Erotische Geschichten

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Vor Gericht

5 von 5 Sternen
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Diese Geschichte ist jetzt vielleicht nicht so amüsant, wie der Geburtstag und Meine Freundin Gina. Aber sie ist zu 100 Prozent wahr.

Anfangs der achtziger Jahre gab es bereits Montagefirmen die in ganz Deutschland unterwegs waren. Die Monteure übernachteten, um Geld zu sparen, in Wohnwagen, die von der Firma gestellt wurden. Eine Montagefirma, die sich mit industriellen Neubauten beschäftigte, hatte einen Auftrag in einem Industriegebiet einer Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Als der Chef nach einigen Tagen auf die Baustelle kam, stellte er fest, dass die beiden Monteure ihren Wohnwagen, nicht wie üblich in der Baustelle, sondern auf der breiten und wenig befahrenen Industriestraße aufgestellt hatten. Er dachte sich nichts dabei – vielleicht hatte der Bauherr ihnen nicht die Genehmigung erteilt.

Wenige Tage nach seinem Besuch rief der Bauherr an und teilte ihm mit, dass die Arbeiter einen Verkehrsunfall gehabt hätten. In der Nacht sei ein Auto gegen den Wohnwagen geprallt und die Monteure lägen verletzt im Krankenhaus. Die beiden erzählten lediglich, dass nach 22 Uhr ein älterer Herr, mit 74 Jahren stockvoll in den Wohnwagen gekracht sei.

Dessen Versicherung übernahm alle Schäden, zahlte Schmerzensgeld, die Angelegenheit wurde problemlos abgewickelt und geriet fast wieder in Vergessenheit bis gut ein halbes Jahr später den beiden Monteuren eine Ladung als Zeugen zugestellt wurde, da der Fahrer wegen Straßenverkehrsgefährdung angeklagt worden war.

Der Chef richtete es so ein, dass die Monteure zu diesem Zeitpunkt in der Nähe dieser Stadt zu tun hatten, fuhr auf die Baustelle und dann mit den Mitarbeitern zusammen zum Gericht.
Er selber setzte sich in den Zuschauerraum. Es stellte sich heraus, dass der Beschuldigte selber Richter im Ruhestand war. Er behauptete felsenfest er sei im besten Zustand seiner geistigen Kräfte, verneinte auch die Frage ob er denn durch etwas abgelenkt gewesen sein könnte.

Der Angeklagte behauptete er habe den Wohnwagen nicht gesehen. Dieser sei bei Nacht nicht abgesichert und gekennzeichnet gewesen. Die den Unfall aufnehmenden Polizeibeamten bewiesen aber anhand der gemachten Fotos, dass das abgestellte Fahrzeug sehr wohl gekennzeichnet war, die total verbogenen rot-weiß gestreiften, erforderlichen Warntafeln war deutlich zu erkennen.

Das Gericht bat den ersten Monteur als Zeugen hinein. Dies war ein dreißigjähriger Mann, der mit seinen Eltern schon als Kind aus Italien zugezogen war. Er war extrem fleißig, flink und sehr beweglich bei der Arbeit, wurde in der Firma als Vorarbeiter eingesetzt, sprach gut bis sehr gut Deutsch, war aber ein bisschen „mundfaul“ und wenn er sprach, unterstützte er seine Aussagen kräftig mit Armen und Beinen, wobei er sich oft mehrere Meter bewegte, in der Lauft schraubte, bohrte oder imaginäre Teile hochhielt. Francesco war bei Bauherrn, Architekten und in der eigenen Firma gleichermaßen sehr beliebt, über diese Eigenheit sahen alle hinweg, bzw. provozierte es sogar amüsiert, denn oft entlockten seine Ausführungen ein Lächeln und entspannten auch harte Gespräche auf den Baustellen.

Er war vermutlich das erste Mal in seinem Leben vor einem Gericht und entsprechend nervös. Auf Befragen des Richters antwortete Francesco, dass sie sich beide im vorderen Bereich des Wohnwagens aufgehalten hätten, bis sie aus heiterem Himmel durch den rückwärtigen Aufprall umhergeschleudert wurden.

Die Staatsanwältin fragte, was er denn gerade gemacht hätte, als der Unfall passierte. Sofort fuhr der Verteidiger dazwischen. Dies sei unrelevant und habe nichts mit den Geschehnissen zu tun. Auf Intervention der Staatsanwältin deren Mundwinkel ein leichtes Lächeln umspielte, wurde die Frage vom Richter zugelassen. Francesco begann nun zu erzählen, er und sein Kollege hätten im benachbarten Autokino einen Film angesehen. Die Staatsanwältin bat ihn zu beschreiben was er gesehen hatte:

„Also da waren ein Mann und eine Frau, die zusammen in einem Auto fuhren und aneinander herumfummelten.“

Er untermalte seine Worte mit entsprechenden Bewegungen.

„Dann hielten sie an einer einsamen Stelle und stiegen aus. Der Mann rannte der Frau hinterher, fing sie ein, drängte sie vorne gegen das Auto, dann küssten sich die beiden. Er begann ihr Shirt hochzuschieben, dann den BH. Anschließend massierte er kräftig die Titten“.

Auch das beschrieb er mit originalen und schnellen Handbewegungen.

„Danach drängte er sie zurück, drückte sie mit dem Rücken auf die Motorhaube, hob ihre Beine hoch in die Luft und zog den Slip aus. Die Frau spreizte ihre Beine und umschlang ihn damit, zog ihn zu sich heran. Er hatte gerade noch so viel Platz, dass er seine Hose öffnen konnte.“

Diese Sätze wurden ebenfalls bewegungstechnisch unterstützt. Die ganze Erklärung erfolgte von ihm mit dem der Sache bei Gericht angemessenen Ernst. Richter und Gerichtsschreiber umzuckte ein erstes Lächeln.

Franco führte weiter mit neutralem Gesichtsausdruck, auch mit den entsprechenden Körperbewegungen aus:

„Der Mann schob seine Hose nach unten, holte ihn raus, setzte ihn an – und gerade als er ihn reinsteckte - hat es hinten geknallt.“

Der Richter beugte sich seitlich hinter seinen Tisch nach unten, bekam eine Hustenanfall, sein Oberkörper vibrierte, der Schreiber, welcher an der Stirnseite saß, schlug die Hände vor das Gesicht und legte seinen Kopf auf den Richtertisch, auch sein Oberkörper bebte, die Staatsanwältin in ihrem Stuhl, schüttelte sich vor Lachen, das Publikum, welches nur aus drei Personen bestand, krümmte sich ebenfalls, sogar der Verteidiger des Angeklagten, konnte kopfschüttelnd keine ernste Miene mehr zeigen, während sein Mandant mit hochroten Kopf zusammengesunken neben ihm saß.

Einzig Franco blickte mit erstaunter Miene umher, sein Gesichtsausdruck zeigte Erstaunen: Habe ich jetzt wohl etwas Falsches gesagt?

Es dauerte einige Minuten bis sich alle erholt hatten. Am längsten benötigte der Richter, welcher immer wieder anfing zu husten, wobei jeder im Raum sah, weshalb er musste.
Auf dessen Drängen räumte der Angeklagte dann doch ein, dass er eventuell etwas abgelenkt gewesen sein könnte und akzeptierte die Geldstrafe, welche das Gericht gegen ihn am Ende verhängte.

  • Geschrieben von RudiRabe
  • Veröffentlicht am 15.02.2020
  • Gelesen: 6836 mal

Kommentare

  • Silberstrahl15.02.2020 17:25

    Profilbild von Silberstrahl

    Eine schöne und leserfreundliche Geschichte, die schon bald erahnen lässt, dass ihr Ausgang ein sicherlich interessanter sein wird. Hierdurch erhält sie einen gelungenen Spannungsbogen, der zum Weiterlesen einlädt, gleichwohl man sich anfänglich schon fragt, wo denn die Erotik bleibt.
    Fazit: 5 von 5 Sternen!

  • Wischi15.02.2020 20:13

    Auch ohne Erotik gut zu lesen. Wenn das wirklich so war kann ich mir die Situation gut vorstellen.

  • CS15.02.2020 23:11

    Dank an RudiRabe für diese herrliche Geschichte!
    Erinnert mich an die Anklage gegen das Buch "Sex im Ferienhaus"/Stephenson Verlag Anfang der 70er wegen
    Pornografie/ =offensichtliche schwere Jugendgefährdung.
    Beates Anwälte bestanden darauf, daß der (drittklassige) Roman verlesen wurde, das dauerte 2 Verhandlungstage.
    Einen halben Tag habe ich zugehört. Grausam!!!! Alles schlief, bis auf den Vorleser, der wurde demokratisch zwischen Staatsanwalt und Anwälten gewechselt.
    Freispruch. Nie wieder haben die Flensburger Richter die Anklage gegen einen Roman zugelassen! Restlos bedient!!!

  • RudiRabe16.02.2020 11:09

    Danke für die Kommentare und Bewertungen. Wollte mit dem Einstellen noch ein paar Tage warten, aber meine Frau ist mir zuvor gekommen, ohne die Fehler auszumerzen.
    Wie in der Geschichte erwähnt handelt es sich um eine wahre Begebenheit die mir wieder eingefallen ist, als wir letzte Woche Franco (der heißt natürlich anders) mit seiner Frau beim Einkaufen getroffen haben. So etwas vergisst man natürlich nicht.
    Er ist seit ein paar Jahren in Rente, aber wenn er erzählt benötigt er immer noch den halben Gang im Supermarkt..

  • Mone 18.02.2020 18:07

    Ich finde diese Geschichte einfach klasse

  • RudiRabe19.02.2020 08:40

    Hallo Mone, ich kann nur nochmal wiederholen, das hat sich tatsächlich so abgespielt, zwar jetzt nicht jedes Wort, richtig zitiert, aber ich sehe ihn immer noch vor mir am Zeugentisch mit den massierenden Bewegungen, dem "letzten Stoß" und dann diesem überraschten Blick als der ganze Gerichtssaal losprustete.

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