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Teil 9: Wohnungswechsel, korrigiert

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LEIDER war durch einen Übertragungsfehler das ENDE dieser Geschichte mit einigen Textschnipseln versehen, die dort nicht hingehören. Deshalb hier nochmal der Text ohne verwirrenden und deplatzierten "Anhang" .


"Tobias Reixner" stand auf meinem Namensschild.
Das Podium der Stadthalle gewährte einen guten Überblick über die Stuhlreihen, die sich bereits dicht gefüllt hatten. Neben mir stand das Namensschild von Edgar Binweiler. Sein Platz war aber noch leer. Ich kannte seinen Namen nur aus den Erzählungen Anitas. Daneben folgten die Namensschilder von Patrizia und Hans-Peter Schildhauer. Es war doppelt eigenartig für mich hier zu sitzen - auf dem Podium mit dem Bürgermeister und seiner Frau, die für die Ausbildungsbetreuung des ganzen Landkreises zuständig war. Ich traute es mich kaum zu denken, aber bisher hatte ich sie beide erst einmal gesehen - in Jans Villa - ausgesprochen nackt und ausgesprochen ungehemmt mit sehr wilden Handlungen beschäftigt. Jetzt saßen beide in repräsentativer Kleidung nebeneinander und blätterten einen Blätterwald eng bedruckter Schnellhefterseiten durch.
Anita stand noch am Treppenaufgang zum Podium und tätschelte die Wangen Corinnas. Gemeinsam mit Heike, Saskia, Romina, Ben, Ruben und einigen weiteren hübschen Kerlen und Mädchen hatte das bildhübsche Bikinimodel seit einer Stunde im Treppenhaus und vor den Aufzügen Handzettel und Informationsbroschüren unserer Stadt an die eintreffenden Gäste verteilt. Es war den Bjungen Besuchern der Veranstaltung dabei nicht entgangen, dass die Zettelverteiler in ausgesprochen körperbetonter Kleidung agierten -so ganz anders, als man es von einer städtischen Veranstaltung erwartet hätte. Und auch jetzt bemerkte ich, wie unser Bürgermeister einige sehr interessierte Blicke auf Corinnas Dekoltee warf, als er kurz von seinen Dokumenten aufblickte.
Meine Blicke gingen das Podium weiter durch. Auf Anitas leeren Sitz folgte Nicole, die sehr elegant, aber ebenfalls ausgesprochen körperbetont gekleidet war. Daneben saßen zwei sehr dynamisch wirkende Männer aus der hiesigen Wirtschaft und eine Stadträtin, die ich ebenfalls noch recht bewegt von dem Abend in Jans Villa in Erinnerung hatte. Jan selbst war überhaupt nicht da. Er hatte keine Lust auf solche offiziellen Termine. Nun fiel mein Blick auf meine Frau Tina, die sich unter die Gäste in den Publikumsbereich des Saals gesetzt hatte, um einige erste Kontakte zu knüpfen. So sah es Anitas Plan vor. Und tatsächlich sah ich Tina impulsiv lachend in ein Gespräch mit zwei etwas wuschelköpfigen Jungs vertieft, die ihr sicher beide ganz gut gefielen. Der eine trug eine coole Sonnenbrille, der andere hatte die beiden obersten Knöpfe seines Hemdes so weit geöffnet, dass seine behaarte Brust gut zur Geltung kam.
Die letzten Plätze füllten sich. Für einige der jungen Bewerber, die zu dieser Informationsveranstaltung gekommen waren, mussten sogar noch eigens zusätzlcihe Stühle - von Pedro, Till und einigen anderen in sehr leichte Muskelshirts verpackten Kraftpaketen - herbeigeschafft werden. Auch Anita kam nun aufs Podium und nahm ihren Platz ein. Neben mir setzte sich ein etwas spröder, kahlköpfiger, aber irgendwie schlitzohrig wirkender Bürokrat, bei dem es sich um Edgar Binweiler handeln musste:
"Ah, Herr Reixner. Anita hält ja sehr große Stücke auf Sie!" sprach er mich unvermittelt an.
"Ja, äh, hallo! Und Sie haben uns die ganzen Bewerberlisten mit den Fotos zur Verfügung gestellt!"
"Ja, ich kenne die da unten alle schon irgendwie - zumindest ihre Bewerbungen!" Das Schlitzohr blickte in den Saal.
Ich wußte nicht so recht, wie weit ich mich jetzt mit Worten aus dem fenster lehnen sollte, aber mir lag die Frage auf der Zunge: "Und ... sind welche dabei, die Ihnen besonders gut gefallen?"
Edgar Binweiler grinste mich an und ließ dann seinen Blick über die Gäste schweifen: "Oh, es wäre eigenartig, wenn das nicht so wäre, oder?"
Jetzt erst wurde mir richtig bewusst, dass sie nun hier nach wochenlangem Warten alle tatsächlich vor uns saßen: Hunderte von jungen Menschen, die in dieser Stadt ihre Ausbildung beginnen wollten - in der Verwaltung, im Therapiezentrum, in der freien Wirtschaft ... überall. Jetzt erst wurde mir so richtig klar, dass es sich bei den vielen Fotos, die ich in den letzten Wochen angeschaut hatte, nicht nur um Fotogeschichten, sondern diese vielen ECHTEN jungen Leute handelte. Mir wurde ganz anders. Ich sah in aufgeweckte, neugierige oder müde, fragende, interessierte und ausdruckslose Gesichter. Ich erinnerte mich daran, dass Heike und Anita bereits Fragebögen verschickt und ausgewertet hatten, so dass hier schon eine erste Vorauswahl stattgefunden hatte. Ich sah sehr viele sympathische, hübsche, jugendliche Köpfe und Körper - laut Statistik waren diese Bewerber zwischen 17 und 27 Jahre alt. Edgar Binweiler unterbrach meinen Gedankenfluss: "Mir gefällt Bianca Schönweiler auf Platz 71 sehr gut. Hat ein Gesicht, wie gemalt und eine sehr freche Frisur. Und ich glaube bei Tanita Meyser haben alle von uns Männern die Bilder etwas länger angeschaut, oder? Die sitzt übrigens auf der 156."
"Ah, ja ..." Ich war sprachlos, während ich bemerkte, dass mir die beiden Nachbarinnen von Tanita Meyser eigentlich noch besser gefielen. Sie entsprachen zwar weniger dem gängigen Schönheitsideal, waren aber irgendwie schnuckelig und sehr natürlich, fand ich. Mein Blick streunte weiter durch die Reihen und sah schließlich zu, wie meine Frau weiter beste Laune mit den beiden Wuschelköpfen flirtete und einen etwas kleineren, eher jungenhaften und leicht verlegen drein schauenden süßen Blondschopf vor ihr ins Gespräch mit einbezog. Das schien sie sehr geschickt anzustellen, denn der Jüngling lachte nun auch und drehte sich zu Tina um, was meien bessere Hälfte sehr berechnend, aber scheinbar unbeansichtigt dazu nutzte, ihren Körper leicht nach vorne zu beugen, so dass sowohl den beiden Jungs neben ihr als auch dem schnuckeligen "Unschuldsbengel" vor ihr, die perfekt proportionierten, gewichtigen markanten Rundungen im Dekoltee ihres sehr schlicht, aber gerade dadurch äußerst raffiniert geschnittenen Hemdchens kugelartig entgegenpurzelten. Dann streckte sie ihre Arme beim Reden senkrecht nach unten, wobei die beiden Argumente unter dem Stoff so zusammengedrückt wurden, dass meine Hände gerne daran beteilgt gewesen wären. "Wow" dachte ich und bemerkte, dass die drei Jungs Tinas scheinbar unbefangener Körpersprache mit großer Aufmerksamkeit und einer gewissen männlichen Begeisterung im Blick folgten. "Und mit wem spricht meine Frau da gerade?"
"Oh, Ihre Frau ... Tina ... eine ganz reizende Frau ... Der Linke ist Florian Brock und der mit dem offenen Hemd heißt Sebastian Zefalla - ein ausgesprochener Mädchenschwarm. Und der niedliche Junge in der reihe davor, das ist Michael Desko. Er hat sich bei Anita in der Agentur beworben - will gerne Marketing machen."
"Soso ..." Ich atmete tief durch und begann ohne über die Sinnhaftigkeit dieses Tuns nachzudenken, die Besucherinnen nacheinander auf mein ganz persönliches Beuteschema hin abzuklopfen. Mir fiel auf, dass ich ganz unterschiedliche Persönlichkeitstypen, auch völlig verscheidene Haarschnitte, gesichtsformen und Körpergrößen intreressant fand. Auch gab es schlanke und vollschlanke Mädchentypen, die alle ihren eigenen Reiz besaßen. Ich musste mir selbst eingestehen, dass ich keine der weiblichen Wesen in dieser ganzen Halle wirklich von meiner Bettkante gestoßen hätte, Mir machten all die kleinen "Schönheitsfehler", die Frauen allzu gerne an sich selbst vor dem häuslichen Spiegel blöd finden, überhaupt nichts aus. Gerade die Eigenarten der Gesichter und Körper, fand ich optisch reizvoll. Es war viel spannender, die fantasie in alle mögliche Richtungen schweifen zu lassen, als sich auf die Auswahl irgendeiner optimale Traumfrau konzentrieren zu müsen.
Im nächsten Augenblick dachte ich: "Was mache ich hier eigentlich? Ich sitze hier vor dem Publikum einer städtischen Informationsveranstaltung und begutachte Mädchen danach, ob ich sie geil finde, ob sie mir gefallen ... wie bin ich denn eigentlich überhaupt drauf? ...Oh, oh, aber diese Brünette da drüben ist ja schon irgendwie der absolute Hammer ... und die Blonde mit dem Mittelscheitel, was süßer Blick ... und die dort drüben mit den dunklen Haaren scheint ganz schön was unter dem Pullover zu haben ... ".
Meine Gedanken fuhren Achterbahn von Stuhlreihe zu Stuhlreihe, während Edgar Binweiler offenbar meinen Blicken gefolgt war: "Ja, die hübsche Dunkelhaarige - das ist Eva Seizer, 23 Jahre, will Physiotherapeutin werden. hat im Fragebogen angegeben, dass sie an Mietvergünstigungen sehr interessiert ist und dass sie dafür auch gerne für Bikinifotos zur Verfügung stehen würde."
"So, ja ... äh, wie ...sowas hat Anita im Fragebogen ermittelt?" Ich war schon einigermaßen überrascht, obwohl Anita mich eigentlich gar nicht mehr überraschen konnte.
"Ja ... es geht ja darum, welches Engagement im Bereich des Stadtmarketing für gewisse Mietvergünstigungen erbracht werden. Und wer da schon gleich ganz kategorisch abgelehnt hat, den haben wir hierher erst gar nicht eingeladen."
Das erheiterte mich ein wenig: "Also ...alle hier sitzenden Bewerber und Bewerberinnen würden Bademodenfotos von sich machen lassen, um weniger Miete zu zahlen?" Ich musste wirklich grinsen bei dieser Vorstellung.
"Naja, ganz so simpel ist es auch wieder nicht. Aber ich glaube, wir müsen jetzt zuhören .."
Endlich war der Bürgermeister ans Rednerpult geschritten. Im Anzug wirkte er sehr dynamisch und beinahe jugendlich, auch wenn erste graue Haarspitzen die Schläfen seiner ansonsten pechschwarzen Haare schmückten: "Meine sehr verehrten Damen und Herren. Es freut mich sehr, dass unsere Stadt offensichtlich eine solch große Anziehungskraft auf den gesellschaftlichen Nachwuchs ausübt. Ich bin begeistert, dass Sie in so großer Zahl hier bei uns Ihren Ausbildungsweg starten und hoffentlich auch beenden möchten und werden. Dies ist ein umso größeres Kompliment für unseren Stadt- und Landkreis, als wir ja, wie jeder weiß, nicht gerade zentral an den Hauptverkehrsadern des Landes gelegen sind, sondern doch recht abseits der großen Ballungszentren. ..."
Ich beobachtete Corinna, die gemeinsam mit Ruben an der Podiumstreppe postiert war. Sie strich sich durchs Haar und genoss sichtlich, dass zahlreiche Jungs im Saal sich mehr auf ihr hautenges Dress und ihren kurzen Rock konzentrierten als auf die Worte des Bürgermeisters. Auch an der Treppe auf der anderen seite des Podiums war ein sehr attraktives Pärchen in sehr attraktiver, körperbetondender Kleidung platziert.
Aber auch Bürgermeister Schildhauer machte seine Sache wirklich gut. Nach einigen Worten über die Region und die üblichen Floskeln über Fleiß, Ausbildungschancen, Erfolgs- und Karriereaussichten, sprach er aus, worum es Anita ging: "Wer hart arbeitet sollte das Leben nicht zu kurz kommen lassen. Wir wollen, dass Sie den aufenthalt hier genießen, akls wäre es ein Urlaub. Sie haben es schon in unseren Anzeigen, Fragebögen und Werbebroschüren gelesen - und für viele von Ihnen war es sogar ausschlaggebend für die Entscheiung sich in unserer Stadt um einen Ausbildungsplatz zu bewerben: Sie erhalten bei uns nicht nur eine höhere Ausbildungsvergütung als in jeder anderen Stadt. Sie erhalten vor allem die BODY TALK CITY CARD, mit der sie es sich hier so richtig gut gehen lassen können. Sie sammeln damit Citypoints, die Ihnen beispielsweise kostenlose Restaurantbesuche, Mietvergünstigungen bis zu 98 Prozent und Urlaubsreisen in traumhafte Unterkünfte einbringen können, die sich sonst nicht mal ein Bürgermeister leisten könnte. Alles was Sie dafür tun müssen ist, unsere Gastronomiebetriebe lebhaft zu besuchen und sich an den aktivitäten unseres Stadtmarketings engagiert zu beteiligen. ... und ..." Was war das denn jetzt? Corinna und die Schönheit vom anderen Treppenabsatz gingen mit lasziven Schritten die Treppen hinauf und stellten sich links und rechts neben das Rednerpult. Die beiden Jungs folgten ihnen mit sportlich-dynamischem Schritt, stellten sich neben die Mädchen und legten ihnen lächelnd die Arme um die schmalen Taillen. Jetzt erst ergänzte der Bürgermeister seinen Satz: "...und es wird Ihnen so gut gehen, wie denen, die Ihnen hier die Handzettel ausgeteilt haben und bereits seit längerer zeit in unserer Stadt wohnen. Vielelicht an dieser Stelle ein kleiner Applaus der Anerkennung für die immer freundliche Arbeit, die unsere Jungs und Mädchen heute hier für Euch geleistet haben - von der Bestuhlung des Saals bis zur Hilfe für jeden, der hier heute euine Frage hatte." Beifall erfüllte den Raum, wobei sich die Hilfskräfte neben dem Pult ein sehr charmantes, unwiderstehliches, bescheiden wirkendes Lächeln aufsetzten und sich so verbeugten, dass auch dies in ihrer Kleidung ausgesprochen sexy wirkte. Der Bürgermeister kam zum Ende seiner Rede: "Mehr zum Stadtmarketing - also auch, wie Ihr an Wohnraum kommt und was es mit den Bademodefotos auf sich hat, die Euch in unseren Fragebögen sicher überrascht haben - all das, erfahrt ihr jetzt von meiner Kollegin vom BODY TALK-Marketing Anita Tsukkelhomp." Während der Applaus auf- und abebbte, schritt Anita mit entschiedenem, selbstbewußtem Schritt zum Rednerpult. Hans-Peter Schildhauer empfing sie dort mit Wangenküsschen und einem räumte dann das Feld.
"Hallo erstmal. Ihr könnt mich Anita nennen. Ich finde es großartig, dass Ihr heute hier seid. Eure bewerbungsgespräche finden dann von morgen bis nächste Woche Mittwoch statt. Eure termine und die Adressen findet Ihr in den Unterlagen, die wir Euch ausgeteilt haben. Ihr könnt Euch bei Fragen dazu jederzeit an Patrizia ... äh Frau Schildhauer ... wenden, die auch hier mit auf unserem Podium sitzt .... hier, sie sieht nicht nur so nett aus, sie ist es auch ...also kein Angst .... und natürlich könnt ihr auch mich jederzeit mit Fragen aller Art löchern. Aber, unser Bürgermeister hat es schon angesprochen, mir geht es vor allem darum, dass Ihr hier in unserer Stadt jede Menge Spaß und Sachen zum Mitmachen erleben könnt, wenn ihr möchtet. Dazu haben wir die BODY TALK CITY CARD entwickelt. Warum BODY TALK? Ganz einfach. Wer hart körperlich arbeitet, sollte seinem Körper und natürlich auch der Seele immer wieder was Gutes tun. Und das könnt Ihr mit der CITY CARD sehr ausgiebig tun: Ihr erhaltet für jeden Bistro-, Kneipen-, Restaurant- und Kaffeehausbesuch Rabatte. das freut jetzt nicht nur unsere einheimische Wirtschaft - nicht wahr, Herr Storz ..."
Anita blickte sich kurz um zum Podium und nahm dort das wohlwollende Kopfnicken des Angesprochenen entgegen.
"...naja, teuer Essen gehen können wir eh nicht, werdet Ihr jetzt denken. Doch, das könnt Ihr! Und auch Eure Unterkunft hier könnt Ihr für'n Appel und ein Ei haben, wenn Ihr Euch mit Eurem Body 'talkend' dafür einsetzt. Eine Möglichkeit dafür ist tatsächlich die angesprochene teilnahme an Fotoshooting für die Kataloge unserer städtischen reise- und Modeangebote, die wir erfolgreich weltweit vermarkten. Weitere Möglichkeiten werden wir Euch im persönlichen Gespräch vorstellen, wenn wir euch die Wohnhäuser und Appartments zeigen, die Ihr hier bei uns in der Stadt entweder zu ganz normalen Mietpreisen oder - mit Hilfe der City Card - fast umsonst bewohnen könnt. dabei gilt übrigens, dass die Appartments umso luxuriöser, größer und- ja, Ihr hört richtig - BILLIGER werden, je mehr ihr die Gastronomie unserer Stadt besucht und Euch mit aktivem BODY an unserem Stadmarketing beteiligt. Auf Seite 7 unserer Broschüre, seht Ihr alle Betriebe unserer Stadt aufgelistet, die beim Stadtmarketing mitmachen - es sind eigentlich ALLE ... ach ja, und wundert Euch bitte nicht, wenn sich darunter auch Sex Shops und ein Swingerclub befinden. Wir sind andres als andere Städte. Wir belohenn es direkt, wenn Ihr Spaß habt und Euch mit allem vergnügt, was Lust und Laune macht! Unsere Stadt möchte, dass Ihr Euch in JEDER Hinsicht wohlfühlt." Sie grinste, während eine gewisse Heiterkeit unter den jungen Zuschauern ausbrach. "Wer sich aus grundsätzlcihen, vielleicht moralischen Gründen von dieser art des Marketing und körpoerlichen Einsatzes grundsätzlich abgestoßen fühlt, sollte sich bitte jetzt gleich - noch vor dem Bewerbungsgespräch - überlegen, ob er oder sie vielleicht doch nicht ganz so gut hieher passt - wobei natürlich alles immer auf Freiwilligkeit beruht - nur die Mieten sind eben für passive Nichtsunternehmer ausgeprochen hoch - ich sage das ganz offen und ehrlich."
Anita redete noch eine Weile weiter. Die Augen und Ohren der Zuhörer waren auf erstaunliche Weise von Neugier und Spannung gezeichnet. Ich häte zu gerne gewußt, was nun in all diesen Köpfen vorging. Anita hatte ja nicht viel verraten, sondern nur Andeutungen gemacht. Ich war sehr gespannt, ob nun am näöchsten Tag die meisten doch lieber abreisen würden oder ob Anita mit all ihren Ideen tatsächlich Recht hatte. Mutig fand ich sie auf jeden Fall. Und mutig fand ich unsere ganze Stadt. Ein Gefühl von Stolz stieg in mir auf, bei diesem Stadtmarketing dabei zu sein.
Eine gute Stunde später hatten auch die übrigen Reden stattgefunden. Und Edgar Binweiler hatte dafür gesorgt, dass jeder Bewerber und jede Bewerberin schon zum Ende der Veranstaltung seinen persönlichen Wohnungsbesichtigungstermin für die nächsten tage im Postfach seines Laptops oder Handys finden konnte. Er grinste mich an: "Dann haben Sie ja ab morgen zusammen mit Anita eine ganze Menge zu tun. Wär ich ja gerne dabei ..."
Ich schluckte: "Ja, äh ..." Und bevor ich mir ausdenken konnte, was ich sagen dazu wollte, fügte er hinzu:
"Muss echt geil sein, bessere Mietkonditionen auszuhandeln, wenn man dabei nach Anitas Methoden vorgeht."
Ich sah hinunter zu Anita, die das Podium verlassen hatte und umringt von einigen neugierigen bewerbern aussah, wie ein Musikstar, der Autogramme gab. Meine Frau hatte inzwischen "ihre" Jungs verabschiedet und schritt auf das Podium hinauf. Sie wechselte kurz ein paar Worte mit Corinna und kam dann lachend auf mich zu: "Anita sagt, morgen haben wir 25 Wohnungsbesichtigungen - oder sollten wir sagen Mieterbesichtigungen."
"Ja, ich hab mir die Liste gerade auf meinem Laptop angeschaut."
"Die drei Jungs, mit denen ich unten gesprochen habe, sind auch dabei!"
"Ich weiß ... gefallen sie Dir?"
"Oh ja, gar nicht schlecht."
"Na dann wollen wir doch mal sehen, wie viel Miete sie gerne NICHT zahlen möchten ... "
"Und wie war der Überblick vom Podium? Hast Du die weiblichen Kandidaten für morgen schon ein bisschen in Augenschein nehmen können?"
"Nicht wirklich. Ich ... äh, hatte ein bisschen viel zu gucken ..."
"Mein kleiner Luststrolch!" Sie beugte sich zu mir nach vorne und küsste mich.

  • Geschrieben von Echt_nett
  • Veröffentlicht am 22.05.2014
  • Gelesen: 3437 mal

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