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Story: Pure Leidenschaft

5 von 5 Sternen
Wie lange kannten wir uns inzwischen schon? Bereits einige Jährchen. Wir waren Kollegen. Du meine tolle Kollegin und ich hoffentlich ein ebenso toller Kollege für dich. Anfangs hatten wir eher selten miteinander zu tun. Doch mit den Jahren änderte sich das zunehmend. Ich musste innerlich immer etwas schmunzeln, wenn die Menschen, mit denen wir beruflich zu tun hatten, von dir als der „schönen Frau“ oder „die Frau mit den hübschen Augen“ sprachen. Klar warst du eine ausgesprochen hübsche und vor allem attraktive Frau. Das war selbst mir nicht entgangen. Doch für diese überschwänglichen Worte und dieses Funkeln in den Augen dabei hatte ich ehrlich gesagt kein Verständnis. Das mochte natürlich daran liegen, dass du nun so gar nicht den Idealen meiner Traumfrau entsprachst. Du warst mit deinen brünetten langen Haaren, die du gern offen und lockig trugst, deinen mandelbraunen Augen sowie deinem sportlich schlanken Körper, der aber gut und gern einen Kopf kleiner als meiner war, eben nicht die blonde, große und blauäugige Frau, von der ich immer träumte. Übrigens ein Frauentyp, der nach wie vor gut zu mir passen würde.

Dann kam die Phase, in der wir fast tagtäglich sehr eng miteinander bei der Arbeit zu tun hatten. Und ganz ehrlich – ich genoss es. Die Zusammenarbeit machte unheimlich viel Spaß. Morgens fuhr ich mit Freude zur Arbeit. Manchmal fand ich es sogar schade, dass es einen Feierabend gab. Die Zeit flog nur so dahin. Es war auch völlig egal, was es für Arbeit war. Selbst der schwerste und unangenehmste Auftrag wurde mit dir zum reinsten Vergnügen. Wir waren wirklich ein tolles Team. Dieser Gleichklang, der zwischen uns herrschte, das Verständnis füreinander, die ausdauernde Geduld miteinander, der Respekt untereinander und nicht zuletzt die schon auffällige Übereinstimmung bei vielen Ansichten. Es war einfach nur wunderschön – und zwar so wunderschön wie du. Ja, ich mochte dich und begann, dich immer mehr zu mögen. Irgendwann war es dann eindeutig Liebe, die ich für dich empfand. Deine inneren Werte hatten mich ganz langsam aber sehr zielsicher überrannt. Jetzt fielen mir wieder die Worte ein, welche die Menschen über dich äußerten. Und sie schienen mir in keinster Weise mehr überschwänglich. Ganz im Gegenteil. Sie waren schon fast profan. Denn in der Zwischenzeit konnte ich deine Schönheit und deinen Liebreiz nicht mehr leugnen. Ohne es zu merken, war ich ihm längst erlegen.

In der Folge brach für mich eine wunderbare Zeit an. Besser hätte ich es nicht treffen können. Du warst für mich der reinste Augenschmaus. Irgendwie wusstest du dich tagein, tagaus zu meinem ganz persönlichen Wohlgefallen zu kleiden. Da konnte ich gar nicht wegsehen. Hinzu kamen deine ständigen Schmeicheleien. Immer hattest du ein kleines Lob für mich auf den Lippen: „Toll, wie du das gemacht hast.“ … „Auf die Idee muss man erst einmal kommen.“ … „Hätte ich ohne deine Hilfe nie geschafft.“ … Wie beflügelt erledigte ich meine Arbeit. Deine anerkennenden Worte bedeuteten mir so viel. Ich hatte auch keinen Grund, an deiner Aufrichtigkeit zu zweifeln. Dafür kannte ich dich inzwischen einfach zu gut. Natürlich versuchte ich, es dir gleichzumachen. Doch möchte ich mal bezweifeln, dass mir dies mit der gleichen Gefälligkeit gelang.

Dann kam der Tag, den es nie hätte geben dürfen. Wir wurden gebeten, für ein Foto zu posieren. Ein wenig verlegen lächelten wir uns an und stimmten zu. Während ich mich schon in Position brachte, musstest du erst noch ein paar Dinge aus den Händen ablegen. Dann kamst du zu mir. Mit einer plötzlichen Drehung vor mir nahmst du deine Position neben mir ein. Dabei rempeltest du mich mit dem Ellenbogen ziemlich heftig an. Das war doch kein Versehen! Das war doch pure Absicht! Das hatte doch etwas zu bedeuten! Sollte das nicht heißen, dass ich meinen Arm um dich legen sollte? Für mich gab es da keinen Zweifel. Also tat ich es auch. Und siehe da – keine Gegenwehr! Dann strahlten wir beide derart in die Kamera, dass schon beinahe kein Blitzlicht mehr nötig gewesen wäre.

Von diesem Tag an war ich dir vollends verfallen. Dieser ach so kurze Augenblick unserer ersten und innigen Berührung hatte mich verändert. Alles in mir verlangte nach dir. Wie sollte ich künftig nur ohne dich leben können? Ja, nach all den vielen Wochen des berauschenden Glücksgefühls meldete sich nun ganz plötzlich mein Bewusstsein. In deinen beständig netten Gesten sah ich regelmäßig deine Gegenliebe. Doch war dem tatsächlich so? Sah ich da nicht etwas, weil ich es eben genauso verstehen wollte? Du warst schließlich eine junge hübsche Frau, der die Welt zu Füßen lag. Warum solltest du ausgerechnet einen Mann wie mich, der zudem auch noch um etliche Jährchen älter als du war und längst nicht alle deine Interessengebiete teilte, erwählen? Mir wurde zunehmend klar, dass ich kurz davor war, eine unverzeihliche Dummheit zu begehen. Ich musste möglichst bald etwas tun. So durfte und konnte es nicht weitergehen.

Aber das war natürlich leichter gesagt als getan. Da hatte jemand in mir einen Schalter auf Liebe umgelegt, den es inzwischen ganz offensichtlich nicht mehr gab. Nach Gebrauch einfach entfernt und weggeworfen, wie es aussah. Und nun? Was sollte ich tun? Ich handelte erst einmal nach dem Prinzip: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Diese Möglichkeit bot sich an, weil sich in unserem Arbeitseinsatz ein Wandel ergab, welcher dazu führte, dass sich unsere Arbeitsfelder nicht mehr so intensiv überschnitten. Tatsächlich brachte dies vorerst eine gewisse Linderung meines ganz persönlichen Leidensweges. Doch zu Ende war er noch lange nicht. Denn in den nun recht wenigen Augenblicken, da wir miteinander zu hatten, wurde aus der kleinen Flamme in mir wieder ein Feuer, das lichterloh für dich brannte. Diese Momente führten immer dazu, dass ich mir überlegte, ob ich mich nicht vielleicht doch lieber nach einem neuen Arbeitsplatz umschauen sollte. Aber letztendlich tat ich das dann doch nicht.

Bei einer der eher seltenen Gelegenheiten unserer Zusammenarbeit erwähntest du in deiner unverändert lieben und freundlichen Art, dass man dir mehr mit kleinen als großen und prunkvollen Aufmerksamkeiten eine Freude machen könne. Ganz wie von selbst zähltest du ein paar Dinge auf, für die du dich begeistern ließest. Als du bei den Beispielen auch Gedichte aufführtest, wurde ich hellhörig. Denn seit einiger Zeit war das ein kleines Steckenpferd von mir geworden. Es dauerte auch nicht mehr lange, da bot sich schon eine passende Gelegenheit an. Zwar sagte ich mir im Vorfeld immer wieder: „Nein, tu’s nicht!“ Jedoch hatte ich letztlich keine Chance, dieser Versuchung zu widerstehen.

Was jetzt geschah, war schon fast ein Selbstläufer unter wirklich ziemlich günstigen Vorzeichen. An einem Wochenende setzte ich mich vor den Computer und begann, ein paar erste Zeilen zu tippen. Kaum damit begonnen schrieben sich die Verse fast wie von selbst. Dann noch ein paar Formatierungen sowie ein paar hübsche Ornamente und fertig war eine Sache, von der ich sehr überzeugt schien. Nach dem Ausdrucken las ich es immer wieder erneut durch. Es bestand kein Zweifel – ich war damit mehr als nur zufrieden. Also klebte ich das ausgedruckte Gedicht in eine schöne Karte, fügte noch einen handschriftlichen Gruß dazu und steckte alles in einen Umschlag. Darauf schrieb ich in schwungvollen Lettern groß und deutlich lesbar deinen Namen.

Du Frau mit den schönen Augen
und den hübsch verspielten Haaren.
Bist attraktiv und humorvoll,
sinnlich sowie auch sonst ganz toll.

Weil du mir doch so sehr gefällst
und allzeit mein Gemüt erhellst,
ich dir zu deinem Geburtstag
gern eine Rose schenken mag.

Liebe Augen, lockend‘ Haare,
da ist Rot das einzig Wahre.
Ich hoff‘, Dir gefällt die Farbe,
mit welcher ich dich umwerbe.

Möcht‘ die Lust mit dir erwecken,
um Leidenschaft zu entdecken.
Mit viel Gefühl und Sinnlichkeit,
besonders aber Zärtlichkeit.

Wie schon beschrieben, so meinten es die Sterne gut mit mir. Am Vortag zu deinem Geburtstag hatte ich noch länger zu tun, während du schon recht früh in den Feierabend entschwinden konntest. Das nutzte ich aus. Bevor ich an diesem Abend Schluss mit der Arbeit machte, ging ich zu deiner Bürotür. Dort befestigte ich mit einem Klebestreifen den Umschlag gut sichtbar. Außerdem stellte ich am Boden eine Vase mit einer einzelnen roten Rose vor deine Tür. Dann machte auch ich mich auf in den wohlverdienten Feierabend. Ich wusste, dass ich die Dinge nun unweigerlich aus der Hand gegeben hatte. Jetzt würden sie eben ihren Lauf nehmen – so oder so.

Am nächsten Tag – deinem Geburtstag – war es dann genau umgekehrt. Du warst bereits längst bei der Arbeit, als ich erst kam. Ich war natürlich sehr gespannt, aber irgendwie auch sehr selbstbewusst und somit gar nicht so aufgeregt, wie ursprünglich vermutet. Sollte dir meine kleine Aufmerksamkeit nun absolut nicht gefallen, dann müsste und könnte ich langfristig damit leben. Und wenn du mich nun nicht wolltest? Egal! Lieber eine klare Absage als ständige Hoffnungen und die damit permanent verbundene Ungewissheit.

Wie jeden Tag, so betrat ich auch heute als Erstes den Schulungsraum, in welchem du ausgerechnet jetzt die Arbeit einiger Auszubildenden betreutest. Weil sie schon recht eigenständig arbeiteten, hattest du dich mit einem Pott Kaffee etwas abseits gesetzt, um ihr Vorgehen mit einem sehr wohlwollenden Schmunzeln zu verfolgen. Als ich nun den Raum betrat, wurde aus deinem Schmunzeln das schönste Lächeln, das ich je gesehen hatte. Sofort standest du auf, stelltest die Tasse beiseite und kamst freudestrahlend auf mich zu. Dich so zu sehen, machte mich überglücklich. Vor mir stehend reichtest du mir beide Hände entgegen. Und ich zögerte keinen Augenblick, sie zu ergreifen.

Bevor du etwas sagen konntest, ergriff ich die Initiative und gratulierte dir zum Geburtstag. Innerlich doch etwas aufgeregt, war ich ziemlich gespannt auf deine Reaktion. Mit gedämpfter Stimme bedanktest du dich und ließest mich wissen, wie sehr du dich über die vorgefundene Karte einschließlich der Rose am frühen Morgen gefreut hattest. Mehr Worte konnten wir dann leider nicht wechseln, da schließlich jeder von uns zu tun hatte. Aber so kurz dieser Augenblick auch gewesen sein mochte, ich genoss ihn in vollen Zügen. Es war so unbeschreiblich schön, deine Hände in meinen zu halten. Dabei sah ich dir unverdrossen in deine leuchtenden Augen und empfing von dir ein weiteres Mal dieses Lächeln, welches das allerschönste der Welt sein musste.

Es war wirklich ein sehr arbeitsreicher Tag für uns beide. Kaum hatte man eine Sache erledigt, da kam auch schon der nächste Fall, der einen auf Trab hielt. Irgendwie wollte das heute kein Ende nehmen. Wenn ich dich so in deiner Emsigkeit sah, tatest du mir schon fast ein bisschen leid. Zumindest an deinem Geburtstag hättest du es einmal verdient gehabt, wenn es etwas ruhiger zugegangen wäre. Doch schien dich das nicht im Geringsten zu stören. Du erledigtest deine Arbeit auch heute mit dieser immer gleichbleibenden Freude und Gewissenhaftigkeit.

Kurz vor Feierabend wurde es dann doch endlich ruhiger – und zwar schon fast schlagartig. Da trafen wir beide nach langer Zeit das erste Mal wieder im Schulungsraum aufeinander. Du hattest endlich die nötige Zeit gefunden, einige Dinge vom Morgen wegzuräumen. Ohne großes Zögern ging ich dir dabei sofort zur Hand. Während unserer Aufräumaktion entwickelte sich ein vertrauliches Gespräch. Und da war es wieder! Das schönste Lächeln der Welt, das nicht einmal für den kürzesten Moment vorhatte, aus deinem Gesicht zu weichen. So oft ich nur konnte, sah ich hin und genoss es ganz tief in mir.

Einmal ergab es sich, dass sich unsere Wege beim Aufräumen kreuzten. Dicht stelltest du dich vor ein Regal, um mich zwischen dir und einem Tisch passieren zu lassen. Eigentlich war ich auch schon durch, als ich sehr plötzlich innehielt. Ich legte die Dinge aus meinen Händen auf den Tisch, drehte mich zu dir um und blieb direkt hinter dir stehen. Du standest wie angewurzelt mit leicht nach hinten geneigtem Kopf. Wie von selbst hoben sich meine Hände und blieben auf deinen Schultern liegen. Kaum, dass sie dich dort berührten, zogen sie an dir. In der Folge kamst du aus dem Gleichgewicht und fielst langsam nach hinten. Doch wurde dein freier Fall nur einen Moment später abrupt durch meine Brust gebremst. Noch im selben Augenblick glitten meine Hände zärtlich über deine Oberarme bis zu den Ellenbogen. Dort schlupften sie unter deinen Armen hindurch und vereinten sich auf deinem Bauch.

Was tat ich nur? Ja, ich hatte mir ein ähnliches Szenario schon des Öfteren in meinen Fantasien vorgestellt. Nach jedem Mal war ich mir sicher, dies nie in die Realität umsetzen zu dürfen. Dazu hatte ich doch einfach kein Recht – oder? Tief in mir war ich fest davon überzeugt, in einem solchen Fall eine klare Ansage von dir zu bekommen: „Hey, spinnst du? Lass mich sofort wieder los!“ … Nein, so was kam nicht. Stattdessen legtest du ganz langsam und vorsichtig deinen Kopf zurück an meine Schulter. So standen wir eine Weile, ohne ein Wort zu sagen. Du hattest deine Augen geschlossen, lagst völlig entspannt in meinen Armen und atmetest ruhig und gleichmäßig. Es war schön, dich so zu spüren. Doch spürte ich dich nicht nur. Ich konnte dich auch riechen. In der Zwischenzeit hatte ich meinen Kopf nach vorn in dein krauses und weiches Haar geneigt. Es umschmeichelte mein Gesicht. Zudem strömte dein betörender Duft durch meine Nase.

Ich weiß heute nicht mehr, wie lange wir zwei dort so eng umschlungen standen und einfach nur die Nähe des anderen genossen. Während ich dich fest in meinen Armen hielt, streicheltest du mit deinen Händen immer wieder sanft und liebevoll über meine kräftigen Arme, die dich fest an mich drückten. Dabei lag dein Kopf die meiste Zeit mit geschlossenen Augen an meiner Schulter. Dann und wann riebst du deine Wange daran. Alles in allem ein unvergesslicher Moment, der eigentlich nie hätte enden dürfen, den man für die Ewigkeit festhalten möchte, den man nie mehr in seinem Leben missen will.

Wahrscheinlich stünden wir zwei noch immer so da, hättest du nicht irgendwann meinen festen Griff mit Leichtigkeit gelöst, um dich zu mir umzudrehen. Mit ganz lieben, aber auch leicht feuchten Augen sahst du zu mir hoch. Dabei glitten deine Hände langsam über meine Arme und Schultern in meinen Nacken, wo sie dann einen leichten Zug ausübten. Bereitwillig folgte ich ihm, während ich dich wieder fest in meine Arme schloss. Als sich unsere Lippen trafen und in einem sehr innigen Kuss verschmolzen, durchströmte meinen ganzen Körper ein bisher nie erlebtes Glücksgefühl, das mich in eine vollkommen unbekannte Gefühlswelt entführte. Eine sinnlich berauschende Welt, die man freiwillig nie mehr verlassen möchte.

Dennoch lösten sich unsere Lippen nach einer Weile wieder voneinander. Da nun langsam die andauernde Stille zwischen uns etwas Bedrückendes bekam, fragte ich: „Was hältst du davon, wenn ich dich jetzt zum Essen einlade?“

Mit dem dir typischen Lachen schütteltest du den Kopf und sagtest: „Nein, das tust du nicht. Schließlich bin ich es, die heute Geburtstag hat. Und da ich eine gute Erziehung genossen habe, weiß ich, was sich gehört. Also lade ich dich zum Essen ein.“

Dieser überzeugenden Logik konnte ich wohl kaum widersprechen. Daher nahm ich deine Einladung ohne Zögern an. Dabei sahen wir uns unverdrossen liebevoll in die Augen und strichen – wie auf ein geheimes Zeichen hin – dem jeweils anderen zärtlich über die Wange. Lächelnd näherten sich erneut unsere Lippen, um sich in einem leidenschaftlichen und verlangenden Kuss zu vereinen. Ich hätte jetzt nicht schlecht Lust gehabt, deinen ganzen Körper von oben bis unten mit Küssen zu übersäen. Angefangen bei den Wangen, dann über Hals, Schultern und Arme, weiter über Rücken, Po und Bauch bis hin zu … mmh …

Widerstrebend lösten wir uns langsam aus unserer Umarmung, ließen alles um uns herum so liegen, wie es lag, und holten unsere Jacken. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, dir gentlemanlike in deine Jacke zu helfen. Dann machten wir uns Arm in Arm durch die kalte Luft auf zu deinem Lieblingsitaliener, der selbst über die Stadtgrenzen hinaus einen wirklich guten Ruf genoss. Und obwohl der Gästebereich um diese Zeit noch nicht überfüllt war, wies uns ein fröhlicher Kellner den wahrscheinlich kleinsten Tisch an, den es gab. Ob er wohl die jüngsten Ereignisse in unseren Gesichtern lesen konnte? Sehr gut möglich.

Uns störte es jedenfalls nicht, so nahe beieinanderzusitzen. Ganz im Gegenteil. Es war uns auch egal, dass der Tisch nicht viel Platz für das bestellte Essen bot, denn war unser Hunger nicht wirklich groß – zumindest der leibliche Hunger. Was den lieblichen Hunger anging, sah das schon anders aus, und zwar ganz anders. Der wurde mit jedem Augenblick größer und größer. Das gegenseitige Verlangen war so groß, dass wir uns fast die ganze Zeit lang über die Tischplatte hinweg die Hände hielten und uns schwer verliebt in die Augen schauten. Als wir abschließend noch einen Cappuccino tranken und dabei deine Finger sehr zärtlich über meinen Handrücken streichelten, fragtest du leicht verschmitzt: „Möchtest du noch einen Cappuccino?“

Verdutzt setzte ich meine Tasse ab und schaute dich eine Weile sprachlos an. Mir war sofort klar, dass die Frage hintersinnig gemeint war. Mit einem Lächeln der Ahnung bejahte ich deine Frage und war gespannt auf deine Reaktion. Die ließ auch nicht lange auf sich warten, denn sagtest du mit einem Blick auf die Uhr: „Sehr gern, mein Lieber. Aber dafür müsstest du dann bitte mit zu mir kommen, weil es für mich nämlich langsam Zeit wird.“

Wie ich in deinem bezaubernden Lächeln erkennen konnte, gefiel dir meine Reaktion auf deine Antwort ganz offensichtlich. Denn deine Aufforderung war der Grund dafür, dass in mir ein Feuerwerk der Freude abgebrannt wurde, das dann vermutlich die Ursache für das Funkeln in meinen Augen war.

Ja, dieses Lächeln hatte mich nicht nur in deinen Bann gezogen, sondern auch fest im Griff. So ließ ich dich trotz eines gewissen Unbehagens die Rechnung bezahlen. Ich erklärte dir, dass ich ebenso wie du eine gute Erziehung genossen hatte, die sich halt irgendwie dagegen sträubte. Aber du wusstest mich sofort wieder zu befriedigen, denn ließest du dir nur zu gern erneut von mir in deine Jacke helfen. Artig bedankte ich mich für die Einladung, indem ich dich erst sehr zärtlich, dann aber sehr leidenschaftlich küsste. Dabei spürte ich zu meinem großen Vergnügen, wie du dich in meinen Armen, die dich stark und sicher hielten, fallen ließest. Ein weiterer Augenblick, den ich sehr intensiv genoss.

Wieder draußen auf der Straße eilten wir Arm in Arm durch die kalte Nacht. Doch darf ich wohl mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass nicht nur die Kälte eine Erklärung für unsere schnellen Schritte in Richtung deiner Wohnung war. Da gab es noch einen anderen Antrieb. Dessen wurde ich mir immer bewusst, wenn du auf unserem Weg die Kälte der Nacht beklagtest. Denn dann hielten wir für einen Moment inne, damit ich dich in meine Arme nehmen und wärmen konnte, was kein Problem für mich war, weil ich aufgrund der heißen Gedanken, die mir in diesen Augenblicken in den Sinn kamen, dir genug Wärme spenden konnte. Ja, es ist schon etwas Wahres dran an dem Spruch: „Vorfreude ist die schönste Freude.“


© SILVER RAY 2019
  • Geschrieben von Silberstrahl
  • Veröffentlicht am 27.09.2019
  • Gelesen: 9465 mal

Anmerkungen vom Autor

Diese Geschichte veröffentlichte ich hier zum ersten Mal am 14.02.2019. Im Rahmen einer Neugestaltung meiner erotischen Texte ließ ich sie am 08.07.2019 in den Entwurfsspeicher zurücksetzen. Nach einer nur geringfügigen Überarbeitung präsentiere ich sie jetzt erneut.

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Kommentare

  • CS27.09.2019 17:22

    Wunderschön geschrieben! Danke!

  • Silberstrahl27.09.2019 20:20

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    Und ebenso lieben Dank zurück für diesen Kommentar, der mir viel bedeutet. Denn darf ich ihm wohl entnehmen, dass es mir gelang, die von mir gewünschte Intention zu vermitteln.

  • Silberstrahl30.09.2019 20:30

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    Oh schau, die nymphomane Kate war wieder da und hat mir einen Kommentar hinterlassen. Sie gehört ganz eindeutig zu den Leuten mit „Bahlsen-Syndrom“, also jenen Menschen, die definitiv einen an der Waffel haben und einem tierisch auf den Keks gehen. ;-)
    Und unnötige Arbeit macht sie einem auch noch, denn natürlich melde ich solche Kommentare!

  • CS02.10.2019 23:19

    Die Technik wurde auf diese "BELÄSTGUNG" angesetzt.
    Sie tritt unter immer neuen Emailadressen an. Roboter?

    Im August hatten wir einen 4 wöchigen Traffikangriff auf die Orionserver, der die Seitenladezeiten auf Sekunden verlangsamte. Wann immer Orion ein Angriffsland sperrte, tauchte ein neues auf. Und sperren,sperren, sperren und sperren. 3/5 der Welt war dann gesperrt. Im Darknetz kostet so ein Angriff 10.000$, "Cui bono?"/wem nützt es? Sagten die alten Römer ! Wir haben keine Ahnung!
    Orion -Kosten? Minimum 30.000€ plus entgangene Umsätze.
    Und 24 Std. Einsätze von Mitarbeitern

  • Silberstrahl03.10.2019 15:00

    Profilbild von Silberstrahl

    Vielen Dank, lieber CS, für den kleinen Blick hinter die Kulissen. Ich glaube, ich darf Ihnen wohl im Namen aller versichern, dass hier niemand glaubt, die Verantwortlichen würden nur untätig zuschauen. Bisher wurde immer prompt auf meine Meldungen reagiert. Daher an dieser Stelle einmal einen lieben Dank an alle Beteiligten.
    Ich hoffe, unsere Reaktionen (wie die von mir oben) finden kein Missfallen. Oft wird nämlich von den Betroffenen erwartet, Ruhe zu bewahren. Das ist sicherlich in gewisser Hinsicht richtig. Doch wer sich nicht wehrt, muss sich nicht wundern, wenn man bald alles mit ihm macht. Und so lange man dabei die Regeln des gebotenen Anstands wahrt und es mit ein wenig Humor tut, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.

  • Silberstrahl03.10.2019 15:00

    Profilbild von Silberstrahl

    Nun noch ein gesonderter Kommentar zu einer ganz anderen Sache, die mich aktuell viel mehr interessiert, als die ständigen Werbeangriffe auf unsere Geschichten. Dabei hoffe ich mal, dass es in Ordnung ist, wenn ich hier so unmittelbar und offen danach frage.
    Der Carl Stephenson Verlag hat gegen ein kleines Entgelt sein Interesse an dieser Geschichte bekundet. Grundsätzlich ist das natürlich erfreulich, denn ist mir die Anfrage Bestätigung und Anerkennung zugleich. Allerdings bin ich auf diesem Gebiet völlig „unbeleckt“ und habe daher absolut keine Ahnung, welche Konsequenzen sich im Falle der Zustimmung für mich ergeben. Da mir diese Geschichte sehr viel bedeutet, tue ich mich etwas schwer damit, sie komplett aus der Hand zu geben.
    Hat jemand damit bereits Erfahrungen gemacht und kann mir den einen oder anderen Tipp (pro und contra) geben? Das wäre sehr nett. Schon einmal lieben Dank im Voraus.

  • CS04.10.2019 00:26

    Um die Problematik der niedrigen Honorare für Geschichten
    kenne ich. Stories werden im Netz "geklaut" ohne Unrechtsbewußtsein. Wie zum Beispiel unsere erfolgreichste Story hier mit 150.000 clicks, die auf der Impressum-freien
    Konkurrenzsite an 1. Stelle steht. Die Printauflagen gehen von Jahr zu Jahr nach unten. Bis in die 80ziger machten wir 30% vom Umsatz mit Print. Heute nahe 1%.! Ebooks??
    0,00?%.- Die von Ihnen geschilderte Problematik haben wir schon lange im DVD-Rechte Markt. Bei dem Überangebot
    kaufen wir Rechtepakete nonexclusiv an. Das heißt, das der Rechteverkäufer die Oberrechte behält und sie jeder Zeit neu uneingeschränkt verkaufen kann. Das könnte für Sie die Lösung sein. Und sie können natürlich auch "Freiexemplare"
    mitverhandeln.

  • Hara (nicht registriert) 04.10.2019 10:47

    Mir wurde auch ein Angebot für eine Geschichte gemacht. Ich habe es aus anderen Gründen abgelehnt.

    Dir liegt die Geschichte am Herzen. Daher würde ich dir raten es zu machen. Eine Geschichte von dir in einem Buch ist doch etwas tolles. Vergiss das Geld, lass dir ein paar gratis Exemplare zuschicken und verschenke sie im Bekanntenkreis. Um tatsächlich mal Geld zu machen muss schon ein Wunder geschehen. Das kann passieren, aber nicht mit dem was man schon öffentlich gemacht hat. Aufmerksamkeit, das ist das was man braucht um erfolgreich zu sein. Wer weiß, wer noch nach einer Veröffentlichung nach dir gezielt sucht?

    Es muss natürlich noch was kommen. Die meisten erfolgreichen Autoren haben mit Kurzgeschichten angefangen. Selbst Stephen King.

    Deine eigenen Geschichte in einem Buch in deiner Hand! Überleg dir das.

  • Silberstrahl04.10.2019 14:30

    Profilbild von Silberstrahl

    An dieser Stelle schon einmal einen lieben Dank an CS und Hara für die informativen Antworten auf meine Frage. Nächste Woche gönne ich mir ohnehin eine kleine Auszeit. Dann lasse ich mir die Argumente einmal durch den Kopf gehen, sodass ich nach meiner Rückkehr eine hoffentlich zufriedenstellende Entscheidung treffen kann.

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