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LL11: Maskenball der Versuchung

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Maskenball der Versuchung

Noch einmal schaute Jan unschlüssig auf die beiden Eintrittskarten, welche er und seine Frau sich wie üblich zum alljährlichen Maskenball im Dorfgemeinschaftshaus von Liebesleben gekauft hatten. Sie verfallen zu lassen, wäre zwar ein bisschen ärgerlich, aber aufgrund des durchaus erschwinglichen Preises nicht gerade eine Katastrophe gewesen. Sie noch auf die Schnelle zu verschenken, schien aussichtslos. Denn wer von ihren Freunden und Nachbarn Interesse daran hatte, besaß längst eine eigene Eintrittskarte. Diejenigen, welche keine hatten, gingen schon aus Prinzip nicht zu solchen Veranstaltungen.
Immer noch unentschlossen, was er tun sollte, sah Jan mit einem Ausdruck des Bedauerns zu seiner Frau, die mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Couch saß und sich die Schläfen massierte. Ausgerechnet jetzt litt Ina nach längerer Zeit wieder einmal unter unerträglich starken Kopfschmerzen. Nur ungern wollte Jan sie so alleine zu Hause lassen. Aber letztlich gelang es Ina, ihren Mann zu überreden, diesmal ohne sie zum Maskenball zu gehen. Also schnappte sich Jan sein Kostüm sowie eine der zwei Eintrittskarten und machte sich noch beizeiten auf den Weg. Zuvor jedoch verabschiedete er sich liebevoll und mitfühlend von Ina. Behutsam streichelte Jan ihr über die Oberarme und deutete einen Abschiedskuss an. Dabei vermied er es aber, sie zu berühren, denn wäre ihr das im Augenblick nur unangenehm gewesen.
Während Jan ohne seine Frau doch leicht lustlos unterwegs war, nahm Ina eine Schmerztablette ein und legte sich ins Bett. Es dauerte auch gar nicht lange, dann schlief sie tief und fest ein. Als Ina später aufwachte und auf die Uhr schaute, stellte sie verwundert fest, dass kaum eine Stunde vergangen war. Ein wenig benommen richtete sie sich auf. Vorsichtig tastete sie mit den Fingerspitzen über Stirn und Schläfen, doch die Kopfschmerzen waren zu ihrer Freude spurlos verschwunden.
Mit der neu gewonnenen Lebensfreude kam Ina nun ganz plötzlich ein verwegener Gedanke in den Sinn. Aufgrund ihrer Unpässlichkeit am frühen Abend hatte sie es ganz versäumt, sich Jan in ihrem neuen Kostüm zu präsentieren. Weil er es folglich noch gar nicht kannte, stellte sie sich vor, wie amüsant es wohl sein müsste, ihren Mann erst ohne dessen Wissen auf dem Maskenball zu beobachten und ihm anschließend als schöne Unbekannte ein wenig einzuheizen.
Begeistert von ihrer Idee sprang Ina mit einem verschmitzten Lächeln aus dem Bett, machte sich zurecht, schmiss sich in ihr Kostüm und entschwand unbemerkt in Richtung Dorfgemeinschaftshaus, um ihren Plan in die Tat umzusetzen. Dort angekommen, entdeckte sie Jan bereits nach kurzer Suche mitten auf der Tanzfläche. Sichtlich irritiert beobachtete Ina, wie ihr Mann keinen Tanz ausließ und dabei mal mit der einen, mal mit der anderen Frau schäkerte und hier und da auch schmuste.
Als es dann auch zu eindeutigen Berührungen und Küssen kam, war höchste Eile geboten. Langsam schlich sich Ina immer näher und näher an ihren Mann heran. Kaum hatte sie ihn erreicht, machte sie ihn sogleich unmissverständlich an. Er war sichtlich überrascht, erlag jedoch sofort Inas Reizen und ging ohne Zögern auf ihre Avancen ein. Verführerisch tanzte sie vor ihm auf und ab. Dabei drehte Ina sich, um sich von allen Seiten betrachten zu lassen. Immer wieder trafen sich ihre maskierten Blicke und versprühten das Feuer der Lüsternheit.
Nachdem Jan Ina eine Weile zugeschaut hatte, trat er energischen Schrittes auf sie zu, ergriff ihre rechte Hand und umfasste ihre linke Schulter. Mit sicherem Griff drückte er Ina fest an sich und tanzte mit ihr in recht fordernder Weise. Dicht an dicht rieben sich ihre Körper synchron im Rhythmus der Musik aneinander, wodurch die gegenseitige Lust auf den jeweils anderen nur noch umso mehr stieg. Immer fester und begieriger umschlangen seine kräftigen Arme ihren Körper. Bei sanfter Musik streichelten seine Hände erst nur über ihren Rücken, dann aber auch wie selbstverständlich über ihren Po. Ina war das alles andere als unangenehm.
Im Gegenzug wurde nun auch sie forscher. Weil die Leute um sie herum natürlich amüsiert und neugierig schauten, war es anfänglich nur ein verlegenes Nesteln. Doch schon bald war ihr das egal. Selbstbewusst streichelte sie über seine Brust, seinen Rücken und fasste ihm letztlich sogar lüstern ans Gesäß.
Nach mehreren Tänzen am Stück waren beide einigermaßen aus der Puste und brauchten einmal eine kleine Pause. Ganz der Kavalier lud Jan Ina zu einem Getränk an die Bar ein. Liebevoll nahm er ihre Hand und geleitete sie über die Tanzfläche zum Tresen. Dort mussten sie einen Augenblick warten, bis sie an der Reihe waren. Währenddessen stellte Jan sich hinter Ina, umfasste bestimmt aber zärtlich ihre Hüften und legte seinen Kopf an ihre Schulter. Mit gedämpfter Stimme fragte er sie direkt in ihr linkes Ohr, was sie denn gern trinken möchte. Kaum hatte Ina ihren Wunsch geäußert, strich Jan ihr mit einer Hand die Haare aus dem Nacken und küsste sie dort sehr zärtlich.
Als sie schließlich an der Reihe waren, gab Jan die Bestellung auf. Kurz darauf bekam er auch schon die gewünschten Getränke. Er zahlte und ging mit den Gläsern zu einem freien Bistrotisch. Ina folgte ihm. Nachdem beide angestoßen und einen ordentlichen Schluck getrunken hatten, trat Jan dicht an Ina heran. Während er einen Arm um ihre Taille legte, sah Jan wollüstig in Inas forschende Augen. Mit verführerisch sonorer Stimme sprach er: „Ich habe da so eine Idee. Dafür müsste ich dich allerdings einen Augenblick allein lassen. Du läufst mir aber bitte nicht weg. Ich komme wieder – ganz bestimmt.“
Mit einem überraschten Lächeln sah Ina Jan verwegen an und meinte: „Na, da bin ich aber mal gespannt, was kommt. Lass mich nur nicht allzu lang warten. Und vor allem – komm auf jeden Fall wieder.“
So verweilte Ina am Bistrotisch und trank langsam ihr Getränk aus. Nach einiger Zeit befürchtete sie dann doch, versetzt zu werden. Aber ihre Geduld und Zuversicht sollte sich bezahlt machen, denn kam Jan nach einer kleinen Ewigkeit mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück. Entschuldigend sagte er: „Tut mir leid, dass es doch ein bisschen länger gedauert hat. Aber ich habe da etwas für uns zwei Hübschen organisiert. Natürlich nur, wenn du magst.“
Dabei drehte er unentwegt etwas in seinen Händen. Neugierig schaute Ina darauf. Als Jan es dann vor ihr auf den Tisch legte, erkannte Ina sofort, um was es sich handelte. Sie blickte zu Jan auf und meinte mit einem Ausdruck der Überraschung und einem leicht vorwurfsvollen Unterton nur kurz: „Aha!“
Beschwichtigend antwortete Jan: „Wie gesagt! Nur wenn du magst.“
Im selben Augenblick nahm er das Briefchen mit dem Kondom wieder vom Tisch und ließ es flugs in seiner Hosentasche verschwinden. Achselzuckend fügte er an: „Wir können natürlich auch gern wieder auf die Tanzfläche gehen, wenn dir das lieber ist.“
Diesmal war es Ina, die dicht an Jan herantrat und sich gleich einer gelenkigen Katze an ihn schmiegte. Mit leicht nach oben gerichtetem Blick sagte sie: „Oh! Hat da etwa jemand mein Erstaunen als Ablehnung gewertet?“
Dabei fuhr ihre Hand gewandt in Jans Nacken und zog seinen Kopf zu ihr herab. Jan reagierte sofort und ließ es zu, sodass sich ihre Lippen trafen und miteinander in einem leidenschaftlichen Kuss verschmolzen. Beide genossen das sinnlich erregende Gefühl dieser zärtlichen und stimulierenden Liebkosung. Jan nahm Ina indessen fest in seine Arme und drückte sie leidenschaftlich an sich.
Als beide dann nach einer Weile endlich wieder voneinander abließen und nach Luft rangen, fragte Jan: „Also keine Lust mehr, zu tanzen?“
Ina schüttelte bloß den Kopf und erwiderte: „Komm, lass uns ein verschwiegenes Plätzchen suchen.“
Lächelnd meinte Jan daraufhin: „Was glaubst du wohl, warum du ein bisschen warten musstest. Ich habe da schon längst das Passende organisiert.“
„Worauf warten wir dann noch?“, heischte Ina ihn spielerisch an.
Kurz entschlossen nahm Jan sie bei der Hand und ging mit Ina zu der Tür, durch die er auch vorhin bereits einmal entschwunden war. Während Jan Ina durch die halb offene Tür durschlüpfen ließ, schaute er sich noch einmal verschwörerisch in der Runde um. Dann folgte er Ina und führte sie zielsicher durch den Gang in einen spärlich möblierten Nebenraum.
Ina musterte mit einigen Blicken die übersichtliche Einrichtung. Zwar fehlte dem Raum jegliches Ambiente, doch war er sauber. Also setzte sie sich auf das schon etwas betagte, aber immer noch gemütliche Sofa, das dort gleich rechts von ihr an der Wand stand. Jan zögerte keinen Moment. Er setzte sich dicht neben Ina und nahm sie begierig in seine Arme. Zärtlich küsste er sie und begann plötzlich in leicht amerikanischem Akzent zu fragen: „Oh my sweet darling, wenn ick dick jetzt ganz doll küsse, bin ick dann ein Küsserer?“
Lächelnd antwortete sie: „Nein, dann bist du ein Küsser.“
„Okay, und wenn ick dick ganz doll lieb habe, bin ick dann ein Liebhaberer?“
Leicht lachend sagte sie daraufhin: „Nein, dann bist du ein Liebhaber.“
„Okay, und wenn ick dir jetzt deine Unschuld raube, bin ick dann ein Rauberer?“
Verzückt auflachend entgegnete sie ihm: „Nein, dann bist du ein Zauberer!“
Lachend lagen sie sich in den Armen und begannen nur Augenblicke später, sich stürmisch zu küssen. Alle Hemmungen waren mit einem Mal dahin. Ina wollte Jan nur noch spüren: seine Küsse auf ihrer Haut, seine zärtlichen, streichelnden Hände auf ihrem Körper und die innigen Zungenküsse.
Während sich beide ganz allmählich gegenseitig die Kostüme öffneten, wanderten Jans zarte Küsse langsam über Inas Hals hinab zu ihren Brüsten, deren empfindsame Knospen augenblicklich auf die stimulierenden Liebkosungen reagierten. Sie wurden steif und die Warzenhöfe angenehm hart. Ina genoss diese erregenden Zärtlichkeiten. Es fühlte sich einfach nur gut an.
Genießerisch gab sich Ina den Verführungskünsten Jans hin. Dabei streichelte sie ihm ohne Unterlass über Kopf und Rücken. Sein gekonntes Finger- und Zungenspiel ließ sie immer wieder aufstöhnen. Als Ina nach einer Weile der Stimulation nach mehr verlangte, fasste sie Jan bei den Schultern und drückte ihn behutsam so lange immer weiter hinunter, bis er zwischen ihren Schenkeln kniete. Jan verstand sofort. Bedächtig schob er ihr Kostüm gerade so weit hoch, dass er sie dort liebkosen konnte, wo sie für sein erregendes Liebesspiel in ganz besonderer Weise empfänglich war. Sie schloss unterdessen die Augen und genoss sehr entspannt das, was sie Jan bereitwillig gewähren ließ.
Nachdem er Ina mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen auf derart angenehme Weise verwöhnt hatte, glitt Jan langsam über Inas Schoß, Bauch und Brust wieder zu ihr hinauf. Behutsam schmiegte er sich an sie und fragte mit wollüstiger Stimme: „Mmh, meine schöne Unbekannte, darf ich dich jetzt demaskieren und deiner Kleidung berauben?“
Zu seiner Verwunderung sah er jedoch, wie Ina den Vorschlag kopfschüttelnd ablehnte und ihn mit einem auf ihre gespitzten Lippen gelegten Finger anwies, zu schweigen. Jan verstand zwar so recht nicht, was Ina gegen seinen Wunsch einzuwenden hatte, doch ließ er augenblicklich von seinem Vorhaben ab. Gespannt wartete er auf das, was nun von ihr kommen würde.
Lächelnd deutete Ina ihm an, sich über sie zu knien. Erwartungsvoll kam Jan ihrer Anweisung nach. Bereits im selben Moment spürte er, wie Inas Hände souverän und zielsicher in seinen Schritt glitten. Unwillkürlich brachten ihn diese Berührungen zum Aufstöhnen, was Ina sichtlich gefiel. Weil sie jedoch mehr wollte, half sie seinem stattlichen Ausleger mit gekonnten Handgriffen aus der verklemmten Lage, in der sich dieser bereits seit geraumer Zeit befand. Es bescherte ihm ein wahrhaft befreiendes Gefühl. Ihr hingegen gab die Situation, nun mit seinem eindeutigen Verlangen auf Augenhöhe zu sein, die Möglichkeit, sich für die zuvor widerfahrenen Zärtlichkeiten und Liebkosungen mit einer Mundart zu revanchieren, auf die sie sich in ganz besonderem Maße verstand. Dabei ließ sie Jan gar keine andere Wahl, als stillzuhalten und zu genießen.
Während Ina seinem gestandenen Mann gehörig einheizte und diesen schon beinahe in äußerste Erregung versetzte, fingerte sie geschickt das Briefchen aus Jans Hosentasche, öffnete es und streifte den Inhalt dem formvollendeten Werk ihrer Künste gefühlvoll über. Freudig erregt betrachtete sie das agile Ziel ihrer Begierde, wie dieses immer wieder einem Katapult gleich nach oben schnellte. Mit dem leichten Rotton, den es durch seinen Überzug erhalten hatte, erinnerte es sie an das Werben einer Winkerkrabbe, dem sie jetzt nur zu gern Folge leisten wollte.
Kurz entschlossen schubste Ina Jan in die eine Ecke des Sofas, während sie sich in die gegenüberliegende Ecke zurücklehnte und ihr Kostüm raffte. Ein Bein legte sie auf die Sofalehne, das andere stellte sie neben dem Sofa auf den Boden. So gab sie Jan einen einladenden Blick in ihren erblühten Lustgarten, in dessen Zentrum ein Schmetterlingsblütler voll des Nektars war, um einen bunten Falter mit langem Rüssel zu empfangen und auf das Genüsslichste zu erquicken. Dabei war sie mit Blick auf den bereits sehnlichst erwarteten Ankömmling sicher, auch ihrerseits voll und ganz auf ihre Kosten zu kommen.
Tatsächlich wurde keiner von beiden in seiner Erwartung enttäuscht. Die Situation, in der sie sich befanden, war derart außergewöhnlich, dass das Zusammenspiel der Umstände seinen ganz eigenen Reiz hatte. Einerseits verbargen die nicht abgelegten Kostüme und Masken geschickt die Identität des anderen, weshalb sich beide in ihrer Fantasie ziemlich gut vorstellen konnten, dass sich darunter eine völlig andere Person versteckte. Andererseits war da dieses leicht verruchte Spiel an diesem verwegenen Ort, was zusätzlich zu der erotisch erregenden Atmosphäre beitrug.
Folglich ging ihr abdominales Auf- und Niedergleiten mehr und mehr in eine Heftigkeit über, welche letztendlich in einem sehr harmonischen und überaus berauschenden Glücksgefühl punktgenau ihren befriedigenden Ausbruch fand und beiden gleichermaßen berauschende Erlösung schenkte. Entkräftet, aber zufrieden lagen sie sich für eine kleine Ewigkeit in den Armen und genossen die zärtliche Nähe des jeweils anderen.
Nur allmählich und widerwillig fanden die zwei Beglückten aus ihrem lustvoll erlebten Traum in die Wirklichkeit zurück. Ein bisschen beschämt oder vielleicht auch nur verlegen erhoben sie sich vom Sofa, richteten die alles andere als alltägliche Kleidung und entschwanden jeder für sich zur nächsten Örtlichkeit – sie für kleine Mädchen, er für kleine Jungs.
Zurück im Festsaal verriet Jan ein kurzer Blick auf seine Uhr, dass die Zeit unaufhörlich vorangeschritten war und es inzwischen auf Mitternacht zuging. Es dauerte also nur noch wenige Minuten, dann würde mit der Demaskierung der krönende Abschluss des diesjährigen Maskenballs eingeläutet. Forschenden Blickes sah er sich im ganzen Saal um. Doch konnte er Ina nirgendwo finden. Wie schon fast vermutet, war sie gar nicht in den Festsaal zurückgekehrt, sondern auf direktem Wege nach Hause gegangen.
Dort angekommen hatte Ina ihr Kostüm abgelegt und an einem sicheren Ort versteckt. Anschließend war sie ins Bett geschlüpft, wo sie nun gespannt auf die Ankunft ihres Mannes wartete. Es dauerte auch nicht lange, da erschien Jan bettfertig im Schlafzimmer. Erstaunt blieb er in der Tür stehen und meinte: „Oh, du bist noch wach?“
Ina sah ihn liebevoll an, sagte jedoch nichts. So fragte Jan weiter: „Sind die Kopfschmerzen wieder weg?“
Mit einer abwinkenden Geste entgegnete Ina wissbegierig: „Ja, aber das ist doch jetzt nicht wirklich wichtig. Erzähl mir lieber, wie die Party war. Ich bin doch neugierig. Also, was habe ich heute Abend verpasst?“
„Ach“, erwiderte Jan lapidar, „nichts Besonderes. Du weißt ja, wenn du nicht dabei bist, kann ich mich nicht so richtig amüsieren.“
„Komm, sag schon“, forderte Ina ihn neugierig auf, „hast du viel getanzt?“
Kopfschüttelnd antwortete Jan: „Nein, kein einziges Mal. Als ich angekommen bin, habe ich meine beiden Skatbrüder getroffen. Wir haben uns in ein Hinterzimmer verzogen und den ganzen Abend Skat gekloppt. Wir waren dermaßen bei der Sache, dass ich nicht ein einziges Mal das Zimmer verlassen habe.“
Irritiert verfolgte Ina, wie sich Jan zu ihr ins Bett legte. Noch bevor ihr Blick ins Misstrauische übergehen konnte, wurde ihr Gesicht kreidebleich, denn fügte Jan mit einem süffisanten Lächeln noch hinzu: „Ach ja, weil ich mein Kostüm somit gar nicht brauchte, habe ich es Sven geliehen, der sich nach langer Zeit wieder einmal eine Karte gekauft hatte und mein Kostüm viel besser als sein eigenes fand. Du wirst nicht glauben, was ihm passiert ist.“
„Deinem Bruder Sven? Deinem Zwillingsbruder?“, rief Ina und schlug entsetzt die Hände vors Gesicht.
Verblüfft drehte sich Jan zu Ina herum und meinte: „Ja, meinem Bruder Sven! Wieso betonst du so auffällig, dass er mein Zwillingsbruder ist?“
Völlig entgeistert sah Ina Jan an. Dann fasste sie sich ein Herz und begann: „Ich…, ich…, also ich glaube, ich muss dir da wohl was gestehen…“
Neugierig stützte sich Jan auf. Gebannt schaute er Ina an. Ihr Gesicht wurde immer verzweifelter. Er sah, wie ihre Lippen zu beben begannen und sich ihre Augen mit Tränen füllten. Da fasste er sich ein Herz und stupste Ina mit einem Finger auf die Nasenspitze. Verständnisvoll lächelnd meinte er: „Du musst mir gar nichts erzählen. Das hat Sven nämlich schon getan.“
Ungläubig schaute Ina ihn mit großen Augen an. Stotternd fragte sie: „Was…, was…, was hat Sven?“
„Nun“, antwortete Jan mit einem sehr frechen Grinsen im Gesicht, „Sven kam die Begegnung mit der sehr interessanten Frau, die er auf der Party getroffen hatte, von Anfang an suspekt vor. Seinen Verdacht aber fand er erst bestätigt, als er dir beim Warten am Tresen für einen Kuss die Haare aus dem Nacken strich. Dabei fiel ihm dein charakteristisches Muttermal auf, das man immer sieht, wenn du dir die Haare zusammenbindest oder hochsteckst.“
Anstelle von Ina beichtete nun also Jan. Zärtlich strich er ihr durch den Nacken. Ina schaute ihn immer noch mit großen Augen ungläubig an, als Jan fortfuhr: „Nachdem Sven schließlich wusste, mit wem er es zu tun hatte, ließ er dich bei nächstbester Gelegenheit allein, um mir davon zu berichten. Anschließend tauschten wir die Kostüme zurück. Zudem war Sven noch so nett, mir eins seiner Briefchen, die er vorsorglich dabei hatte, zu überlassen.“
Langsam fasste sich Ina wieder. Ganz plötzlich schoss sie wie eine Furie hoch und schrie: „Du Schuft! Du mieser, hinterhältiger Schuft!“
Dabei schlug sie mit aller Kraft ihre geballten Fäuste gegen Jans Brust. Feixend lehnte er sich zurück und ließ sie gewähren. Immerhin hatte er durchaus Verständnis für Inas kleinen Wutanfall, welcher ohnehin so schnell abebbte, wie er über sie gekommen war. Matt und heftig atmend blieb Ina auf Jan liegen. Dann schlang sie ihre Arme um ihn und sagte liebevoll: „Ich liebe dich, du Mistkerl! Ich liebe dich!“

Nun, so etwas ist leicht gesagt. Aber der geneigten Leserschaft, die bis hierhin geduldig die Geschehnisse verfolgt hat, sei versichert, dass der Beweis auf dem Fuße folgte. Die beiden knüpften nahtlos da an, wo sie auf der Party aufgehört hatten. Es wurde für Ina und Jan eine kurze, aber umso intimere Nacht, die weder für sie noch für ihn etwas zu wünschen übrig ließ.
  • Geschrieben von Silberstrahl
  • Veröffentlicht am 01.09.2021
  • Gelesen: 1092 mal

Anmerkungen vom Autor

Aus: Buntes Erotikon – Intimes aus Liebesleben

© 2015 – 2021 SILVER RAY

Kommentare

  • Holger195304.09.2021 00:16

    Profilbild von Holger1953

    Keine Kommentare? Keine Sternchen? Ich habe bereits am Anfang das Lesen aufgegeben. Keine Absätze, die das Lesen erleichtern...

  • Silberstrahl04.09.2021 13:45

    Leider bietet diese Seite keine Möglichkeiten, um den Text zu formatieren. Das ist auf anderen Plattformen eindeutig besser gemacht. Um sich das Lesen hier sowie auch allgemein zu erleichtern, erinnere ich einmal an die Zoomfunktion.
    An PC und Laptop geht das ganz leicht durch die Steuerungsbefehle „Strg“ plus „+“ zum Vergrößern und „Strg“ plus „-“ zum Verkleinern sowie „Strg“ plus „0“, um den Bildschirm wieder zurückzusetzen. Alternativ kann man auch zoomen, indem man bei gedrückter „Strg“-Taste mit dem Rädchen an der Maus scrollt.
    Was die Sternchen und Kommentare betrifft, so glaube ich eher nicht, dass darüber die vorhandenen oder fehlenden Leerzeilen entscheiden. Das dürfte wohl weiterhin an dem jeweiligen Inhalt der Texte liegen, der in meinem Fall weit ab vom üblichen Mainstream auf dieser Seite ist und daher nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Dennoch fand ich es einen Versuch wert.

  • Holger195305.09.2021 01:42

    Profilbild von Holger1953

    Moin Silberstrahl,
    ich formatiere den Text, bevor ich ihn hochlade...
    Mich verwundert, daß seit dem "Lockdown" dieser Seite die Kommentare zu den Geschichten weniger wurden.
    Zu den Sternchen hatte ich mich schon vorher mehrmals geäußert. Der Verlag sollte sich da mal Gedanken machen. Mir ist es scheißegal, wieviele Sternchen vergeben werden, weil sie nichts über die Qualität einer Geschichte aussagen.
    Aber das mit den Absätzen kannst Du selbst erledigen. Da ändert auch die Zoomfunktion nichts! Da hast Du etwas mißverstanden. Es geht nicht um die Augen, sondern um die Lesbarkeit! Um die Pausen...

  • Silberstrahl05.09.2021 21:50

    Sicher, die erhaltenen Sternchen sind nicht automatisch Zeichen für die Qualität eines Textes, sondern vielmehr Ausdruck des Gefallens oder natürlich auch des Missfallens. Ob dieses Fünf-Sterne-System noch adäquat ist? Persönlich finde ich eine Bewertung, bei der nur zwischen „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ unterschieden wird, um einiges besser. Die Art der Benotung, die hinter dem System mit den fünf Sternen stehlt (quasi das Schulnotensystem) halte ich eher für ungünstig. Sie findet aber in der digitalen Welt weiterhin Anwendung.
    Was die Zeilenumbrüche angeht, so mag es überhaupt nicht, wenn der Text zerfleddert wird. In Büchern gab und gibt es sie auch nicht. Sie sind ein Produkt der Internetwelt.

  • Holger195305.09.2021 23:37

    Profilbild von Holger1953

    Moin Silberstrahl,
    Zeilenumbrüche sind etwas anderes als Absätze...
    Absätze die sind seit Jahrhunderten gang und gäbe. Stell Dir mal vor, die Bibel wäre als fortlaufender Text gedruckt. Ohne Gliederung in Absätze und Verse. Oder stelle Dir mal Goethes Verse fortlaufend vor... Würde keiner lesen...
    Ich wurde in einer Welt geboren, als es noch kein Internet gab, sondern gedruckte Bücher mit Textgestaltung durch Absätze...

  • Holger195305.09.2021 23:52

    Profilbild von Holger1953

    ... zur Bewertung hatte ich mich ähnlich wie Du geäußert: Daumen hoch oder Daumen runter. Die Sternchen an sich sind ja nicht das Problem, sondern wie bei ORION damit umgegangen wird. 10.000 Leser lesen eine Geschichte und einer bewertet sie mit 5*. Sie erhält 5*. Weitere 10.000 Leser lesen die Geschichte und ein zweiter Leser bewertet sie mit einem Sternchen. Sofort wird die Geschichte mit 3* bewertet.
    Die digitale Welt ist eine Welt, die nur ein Abbild der wirklichen Welt ist... Und die digitale Welt verschwindet, sowie der Strom abgeschaltet wird... Gegen Mitternacht werde ich immer philosophisch...

  • Holger195306.09.2021 08:25

    Profilbild von Holger1953

    Man kann den Text auch ohne Leerzeile gliedern, indem die erste Zeile des Absatzes einrückt wird...

  • Silberstrahl06.09.2021 19:50

    Wenn ich es richtig sehe, kann man die hier eingestellten Texte nur bewerten, wenn man sich auf dieser Seite als Mitglied eingeloggt hat. Für das Lesen der Texte ist das nicht nötig. Da aber grundsätzlich jeder Aufruf gezählt wird, erklärt sich die auffallende Diskrepanz im Verhältnis zwischen den Aufrufen und den Bewertungen der Texte. Die Menge der Aufrufe ist dabei auch kein Kriterium, denn bringen sie nicht zum Ausdruck, ober der Text letztlich auch gelesen wurde.
    Was die Formatierung betrifft, so hat der vorliegende Text sehr wohl Absätze. Nur eben keine (durch zusätzliche Zeilenumbrüche) abgesetzten Absätze. Ein Stilmittel, das ich (wie bei der folgenden Geschichte Nr. 12) nutze, wenn es einen Szenenwechsel gibt. Würde ich grundsätzlich abgesetzte Absätze verwenden, fiele dieses Stilmittel weg. Alternativ müsste ich mehrere Leerzeilen einfügen und den Text zerreißen.
    Das eingerückte Schreiben funktioniert leider auch nicht. Leerstellen, die man gleich zu Beginn einer Zeile setzt, werden beim Hochladen entfernt. Das habe ich schon probiert. Ebenso werden alle Formatierungen von separat geschriebenen Texten entfernt, wenn man ihn kopiert und hier einfügt. Das hier verwendete Schreibsystem lässt nur Text in Form des Nachrichtenstils zu. Für Geschichten, die man gern durch Kursiv- oder auch Fettdruck aussagekräftiger machen möchte, nicht sonderlich gut geeignet.

  • Holger195307.09.2021 21:04

    Profilbild von Holger1953

    Moin Silberstrahl,
    alles soweit richtig. Masse sagt nichts über Qualität aus.
    Vielleicht denkt der CS Verlag mal drüber nach, wie er das Problem der Formatierung lösen kann. Früher gab es den Beruf des Schriftsetzers, der auch noch den Text korrigierte, bevor er in den Druck ging. Was will m/w/d jedoch von einem IT-Dienstleister verlangen, wenn der Auftraggeber keine Ahnung hat...
    Was hilft das Jammern? Solange es nicht anders geht, mit den Gegebenheiten klar kommen.
    Also Leerzeile zwischen den Absätzen, zwei oder drei Leerzeilen zwischen den Kapiteln oder Zwischentitel einfügen...
    Im Moment scheue ich mich davor, Texte von mir, die wieder veröffentlicht wurden, zur Korrektur wieder in den Entwurfsspeicher stellen zu lassen, weil ich nicht weiß, ob und wann sie dann wieder veröffentlicht werden. Da ja Rechtschreibung und Grammatik eh scheißegal sind, macht mich das nun auch nicht mehr nervös...

  • Silberstrahl15.09.2021 22:30

    Na dann werde ich bei Gelegenheit einmal eine Rückrufaktion starten und meine Texte wunschgemäß der Bearbeitung unterziehen.

  • Holger195317.09.2021 20:12

    Profilbild von Holger1953

    Moin Silberstrahl,
    das mit den Absätzen war meine Meinung zur Form...
    Vielleicht macht sich ja der CS Verlag Gedanken, wie er in diesem Portal gestalterische Möglichkeiten (einrücken, fett, kursiv) implementiert. Schließlich will er ja Geschichten aus dieser Website als Printprodukte vermarkten (z. B. für Fernfahrer, wie ich las).

  • Holger195317.09.2021 20:18

    Profilbild von Holger1953

    NB (Nachbemerkung): M. E. sind alle güldenen Sternchen dieses Portals aus Katzengold...

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