Erotische Geschichten

Bitte melden Sie sich an

Layla (2)

4,2 von 5 Sternen
Aus gegebenem Anlass möchte ich hinweisen, dass die Veröffentlichung dieser Geschichte auf anderen Portalen, ohne Angabe der Quelle und des Autors verboten ist und strafrechtlich verfolgt wird.


„Soll ich nochmals mit hochgehen und dich ins Bett bringen?“ schlug Jörg nach dem Essen vor.

„Oui, ich habe ja keine andere Wahl“, fauchte Monique.

Er entkleidete sie einschließlich des Höschens und spürte sofort wieder eine große Enge in seiner Hose als er es über die endlos langen Beine abstreifte, verzichtete aber darauf sie dabei „unsittlich“ zu berühren.

Monique grinste, bemerkte seinen lüsternen Blick . „Wie machen wir das morgen früh?“

„Ich werde kommen und dich ankleiden. Dann können wir zusammen frühstücken. Du musst nur das Zimmer aufsperren, wenn ich klopfe.“

„Warum bleibst du nicht die ganze Nacht hier?“

„Damit ich morgen früh aufwache und tot bin, oder ohne Eier neben dir liege, nachdem was du angedroht hast?“

„Sicherlich nicht. Du weißt jetzt schon mehr von mir als ich wollte und ich werde dich nur umbringen, wenn du jemanden davon erzählst. Verspreche, mich nicht zu küssen, nie jemanden von dieser Nacht zu erzählen, nie von mir eine Wiederholung zu fordern, mir keine Fragen zu stellen und mich danach wieder so zu behandeln wie immer, nämlich als deine Chefin. Außerdem brauchst du dir nicht einbilden, dass du beruflich Vorteile bekommst, wenn du mich besteigst.“

„Oui Madame. Je jure“.

Jörg hob die rechte Hand. Die Aussicht mit diesem Prachtweib die ganze Nacht zu verbringen verursachte ein angenehmes Ziehen in seinen Lenden. Schnell hatte er sich wieder ausgezogen und stand mit strammem Schweif vor Monique.

In deren Augen glaubte er einen Glanz zu entdecken als sie ihn anblickte. Die Brustwarzen standen schon wie kleine Hütchen nach vorne ab.

Monique war sich ihrer Wirkung bewusst, legte sich langsam auf das Bett, streckte nacheinander ihre beiden Beine hoch.

„Kannst du auch etwas anderes als eine Frau mit den Fingern und deinem ´zob´ bearbeiten?“

„Meinst du damit französisch?“

„Ja -so sagt man wohl bei euch“.

„Hast du damit in Deutschland schon Erfahrungen gemacht?“

„Nein, deswegen möchte ich, dass ein Deutscher eine französischen Frau französisch lehrt“, grinste sie.

Er biss sich im letzten Moment auf die Zunge, hatte schon angesetzt zu sagen, wie man mit französisch auch einen Mann befriedigt, aber falls sie sich an ihm rächen wollte, wäre das die beste Möglichkeit gewesen ihn kraftvoll in sein bestes Stück zu beißen, oder die Eier so zusammen zu drücken, dass er das ganze Hotel zusammenschreien würde. Sie war der Typ Weib das zu tun.

Jörg kniete sich zwischen ihre leicht gespreizten Beine, hob das linke mit beiden Händen an, winkelte es leicht ab und begann Zehen und Fußsohle zu küssen. Monique zuckte leicht zusammen. Seine Lippen wanderten über Knöchel und Wade langsam zum Knie. Ein leichtes Stöhnen der Frau beflügelte ihn noch mehr. Deshalb züngelte und saugte er sich an der Innenseite des Oberschenkels bis zu ihrer glatt rasierten Muschel.

Ihr Geruch strömte ihm entgegen, er küsste das ganze Umfeld, spielte mit ihr, stieß in die Spalte und zog schnell wieder zurück, strich über den Schamhügel, ein Finger suchte nach ihrer zweiten Öffnung, betastete die Rosette, ohne allerdings einzudringen. Die Frau zerfloss fast vor Geilheit unter seinem Mund und den Händen, stöhnte lauter, griff nach seinem Kopf und drückte ihn gegen ihre heißes Fötzchen. Jörgs Zunge drang gierig zwischen die Schamlippen. Die Schenkel öffneten sich noch weiter, drängte ihm entgegen.

Noch nie hatte jemand ihre Zehen und Füße derartig verwöhnt. Alleine dieses Kitzeln reichte aus um Moniques ganzen Körper mit einem angenehmen Kribbeln zu durchziehen. Überrascht erlebte sie so etwas zum ersten Mal und es gefiel ihr. Die Gedanken, welche zuvor geschrien hatten, lass es bleiben, schick ihn weg, wurden schwächer und verschwanden komplett, plötzlich wollte sie diesen Mann, er sollte nicht aufhören mit seinen Lippen und der Zunge. Lediglich den Finger an ihrem Hinterstübchen zog sie weg, das war ihr unangenehm.

Kaum erwarten konnte sie es, bis er ihre Muschel erreicht hatte und zwischen ihre Schamlippen eindrang, drückte seinen Kopf mit der Hand gegen ihr heißes Geschlecht, sehnte die Berührung ihres Kitzlers herbei und als er das Lustknöpfchen erreicht hatte, glaubte sie zu sterben, ihr ganzer Unterleib begann zu zucken und ein Höhepunkt wie schon lange nicht mehr erlebt überkam die Frau. Jörg merkte dies, stieß immer wieder zu, presste sein Gesicht zwischen ihre Schenkel, saugte an ihrer Klit, kniff sie mit Lippen und Zähnen gelegentlich leicht zusammen, leckte und schluckte ihren Nektar, der sein ganzes Gesicht überströmte. Er hörte einfach nicht damit auf und jagte einen Wonneschauer nach dem anderen durch ihren Körper, bis er plötzlich abbrach, denn sein harter Stab war durch die Reibung am Bett, nahe davor abzuschießen.

Doch diese Blamage konnte er gerade noch verhindern. Aber lange würde er sich nicht zurückhalten können, da ihr Geschmack in Mund und Nase steckte ihn anspornte und er den geilen Körper mit weit geöffneten Beinen und kräftigen Brüsten vor sich hatte.
Er stützte sich mit den Armen ab, wollte ihr gerade einen Kuss geben, als er an die Worte dachte sie nicht zu küssen.

War Monique am Ende nebenberuflich ein professionelles Callgirl? Der herrliche Körper, die langen Beine und die Unterwäsche würden auf alle Fälle dazu passen. Was verlangt sie wohl für eine Stunde oder gar eine Nacht? Aber nein – eine Hostess würde nie ohne Gummi mit ihm….. Außerdem wirkte sie nicht wirklich professionell.

Egal – er hatte sie jetzt unter sich und konnte die Gelegenheit nutzen dieses Prachtweib anständig zu nehmen, bevor sie es sich anders überlegte und wieder das prüde, giftige Biest zum Vorschein kam. Die Französischlektion war beendet und Jörg wollte sie nun richtig in seiner Lieblingsposition durchbürsten. Monique hatte das Gesicht zur Seite gedreht, die Augen geschlossen und atmete schwer. Sein steifer und nach Wärme lechzender Speer suchte den Eingang. Da er sich mit beiden Händen abgestützt hatte, konnte er ihn nicht mit der Hand unterstützen. Monique zeigte ihm den richtigen Weg und langsam schob er sich bis zum Anschlag in die immer noch gierige Grotte und fühlte wie ihr Bauch zitterte. Sie öffnete den Mund atmete schwer, das Stöhnen verwandelte sich in ein kehliges Japsen. „Jaaaa, komm, me baise“.

Er schloss ebenfalls die Augen, dachte an ihre langen Beine und den Plug. Das wäre wohl ein zusätzlicher Hochgenuss geworden, wenn der noch in ihr gesteckt hätte, ging es ihm durch den Kopf, bevor es um ihn geschehen war, er sich kraftvoll ergoss, sie dabei in die Matratze drückte und auch die wellenförmigen Bewegungen ihrer Vagina genoss.

Danach schliefen beide schnell ein.

Monique war von sich selber schockiert. Sie wurde wach und da lag dieser Mann neben ihr, dem sie in der größten Not vertraute, der sie am Abend frech schachmatt gesetzt hatte und sie sanft aber eindringlich dazu brachte, sich von ihm zweimal vögeln zu lassen. Mit Gewalt und Tücke überlistete er sie, drang aber erst ein, als sie – aufgegeilt und aufgereizt von seinen Händen – nicht mehr anders konnte. Wütende Rachegedanken gingen zuerst durch ihren Kopf, bis sie auf einmal fühlte, dass ein Gefühl ihren Körper durchzog, wie schon lange nicht mehr. Sehr tief hatte sie ihn in sich gespürt, so tief war noch nie jemand in ihre Lustgrotte eingedrungen, der Gedanke an die intensiven und langen Orgasmen verursachten bereits wieder ein Lustgefühl in ihrem Unterleib und er lag neben ihr und schlief.

Sie war fest entschlossen diese Nacht nie mehr zu wiederholen, lieber würde sie am nächsten Tag Tanja bitten ihr zu helfen. Der blamable Plug war ja entfernt. Aber diese Nacht war noch nicht vorbei. Ihr Fötzchen war bereits wieder feucht, kribbelte und sehnte sich bis tief in den Bauch hinein, diesen langen und kräftigen Pfahl erneut zu spüren.

Mitten in der Nacht wurde Jörg wachgerüttelt. Es dauerte einen Moment bis er sich orientieren konnte wo er überhaupt war.

„Was ist mit dir los? Du schläfst die ganze Zeit. Denkst du gar nicht daran, dass ich nackt neben dir liege oder willst du mich nicht mehr?“ hörte er Monique flüstern.

Jörg glaubte nicht richtig zu hören. Doch nach ein paar Sekunden kam er zu sich, denn er spürte wie eine Hand unter der Decke nach seinem schlafen ´zob´ griff und der sprang aufgrund der ungewohnten, weichen Berührung bereits nach kurzer Zeit an. Lüsternes Kichern, der Griff wurde fester, seine Lanze sofort härter, als er komplett bei Bewußtsein war und resümierte, dass da neben ihm ein Traumweib lag, mit der er großen Spaß gehabt hatte. Er strich über ihren Bauch um zwischen den Schenkeln einzutauchen.

„Gefallen dir meine beiden ´poitrail´ nicht?“ schnurrte sie leise.
Wortlos glitt seine Hand nach oben. Natürlich liebte er diese mächtigen, festen Brüste. Er hatte sie in der Dusche bereits kräftig massiert und geknetet, die harten Nippel waren genau nach seinem Geschmack und natürlich würde er sie gerne in den Mund nehmen und daran saugen. Sie standen bereits groß und fest hervor. Jörg zwirbelte und zupfte beide nur sanft und weich. Dennoch begann Monique sofort zu stöhnen.

„Kannst du das auch auf französisch?“

Diese Einladung konnte er natürlich nicht entgehen lassen, beugte sich über sie und begann mit Lippen und Zunge abwechselnd die beiden Prachtkugeln zu bearbeiten, während eine Hand zwischen ihre Schenkel fuhr und dort überrascht auf eine feuchte und glitschige Spalte traf die sich bereits unter geringem Druck öffnete und gierig erwartete, was da kommen sollte
.
Jörgs Zunge glitt über die Aureolen, umkreiste die Nippel, berührte sie nur gelegentlich, wie unabsichtlich. Auch diese Berührungen kannte die Frau so noch nicht. Zusammen mit dem Spiel in ihrer Spalte, versetzte er seine Partnerin fast in Trance. Ihr Griff um seine riesige Latte wurde fester. Dann nahm er die kleinen Türmchen in den Mund, saugte daran. Sie stöhnte keuchend und überlies sich ihm komplett, wollte nicht wie sonst immer, Herrin der Lage sein und die Kontrolle haben.

Nein – Monique vertraute ihm, hatte das Gefühl zu fallen in eine Wanne voller Lust und Wohlbehagen. Sie schloss die Augen und fühlte einen Höhepunkt hereinbrechen, doch kurz zuvor überraschte Jörg indem er begann plötzlich ihre Warze mit den Lippen zusammenzupressen und fuhr mit der rauhen Zunge in einem schnellen Stakkato an Schlägen über die Spitze. Das war zu viel. Ein lauter Aufschrei an dem sie selber erschrak, ihr ganzer Körper begann zu zucken, lange anhaltend erlebte sie die Lustwellen, die einfach nicht enden wollten, denn der Mann machte gnadenlos an beiden Brüsten weiter und spielte mit seinen Fingern heftig in ihrem heißen Fötzchen, bearbeitete die Klit, bis sie erschöpft und mit einem lauten tiefen Atemzug in sich zusammensackte, wobei ihre Vagina immer noch zuckte.

Jörg hatte ebenfalls aufgehört, sich von ihr gelöst. Sie fühlte wie er einen ihrer Schenkel nach außen schob, sich zwischen ihre Beine kniete und sich auf sie herabsenkte.

„Was wird das?“ fragte sie überrascht.

„Glaubst du, dass nur du Vergnügen haben willst? Ich will auch noch was davon, wenn du mich schon mitten in der Nacht weckst.“

Schon spürte sie ihn an ihrer Pforte. Ihre Gier flammte erneut auf, als er langsam und gemächlich ganz tief eindrang. Ja – das hatte sie eben vermisst. Seine Härte die kräftig in ihren Körper stieß und gelegentlich sogar ihren Muttermund berührte. Sofort waren die Gefühle wieder da. Monique spreizte die Schenkel so weit es ging, zog sie an und griff an seinen Pobacken, versuchte ihn tiefer in sich zu ziehen.

Wieder füllte diese Lust ihr ganzes Becken aus und der Wunsch, es würde nie vorbeigehen. Jörg war allerdings schon stark aufgereizt, hielt sich möglichst lange zurück, bis er kräftig kam, aber auch spürte und hörte, wie Monique erneut gewaltig durchgeschüttelt wurde. Sie hielt ihn fest, bis seine letzten Zuckungen abgeebbt waren, dann zog er sein schlaffes Glied aus ihrer Grotte.

Warum lässt sie sich nicht küssen, überlegte er und wollte es doch einmal mit Zärtlichkeit bei ihr versuchen. Doch sie drehte ihm sofort den Rücken zu und war schnell eingeschlafen.

Am nächsten Morgen waren beide spät dran. Es gab keine Zeit mehr für einen kleinen ´nique´.

Gemeinsames Duschen, wobei Jörg trotz steifer Latte sachlicher mit seiner Partnerin umging, frühstücken und anschließend mussten sie noch bei ihm zuhause vorbeifahren, da er Anzug und Hemd wechselte. Es gab ja noch zwei Nächte, tröstete er sich.

Als letzte fuhren die beiden in der Firma vor. Monique ging sofort in das Gebäude zu Tanja.

„Na wohl zu lange im Bett gelegen“, wurden Jörg von den Kollegen empfangen.

„Monique war noch nicht fertig. Sie hat Probleme sich mit einer Hand anzuziehen“ sagte Jörg.

„Sag nur du hast ihr nicht dabei geholfen“, meinte einer der drei. „Wir haben gewettet, dass du ihr die ganze Nacht behilflich bist“.

„Seid ihr verrückt. Ausgerechnet mit der? Warum ist nicht einer von euch mitgegangen. Ich habe lediglich den Koffer auf ihr Zimmer getragen.“

„Du hast sie nicht versorgt wegen ihrer Hand? Wie hat sie sich an- und ausgezogen?“

„Wir haben zusammen gegessen und dabei habe ich ihr geholfen das Fleisch zu schneiden. Wie sie sich umgezogen hat weiß ich nicht.“

Jörg zuckte mit den Schultern. Nicolas kam hinzu. „Was wollen die Herren von dir wissen?“ fragte er auf französisch.

„Sie sind der Meinung ich hätte mehr getan als Monique gestern Abend ins Hotel gebracht, den Koffer auf ihr Zimmer getragen und mit ihr gespeist.“

Nicolas sah ihn an und begann zu lachen. „Wenn du mehr mit ihr getan hättest würdest du vermutlich nicht so unbeschädigt hier stehen. Weißt du nicht, dass Monique eine Lesbe ist und eine Partnerin hat? Aber bitte verrate es nicht.“

Jörg war so verdutzt, dass er ihn momentan entgeistert mit offenem Mund ansah und einen weiteren Lachanfall seines Chefs hervorrief. „Hast du etwa versucht sie zu knacken?“ Er schlug Jörg auf den Rücken. „Ich glaube nicht. Der letzte, welcher das probiert hat musste eine Woche mit Sonnenbrille herumlaufen, weil sie ihm ein Auge blau schlug.“

„Was hat er gesagt?“

„Nicolas hat gemeint, dass ich eine Nacht zusammen mit Monique nicht überleben würde“, meinte Jörg schockiert.

Es gab keine Gelegenheit über die kommenden Nächte nachzudenken, denn Besucher nahmen ihn sofort in Anspruch. Er sah lediglich, dass Dieter mit Monique wegfuhr und als sie wieder auftauchten, war die Schiene gegen einen festen Verband getauscht, der ihr mehr Bewegungsfreiheit ermöglichte. Nach dem was er heute Morgen gehört hatte, war er erleichtert. Am Abend speisten sie alle gemeinsam mit den anderen im Hotel, bevor Jörg, Monique auf dem Heimweg an ihrer Unterkunft absetzte. Die beiden wechselten kein Wort während der Fahrt. Als er sie vor dem Hotel fragte, ob er ihr noch behilflich sein könne, zischte sie nur ein wütendes „Non“.

Am Sonntagabend war Jörg platt und als am Montag die Franzosen nochmals kamen um sich zu verabschieden, waren sie zu dem Entschluss gekommen, die Niederlassung müsste unbedingt im Vertrieb unterstützt werden. Noch dazu als Jörg alleine, von Nicolas sieben Kisten Champagner forderte und auch die anderen Kollegen etwas für den kostenlosen Export von französischem Edelsekt nach Deutschland getan hatten.

Er wünschte sich allerdings einen Mitarbeiter der französisch sprach und die waren hier sehr dünn gesät. Zwei Tage später kam ein Anruf von Jean, dass man aus der Zentrale eine Unterstützung schicken würde, die im Innen- und Außendienst entlasten sollte. Allerdings beschrieb er das Ganze mit einem merkwürdig süffisanten Unterton. Tanja war neugierig und fragte bei Monique nach. Entsetzt berichtete sie, dass es sich um eine Dame handeln würde, welche in der Zentrale sehr eigenwillig auftrete und alle deshalb froh seien, wenn sie nach Deutschland verschwände. Die Kurzbeschreibung lautete, sehr schlecht deutsch sprechend, klein, schwarz gefärbte Haare, strenge Brille, große Brüste (extra für Jörg), langweilig angezogen, sehr energisch, rechthaberisch, dominant und großes Mundwerk. „Also kriegen wir einen richtigen Drachen“, faßte sie zusammen.

Was überhaupt nicht funktionierte, war nach wie vor die Abrechnung, welche Monique von Frankreich aus direkt mit den Kunden tätigte. Die Münchner verzweifelten fast, wenn wieder ein Kunde anrief der eine falsche Rechnung bekommen hatte. Das kostete viel Zeit und Nerven, wobei Monique das Ganze kalt ließ.

Man sollte alles herrichten, Wohnung besorgen, sie würde das Zimmer neben Jörg bekommen, Geschäftsauto war keines vorgesehen. Bus fahren, hieß es aus der Zentrale. Wenn sie vom Büro aus genügend verkauft hatte, könne man immer noch über ein Geschäftsauto reden. Aha, dort war sie also auch nicht beliebt. Das einzig angenehme an der Frau war der Vorname: Layla.

Sechs Wochen später fuhr Jörg zum Flughafen. Beim Eintreffen befand sich die Maschine gerade im Landeanflug. Er hatte ein Blatt mit dem Namen der Firma ausgedruckt, stand damit in der Hand gegenüber dem Ausgang für die ankommenden Reisenden und beobachtete, nachdem beim Flug aus Reims die „Gepäckausgabe“ aufblinkte, die Passagiere, besonders allein reisende weibliche Wesen.

Eine Blondine in einem engen Businesskostüm mit Rollkoffer, eine Brünette im Minirock und weitausgeschnittener Bluse, die einen Wagen mit mehreren Koffern vor sich herschob, eine schwarzhaarige mit großer Brille und strengen Blick - Marke Monique - hübsche Frauen die einem das Herz höher schlagen ließen und sie sollten einen alten Drachen bekommen. Hätte nicht eine von denen auf ihn zukommen können und sagen, hallo ich bin Layla Deboire?

Wieder öffnete sich die Türe. Eine schlanke, leicht kaffeebraune Schönheit im beigen, schicken Hosenanzug schob einen vollen Kofferkuli vor sich her. Sehnsüchtig blickte er sie an, ebenso eine dunkelblonde, sehr hübsche Frau in seinem Alter, mit Pferdeschwanz, sowie eine zierliche Brünette mit kurzen Haaren, Schmollmund und üppiger Oberweite. Es kamen zwei Damen, mit vollen Kofferwagen, eine rothaarige, kräftig gebaute nicht besonders gut Aussehende, daneben eine hübsche schwarzhaarige große, schlanke. Die beiden unterhielten sich auf französisch. Hoffnungsvoll hielt Jörg sein Schild hoch, als die Blicke der schwarzhaarigen über die wartenden Personen schweiften. Aber die beiden gingen auf einen anderen Herrn zu.

Doch dahinter kam sie – besser gesagt konnte er zuerst nicht viel erkennen, denn der Wagen welchen sie vor sich herschob war total vollgebaut mit Koffern und Taschen, es waren nur ein schwarzer, Haarschopf aus großen Locken, die Stirn und Augen mit einer riesigen Brille zu sehen. Die Rechnung für Übergepäck war sicher nicht klein, dachte Jörg als erstes. Sie stoppte den Wagen und sah sich um. Dabei passierte es. Der Gepäckberg kam ins Rutschen und ein Großteil fiel rumpelnd auf den Boden. Er legte sein Blatt neben der Wand ab und ging zu ihr hin.

„Pardon Madame, ich helfe ihnen“ sagte er auf Französisch. Sie sah ihn wortlos an, stemmte die Hände in die Hüften und schaute zu, wie er begann das Gebirge wiederaufzubauen. Die Leute gingen um sie herum und grinsten.

Plötzlich begann die Frau laut auf bayrisch zu schimpfen: „Da seid ihr ja, ihr elenden Nichtsnutze. Nicht einmal dann könnt ihr pünktlich sein, wenn ich vom Urlaub zurückkomme. Ausländer helfen mir, weil ihr zwei Trottel euren Arsch nicht bewegen könnt. Schaut jaaa, dass ihr jetzt in die Gänge kommt und mein Gepäck nach draußen bringt.“ Jörg blickte erstaunt hoch. Ein Mann in ihrem Alter und ein jüngerer, vermutlich der Sohn, standen wie Kaninchen vor ihr und erwarteten geduldig das Ende des Donnerwetters.

Das konnte nicht Layla sein. Erschrocken sah er sich um. Niemand fiel ihm auf. Wo war diese Layla? Schnell ging er zurück zu seinem Blatt. Daneben stand die kaffeebraune Schönheit mit ihrem Wagen.
Beim Aufheben sprach die Frau ihn schüchtern an. „Pardon, ich suche einen Herrn von dieser Firma“.

Erstaunt sah er sie an: „Sind sie Layla Deboire?“

„Oui - Bringen sie mich zu Herrn Müller?“

Jörg grinste erleichtert und schüttelte den Kopf. „Nein“

Erschrocken blickte sie ihn an.

„Ich bin Jörg Müller. Herzlich willkommen in München.“ lachte er und streckte ihr die Hand entgegen.

Ihr Gesichtsausdruck wechselte. Sie riss die Augen weit auf und sah ihn an wie ein Gespenst. Erst nach ein paar Sekunden schüttelte sie ihm die Hand.

„Entschuldigen sie meine Überraschung, aber man hat mir gesagt, sie sind eine alte Mann mit großen dicken Bauch und Glatze“.

Er lachte noch lauter. „Und mir hat man gesagt sie sind ………“ dabei deutete er mit dem Daumen hinter sich und verdrehte die Augen in die Richtung, wo immer noch das männliche Duo mit Schimpftiraden überhäuft wurde. Layla lachte nun ebenfalls.

„Monique?“ fragte sie vorsichtig.

„Monique“, nickte er, holte sein Telefon heraus und wählte deren Nummer. Als sie sich meldete, sagte er, dass am Flughafen keine Madame Deboire angekommen wäre, obwohl das Flugzeug schon fast von der Arrival Tafel verschwunden sei, fragte besorgt ob man die Dame vielleicht nicht einreisen lassen würde. Layla grinste ihn an. Sekunden später meldete sich ihr Smartphone.

„Es ist niemand da mich abzuholen. Ich warte seit über zehn Minuten aber hier ist kein alter Mann mit Glatze und großem Bauch zu sehen……… ich stehe an der Ecke eines kleinen Restaurants“.

Gleich darauf hatte Jörg Monique wieder in der Leitung. „Wo bist du? …………….. Siehst du ein kleines Restaurant…... Dort steht an einer Ecke eine Frau. Das ist Layla“. „Moment „sagte er, wartete ein paar Sekunden und sagte dann zu Layla: „Pardon sind sie Mademoiselle Deboire?“
„Oui“ antwortete sie und grinste.

„Also Monique,“ sagte er empört ins Telefon, „wenn das hier eine hässliche alte Frau sein soll, dann musst du mir das nächste Mal die schönen jungen Mädchen in der Firma zeigen“.

Sofort war die Verbindung unterbrochen. Beide lachten, Jörg schob den Kofferwagen zum Auto. Es musste für Unbeteiligte so aussehen als ob er seine Freundin abgeholt hätte. Ein paar Reihen weiter wurden auf dem Parkplatz gerade die Gepäckstücke der „Pseudo Layla“ verladen. Das ging nicht ohne Geschrei ab. Jörg lachte und atmete erleichtert auf, bevor er ins Auto stieg.

„Können sie mich zuerst zu meiner Wohnung bringen?“ fragte Layla auf deutsch.

Ach herrje, die Wohnung. Sie fuhren auf der Autobahn in die Stadt. Verstohlen betrachtete er seine Beifahrerin. Schlanke, fast zierliche Figur, hübsches Gesicht, kleines Stupsnäschen, die schwarzen, langen und glatten Haare hatte sie zusammengebunden. Dazu kleine Brüste und vielleicht ein bisschen zu breit geratene Hüften. Sie war gut einen Kopf kleiner als er, schätzungsweise etwas jünger, trug flache Schuhe und zumindest einen ihrer Vorfahren vermutete er aus den französischen Kolonien, wobei die Gesichtszüge eher europäisch waren und nicht darauf schließen ließen, ob in Afrika oder der Karibik ihre Wurzeln lagen.

An einer belebten Hauptstraße mit alten, großen Wohnblöcken, bog Jörg in einen Hof ab. Über eine ausgetretene, knarzende Holztreppe stiegen sie in den zweiten Stock. Die möblierte Wohnung roch muffig und hatte vermutlich seit -zig Jahren weder neue Möbel noch Fußböden gesehen. Tanja und er hatten sie „liebevoll“ ausgesucht, weil es wenig Bewerber dafür gab. Der Weg zur Firma bestand aus Fußmarsch, Busfahrt, U-Bahn und wieder Fußmarsch, insgesamt war sie morgens und abends jeweils eine Stunde unterwegs.

Layla stand da wie ein kleines Mädchen und sah melancholisch aus dem Fenster. Sie tat ihm entsetzlich leid.

„Das ist die Wohnung für die Dame die Monique avisiert hat. Es gibt aber noch eine andere, in der momentan keine Möbel stehen, außer der Küche. Ich zeige sie dir gerne“.

Sie nickte traurig. Es ging auf der Autobahn zurück, außerhalb der Stadt fuhr er ab, in ein Gebiet mit einzelnen Häusern. Jörg nannte Layla Straßennamen und Hausnummer, sie suchte eifrig, bis er das Auto in einer breiten Garageneinfahrt abstellte. ihr Gesichtsausdruck entspannte sich als sie auf das Haus zu gingen. Er sperrte auf und deutete die Treppe hoch. Die obere Wohnungstüre war offen. Die hellen, freundlichen Räume waren frisch gestrichen und mit neuen Böden ausgestattet.

„Kann ich diese Wohnung haben?“ fragte sie und strahlte als er nickte.

„Aber was kostet die Miete? Die Wohnung ist sehr groß und ich verdiene nicht so viel“.
„Das kann ich noch nicht sagen, aber ich denke, dass sie nicht teurer ist als die in der Stadt. Wir müssen nur ganz schnell nach Möbeln schauen, oder du übernachtest ein paar Tage in einem Hotel.“

„Notfalls schlafe ich auf dem Boden. Eine Decke werden wir schon irgendwo kaufen können“.
Sie luden das Gepäck aus und trugen es hoch.

„Wer wohnt im Parterre?“ fragte Layla.

„Da lebt der Besitzer, der ist momentan nicht zuhause und kommt abends meist spät heim. Du wirst ihn morgen früh sehen“.

Nun ging es in die Firma. Beim Betreten des Büros sahen beide in Tanjas fassungsloses Gesicht.

„Das ist Layla“, grinste Jörg. „Ich habe sie auf dem Flugplatz gleich umgetauscht“.

Layla ging auf Tanja zu und gab ihr die Hand.

„Ich habe genauso geschaut. Mir hat Monique gesagt, dass Jörg ist eine dicke alte Mann ohne Haare auf die Kopf.“

Beide lachten und er hatte den Eindruck, dass sie sich auf Anhieb verstanden. Beim Anblick des neu eingerichteten Büros, verzog sie das Gesicht und sah Tanja an.

„Darf ich bei ihnen sitzen? Ich möchte gerne die deutsche Sprache besser lernen und verstehen. Aber nur wenn sie wollen. Sie brauchen keine Angst zu haben. Ich bin kein Spion der Geschäftsleitung der alles nach Frankreich berichtet was er hier sieht. Ich möchte die einfachen Arbeiten sehen und helfen“.

Tanja stimmte sofort zu. Dann sah sie Jörg entsetzt an. „Die Wohnung?“ fragte sie leise.

„Ich habe eine andere Lösung gefunden“, beruhigte der sie. Sie kauften in einem Mitnahmemöbelhaus ein Bett mit Zubehör, Schrank, Kommode und einen Stuhl. Jörg fuhr mit einem Lieferwagen des Möbelhauses zu der neuen Wohnung, Layla zog sich um, packte mit an und trug auch schwerere Teile ins Haus. Geschickt half sie beim Aufbau mit und er riskierte, in geeigneter Position, öfters mal einen Blick in ihren Ausschnitt wo ein hellblauer BH züchtig die kleinen Halbkugeln verdeckte. Nach knapp drei Stunden war alles fertig.

„Ist der Hausbesitzer schon da?“ fragte sie besorgt.

Er ging nach unten und läutete an der unbeschrifteten Haustürglocke. Es erfolgte keine Reaktion. Die Wohnung blieb dunkel.

Jörg spürte, dass sie Angst hatte und konnte es verstehen. Die erste Nacht in einem fremden Land, einem fremden Haus alleine mit einem unbekannten Mann, er versuchte sie zu beruhigen.

„Der Hausbesitzer ist ein sehr netter Mensch. Du brauchst dich nicht zu fürchten. Außerdem kannst du deine Wohnung von innen absperren“.

„Wo wohnst du?“

„Nicht weit weg von dir. Morgen früh um sieben komme ich vorbei und bringe das Frühstück mit.“

Für den Notfall gab er ihr seine Telefonnummer und verabschiedete sich. An der nächsten Kreuzung wendete er, fuhr zurück, stellte das Auto in die Garage und schlich in seine Wohnung.
Morgens setzte er Kaffee auf und verlies leise das Haus um frische Semmeln und Croissants zu holen. Kaffeeduft drang ihm bei seiner Rückkehr entgegen. Er klingelte bei Layla. Sie öffnete die Türe. Wow, was für ein Anblick dachte er. Sie hatte die langen Haare offen und trug einen weiten bunten Hausanzug.

„Guten Morgen, kommst du herunter, der Vermieter lädt zum Frühstück ein“.

„Oh, ich brauche aber noch ein paar Minuten. Ich muss mich noch richtig anziehen“, sagte sie erschrocken.

„Du kannst ruhig so zum Frühstücken kommen. Du siehst doch toll aus“.

„Nein, nicht für einen fremden Mann“.

Aha, Jörg war also kein fremder Mann mehr. Die Eier waren gerade fertig als Layla hereinkam. Sie trug eine schwarze Hose, dazu eine graue Bluse. Schüchtern sah sie sich um, beim Anblick des gedeckten Tisches. Drei Gedecke standen auf dem Tisch.

„Wo ist dieser Mann?“ fragte sie leise und ängstlich.

„Er ist sehr vorsichtig und hat Angst vor schönen Frauen.“.

Im Wohnzimmer saß ein großer Plüschbär, der mit Trachtenhut, weiß-blau karierten Hemd und einer Lederhose bekleidet war. Jörg holte ihn.

„Darf ich vorstellen. Das ist Sepp. Er passt auf das Haus auf, wenn der Besitzer nicht da ist“.

Laylas angespannter Gesichtsausdruck wich einem befreiten Lachen.

„Du bist ein Schuft“.

Dann gab sie Sepp die Hand. „Freut mich sie kennenzulernen Herr Sepp.“

„Die Freude ist ganz meinerseits. Endlich ist mal eine schöne junge Frau im Haus“ sagte Sepp. Jörg setzte ihn an den Tisch.

„Das war nicht schön von dir. Ich habe heute Nacht vor Angst fast gar nicht geschlafen.“

„Ich war doch die ganze Zeit in deiner Nähe. Und Sepp auch“.

Sie gab ihm erleichtert einen flüchtigen Kuss auf die Wange.

„Dann nehme ich Sepp mit zu mir, dass er besser auf mich aufpassen kann.“

„Das kostet aber ein bisschen mehr als das“, sagte er und deutete auf seine Wange.

Dieter und Tanja hatten bereits ihren Schreibtisch umgestellt und Layla fragte sofort was sie tun könne. Tanja meinte verlegen, ob sie die Bestellungen für das Werk fertigmachen würde, sie tue sich schwer mit den französischen Begriffen. Layla hatte innerhalb kürzester Zeit alles erledigt und begann mit der Ablage. Jörg merkte schnell, dass sich die beiden Frauen sehr gut verstanden. Es tat der Arbeit keinen Abbruch, dass sie sich unterhielten und gegenseitig Französisch und deutsch voneinander lernten. Tanja fragte Layla, wo sie denn nun wohnen würde. Diese erzählte ihr von ihrer Angst und von Sepp.

Er hatte inzwischen ihre Personalunterlagen aus Frankreich bekommen. Sie war zwei Jahre jünger als Jörg, in einem unaussprechlichen Ort geboren und hatte einen mittleren Bildungsabschluss. Zwei Zertifikate für Deutschkurse lagen bei. Ausgebildet worden war sie im Werk, wo sie auch seither arbeitete. Allerdings erschrak er wegen des vorgegebenen Gehalts. Es war mehr als mickrig und ermöglichte ihr nicht, davon in München zu leben. Tanja verdiente mehr als das Doppelte. Am Mittag zogen sie los um die restlichen Möbel zu kaufen.
Mehrmals fragte sie nach der Miete, doch er wich immer aus, denn ihr Gehalt hätte gerade ausgereicht um die Miete für die alte, heruntergekommene Stadtwohnung zu bezahlen.

Nach ein paar Tagen ging Jörg wieder tageweise in den Außendienst, wobei Layla mitkam.
Als sie eines nachmittags zurückkehrten war Tanja in heller Aufregung. Franz sollte am nächsten Tag den großen 30 to. Bagger in die Nähe von Stuttgart zum Kunden eines Händlers bringen, der ihn ausprobieren wollte, war beim Verladen umgeknickt und mit einem dick geschwollenen Knöchel zum Arzt gebracht worden. Deshalb verlud Jörg das zweimeterneunundneunzig breite Unikum. Abfahrtsbereit stand der Truck abends im Hof und er bat Tanja, Layla am Morgen abzuholen, da er bereits gegen halb fünf losfahren wollte.

„Darf ich mitkommen?“ fragte Layla vorsichtig.

„Gerne, aber wir müssen um viertel nach vier von zuhause losfahren und außerdem ist es auf der Baustelle schmutzig“.

„Das ist kein Problem für mich“.

Als sie an diesem Abend zusammen ins Haus gingen, fragte Layla nach Sepp.

„Frag ihn doch ob er mit dir gehen will“, grinste Jörg.

Sie setzte ein mitleidiges Gesicht auf und fragte Sepp ob er bei ihr schlafen wolle.

„Aber nur wenn du Jörg einen ganz großen Kuss auf den Mund gibst“, sagte Sepp.

Layla spitzte die Lippen und kam langsam näher. Sie berührte ihn vorsichtig, es erinnerte an seine ersten Küsse als Teenager. Er hatte Sepp im Arm und konnte sie deshalb nicht umarmen. Doch plötzlich löste sie sich von ihm, nahm den Bären, wünschte eine gute Nacht und ging schnell nach oben.

Da er nicht so oft mit dem LKW fuhr und schon gar nicht mit Überbreite musste er sich anfangs voll konzentrieren. Als sie auf der Autobahn in die LKW-Kolonne eingereiht und der Tempomat und automatische Abstandswarner aktiviert waren, konnte er etwas entspannen. Layla beobachtete intensiv und stellte interessiert Fragen über den LKW und dessen Bedienung. Jörg lernte ihr die deutschen Begriffe.

„Warum ist die deutsche Sprache so schwer?“ seufzte sie später.

„Was soll denn daran so schwer sein? Du musst ja nicht gleich die verschiedenen Dialekte lernen“.

„Warum wird in Deutschland zwischen Frau und Kind unterschieden und dann auch noch zum Teil anders als in Frankreich?“

„Wieso?“

„Warum ist der Reifen ein Mann, die Felge eine Frau, wie in Frankreich, aber das ganze Rad ein Kind“?

„Ganz einfach. Der Reifen ist groß und rund wie der Mann, die Felge hat eine Vertiefung wie eine Frau und wenn die beiden zusammenkommen entsteht das Rad“.

Sie sah ihn verschämt grinsend von der Seite an.

„Und warum sind der Bagger und der Radlader ein Mann und die Walze eine Frau. In Frankreich ist die Walze ein Mann – le Rouleau“?

„Es gibt in Deutschland viele Frauen die wie eine Walze aussehen und deshalb wird es vermutlich so bezeichnet“.

„Sehe ich auch aus wie eine Walze“?

„Nein du siehst aus wie ein Reh“.

„Was ist das?“

„Ein sehr schönes Tier.“

„Gibt es auch einen Mann vom Reh?“

„Ja, der heißt dann Hirsch“

„Dann bist du ein Hirsch“.

Jörg musste lachen. Das hatte er nun davon.

„Sag mal warum hast du eigentlich deutsch gelernt. Das ist doch sehr selten für ein französisches Mädchen?“

Sie begann ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Ihre Mutter stammte aus Somalia und der Vater war Entwicklungshelfer aus Frankreich. Als er zurückging wollte er sie mitnehmen, aber die Mutter mochte nicht und blieb dort. Erst als eine Not das Land heimsuchte und sie beide schon fast verhungert waren kam ihr Papa plötzlich und holte beide nach Frankreich. Er arbeitete in der Firma von Nicolas und Jean im Lager. Sie bekam noch zwei Geschwister als sie bereits siebzehn Jahre alt war und ihre Mama mochte sie plötzlich nicht mehr. Sie begleitete ihren Papa auf einer Reise nach München und dort waren die Leute so freundlich zu ihr, dass sie unbedingt diese Sprache lernen wollte.

Dann lernte sie in der Firma Bürowesen und belegte Deutschkurse. Dies wollte sie in der Firma nutzen, aber Monique hatte sie auflaufen lassen und gemobbt. Man teilte ihr Österreich zu, wo sie einen Vertreter hatten, der kaum Umsatz machte, neben ihren Produkten andere verkaufte und die Firma betrog. Ein Händler hatte bei ihr angefragt und danach mitgeteilt, der Vertreter habe ihnen ein billigeres Produkt angeboten. Das hatte sie der Geschäftsleitung mitgeteilt und war daraufhin fast entlassen worden, denn der Vertreter hatte mit Unterstützung von Monique die Geschichte so gedreht, dass Layla alles falsch verstanden habe und nicht fähig sei Deutsch zu verstehen.

Sie wurde in das Auslieferungslager zu Jaques versetzt, um die schriftlichen Arbeiten zu machen, mit dem sie sich zwar gut verstand, aber sie war dort die einzige Frau und bekam auch nicht mehr Lohn als zuvor. Zudem wurde sie von ihrer Mutter aus der Wohnung geworfen, weil diese zu klein war, lebte in einem kleinen Zimmer, das Geld reichte kaum, ihr Papa, der ebenfalls bei Jaques arbeitete, half manchmal bei einigen Anschaffungen. Lediglich Nicolas hatte sie noch unterstützt und die Chance gegeben nach Deutschland zu gehen. Man hatte ihr allerdings gesagt, dass sie dort verkaufen müsse, um Geld zu verdienen. Das gab ihm Gelegenheit das niedrige Gehalt anzusprechen.

„Das ist bei allen Verkaufsbearbeitern so niedrig. Die bekommen dazu noch Provision und je besser das Land verkauft umso mehr verdienen sie. Nur ich weiß nicht wie ich hier verkaufen soll, wenn ich die Sprache fast noch nicht kann und die Gebiete schon aufgeteilt sind“. Der letzte Satz klang verzweifelt.

Jörg fiel die Kinnlade herunter. Monique bekam Provision für die verkauften Maschinen? Deshalb wollte sie Layla nicht hochkommen lassen. Kurz überschlug er was Madame verdiente, erfuhr den Provisionssatz und schnappte nach Luft, fragte Layla nach den österreichischen Kontakten und erinnerte sich an die Namen. Sie waren bei der Eröffnung, doch er hatte sie höflich abgekanzelt, um nicht die Arbeit für den Kollegen zu machen. In ihm arbeitete es. Ein kurzer Stopp zum Frühstücken und dann erreichten sie eine halbe Stunde früher als vereinbart die Baustelle. Die Baugrube war abgesteckt.

Jörg klappte die Auffahrrampen herunter und Layla versuchte vergeblich die schweren Zurrkettenschlösser zu lösen.

„Du hast zu wenig gefrühstückt“, grinste er. Sie holte den Schlüssel des Baggers aus der LKW-Kabine.

„Darf ich runterfahren?“ bettelte sie.
„Kannst du das denn?“

„Mein Papa und Jaques haben es mir gelernt. Ich habe schon größere Fahrzeuge gefahren“.
„Na von mir aus gerne“. Allerdings war ihm nicht ganz wohl bei dem Gedanken, denn die Maschine war breiter als das Transportfahrzeug und er musste selber langsam und genau fahren um die Spur zu halten. Als Layla in den Bagger kletterte, fiel ihm auf, dass sie bei großen Schritten vom Boden auf die Raupenkette und von dort auf die Leiter zum Führerhaus das Gesicht verzerrte. Umsichtig steuerte sie herab und fuhr dann auf den Bauplatz.

„Sie haben uns ja gleich einen Baggerfahrer mitgebracht“, sagte jemand hinter Jörg.

Erschrocken drehte er sich um und sah zwei Männer stehen. Es waren der Chef der Baufirma und ein Mitarbeiter. Layla hatte inzwischen begonnen an einer Ecke der markierten Fläche, den Oberboden abzutragen. Als sie eine Schaufel voll zur Seite warf und dabei schwenkte sahen die beiden erst was in der Kabine saß.

„Ha - das ist ja eine Frau“, entfuhr es dem Chef überrascht.

Jörg grinste. „Die gehört aber nicht zur Ausrüstung dazu“.

„Sonst hätte ich die Maschine sofort gekauft“.

Der erste LKW fuhr rückwärts neben den Bagger. Erstaunt sahen alle drei zu, wie schnell er beladen wurde.

„Siehst du Schorsch wie das geht“, sagte der Chef begeistert zu seinem Mitarbeiter. Der nickte nur. Layla hupte und bedeutete dem Fahrer, dass er voll war. Dann öffnete sie die Kabinentüre und winkte die drei heran. Schorsch setzte sich auf den Fahrersitz. Layla erklärte ihm die Bedienung. Gelegentlich musste Jörg übersetzen.

Während Schorsch weitere Fahrzeuge belud, unterhielten die beiden sich mit dem Chef. Er gab zu, dringend einen Bagger für Aushub mit 5 Meter Tiefe gebraucht zu haben und der Händler versprach ihm ein Vorführgerät das er nicht kaufen müsse, denn sein Stammlieferant könne in acht Wochen liefern. Er hatte ihm für unsere Maschine gar kein Angebot unterbreitet.
Jörg war wütend, hatte aber die Rechnung ohne Schorsch gemacht. Denn der sprang aus der Maschine als gerade kein Kipper zum beladen da war und sagte zu seinem Chef, dass er diesen Bagger behalten wolle. Er war bereits begeistert und bearbeitete seinen Chef.

Jörg fragte, ob es noch einen anderen Baumaschinenhändler in der Nähe gebe, mit dem er Geschäfte mache und als er bejahte, machte er ihm ein Angebot für den Bagger mit Rabatt als Vorführmaschine.

„Sofort kaufen“ rief Schorsch, „der hat noch keine zehn Betriebsstunden“. Nach kurzem Zögern willigte er ein. Sie besiegelten das Geschäft per Handschlag, Layla holte einen Lieferscheinblock auf dem das Ganze fixiert und „Kaufvertrag“ darübergeschrieben wurde. Sie war total überrascht als Jörg sie bat zu unterschreiben.

Als die beiden losfuhren hatte Layla immer noch den Lieferscheinblock in den Händen und starrte wortlos darauf.

„Warum hast du mich unterschreiben lassen?“ fragte sie leise.

„Weil du die Maschine so gut gefahren hast, dass der Kunde sie gekauft hat. Alleine hätte ich das nicht fertiggebracht.“

Sie fuhren zu dem Baumaschinenhändler den der Unternehmer genannt hatte. Herr Koch hatte bereits Kontakt mit dem alten Gebietsvertreter aufgenommen, dieser zeigte jedoch kein Interesse ihn zu unterstützen. Jörg erzählte vom Verkauf des Baggers und bot an, die verkaufte Maschine über ihn abzurechnen, unter Berücksichtigung einer großzügigen Serviceprovision, wenn er sich bereit erklärte das Gerät zu warten. Sofort stimmte er zu und verlangte Angebote über verschiedene Maschinen für seinen Mietpark.

Fortsetzung folgt
  • Geschrieben von RudiRabe
  • Veröffentlicht am 21.01.2020
  • Gelesen: 8215 mal

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

0.341