Erotische Geschichten

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Maskenball der Versuchung

4,3 von 5 Sternen
Noch einmal schaute Jan unschlüssig auf die zwei Eintrittskarten, welche er und seine Frau sich wie üblich zum alljährlichen Maskenball im Dorfgemeinschaftshaus von Liebeshausen gekauft hatten. Sie verfallen zu lassen, wäre zwar ein bisschen ärgerlich, aber aufgrund des durchaus erschwinglichen Preises nicht gerade eine Katastrophe gewesen. Sie noch auf die Schnelle zu verschenken, schien aussichtslos. Denn wer von ihren Freunden und Nachbarn Interesse daran hatte, besaß längst eine eigene Eintrittskarte. Diejenigen, welche keine hatten, gingen schon aus Prinzip nicht zu solchen Veranstaltungen.
Immer noch unentschlossen, was er tun sollte, sah Jan mit einem Ausdruck des Bedauerns zu seiner Frau, die mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Couch saß und sich die Schläfen massierte. Ausgerechnet jetzt litt Ina nach längerer Zeit wieder einmal unter unerträglich starken Kopfschmerzen. Nur ungern wollte Jan sie so alleine zu Hause lassen. Aber letztendlich gelang es Ina, ihren Mann zu überreden, diesmal ohne sie zum Maskenball zu gehen. Also schnappte sich Jan sein Kostüm sowie eine der beiden Eintrittskarten und machte sich noch beizeiten auf den Weg. Zuvor jedoch verabschiedete er sich liebevoll und mitfühlend von Ina. Behutsam streichelte Jan ihr über die Oberarme und deutete einen Abschiedskuss an. Dabei vermied er es aber, sie zu berühren, denn wäre ihr das im Augenblick nur unangenehm gewesen.
Während Jan ohne seine Frau doch leicht lustlos unterwegs war, nahm Ina eine Schmerztablette ein und legte sich ins Bett. Es dauerte auch gar nicht lange, dann schlief sie tief und fest ein. Als Ina später wieder aufwachte und auf die Uhr schaute, stellte sie verwundert fest, dass kaum eine Stunde vergangen war. Ein wenig benommen richtete sie sich auf. Vorsichtig tastete sie mit den Fingerspitzen über Stirn und Schläfen, doch die Kopfschmerzen waren zu ihrer Freude spurlos verschwunden.
Mit der neu gewonnenen Lebensfreude kam Ina nun ganz plötzlich ein verwegener Gedanke in den Sinn. Aufgrund ihrer Unpässlichkeit am frühen Abend hatte sie es ganz versäumt, sich Jan in dem neuen Kostüm zu präsentieren. Weil er es folglich noch gar nicht kannte, stellte sie sich vor, wie amüsant es sein müsste, ihren Mann erst ohne dessen Wissen auf dem Maskenball zu beobachten und ihm anschließend als schöne Unbekannte ein wenig einzuheizen.
Begeistert von ihrer Idee sprang Ina mit einem verschmitzten Lächeln aus dem Bett, machte sich zurecht, schmiss sich in ihr Kostüm und entschwand unbemerkt in Richtung Dorfgemeinschaftshaus, um ihren Plan in die Tat umzusetzen. Dort angekommen, entdeckte sie ihren Mann bereits nach kurzer Suche mitten auf der Tanzfläche. Sichtlich irritiert beobachtete Ina, wie ihr Mann keinen Tanz ausließ und dabei mal mit der einen, mal mit der anderen Frau schäkerte und hier und da auch schmuste.
Als es dann auch zu eindeutigen Berührungen und Küssen kam, war höchste Eile geboten. Langsam schlich sich Ina immer näher und näher an ihren Mann heran. Kaum hatte sie ihn erreicht, machte sie ihn sogleich unmissverständlich an. Er war sichtlich überrascht, erlag jedoch sofort ihren Reizen und ging ohne Zögern auf ihre Avancen ein. Verführerisch tanzte Ina vor ihm auf und ab. Dabei drehte sie sich, um sich von allen Seiten betrachten zu lassen. Immer wieder trafen sich ihre maskierten Blicke und versprühten das Feuer der Lüsternheit.
Nachdem Jan seiner Frau eine Weile zugeschaut hatte, trat er energischen Schrittes auf sie zu, ergriff ihre rechte Hand und umfasste ihre linke Schulter. Mit sicherem Griff drückte er Ina fest an sich und tanzte mit ihr in recht fordernder Weise. Dicht an dicht rieben sich ihre Körper aneinander, wodurch die gegenseitige Lust auf den jeweils anderen nur noch umso mehr stieg. Immer fester und begieriger umschlangen seine kräftigen Arme ihren Körper. Bei sanfter Musik streichelten seine Hände erst nur über ihren Rücken, dann aber auch wie selbstverständlich über ihren Po. Ina war das alles andere als unangenehm.
Im Gegenzug wurde nun auch sie forscher. Weil die Leute um sie herum natürlich amüsiert und neugierig schauten, war es anfänglich nur ein verlegenes Nesteln. Doch schon bald war ihr das egal. Selbstbewusst streichelte sie über seine Brust, seinen Rücken und fasste ihm letztlich sogar lüstern ans Gesäß.
Nach mehreren Tänzen am Stück waren sie beide einigermaßen aus der Puste und brauchten einmal eine kleine Pause. Ganz der Kavalier lud Jan seine Frau zu einem Getränk an die Bar ein. Liebevoll nahm er ihre Hand und geleitete sie über die Tanzfläche zum Tresen. Dort angekommen mussten sie einen Augenblick warten, bis sie an der Reihe waren. Währenddessen stellte Jan sich hinter Ina, umfasste sie bestimmt aber zärtlich um die Hüften und legte seinen Kopf auf ihre Schulter. Mit gedämpfter Stimme fragte er sie direkt in ihr linkes Ohr, was sie denn gerne trinken möchte. Als Ina ihm ihren Wunsch geäußert hatte, strich Jan mit einer Hand ihre Haare aus dem Nacken und küsste sie dort sehr zärtlich.
Als sie an der Reihe waren, gab Jan die Bestellung auf. Kurz darauf bekam er die gewünschten Getränke, mit denen er zu einem freien Bistrotisch ging. Ina folgte ihm. Nachdem sie angestoßen und einen großen Schluck getrunken hatten, trat Jan dicht an Ina heran. Während er einen Arm um ihre Taille legte, sah Jan Ina wollüstig durch die Maske in die Augen. Mit verführerisch sonorer Stimme sprach er: „Ich habe da so eine Idee. Dafür müsste ich dich allerdings einen Augenblick alleine lassen. Du läufst mir aber bitte nicht weg. Ich komme wieder – ganz bestimmt.“
Mit einem überraschten Lächeln sah Ina ihn verwegen an und meinte: „Na, da bin ich aber mal gespannt, was kommt. Lass mich nur nicht allzu lange warten. Und vor allem – komm auf jeden Fall wieder.“
So verweilte Ina am Bistrotisch und trank langsam ihr Getränk aus. Nach einiger Zeit befürchtete sie dann doch, versetzt zu werden. Aber ihre Geduld und Zuversicht sollte sich bezahlt machen, denn kam Jan nach einer kleinen Ewigkeit mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück. Entschuldigend sagte er: „Tut mir leid, dass es doch ein bisschen länger gedauert hat. Aber ich habe da etwas für uns zwei Hübschen organisiert. Natürlich nur, wenn du magst.“
Dabei drehte Jan unentwegt irgendetwas in seinen Händen. Neugierig schaute Ina darauf. Als Jan es dann vor ihr auf den Tisch legte, erkannte Ina sofort, um was es sich handelte. Sie blickte zu Jan auf und meinte mit einem Ausdruck der Überraschung und einem leicht vorwurfsvollen Unterton nur kurz: „Aha!“
Beschwichtigend antwortete Jan: „Wie gesagt! Nur wenn du magst.“
Im selben Moment nahm er das Briefchen mit dem Kondom wieder vom Tisch und ließ es flugs in seiner Hosentasche verschwinden. Achselzuckend fügte er an: „Wir können auch gern wieder auf die Tanzfläche gehen, wenn dir das lieber ist.“
Dieses Mal war es Ina, die dicht an Jan herantrat und sich gleich einer gelenkigen Katze an ihn schmiegte. Mit leicht nach oben gerichtetem Blick sagte sie: „Oh! Hat da etwa jemand mein Erstaunen als Ablehnung gewertet?“
Dabei fuhr ihre Hand gewandt in Jans Nacken und zog seinen Kopf herab. Jan reagierte sofort und ließ es zu, sodass sich ihre Lippen trafen und in einem leidenschaftlichen Kuss miteinander verschmolzen. Beide genossen das sinnlich erregende Gefühl dieser zärtlichen und stimulierenden Liebkosung. Dabei nahm Jan Ina fest in seine Arme und drückte sie leidenschaftlich an sich.
Als sie dann nach einer Weile endlich wieder voneinander abließen und nach Luft rangen, fragte Jan: „Also keine Lust mehr, zu tanzen?“
Ina schüttelte bloß den Kopf und erwiderte: „Komm, lass uns ein verschwiegenes Plätzchen suchen.“
Lächelnd meinte Jan daraufhin: „Was glaubst du wohl, warum du ein bisschen warten musstest. Ich habe da schon längst das Passende organisiert.“
„Worauf warten wir dann noch?“, heischte Ina ihn spielerisch an.
Kurz entschlossen nahm Jan sie bei der Hand und ging mit Ina zu der Tür, durch die er auch vorhin bereits einmal entschwunden war. Während Jan Ina durch die halb offene Tür durschlüpfen ließ, schaute er sich noch einmal verschwörerisch in der Runde um. Dann folgte er Ina und führte sie zielsicher durch den Gang in einen spärlich möblierten Nebenraum.
Ina musterte mit einigen Blicken die übersichtliche Einrichtung. Zwar fehlte dem Raum jegliches Ambiente, doch war er sauber. Also setzte sie sich auf das schon etwas ältere, aber immer noch gemütliche Sofa, das dort gleich rechts von ihr an der Wand stand. Jan zögerte keinen Augenblick. Er setzte sich dicht neben Ina und nahm sie begierig in seine Arme. Zärtlich küsste er sie und begann plötzlich in leicht amerikanischem Akzent zu fragen: „Oh my sweet darling, wenn ick dick jetzt ganz doll küsse, bin ick dann ein Küsserer?“
Lächelnd antwortete sie: „Nein, dann bist du ein Küsser.“
„Okay, und wenn ick dick ganz doll lieb habe, bin ick dann ein Liebhaberer?“
Leicht lachend sagte sie daraufhin: „Nein, dann bist du ein Liebhaber.“
„Okay, und wenn ick dir jetzt deine Unschuld raube, bin ick dann ein Rauberer?“
Verzückt auflachend entgegnete sie ihm: „Nein, dann bist du ein Zauberer!“
Lachend lagen sie sich in den Armen und begannen nur Augenblicke später, sich stürmisch zu küssen. Alle Hemmungen waren mit einem Mal dahin. Ina wollte Jan nur noch spüren: seine Küsse auf ihrer Haut, seine zärtlichen, streichelnden Hände auf ihrem Körper und die innigen Zungenküsse.
Während sich beide gegenseitig allmählich die Kostüme öffneten, wanderten Jans Küsse langsam über Inas Hals hinab zu ihren Brüsten. Die zarten Knospen ihrer empfindsamen Brüste reagierten augenblicklich. Sie wurden steif und die Warzenhöfe angenehm hart. Ina genoss diese zärtlichen Liebkosungen. Es fühlte sich einfach nur gut an.
Genießerisch gab sich Ina den Verführungskünsten Jans hin. Dabei streichelte sie ihm ohne Unterlass über Kopf und Rücken. Sein gekonntes Finger- und Zungenspiel ließ sie immer wieder aufstöhnen. Als Ina nach einer Weile der Stimulation nach mehr verlangte, fasste sie Jan bei den Schultern und drückte ihn langsam immer weiter hinunter, bis er zwischen ihren Schenkeln kniete. Jan verstand sofort. Bedächtig schob er ihr das Kostüm gerade so weit hoch, dass er sie dort liebkosen konnte, wo sie für sein erregendes Liebesspiel in ganz besonderer Weise empfänglich war. Sie schloss unterdessen die Augen und genoss sehr entspannt das, was sie Jan bereitwillig gewähren ließ.
Nachdem er Ina mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen auf derart angenehme Weise verwöhnt hatte, glitt Jan langsam über Inas Schoß, Bauch und Brust wieder zu ihr hoch. Behutsam schmiegte er sich an sie und fragte mit wollüstiger Stimme: „Mmh, meine schöne Unbekannte, darf ich dich jetzt demaskieren und deiner Kleidung berauben?“
Zu seiner Verwunderung sah er jedoch, wie seine Frau den Vorschlag kopfschüttelnd ablehnte und ihn mit einem auf ihre gespitzten Lippen gelegten Finger anwies, zu schweigen. Zwar verstand Jan nicht so recht, was sie gegen seinen Wunsch einzuwenden hatte, doch ließ er auf der Stelle von seinem Vorhaben ab. Gespannt wartete er auf das, was nun von ihr kommen würde.
Lächelnd deutete Ina Jan an, sich über sie zu knien. Erwartungsvoll tat er es. Bereits im selben Augenblick spürte er, wie ihre Hände souverän und zielsicher in seinen Schritt glitten. Unwillkürlich brachten ihn diese Berührungen zum Aufstöhnen, was seiner Frau sichtlich gefiel. Weil sie jedoch mehr wollte, half sie seinem stattlichen Ausleger mit gekonnten Handgriffen aus der verklemmten Lage, in welcher sich dieser bereits seit geraumer Zeit befand. Es bescherte ihm ein wahrhaft befreiendes Gefühl. Ihr hingegen gab die Situation, nun mit seinem eindeutigen Verlangen auf Augenhöhe zu sein, die Möglichkeit, sich für die kurz zuvor widerfahrenen Zärtlichkeiten und Liebkosungen mit einer Mundart zu revanchieren, auf die sie sich in besonderem Maße verstand. Dabei ließ sie ihrem Mann gar keine andere Wahl, als stillzuhalten und zu genießen.
Während sie seinem gestandenen Mann gehörig einheizte und diesen schon beinahe in äußerste Erregung versetzte, fingerte Ina geschickt das Briefchen aus der Hosentasche ihres Mannes, öffnete es und streifte den Inhalt dem formvollendeten Werk ihrer Künste gefühlvoll über. Freudig erregt betrachtete sie das Ziel ihrer Begierde, wie es immer wieder einem Katapult gleich nach oben schnellte. Mit dem leichten Rotton, den es durch seinen Überzug erhalten hatte, erinnerte es sie an das Werben einer Winkerkrabbe, dem sie jetzt nur zu gern Folge leisten wollte.
Kurz entschlossen schubste sie ihren Mann in die eine Ecke des Sofas, während sie sich in die andere Ecke zurücklehnte und ihr Kostüm raffte. Ein Bein legte sie auf die Lehne des Sofas, das andere stellte sie neben dem Sofa auf den Boden. So gab sie ihrem Mann einen einladenden Blick in ihren erblühten Lustgarten, in dessen Zentrum ein Schmetterlingsblütler voll des Nektars war, um einen bunten Falter mit langem Rüssel zu empfangen und auf das Genüsslichste zu erquicken. Dabei war sie mit Blick auf den bereits sehnlichst erwarteten Ankömmling sicher, auch ihrerseits voll und ganz auf ihre Kosten zu kommen.
Tatsächlich wurde keiner von beiden in seiner Erwartungshaltung enttäuscht. Die Situation, in der sie sich befanden, war derart außergewöhnlich, dass das Zusammenspiel der Umstände seinen ganz eigenen Reiz hatte. Einerseits verbargen die nicht abgelegten Kostüme und Masken geschickt die Identität des anderen, weshalb sie sich in ihrer Fantasie sehr gut vorstellen konnten, dass sich darunter eine völlig andere Person versteckte. Andererseits war da dieses leicht verruchte Spiel an diesem verwegenen Ort, was zusätzlich zu der erotisch erregenden Atmosphäre beitrug.
So ging ihr abdominales Auf- und Niedergleiten mehr und mehr in eine Heftigkeit über, die schlussendlich in einem sehr harmonischen und überaus berauschenden Glücksgefühl punktgenau ihren befriedigenden Ausbruch fand und beiden gleichermaßen Erlösung schenkte. Entkräftet, aber zufrieden langen sie sich für eine kleine Ewigkeit in den Armen und genossen die zärtliche Nähe des jeweils anderen.
Nur allmählich und widerwillig fanden sie aus ihrem lustvoll erlebten Traum in die Wirklichkeit zurück. Ein bisschen beschämt oder vielleicht auch nur verlegen erhoben sie sich vom Sofa, richteten die alles andere als alltägliche Kleidung und entschwanden jeder für sich zur nächsten Örtlichkeit – sie für kleine Mädchen, er für kleine Jungs.
Zurück im Festsaal verriet Jan ein kurzer Blick auf die Uhr, dass die Zeit unaufhörlich vorangeschritten war und es inzwischen auf Mitternacht zuging. Es dauerte also nur noch wenige Minuten, dann würde mit der Demaskierung der krönende Abschluss des diesjährigen Maskenballs eingeläutet. Forschenden Blickes sah er sich im ganzen Saal um. Doch konnte er seine Frau nirgendwo finden. Wie schon fast vermutet, war sie gar nicht in den Festsaal zurückgekehrt, sondern auf direktem Wege nach Hause gegangen.
Dort angekommen hatte Ina das Kostüm abgelegt und an einem sicheren Ort versteckt. Anschließend war sie ins Bett geschlüpft, wo sie nun gespannt auf die Ankunft ihres Mannes wartete. Es dauerte auch nicht lange, da erschien Jan bettfertig im Schlafzimmer. Erstaunt blieb er in der Tür stehen und meinte: „Oh, du bist noch wach?“
Ina sah ihn liebevoll an, sagte jedoch nichts. So fragte Jan weiter: „Sind die Kopfschmerzen wieder weg?“
Mit einer abwinkenden Geste entgegnete Ina: „Ja, aber das ist doch jetzt nicht wirklich wichtig. Erzähl mir lieber, wie die Party war. Ich bin doch neugierig. Also, was habe ich heute Abend verpasst?“
„Ach“, erwiderte Jan lapidar, „nichts Besonderes. Du weißt ja, wenn du nicht dabei bist, kann ich mich nicht so richtig amüsieren.“
„Komm, sag schon“, forderte Ina ihn neugierig auf, „hast du viel getanzt?“
Kopfschüttelnd antwortete Jan: „Nein, kein einziges Mal. Als ich angekommen bin, habe ich meine beiden Skatbrüder getroffen. Wir haben uns in ein Hinterzimmer verzogen und den ganzen Abend Skat gekloppt. Wir waren dermaßen bei der Sache, dass ich nicht ein einziges Mal das Zimmer verlassen habe.“
Ina verfolgte, wie sich Jan zu ihr ins Bett legte. Noch bevor ihr irritierter Blick ins Misstrauische übergehen konnte, wurde ihr Gesicht kreidebleich, denn fügte Jan mit einem süffisanten Lächeln noch hinzu: „Ach ja, weil ich mein Kostüm somit gar nicht brauchte, habe ich es Sven geliehen, der sich nach langer Zeit wieder einmal eine Karte gekauft hatte und mein Kostüm viel besser als sein eigenes fand. Du wirst nicht glauben, was ihm passiert ist.“
„Deinem Bruder Sven? Deinem Zwillingsbruder?“, rief Ina und schlug entsetzt die Hände vors Gesicht.
Verblüfft drehte sich Jan zu Ina herum und sagte: „Ja, meinem Bruder Sven! Wieso betonst du so auffällig, dass er mein Zwillingsbruder ist?“
Völlig entgeistert sah Ina Jan an. Dann fasste sie sich ein Herz und begann: „Ich … ich … also ich glaube, ich muss dir da wohl was gestehen…“
Interessiert stützte sich Jan auf. Gebannt schaute er sie an. Ihr Gesicht wurde immer verzweifelter. Er sah, wie ihre Lippen zu beben begannen und sich ihre Augen mit Tränen füllten. Da fasste sich Jan ein Herz und stupste Ina mit einem Finger auf die Nasenspitze. Verständnisvoll lächelnd meinte er: „Du musst mir gar nichts erzählen. Das hat nämlich Sven schon getan.“
Ungläubig schaute Ina ihn mit großen Augen an. Stotternd fragte sie: „Was … was … was hat Sven?“
„Nun“, antwortete Jan mit einem sehr frechen Grinsen im Gesicht, „Sven kam die Begegnung mit der sehr interessanten Frau, die er auf der Party getroffen hatte, von Anfang an suspekt vor. Seinen Verdacht aber fand er erst bestätigt, als er dir beim Warten am Tresen die Haare aus dem Nacken strich, um dich dort zu küssen. Dabei fiel ihm dein charakteristisches Muttermal auf, das man immer sieht, wenn du dir die Haare zusammenbindest oder hochsteckst.“
Während nun Jan anstelle von Ina beichtete, strich er ihr zärtlich durch den Nacken. Ina schaute ihn immer noch mit großen Augen ungläubig an, als Jan fortfuhr: „Nachdem Sven also wusste, mit wem er es zu tun hatte, ließ er dich bei passender Gelegenheit allein, um mich zu unterrichten. Anschließend tauschten wir die Kostüme zurück. Außerdem war Sven noch so nett, mir eins seiner Briefchen, die er vorsorglich dabei hatte, zu überlassen.“
Langsam fasste sich Ina wieder. Plötzlich schoss sie wie eine Furie hoch und schrie: „Du Schuft, du mieser, hinterhältiger Schuft.“
Dabei schlug sie mit aller Kraft ihre geballten Fäuste gegen Jans Brust, der sich feixend zurücklehnte und Ina gewähren ließ. Schließlich hatte er durchaus Verständnis für Inas kleinen Wutanfall, welcher ohnehin so schnell abebbte, wie er über sie gekommen war. Matt und heftig atmend blieb Ina auf Jan liegen. Dann schlang sie ihre Arme um ihn und sagte liebevoll: „Ich liebe dich, du Mistkerl! Ich liebe dich!“

Nun, so etwas ist leicht gesagt. Aber der geneigten Leserschaft, die bis hierhin geduldig die Geschehnisse verfolgt hat, sei versichert, dass der Beweis auf dem Fuße folgte. Die beiden knüpften problemlos dort an, wo sie auf der Party aufgehört hatten. Es wurde für Ina und Jan eine kurze, aber umso intimere Nacht, die weder für sie noch für ihn etwas zu wünschen übrig ließ.


© 2021
  • Geschrieben von Silberstrahl
  • Veröffentlicht am 01.06.2021
  • Gelesen: 5681 mal

Anmerkungen vom Autor

Aus: Buntes Erotikon – Intimes aus Liebeshausen

Kommentare

  • Mettenstern (nicht registriert) 02.06.2021 18:59

    Hat mir sehr gefallen , toll geschrieben ?

  • Silberstrahl03.06.2021 11:33

    Freut mich, wenn die kleine Episode gefallen konnte. In der Tat dient mir die Serie „Intimes aus Liebeshausen“ dazu, erotische Texte einmal ein wenig anders zu schreiben, was aber natürlich nicht jedermanns Sache ist. Es darf also davon ausgegangen werden, dass die kleine Geschichte hier nur mäßigen Anklang finden wird. Umso mehr freut es mich, dass ich damit aber wohl den Geschmack der Redaktion treffen konnte.

  • CS05.06.2021 06:12

    Dank an Silberstrahl! Aus meiner Sicht: Ein gelungener Versuch, jugendschutzkonform " zu schreiben ...und ein
    witziger Plott dazu. Echte Zwillingsbrüder und Schwestern sind kaum auseinanderzuhalten und gut für viele ungewöhnliche Stories. Jemand vergab schon 3 Sternchen.

  • Silberstrahl05.06.2021 11:33

    Lieben Dank für die anerkennenden Worte zu meiner kleinen Geschichte, welche durchaus als Beitrag im Sinne des Neustarts gedacht ist. Ich für meinen Teil habe zwischenzeitlich Gefallen daran gefunden, das Zwischenmenschliche bei solchen Geschichten nicht eindeutig, sondern zweideutig zu umschreiben. Es ist einfach der Versuch, beim Schreiben mit der Erotik ein wenig zu spielen und vielleicht auch beim Lesen zur Fantasie anzuregen.

  • Holger195305.06.2021 22:50

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    Ich finde "jugendschutzkonform" genauso bescheuert wie "gendergerecht"...

  • Holger195305.06.2021 23:05

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    ... denn das hat weder etwas mit Jugendschutz noch mit Gleichberechtigung zu tun...

  • Holger195305.06.2021 23:15

    Profilbild von Holger1953

    "Intimes aus Liebeshausen" erinnert mich irgendwie im weitesten Sinne an den "Kleinen Prinzen" - wegen der Fantasie... "Liebeshausen" finde ich dann aber doch etwas zu eindeutig... Das erinnert mich dann wieder an Donald Duck...

  • Silberstrahl06.06.2021 00:22

    Das sind ja höchst interessante Assoziationen und teils recht wirre Gedanken. Am besten sammeln und bei Gelegenheit eine abstruse Geschichte daraus zusammenspinnen ;-)

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