell überprüfen. Könntest du mich dabei unterstützen?"

Conny zuckte die Schultern und lächelte unsicher. Klar würde sie diesem nicht uninteressanten Typen mit dem leicht schrägen Verhalten helfen, aber wie...

Er beugte sich vor und küsste sie.

Das kam völlig überraschend. Conny erstarrte, überrumpelt von der unvermuteten Intimität. Sie fühlte seine festen, fast harten Lippen auf den ihren, während er ihren Blick weiter hielt. Dann löste er sich mit einem leisen Schmatz. Sah sie nur aufmerksam an.

Conny wirbelte davon, rettungslos verloren in der Eigentümlichkeit dieser bizarren Situation. Der leise prickelnde Nachhall auf ihren Lippen fühlte sich gut an, ebenso wie die körperliche Nähe zu diesem Fremden. Ihr Tänzerinnen-Ich zog innerlich erfreut die Augenbrauen hoch und hätte gerne nachgefühlt, wie sich die Haut auf seinen straffen Rippen wohl anfühlte.

Aber der Typ konnte sie doch nicht einfach so küssen? Eine völlig Fremde? Die Juristin wies sorgfältig auf alle potenziellen Gefahrenquellen, Unsicherheiten und Abnormalitäten dieses Sachverhalts hin. Mit anklagender Stimme zitierte sie einige alte, weniger erfreuliche Erfahrungswerte im Umgang mit Männern.

Die beiden Teile von ihr brachten es fertig, sich gegenseitig perfekt zu neutralisieren. Sie konnte nur stocksteif dastehen.

Ganz langsam breitete sich ein freudiges, immer noch zweifelndes Lächeln auf seinem Gesicht aus. Er sah dadurch auf einmal viel jünger aus. Offen. Und verletzlich.

„Du läufst nicht schreiend davon", konstatierte er zögernd. „Und du hast mir noch keine heruntergehauen. Ich komme daher zu dem Schluss, dass meine Vermutung zutrifft."

Mit diesen kryptischen Worten zog er sie erneut an sich und küsste sie zum zweiten Mal. Länger diesmal, und nachdrücklicher. Conny spürte den Hauch seines Atems auf ihrer Haut und nahm seinen herben Duft wahr. Er roch entfernt nach Holz, nach frischem Schweiß und nach Mann. Wie von selbst bewegten sich ihre Lippen, erwiderten seinen Kuss leicht.

Dann straffte sie sich durch, entzog ihre Hände seinem Griff und drückte gegen seine Brust, schob ihn etwas zurück. Er leistete keinen Widerstand, als sie so den Kontakt unterbrach, aber sein leuchtender Blick blieb an ihr haften.

„Das... kommt alles ein ganz klein wenig überraschend für mich", sagte sie ernsthaft und sah, wie er erschrak. Sie grinste, beugte sich vor und küsste nun schnell ihn. Nur um ihm zu zeigen, dass sie nicht direkt böse auf ihn war. Und vielleicht auch, um nicht als passives Weibchen dazustehen. So etwas würde die taffe Juristin niemals akzeptieren! Die Tänzerin war zum ersten Mal voll einverstanden.

„Nicht unangenehm. Nur... eben überraschend", wiederholte sie und strich leicht mit der Zungenspitze über die Unterlippe. „Ich würde wirklich gerne wissen, wie diese Vermutung aussieht."

Er lachte wieder laut auf. Sie mochte es, wenn er so lachte. Dann sah er ihr tief in die Augen, unvermittelt wieder sachlich.

„Ich vermute, dass du mein Schicksal bist", meinte er völlig ernst. „Dass es kein Zufall ist, dass wir hier zusammentreffen. Dass wir zusammengehören. Füreinander bestimmt sind. Und Deine erste Reaktion lässt mich hoffen, dass diese Vermutung nicht völlig an den Haaren herbeigezogen ist."

Und mit einer Selbstverständlichkeit, als seien sie bereits Jahre zusammen, küsste er sie ein drittes Mal. Sie schloss kurz die Augen, genoss die sonderbare Vertrautheit. Dann atmete sie tief durch und machte sich los, nicht ohne Bedauern.

„Das verstehe ich nicht. Kannst du..." sie stockte, als sie bemerkte, dass sie nun auch wie selbstverständlich zur Du-Form übergegangen war, „Kannst du mir erklären, warum es Schicksal ist?"

Er nickte.

„Gerne. Zumindest versuchen." Seine Kopfbewegung wies zu den glimmenden Resten hinüber.

„Gerade habe ich ein kleines Ritual durchgeführt." Er suchte nach Worten. „Ehrlich gesagt, das war mein erstes eigenes Ritual. Ein Freund, bei dem ich im Winter eine Schwitzhütte mitgemacht habe, hat es mir empfohlen und erklärt, was ich ungefähr tun muss." Ein Schnauben. „Dabei habe ich sonst mit diesem esoterischen Schnickschnack nichts zu tun."

„Ein Ritual?"

„Ja, genau. Sieh mal..." Wieder dieses Stocken, dieses Suchen nach der richtigen Beschreibung für das Unbeschreibliche. „Ich war mit einer Frau zusammen. Zehn Jahre. Große Liebe, verstehst du? Und sie hat mich dann verlassen, einfach so. Das war vor drei Jahren, und das hat mich ziemlich umgehauen."

Conny nickte mitfühlend. Der Mann schüttelte den Kopf, als sei er heute noch verwundert über die lange zurück liegenden Ereignisse.

„Seitdem läuft mit anderen Frauen irgendwie gar nichts." Er sah nun fast wütend aus. „Urs meinte, ich würde innerlich immer noch an Beatrix hängen und wäre nicht bereit für eine andere Liebe. Erst, wenn ich mich davon lösen würde."

„Ah." Conny verstand langsam. „Dann ging es bei dem Ritual um die Trennung von dieser Beatrix?"

„Richtig. Anfangs dachte ich: Was soll das? Ist doch kein Problem für mich! Aber es muss doch etwas dran sein, denn ich habe es monatelang vor mir hergeschoben. Heute Morgen habe ich mich endlich aufgerafft und alle Fotos, alle Briefe, alle alten Dinge von Bea hier in den Wald gebracht und Feuer gemacht." Er lachte kurz und ein wenig zittrig. „Ist ja eigentlich ganz einfach, ein paar alte Sachen zu verbrennen. Sollte man meinen."

„Nicht unbedingt", flüsterte sie und dachte zurück, wie sich damals Jochen von ihr losgesagt hatte. Jochen, ihr langjähriger Freund aus dem Studium, der für jeden Quatsch zu haben war. Jochen, der sie so oft zum Lachen brachte. Mit dem sie auf dem Rad bis Italien gefahren war. Der zum Schluss sagte, er hätte sich in eine lebenslustige Studentin verliebt, und nicht in eine Anwältin. Karrierefrau! So hatte er sie genannt, und es war nicht als Kompliment gemeint gewesen.

Schnell schüttelte sie den Kopf und vertrieb diese schattigen Erinnerungen. „Aber was hat das alles mit mir zu tun?" wollte sie wissen.

Er grinste breit und breitete entschuldigend die Arme aus.

„Als ich gerade eben alles ins Feuer geworfen hatte, da war es wirklich, als würde eine Last von mir genommen. Ich fühlte mich plötzlich leicht. Fast schwerelos. Da habe ich so ganz allgemein in Richtung Universum gesagt, dass ich jetzt bereit wäre für eine neue Liebe. Und nun rate mal, wer zwei Minuten später aus dem Wald und in mein Leben spaziert!"

„Oh." Fasziniert sah Conny zu ihm auf und ließ sich gerne wieder von seinem durchdringenden Blick bannen, während sie seine Worte überdachte.

Der Gedanke, dass die Schicksalsmächte sie wie an einer Schnur hierhergezogen hatten, war einerseits berückend romantisch. Die Tänzerin seufzte sehnsüchtig. Im Geiste sah sie bereits die ergriffenen Gesichter ihrer Freundinnen vor sich, wenn sie ihnen diese Geschichte erzählte. „Unglaublich! Unglaublich!", würde Astrid wohl sagen, und Josephine standen dann vermutlich schon Tränen der Rührung in den Augen.

Die Juristin wehrte sich heftig gegen diese Idee. Sie wollte selbst entscheiden, wohin sie ging und mit wem sie sich einließ. Schließlich war sie eine erwachsene, erfolgreiche Frau, und kein leicht zu beeindruckendes Mädchen mehr. Kein dummes Schicksal sollte da hineinpfuschen!

„Und? Bist du mein Schicksal?" fragte er mit leichter Stimme, in der ein merkwürdigen Unterton mitschwang. Conny öffnete den Mund. Stockte.

„JA!" jauchzte die Tänzerin.

„NEIN!" schrie die Juristin.

Heillose Verdrehung in ihrem Kopf.

„Wie heißt du denn überhaupt?" fragte sie zurück, um Zeit zu gewinnen.

„Oh – Entschuldigung." Sein unvergleichliches Auflachen. „Ich bin Jakob. Jakob Federmann. Ich bin freiberuflicher Ingenieur und Wissenschaftler. Meine Freunde nennen mich Jake."

„Hallo Jake." Sie grinste leicht. „Schön, dich kennen zu lernen. Ich heiße Conny. Oder eigentlich Cornelia Mück."

„Conny." Er nickte. „Conny und Jake, das hört sich doch gut an, oder?"

„Also ich weiß nicht... Das ist doch eine komische Idee, das mit dem Schicksal, oder?", meinte sie. „Außerdem mag ich die Vorstellung nicht, dass ich ein Sklave des Schicksals bin. Das heißt ja, ich bin nur so eine Art Statistin. Eine Erfüllungsgehilfin für Dein persönliches Glück, oder?"

„Nicht unbedingt." Anscheinend genoss er diese Unterhaltung. Was auch daran liegen mochte, dass er sie immer noch in den Armen hielt. „Umgekehrt kann es ja genauso schicksalhaft sein. Du verirrst dich und stößt mitten in der Wildnis auf mich. Ich könnte genauso gut hierhergeführt worden sein. Für Dich!"

Conny dachte nach. Ja, das klang schon ganz gut. Damit konnte sich die romantische Tänzerin durchaus anfreunden. Aber was war mit der anderen Seite in ihr, der klar und präzise denkenden Anwältin?

„Einspruch." Sie verfiel automatisch in juristischen Slang. „Diese Behauptung kann nicht mit Argumenten untermauert werden. Eine reine Glaubensfrage also."

„Hm."

In seinen Augen funkelte wieder dieser jungenhafte Übermut. Gleich würde er wieder eine seiner kuriosen Ideen ausbrüten! Mit gelinder Bestürzung stellte Conny fest, dass sie sich regelrecht darauf freute.

„Dann lass uns zur Überprüfung noch ein Experiment machen, ja?"

Ohne auf ihre Einwilligung zu warten legte er seine kräftigen Arme um sie, drückte sie sanft, aber kategorisch an sich und küsste sie. Intensiver jetzt. Stärker. Heißer.

„Mmhh..."

Für einen Augenblick verspürte sie den Impuls, sich loszumachen und wegzulaufen. Weg von diesem ungewöhnlichen Mann, weg von seinen selbstverständlichen Vertraulichkeiten. Weg von ihrem Schicksal.

Aber sein Mund schmeckte so gut, er roch so aufregend, und sein harter Körper presste sich so viel versprechend an sie! Conny spürte, wie sie dahin schmolz, bevor der halbe Befehl ihre Muskeln erreichte. Langsam schlang sie ihre Arme um seinen starken Hals und ließ ihre Lippen weich und nachgiebig werden. Die Juristin protestierte noch kurze Zeit, um sich dann schmollend in eine Ecke zurück zu ziehen.

Jake brummte erfreut und schon spürte sie eine forschende Zungenspitze zwischen ihren Lippen. Sie öffnete bereitwillig die Kiefer und ließ ihn ein. Ihre Zungen berührten sich, tasteten sich aneinander, nass und glatt und warm, und umschlagen sich in einem langsamen, erregenden Tanz.

Gemeinsam versanken sie in einer endlosen, entrückten Umarmung. Conny registrierte nur vage, dass sie sich befremdlich schwach fühlte und halb an ihm hing. Dass seine Hand nun breit auf ihrem nackten Rücken lag und vorwitzig die Lücke zwischen Bluse und Shorts ausnutzte. Der sanft walkende Druck seiner Fingerspitzen auf ihrer Wirbelsäule schien angenehm kitzelnde Funken in ihren Körper zu schlagen, und der dünne Schweißfilm auf ihrer Haut fungierte als vollwertiger Ersatz für Massageöl.

Endlich ließen sie schwer atmend voneinander ab.

„Das ist natürlich noch kein wissenschaftlicher Beweis." raunte er mit aufrichtigem Augenaufschlag, „Aber ich denke doch, dass die Ergebnisse dieses Versuches unsere Ausgangshypothese stützen."

Sie musste lachen. Das tat gut! Sie liebte es, wenn Männer sie zum Lachen brachten. Leider hatte es in letzter Zeit viel zu wenige solcher Gelegenheiten gegeben. Sie legte eine Hand auf seine Wange, die Fingerspitzen an seinem Hals, und rieb sich leicht gegen ihn.

„Ich bin noch nicht überzeugt!", sagte sie im selben seriösen Tonfall. „Vielleicht müssen wir noch einige Versuchsreihen durchführen, um zu einem Ergebnis zu kommen?"

„Ein guter Vorschlag!" Jake strahlte. „Ich habe auch schon eine Idee für den Versuchsaufbau!"

Damit schob er seine Hände tiefer, bis sie mit weit gespreizten Fingern genau auf den Pobacken in ihrer Shorts lagen. Als er nun zugriff, da hielt er beide Halbkugeln in den Händen, und außerdem drückte er damit ihre Hüften gegeneinander. Conny holte tief Luft und erzitterte leicht. Ihrem Körper gefiel diese Behandlung, er wollte mehr davon, wollte an jeder Stelle von diesen starken Händen berührt werden. Oder von dem unverkennbaren harten Ding, das sich von vorne gegen ihren Unterbauch presste.

„Was interpretierst du in diesem Fall?", fragte sie ihn scheinheilig.

„Hmmm." Er walkte ihren Allerwertesten genüsslich durch, seine Fingerspitzen drückten genau in die zarten Fugen zwischen Hinterbacken und Schenkeln. „Dein Po ist jedenfalls genau für mich gemacht. So liebe ich es: rund und knackig, aber nicht zu groß. Das kann kein Zufall sein!"

Die Wärme in ihrem Unterleib stammte nicht mehr alleine von der Umgebungstemperatur. Seine Finger spielten schamlos mit ihrem weichen Fleisch, streichelten über die runden Konturen und drückten zutraulich gegen die Vertiefung in der Mitte. Conny bemerkte, dass ihr Becken seine Bewegungen bereits aufgenommen hatte und sich im selben langsamen Rhythmus vor und zurück schob.

„Gefällt es Dir?" fragte er leise.

„Ja." bekannte sie und schluckte. Der Durst saß noch in ihrem Hals, aber vorläufig in den Hintergrund gedrängt. Der trockene Mund mochte auch von einer anderen Art von Bedürfnis kommen. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und spreizte die Beine etwas, drehte die Füße ein wenig nach außen. So schmiegte sich seine Erektion genau in die Fuge zwischen Unterkörper und Schenkeln und rieb bei jeder Bewegung köstlich über ihre leise pochende Scham.

„Ja. Das gefällt mir sehr!" wiederholte sie tonlos und küsste ihn gierig. Er presste sich hart gegen sie, fast rücksichtslos, schob ihr seine lange Zunge tief in die Kehle und nahm fast ihr ganzes Gewicht in seine Hände, hielt sie beinahe freischwebend am Po. Keuchend sahen sie sich in die Augen, lasen die wechselseitige Lust darin. Die Schwüle des Nachmittags wirkte plötzlich kühl gegen die Hitze ihrer Körper.

„Wenn es Dir gefällt, dann sollten wir das Experiment vertiefen." wisperte er. „Mach bitte Deine Hose auf."

„Gut..."

Zitternd vor unterdrücktem Verlangen nestelte sie an ihrem Gürtel herum. Er lockerte seinen eisernen Griff um ihr Hinterteil gerade genug, dass sie schnell Knopf und Reißverschluss öffnen konnte. Sobald er die nachlassende Spannung im Stoff spürte, schob er schnell seine Hände von oben unter den gelockerten Bund und war in ihrer Hose.

„Ah, das ist besser!" lächelte er schwach und erkundete bereits begeistert, wie sich ihre nackten Pobacken anfühlten. Der dünne Slip darüber war so feucht vor Schweiß, dass er eng anlag, wie eine zweite Haut, praktisch substanzlos.

Conny legte träumerisch ihre Wange an seine breite Brust, schnupperte nach seinem Geruch und überließ sich ganz seinen leidenschaftlichen, aufmerksamen Berührungen. Er drückte versuchsweise von unten gegen den schmalen Stoffstreifen, unter dem es so sehnsuchtsvoll kribbelten. Sie japste erstickt auf und wünschte sich gleichzeitig, dass er endlich unter den Stoff vordrang, und dass er noch endlos so weitermachen sollte.

„Hmmm. Da ist es schön feucht..." flüsterte er ihr ins Ohr.

„Schweiß?" murmelte sie in leichtem Ton und nahm die Beine noch ein wenig mehr auseinander.

„Ich glaube nicht." Bei diesen Worten schob er zwei Finger unter den Slip und fuhr sacht über die schlüpfrige Haut.

Conny maunzte leise und erschauerte bei dieser direkten Berührung ihres intimsten Bereiches. Tief in ihrem Bauch zog sich etwas zusammen. Eine Leere, die sie zuvor nicht gespürt hatte. Ein ungeduldig wartender Hunger, erwacht und bereit. Ein Hunger auf Fleisch! Zu allem bereit, um Nahrung zu bekommen, wie eine lauernde Schlange im Dschungel.

„Mach bitte jetzt die Bluse auf." verlangte er mit belegter Stimme.

Sie kam seiner Bitte schnell nach, löste mit fliegenden Fingern die feste Schleife, zu denen sie die Zipfel um die Taille geknotet hatte, und öffnete kokett langsam die drei großen Knöpfe, während er nach wie vor in ihrem Slip liebkoste. Dann sah sie an sich hinunter und schlug die Bluse auseinander. Der weiße Sport-BH blitzte auf, an der Unterseite von der Feuchte leicht grau verfärbt. Die Brustwarzen drängten groß und hart und dunkel durch den dünnen Stoff.

„Ah!" Seine Augen leuchteten auf. „Wunderschön, deine Brüste!"

Sie kicherte geschmeichelt und genoss seinen heißen Blick auf ihrer nackten Haut, genoss die wollüstige Gier, mit der er seinen harten Schwanz von vorne und seinen massierenden Finger von hinten auf ihre Scham drückte.

„Willst du sie nicht küssen?", fragte Conny rau.

„Gleich."

Damit löste er seinen Griff um ihren Po, zog seine Hand aus ihrer Unterhose und griff behutsam nach ihrem Busen. Er zog den elastischen Saum über ihre rechte Brust hinab, befreite die steif aufragende Spitze, und rieb mit seinen nassen Fingerspitzen aufreizend langsam darum herum.

„Uhhh..."

Conny zuckte leicht zusammen bei diesem unglaublich intensiven Reiz. Dünne Nadeln schienen von der geschwollenen Warze in das Fleisch darunter zu stechen und lösten ein quälend-wohliges Brennen aus, das tiefer durch ihren Leib sickerte und sich wie glimmendes Magma in ihrem schmerzhaft leeren Schoß sammelte.

„Ooohhh, das halte ich nicht aus...", keuchte sie und starrte abwechselnd in sein gerötetes, konzentriertes Gesicht und auf seine Hand, die halb in das Körbchen getaucht war, ihre Brust umfasste und immer wieder spielerisch über die Spitze strich.

„Müssen wir das Experiment abbrechen?" neckte er.

„Dann bringe ich dich um!" knurrte sie. „Nimm lieber beide!"

„Ah, ein Doppelblind-Versuch! Moment!"

Auch seine zweite Hand verließ ihren Po. Er nahm sie bei den Schultern und drehte sie halb herum, so dass sie in den dämmrigen Wald zurückblickte. Dann presste er sich von hinten gegen sie, streifte ihr schnell den BH über den Kopf und legte beide Hände auf ihren nackten Busen.

Sie stöhnte und bewegte sich unruhig in seinem Doppelgriff, genoss es, wie er ihre angeschwollenen Brüste umfangen hielt, die weiche Fülle zwischen den Fingern walkte und die großen Knospen sacht stimulierte. Dazu küsste er ihre Schläfe und ihr Ohrläppchen und rieb seinen Brustkorb großflächig an ihrem Rücken. Die eiserne Beule in seiner Hose drängte sich jetzt gegen ihren Po. Köstliches Prickeln lief an ihren Armen entlang, die kleinen Härchen stellten sich erwartungsvoll auf.

„Warte...", keuchte sie und griff hinter sich, nach seiner Hose.

Er verhielt schwer atmend, bis sie die Jeans aufgeknöpft und etwas nach unten geschoben hatte. Als er sich dann wieder an sie presste, da konnte sie die längliche Form spüren, der von seiner Unterhose nur mühsam gebändigt wurde. Er ließ sein Becken ein, zwei Mal pendeln. Ihr zartes Fleisch wurde von dem heißen Schaft beiseite gedrängt und er drang ein wenig zwischen ihre Hinterbacken, schob den dünnen Stoff des Slips dabei hinein. Die pochende Spitze suchte tiefer, suchte die juckende Stelle darunter, die seine Finger noch kurz zuvor berührt hatten.

Sie bog die Arme nach hinten, streichelte fahrig seinen Kopf und gab sich ganz der wilden Umarmung hin. Seinen fordernden Küssen auf ihrer Schulter und ihrem Hals. Seinen lüsternen Händen, die ihre Brüste in sehnsüchtig aufgetriebene Halbkugeln reiner Wollust verwandelten. Seinen heftigen Beckenstößen, denen sie mit gespannten Bauchmuskeln begegnete. Der Hitze seines Körpers. Dem erregenden Geruch seiner Haut.

„Oh Conny, ich begehre dich so", schnaufte er an ihrer Halsseite. „Ich will dich!"

„Kannst du mich nicht noch ein wenig so streicheln", fragte sie heftig keuchend. „Das ist so unglaublich gut. Bitte lass meine Brüste nicht los..."

„In Ordnung. Warte – ich habe eine Idee!"

„Huh?"

Er hatte sie kurzerhand um den Brustkorb gepackt, hochgenommen, und drei Schritte nach vorne getragen, direkt vor den Stamm einer großen Buche.

„Ah!" Sie begriff, beugte sich leicht nach vorne und legte die Hände auf die raue Borke. Seine Hände schoben ihren Slip über den Po und griffen genüsslich um ihr Fleisch, drückten und walkten. Die Berührungen pflanzten sich in ihrem Unterleib fort und schienen den vor Lust schmerzenden Knoten darin noch enger zu schlingen.

Etwas Heißes, Hartes, Nasses berührte ihren Rücken, gleich am unteren Ende der Wirbelsäule. Dann, hinab gedrückt und geführt von seiner Hand, tastete die pralle Form sich tiefer. Sie rieb zwei, drei Mal durch die Pospalte, was ihr bei jeder Berührung ein wimmerndes Schluchzen entlockte, und dann ihrem endgültigen Ziel entgegen. Conny kippte das Becken nach hinten und spreizte die Schenkel ein wenig weiter. Sie war bereit für ihn, so bereit!

Er fand ihre Öffnung und drängte sich hinein. Die Eichel teilte ihre Schamlippen wie samtene Vorhänge, und dann fuhr der lange, fleischige Schaft mit einer machtvollen Bewegung tief in sie.

„Ackh!" ächzte sie ekstatisch. Sein Stöhnen klang wie ein entrücktes Echo.

Für einige Sekunden standen sie ganz still, ganz erstarrt, genossen nur diesen unvergleichlichen Kontakt des ersten Eindringens, des ersten ungewohnten Ausfüllens. Zwei Körper, verbunden durch fiebrig verhaktes Fleisch. Durch Blut, das im selben jagenden Takt durch eng aneinander liegende Adern pocht. Durch kribbelnde Nervenenden, die sich knisternd gegeneinander reiben.

Seine Hände lagen noch auf ihrem Po. Zärtlich, fast ehrerbietig, liebkoste er diese schwellenden Formen, dann streichelte er ihre Seiten entlang, höher, und auf ihre Brüste. Umklammerte diese mit festem Griff, die Brustwarzen im Winkel zwischen Daumen und Handseite eingezwängt.

Sie wandte den Kopf, sah ihm mit offenem Mund über ihre Schulter an. Seine Augen waren wie dunkler, glühender Asphalt, sein Geschlecht zuckt unwillkürlich in ihr.

„Jetzt!" flüsterte sie tonlos.

Er nahm die Hüften ein wenig zurück und stieß zu. Trieb seinen Schwanz noch tiefer in ihren Bauch. Presste ihre Brüste dazu. Sah ihr in die Augen.

„Jaaaa..." Ihre Stimme war nun nur noch ein schwaches Stöhnen, ihre Lider zitterten. Wie ein elektrischer Schock fuhr die Erschütterung durch ihren Körper, begleitet von dem verzehrenden, schmachtenden Kribbeln, das die Reibung tief in ihr auslöste. Sie wollte mehr, viel mehr!

Er nahm sie nun hart und regelmäßig. Jeder Stoß ein Erobern, eine Inbesitznahme, ein Durchdringen. Sie beugte sich weiter vor, drückte ihm den Po entgegen, ließ den Kopf hängen, sah an sich herab. Sah seine schwieligen Finger ihre Brüste kneten und die Spitzen grob zusammendrücken. Sah den fliegenden Bauch, in dieser Position stark vorgewölbt, straff und schweißglänzend. Sah die eigenen, gespreizten Schenkel und die von dunklem Haar gekrönte Lücke dazwischen. Die Füße weit auseinander, immer noch in den Wanderstiefeln und kurzen Socken. Genau wie er, seine Stiefel standen etwas hinter ihren. Sie musste abwesend lächeln bei diesem absurden Anblick.

Jake ließ ihre Brüste los, und sofort wippten sie bei jedem Stoß heftig vor und zurück. Mit einer Hand umfasste er sanft ihre Kehle, die andere Hand schob er tiefer, flach auf ihren Bauch. Conny rieb schaudernd ihren Hals in seinem Griff, genoss die köstliche Verengung, nur die Andeutung eines Würgens, die aber ein zusätzliches Element von Wollust in ihr Liebesspiel einfließen ließ. Sie spürte, wie sich ihre Bauchdecke unter seiner Berührung immer wieder hart zusammenkrampfte, und wie er seine Fingerspitzen hineindrückte und dort neue Fackeln der Erregung entzündete. Schweiß rann ihr über die Stirn und zwischen den schwingenden Brüsten hinab.

Sein großes Ding fuhr wundervoll leicht vor und zurück, geölt von ihren gemeinsamen Säften. Jeder Anprall seines Bauches an ihrem Po, jede Reibung in ihren empfindsamen Falten ließ die Lohe ihrer gemeinsamen Lust höher und höher schlagen. Beide keuchten hart und schnell, saugten kaum genug Luft in ihre Lungen, um die verzehrende Feuersbrunst, das sich in ihnen aufbaut, ausreichend zu versorgen.

Endlich wanderte seine Hand noch tiefer, suchte ihren Schoß, tastete über den harten Knochen und das zarte Fleisch des Venushügels.

„Ja!" schluchzte sie klagend. Sie wollte ihn dort haben, dort spüren.

Er spreizte die Finger, schob sie in folternder Verweigerung links und rechts an ihrem Lustzentrum vorbei.

„Ja..." Am Rande ihres Gesichtsfeldes fing das unscharfe Bild des umliegenden Waldes an zu verschwimmen, sich in Schlieren zu verdrehen wie Öl in einer Pfütze. Er rieb sie im Puls seiner Stöße, peinigend und aufreizend, hart und fast brutal.

„Jajajajajaja..." Ihr Gewimmer bestand nur noch aus sinnlosen Lauten, aus den Lungen gepumpte komprimierte Luft, die über angespannte Stimmbänder strich. Ihr Körper schien eher einem anderen Wesen zu gehören. In absolut synchroner Übereinstimmung klatschten ihre Leiber zusammen, jeder Stoß untermalt von hechelndem Atem, von fieberhaftem Ächzen.

Und da presste er endlich seine Fingerspitzen auf ihr pochendes Lustzentrum. Rieb direkt darüber, stimulierte sie so direkt, dass ihr für einen Augenblick fast der Atem stehen blieb.

Ein Blitz explodierte in ihrem Zentrum. Sie schrie auf. Erstarrte zu Stein. Und schüttelte sich unter unwiderstehlich flammenden Wellen, die sie durchtobten. Ihre Arme verloren jede Kraft, sie konnte sich nicht mehr abstützen, und sie fiel vorwärts, zog ihn mit sich. Sie prallte mit der Vorderseite gegen den Baum. Kratzige Rinde biss in ihre Brüste und in ihren Bauch, und diese zusätzliche Reizung ließ neue nasse Spasmen durch ihren Unterleib zucken. Schwach umklammerte sie den Stamm und stöhnte langgezogen. Der Orgasmus strömte in immer tieferen, längeren Schauern durch sie hindurch, der nun wie besessen arbeitende Mann presste sie mit jedem Stoß roh gegen die raue Borke.

Seine Bewegungen wurden ebenfalls länger, gedehnter, dann brach die Welle. Ein erstickter Schrei hinter ihr, ein abgehackter Laut, und aufstöhnend ergoss er sich in sie. Sie schwebte, taumelte, flog durch die langsam nachlassenden Wogen des gemeinsamen Höhepunktes, genoss seine zuckende Lust, seine ungehemmte Befriedigung, sein totales Geben.

Aus dem wunderbar schwelgerischen Glühen in ihrem Zentrum schien etwas aufzusteigen. Leicht, fast schwerelos, schwang es höher und legte sich anmutig wie Elfenstaub um ihr Herz. Dort zauberte es einen sanfteren Widerhall des glosenden Kohlenfeuers in ihrem Schoß. Für einen Moment meinte sie, keine Luft zu bekommen unter dem Ansturm dieses überirdischen Gefühls. Dann dehnte sich ihr Brustkorb weiter als bisher und Tränen schossen in ihre Augen.

Sie erinnerte sich an dieses Gefühl. Die Tänzerin hatte es gekannt, vor langer Zeit, Jahrhunderten vielleicht. Das Gefühl, dass Sex mehr war als nur die körperliche Vereinigung. Dass sich dabei auch die Herzen verbanden.

***

Später lagen sie entspannt auf einer Decke, die er aus seinem Auto geholt hatte. Die Flasche Mineralwasser die er ebenfalls aus dem Kofferraum zauberte, war für Conny das Köstlichste, das sie je getrunken hatte. Unter Gekicher hatten sie auch die Schuhe ausgezogen und sich dann nochmals geliebt. Langsam diesmal, leicht und unkompliziert nach dem ersten Zusammenprall ungehemmter Lust. Und auch erst, nachdem Jake die vielen Kratzer, blauen F*****n und Abschürfungen auf ihren Brüsten, ihrem Bauch und ihren Schenkeln zart und hingebungsvoll abgeküsst hatte und sie seine besorgten Fragen lachend zerstreuen musste.

Die Sonne stand nicht mehr über der Lichtung, aber der tiefblaue Himmel leuchtete, und es war noch fast genauso warm. Das vielstimmige Konzert der abendlichen Vogelstimmen hatte bereits begonnen.

„Ich muss zugeben: das Experiment hat einige Klarheit gebracht." murmelte sie schläfrig und drückte ihren Rücken wohlig gegen seinen Bauch.

„Ein eindeutiger Befund." hauchte er hinter ihrem Ohr und knabberte leicht am Haaransatz. „Schicksal, keine Frage!"

Schicksal. Das Wort tanzte in ihrem schläfrigen Kopf hin und her. War es das? Wollte sie es glauben? Es so sehen? Heute, hier auf dieser verzauberten Lichtung, da konnte sie es. Was aber würde sie morgen denken? Nächste Woche, wenn sie wieder auf den glatten Lederstühlen im Büro saß und sich Paragraphen und Urteilsbegründungen durchlas?

Dann dämmerte ihr, dass sie sich nicht entscheiden musste. Heute jedenfalls nicht. Vielleicht niemals. Es reichte völlig, die Möglichkeit einzuräumen. Vielleicht war es ja wirklich das Schicksal? Wer konnte das schon wissen? Und warum sollte eines ihrer beiden Ichs das letzte Wort haben? Tänzerin und Juristin, beide gehörten zu ihr. Und beide hatten Recht, auf ihre Art.

Zudem: Solange die Frage nicht beantwortet war, blieb sie interessant. Sie kicherte und griff hinter sich, nach dem festen Leib, der sich da an sie schmiegte.

„Unsere Hypothese ist noch keineswegs bewiesen!" sagte sie und warf ihm einen lockenden Blick über die Schulter zu. „Vielleicht ein wenig untermauert, aber mitnichten endgültig bestätigt."

„Ach soo!" Jake schob sich etwas näher und sie spürte, wie es in seinem Geschlecht zuckte. „Dann, glaube ich, stellte sich die Notwendigkeit weiterer Experimente! Wir werden umgehend eine neue Versuchsreihe anberaumen."

Die Forschungen dauerten bis tief in die Nacht.

ENDE

(c) 2021 Dingo666
  • Geschrieben von Dingo
  • Veröffentlicht am 06.08.2021
  • Gelesen: 7756 mal

Anmerkungen vom Autor

Liebes Admin-Team,

das ist meine erste Veröffentlichung hier, und ich bin noch unsicher, was den "Schärfegrad" betrifft. Daher bitte ich um Durchsicht und um eine Info:
- ob das so ok ist,
- ob vielleicht noch etwas "Spielraum" besteht (für künftige Geschichten),
- oder ob ich schon über der Grenze bin und "soften" sollte.

Vielen Dank und herzliche Grüße

Dingo

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Kommentare

  • CS10.08.2021 18:21

    Eine voll gelungene Story im richtigen Schärfegrad! Glückwunsch!
    Jemand gab schon die verdienten Sternchen!
    Ganz fern im Hinterkopf einnere ich mich an eine weibliche Wander-Verirr-Story hier, die "glücklich" abends in einer einsamen Hütte endete

  • Holger195304.09.2021 00:02

    Profilbild von Holger1953

    Tja, de gustibus et coloribus non est disputandum... Den Geschmack von CS verstehe ich so langsam...

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