Erotische Geschichten

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Lebensbeichte -- Kapitel 4: Der Deflorateur

4 von 5 Sternen
Melanies Lebensbeichte

Kapitel 4 (Kapitel 3 ist "Das Obligatorische"

Der Deflorateur

Dazu fällt mir eine Geschichte aus meinem letzten Schuljahr ein, als ich
"es" "dank Olaf" schon hinter mir hatte. Nach jeder Party und Fete
tratschen wir vom Club der erfahrenen Mädchen über die Ereignisse, die sich
abgespielt hatten, wer mit wem, wer jetzt neu zum Club gehörte usw.
Mehrere meiner Klassenkameradinnen hatten ihr erstes Erlebnis mit einem
Jungen namens Ronny, der nur noch der "Deflorateur" genannt wurde. Es galt
unter den Mädchen als eine gewisse Ehre, von ihm in die Liebe eingeweiht
worden zu sein. Zu viel anderem war er aber wohl auch nicht fähig.

Eines Morgens nach einer Party kam Ronny ganz dermaatscht, wie man bei uns
sagt, in die Klasse und wollte auf die bohrenden Fragen seiner Mitschüler
nichts sagen. Aber in der großen Pause mahmen wir uns ihn vor, scharten
uns um ihn und fragten:

"Nun sag schon, wie war das gestern? Du hast doch gestern abend ab zehn
Uhr nur noch mit Gerlinde geschmust, und irgendwann wart ihr ganz
verschwunden -- wo ist Gerlinde überhaupt -- da war sie heute."

Gerlinde war in unserem Kreis gestanden und verkrümelte sich in die
"Massen" auf dem Schulhof, als sie merkte, worüber wir mit Ronny reden
wollten.

"Ach", sagte Ronny, "ja, das habt ihr ja gesehen."

"Und dann -- laß Dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen."

"Geht euch das überhaupt was an?"

"Du hast doch sonst auch erzählt, zum Beispiel, wie das mit mir war", sagte
Martha mit seligem Gesichtsausdruck.

"Ja, aber mit Gerlinde war das eben anders."

"Nun kneif doch nicht so blöd -- das ist doch bei jedem Deiner ,Opfer` ein
wenig anders", sagte Trudi.

"Ihr habt doch gesehen, wie sich Gerlinde gestern abend an mich
rangeschmissen hat -- und, das habt ihr wohl nicht gehört, sie sagte, sie
wolle nun endlich erwachsen werden -- und dann waren wir eben in einem der
Zimmer."

"Ja -- und -- weiter?"

"Ihr wißt ja alle, wie das dann weitergeht."

"Aber du hast doch immer wie ein stolzer Hahn davon erzählt, wie du deine
Hühner getreten hast, und heute bist du so maulfaul -- hat es etwa mal
nicht geklappt bei dir -- kann ich mir gar nicht vorstellen."

"Natürlich hat es geklappt --"

"Na, also dann --"

"Also", sagte Trudi resolut, als es zur nächsten Unterrichtsstunde
klingelte, "wenn du nicht willst, dann laß es bleiben -- nur eines täte ich
gern wissen wollen --"

"Trudi!", warf ich ein.

"-- Is schon gut, Mel -- also: Hast du eigentlich irgendwo noch eine
richtige Freundin, oder betätigst du dich nur als Dosenöffner?"

"-- als Döschenöffner --", "korrigierte" Martha.

Ronny würdigte Trudi keiner Antwort. Aber wir ließen nicht locker. In der
nächsten Pause drangen wir "Mädchen" weiter auf Ronny ein, und Trudi
fragte:

"Also nun mal raus mit der Sprache: Da war doch irgendwas gestern abend --
du willst uns doch nicht erzählen, daß das so glatt ging wie mit Martha und
den anderen!"

"Es -- es ging ja alles glatt -- erstmal --", brachte Ronny schließlich
stockend hervor --"

"-- aber --", versuchte Trudi ihm auf die Sprünge zu helfen.

"-- aber --", fuhr Ronny fort, "aber dann -- es ging alles ganz problemlos
-- Gerlinde hat mich umarmt und mir mir geschmust -- auch noch danach --
auf einmal fängt die an zu heulen und schreien -- habt ihr das nicht durch
das ganze Haus gehört? -- sie nennt mich ,Wüstling` und ,Mädchenschänder`
--"

"-- stimmt ja auch --", tönte es von hinten.

"Du mußt gerade reden, Angelika", sagte Trudi, "du warst doch noch am
längsten mit Ronny zusammen -- zwei oder sogar drei Tage nach dem großen
Ereignis -- aber nun laß doch Ronny weitererzählen!"

"-- und dann beißt sie mich in die Schulter", sagte Ronny schließlich.

"Oh! Zeig mal!"

Alle wollten wir das sehen, aber Ronny winkte ab:

"Geduldet euch gefälligst bis zur nächsten Turnstunde!"

Wir ließen nicht locker; Trudi fragte:

"Richtig -- so mit Blut -- oder nur ein Zahnabdruck?"

"Richtig mit Blut --"

"-- und hat dich Gerlinde dann verbunden?"

"Nee, die hat nur ihre Hosen hochgezogen, ist rausgegangen und hat mich in
meinem Blute liegenlassen."

"Wie gemein -- du hättest draufgehen können -- wer hat denn dann den
Rettungswagen gerufen?"

"Ich hab es noch ins Badezimmer geschafft und selbst mit Leukoplast eine
Mullbinde daraufgetan -- es war ja nicht weit hinten."

"Zeig mal mit dem Finger drauf!"

Ronny zeigte auf eine Stelle ganz oben auf der linken Schulter; die forsche
Trudi fühlte dort gleich und berichtete, man könne sich einbilden, daß da
unter dem Pullover so etwas wie ein Verband sein könnte.

"Aber das ist doch alles keine Katastrophe", ließ sich Carla vernehmen,
"weißt du nicht, Ronny, wie man aus einer Frau wieder eine Jungfrau macht?"

Doch, das wußten wir alle, auch Ronny wußte das, aber Carla erzählte es uns
trotzdem noch einmal zum siebenundfünfzigsten Male:

"Die Betreffende macht einen Hand- oder Kopfstand, oder man hängt sie an
den Füßen auf, dann gießt man Milch rein -- und nach einiger Zeit bildet
sich eine Haut!"

"Ein carlascher Carlauer", sagte Trudi nur.

Da es wieder klingelte, ließen wir es dabei bewenden. Aber wir "Mädchen"
verabredeten, bei der nächsten Turnstunde, also am nächsten Tag, genau
hinzusehen und Ronny einen eventuellen Verband abzureißen, um zu prüfen, ob
das nicht nur eine Attrappe wäre.

Und in der Tat erschien Ronny beim Turnen mit einem Verband auf der
Schulter, der aber recht viel kleiner war, als man es nach seiner
Schilderung hätte erwarten müssen. Wir unterließen dann doch das
Herunterreißen, denn wenn es wirklich eine Wunde wäre, wäre das fies
gewesen.

Aber dieser Vorfall muß doch eine tiefe Kerbe wenigstens in Ronnys
Gemütsleben hinterlassen haben, denn bis zum Abitur kommentierte er jede
Einladung zu einer Party mit dem stereotypen Satz: "Nie wieder eine
Jungfrau!"


  • Geschrieben von WHO
  • Veröffentlicht am 23.07.2019
  • Gelesen: 3106 mal

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