Erotische Geschichten

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Hinter geschlossenen Türen

3 von 5 Sternen
Mit einem halbherzigen Augenrollen stand Emma vom Esstisch auf und sortierte ihr Geschirr in die Spülemaschine der Küche neben an.
"Dirk, ich glaube du solltest ihm lieber nicht nachgehen. Du weißt das die Situation nur wieder eskalieren wird.", versuchte ihre Mutter diesen in ihrem typisch sanftmütigen Ton zu beruhigen. Dirk war jedoch Außer sich. "Langsam reicht es mir! Ich habe lange genug beide Augen zugedrückt, aber wie er mit dir und Emma umgeht ist nicht akzeptabel!", bebte seine Stimme bis in die Küche.
Auf leisen Sohlen schlich sie sich nach oben, nach den ersten Streiterein hatte Emma aufgehört sich Sorgen zu machen, in weniger als zehn Minuten wäre die Sache wieder vom Tisch. Bis zum nächsten "Familienessen".
Die geschlossene Tür zu der die Treppe als erstes führte versetzte ihr einen kleinen Stich. So sehr hatte sie gehofft, dass die Geschichte gut ausging, dass sie endlich das Gefühl kennen lernen würde Teil einer richtigen Familie zu sein. Vielleicht hatte sie sich das Familienleben in ihrer Fantasievorstellung auch einfach zu schön ausgemalt.
Schlapp schlenderte sie ins Zimmer auf der linken Seite, schloss ihre Tür ab und lies sich auf das graue Bockspringbett fallen. Es fiel ihr immernoch schwer es als "ihr" Zimmer zu betrachten. Die Beton-farbenen Möbel wirkten schlicht und modern und dank endlosen Schränken und Stauraum, störten ihre Habseligkeiten nicht das Flaire des Raumes.
Vor einem Jahr hat sich ihre Mutter Tania entschlossen bei ihrem Freund Dirk und seinem Sohn Julian einzuziehen. Anfangs hatte Emma sich gefreut, insbesondere für ihre Mutter. Ihr leiblicher Vater hatte sie schon früh verlassen und bei dem Gedanken an ihn fühlte sich Emma nicht eine Sekunde schuldig darüber, dass sie nicht mal mehr ein vages Bild an ihn in Erinnerungen hatte.
Und insgeheim freute sie sich auf Julian, sie wollte schon immer einen älteren Bruder haben, auch wenn dieser nur ein Jahr älter war als sie.
Das Vibrieren ihres Handys riss sie aus den Gedanken. Robin, ihr fester Freund.
LUST AUF EINEN FILM HEUTE ABEND ?
Mit geübten Finger anwortete sie erfreut. KLAR, UM 6 BEI MIR ? :-)
GEIL, ICH BRING KNABBERZEUG MIT :-)
Es war erst kurz nach zwei Mittags, genug Zeit sich frisch zu machen und ihr Zimmer aufzuräumen. Obwohl sich Vorfreude angenehm in ihrem Magen ausbreitete, verhinderte diese nicht, das Emmas Gedanken wieder zu Julian wanderten. Sie hatte sich oft gefragt warum er sie und ihre Mutter nicht ausstehen konnte. Lag es daran das er von da an das Obergeschoss von der Villa seines Vaters mir ihr teilen musste? Das Dirk keine Kosten und Widerrede geduldet hatte als er Emmas zukünftiges Zimmer in ein modernes Katalogzimmer verwandelt hatte? Noch nie hatte sie sich ihm gegenüber Unfreundlich verhalten, sich wegen der lauten Musik beschwert die bis spät Nachts aus seinem Zimmer kam oder über seine Freunde die ein und aus gingen oder gepetzt das er heimlich in seinem Zimmer rauchte. Er wiederrum hatte nie eine Gelegenheit ausgelassen sie anzufauchen oder zu kränken.
Nach dem ersten Monat ihres Umzuges hatte sie es aufgegeben sich ihm zu nähern. Sollten sich die Erwachsenen darum kümmern. Und wenn das nicht klappte, er war Siebzehn, nach dem Abi würde er sicher irgendwo hin weit wegziehen und sie konnte in Ruhe mit ihrer Mutter und Dirk leben.

Robin und sie waren inzwischen fast drei Monate zusammen. Er war Emmas erster Freund und in ihrer eh schon grüblerischen Laune kam ihr wieder einmal der Gedanke das es bald Zeit sein würde. Er hatte schon viele erste Schritte versucht, aber spätestens wenn er versuchte Emmas BH mit ungeschicken, zittrigen Fingern zu öffnen, hatte sie abgeblockt.
Es war ein Samstag, Ma und Dirk kamen selten hoch und Julian würde wahrscheinlich feiern gehen. Unsicher trat sie vor den Kleiderschrankspiegel. Dunkelbraune Knopfaugen in einem niedlichen Gesicht mit geröteten Wangen schauten sie an. Ihre dunkelbraunen Haare waren zwar noch feucht, bildetet jedoch schon leichte Wellen und gingen ihr bis knapp über die Brustwarzen. Drei Jahre hatte es gedauert diese so lang wachsen zu lassen und Emma liebte das Ergebnis.
"Emma! Dirk und ich fahren zu Wolfgang, sims wir wenn was ist!", flötete die melodische Stimme ihrer Mutter die Treppe hoch. "Alles klar!", erwiderte sie überrascht. Ein Besuch bei Wolfgang endete meist damit, dass sie die Beiden erst am nächsten Mittag wieder zu Gesicht bekommen würde.
Heute könnte es wirklich so weit sein, deshalb wäre es besser auf Nummer Sicher zu gehen und Julian zu fragen ob er heute auch weg sein würde. Mit dem Bademantel eng um den Körper geschlungen klopfte sie zaghaft an seine Tür. "Julian? Bist du ja?". Keine Antwort. "Julian?". Es kam kein Geräusch aus dem Zimmer, nur ein leichter Geruch nach abgestandenen Aschenbechern. Igitt, dachte sie stumm und kurz darauf Hurra! Eilig schlüpfte sie wieder in ihr Zimmer, in dem sie anfing den Kleiderschrank zu durchwühlen.
Ihr erstes Mal sollte etwas Besonderes werden und dank ihrer besten Freundin Tina verfügte Emma über sehr besondere blaue Dessouces. Für diesen Anlass wollte sie nicht niedlich, sondern scharf sein. Sie fand wonach sie suchte, ein dunkelblaues Babydoll-Teil oder wie man die Dinger nannte und streifte es über. Es war hoch aufgeschlossenen, aber eine transperente Stoffpartie zeigte ihren Ausschnitt beinahe bis zum Bauchnabel, unter dem sich der Stoff wieder transparent spaltete und ihren Venushügel frei legte. Die Ränder waren mit Spitze gesäumt und ein feines blaues Band setzte ihre schmale Taille in Szene. Alles in einem gefiel Emma was sie sah, auch wenn sie ein Winzling mit kurzen Beinen war. Ihre geschwungenen D-Körpchen machten dies wieder wett, aber für ihren Geschmack hingen diese etwas zu weit unten. Es war garnicht so leicht in ihren Auschnitt zu greifen um ihre Brüste nach oben zu drücken und diese auch dort zu halten, doch der Stoff lag eng auf ihrem Körper...
"Was wolltest du?", knurrte eine tiefe monotone Stimme aus ihrem Türrahmen. Wie ein aufgeschrecktes Reh starrte Emma in ein bleiches Gesicht, welches von hellbraunen, zerzausten Haaren umgeben war. Weit aufgerissene blaue Augen mit grünen Sprenklern starrten ihr entgeben, die von markanten Augenbraunen und leichten Sommersprossen umschlossen wurden. Emma wollte grade einen leisen Schrei ausstoßen, als ihr Stiefbruder schon wieder kehrt gemacht und die Tür hinter sich zu geknallt hatte.
'Na Super', ging es Emma durch den Kopf. 'Genau sowas hat noch gefehlt. Aber naja, vielleicht nervt er mich ab jetzt nicht mehr dermaßen.' Sie würde ihm sicherlich erstmal nicht mehr in die Augen sehen können. Hastig zog sie eine Jeans und einen Kapuzenpullover über, obwohl es unwahrscheinlich war das Julian noch einmal ohne Anklopfen ihr Zimmer betrat. Oder überhaupt noch mal ihr Zimmer betrat.

Kurz nach Sechs Uhr Abends war tatsächlich niemand außer Emma zuhause. Nervös knabberte sie an ihren Fingernägeln, ohne diese zu beschädigen. Ein Kompromiss den sie mit sich selbst geschlossen hatte, als sie sich das Nägelabknabbern abgewöhnt hatte.
Die laute Musikeinlage der Haustür deute darauf hin, das Robin endlich gekommen ist. Ein brauner Haarschopf wartete bereichts vor der Tür mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht und mehreren Tüten Süßigkeiten, Chips und Flips.
Es dauerte nicht lange bis Emma und Robin es sich es auf dem Bett bequem gemacht hatten, ein Horrorfilm namens MIRRORS auf dem riesigen Flachbildfernseher lief und Emma ihren Freund verstohlen mustern konnte. Sein stets sanfter Gesichtsausdruck passte zu dem langen dünnen Körper, mit dem er meistens ziemlich unbeholfen wirkte. Strahlend blaue Augen blickten ihr entgegen.
"Wenn ich's nicht besser wüsste, könnte ich fast meinen du schaust dir den Film garnicht an."
"Dich schau ich lieber an.", versuchte Emma zu flirten. Sie wollte ihm nicht sagen was sie heute vorhatte, sie wollte das er sie wieder küsste, sie auszog, merke was sie da unter dem Pullover trug und über sie herfiel.
"Wie romantisch...", flüsterte er, während er einen Arm um sie legte und zu sich zog. Seine Lippen waren wie immer weich und vorsichtig, bedeckten ihre Wangen, ihre Nase und ihren Mund.
'Ist das wirklich eine gute Idee', beschlichen auf einmal Zweifel Emma. Entschlossen raffte sie sich zusammen und setzte sich auf Robins Schoß ohne dabei das Küssen einzustellen.
'Ich kann jederzeit Aufhören wenn ich will.' Robin wusste das sie noch Jungfrau war und hatte noch nie Druck auf sie ausgeübt. Einer der Gründe warum sie ihn so mochte.
Zaghafte Hände strichen über ihre Schultern, ihren Rücken hinab und sandten warme Schauer durch ihren Körper. Ihre Finger gruben sich in das dichte schwere Haar von Robin, während ihr Körper sich vordernd an seinen schmiegte.
"Du hast es heute aber eilig.", keuchte er etwas außer Atmen. Statt einer Antwort ließ sie eine Hand unter seinen Pullover wandern und erkundete die flachen Wölbungen seiner Bauch- und Brustmuskeln, fühlte die Wärme seiner Haut und küsste ihn leidenschaftlich, öffnete seinen Mund mit ihren Lippen, zog mit der Zunge die Kurven seines Mundes nach. Immer wilder wurden die Beiden, Robins sanfte Miene durch den animalischen Instinkt der Fortpflanzung weggewischt, ersetzt durch sexuelle Begierde, welches durch das Hormonchaos eines Pubertierenden verdoppelt wurde. Körperteile verkreuzten sich miteinander, Hände waren hier und dort, heißer Atem streifte Emmas Hals. Kurz bevor seine Hände das Ende ihres Pullovers fanden, wurde die Tür aufgerissen und eine wütende Stimme brachte sie dazu von Robin runter zu springen und sich kerzengrade aufzurichten.
"Gott, ich habe nie eine meiner Mädels hier angeschleppt um sie hier flach zulegen, das wäre ziemlich widerlich, könntet ihr euer Rumgemache vielleicht ebenfalls diskret regeln und nicht DIREKT NEBEN MEINEM ZIMMER?!", herrschte Julian sie an und erinnte beinahe unheimlich an seinen Vater wenn er einen seiner Wutanfälle hatte, die in der Regel von seinem Sohn verursacht wurden. Julians blau-grüne Augen blitzen sie gefährlich an.
"Was zur Hölle? Das geht dich einen feuchten Dreck an was ich hier in meinem Zimmer mache!", fauchte sie zurück und die Lust, die sie bis grade empfunden hatte schwenkte in Wut um.
"In deinem Zimmer? Das ist immernoch mein Haus und nur weil ich dich hier dulde heißt das nicht, du kannst hier wie ein Flittchen mit jedem x-beliebigen Flachwixxer rumvögeln!", die Abscheu in seiner Stimme klang kalt und Emma konnte nichts anderes tun als ihn entsetzt anzustarren.
Nicht ganz Herr über ihre Stimme setzte sie zu einer Antwort an, "X-beliebiger... Flachwixxer...? Wie kannst du es wagen MEINEN FREUND so zu nennen?", ihren Freund, deren körperliche Anspannung sie neben sich wie ein straff gespanntes Seil fühlen konnte. Unbewusst hielt sie ihm einen Arm vor die Brust, um ihn aus dem Gespräch rauszuhalten.
"Raus hier.", forderte sie Julian mit emotionslosem Ton auf. "Raus hier oder ich breche dir deine Gott verdammte Nase." Angst packte sie, das die Situation völlig aus dem Ruder laufen könnte.
Mit einem belustigen Schnauben wandte er sich an Robin. "Nichts für ungut, ich wette länger als 15 Sekunden hätte es eh nicht gedauert."
Fuchsteufelswild sprang sie auf, die Hände zu Fäusten geballt und bereit seine Nase anzuvisieren, fand sich jedoch vor einer geschlossenen Tür wieder.
"Emma, das...", "war unter aller Sau.", beendete sie Robins Satz. Es würde nichts nützen Julian hinterher zu gehen, sein Zimmer wäre abgeschlossen und laute Rockmusik dröhnte bereits durchs ganze Haus.
"So wie er mit dir umgeht, das kann er doch nicht machen.", sie hörte die Wut ihn Robins stimmte und wollte ihn sofort beruhigen.
"Es nützt nichts. Wenn ich mit Dirk spreche wird es nur noch schlimmer und... ich dachte er wäre heute nicht da und vergiss es einfach ok? Wir sollten das nächste Mal einfach lieber zu dir. Oder ich gewöhn mir endlich an das verdammte Zimmer abzuschließen."

Nach all dem hatte Emma die Lust verloren und Robin nachhause geschickt. Er war besorgt und die Nacht rettungslos im Arsch. Geistesabwesend lag sie im Bett, starrte die Decke an und drückte ein Song nach dem anderen weg, weil es keiner schaffte sie zu beruhigen.
Wie sollte sie das noch länger aushalten? Natürlich wollte sie ein freundliches Miteinander, oder zumindest ein streitloses, aber nicht wenn das bedeutete sie müsse sich sowas gefallen lassen. Sie beschloss morgen mit ihrer Mutter zu reden, vielleicht hatte sie ja eine Idee. Müde ging sie noch einmal ins Badezimmer und legte sich danach schlafen.

Emma wurde sachte aus dem Land der Träume gezogen, als sie versuchte sich zu drehen und auf unerwarteten Widerstand traf. Lag da etwa jemand neben ihr? Sie hatte Robin doch nachhause geschickt. Schlaftrunken versuchte sie sich zu konzentrieren und nahm den Geruch von Zigaretten und Alkohol war. Ein warmer Arm lag um ihre Taille und sie meinte einen Herzschlag in ihrem Rücken zu fühlen. Plötzliche Panik ergriff sie, doch sie versuchte ruhig zu bleiben und unbemerkt aus dem Bett zu rutschen. Der Arm um ihre Taille verstärkte sich, was sie sich instinktiv versteifen ließ.
"Emma, keine Angst ich bin's nur.", flüsterte eine sanfte, schläfrige Stimme. Emma hätte sie fast nicht erkannt, er hatte noch nie auf freundliche Weise mit ihr geredet.
"Julian? Was machst du hier?", die Erinnerungen an den Abend riefen wieder unbändige Wut in ihr auf, wurden jedoch von der Absturdität der Situation gedämpft. Warum lag ihr Stiefbruder mitten in der Nacht in ihrem Bett, mit ihr, in Löffelchenstellung?
"Ich wollte mich entschuldigen.", erklärte er sachlich.
"Das ist eine ziemlich schräge Art sich zu entschuldigen.", stellte sie immernoch steif fest.
"Bitte, kannst du dich etwas entspannen und mir einfach zuhören? Ich bin ziemlich betrunken und es ist garnicht so leicht ganze Sätze zu formulieren.", flehte er sie mit trauriger Stimme an und klang völlig fertig.
"Ist irgendwas passiert?", Emma konnte die Sorge in ihrer Stimme nicht verbergen, auch wenn er ein Arsch war, er war Teil von der Familie die sie sich wünschte.
"Nein..., oder Ja. Ich... habe den Gedanken nicht ertragen. Als ich heute Mittag in dein Zimmer kam und du dieses blaue Ding anhattest und dann Robin aufgetaucht ist... Ich will einfach nich wissen was du hier hinter geschlossenen Türen treibst.", da war eindeutig Schmerz in seiner Stimme.
Das schwere und langsame Auf und Ab seiner Brust an ihrem Rücken lenkte sie ab, ihr fiel keine passende Antwort ein.
"Es tut mir Leid, ich wollte dich nicht stören...?".
"Nein, ich muss mich entschuldigen, ich bin komplett ausgerastet und hab dich beleidigt. Ich, weißt du überhaupt das ich dich gern hab?".
Vorsichtig versuchte sie von seiner Brust wegzukommen und drehte sich zu zu ihm, um ihn Anschauen zu können. Sein Arm lag noch immer auf ihrer Taille. Das war doch grotesk wie sie hier lagen.
"Du hast mich gern? Du hast mir seit wir hier eingezogen sind bei jeder Gelegenheit das Gegenteil gezeigt."
Mit halb verschlossenen Lidern schaute er sie mit müde an. Im Dunkeln wirkten seine Augen einfach nur Dukelblau und seine zusammengesackte Körperhaltung ließ ihn verwundbar und schmaller wirken als sonst. Ein Geühl wie Mitleid regte sich in Emmas Herzen.
"Ich hab dich sogar sehr gern.", antwortete er, ohne Spott oder Sarkasmus in den Augen.
Bevor Emma etwas erwidern konnte, strich seine Hand behutsam ihren Arm hoch und raue Finger berührten ihre Wange. Lange dünner Musikerfinger, die die Konturen ihres Kinns nachzogen.
Emmas Puls stieg schlagartig an, ihre Gedanken überschlugen sich. 'Was passierte hier? Er hat mich sogar sehr gern? Ich sollte aufspringen und ihn aus meinem Zimmer schmeißen.'
Doch sie konnte sich nicht rühren. Wie gebannt folgte ihr Blick den Umrissen seiner sanften Gesichtszüge, blieb kurz bei den langen hellbraunen Wimpern hängen, erkundete seine gekrümmte Nase, die einige wohl als unschön bezeichnen würden, ihr aber gefiel. Man konnte Julian nicht wunderschön nennen, aber alles an ihm war interessant, lied den Betrachter auf einen weiteren Blick ein. Die vollkommene Stille um sie herum wurde nur von dem gnadenlosen Hemmern ihres Herzens durchbrochen.
"Julian...", flüsterte sie in die Stille hinein und wehrte sich nicht als dieser sie an sich zog und sein Gesicht in ihre Kehlgrube schmiegte. Seine Haare rochen unfassbar gut, nach Shampoo und Haarspray und kitzelten an ihrer Nase. Das Gefühl seiner Lippen an ihrem Schlüsselbein, gemischt mit seinem heißen Atmen entlockten ihr ein überraschtes Aufkeuchen, woraufhin Julians Hand sich wieder in ihre Taille krallte und sie noch fester an sich zog.
Aufreizende Bewegungen von dünnem Stoff auf warmem Körper machten ihr schmerzlichbewusst, dass ihre Brustwarzen hart wie Glas waren und sich an Julian pressten. Dieses Bewusstsein für jeden Millimeter ihrer Haut, die bis auf die Zehenspitzen zu brennen schien, dieses Gefühl Schmerzen leiden zu müssen wenn er sie nicht berühren würde, soetwas hatte sie nie erlebt wenn sie mit Robin zusammen war. Genau wie das ununterdrückbare Verlangen seine Haare zu berühren, an der Stelle wo sie sich sanft und weich an seinen Nacken schmiegten.
Julians Handlungen und Gedanken schienen nicht im Einklang zu sein, seine Hand bewegte sich nur langsam unter den Stoff ihres Schlafoberteils, als ob sie unter Wasser wären. Dieser Gedanke hatte jedoch auch etwas beruhigendes, niemand kann im Dunkeln sehen was unter der Wasseroberfläche geschieht, in diesem Fall unter der Decke.
"Es ist schon okay.", versuchte Emma Julian zu überzeugen. Sie hatte nichts gegen das was sie taten. Warum sollte sie auch, es war ja nicht so als ob sie Stiefgeschwister wären oder das sie vergeben war.
Doch daran dachte sie nicht. Sie konnte sich einzig und allein auf das befriedigte Gefühl konzentrieren, das Julians Haut auf ihrer Haut hinterließ, ihren Körper in ein willenloses Objekt verwandelten, nur dafür da um sich um sich mit seinem Körper zusammenzufügen.
Er war zielstrebig, genießerisch, so ganz anders als der vorsichtige, zittrige Robin. Einfach besser.
Julians Fingerkuppen brannten wie heiße Wasserstrahlen auf dem Bereich unmittelbar unter ihrer Brust. 'Um Gottes Willen, bitte, bitte berühr sie endlich.', schrie Emma innerlich, doch seine Finger gruben sich schmerzhaft in die Haut ihres Bauches.
"Das ist keine gute Idee.", stellte er atemlos fest, während er sich auf den Rücken drehte.
Geschockt, wie ein Fisch an Land verharrte Emma reglos. Sie wollte ihn anbetteln weiter zu machen, aber wie sollte sie ihren Stiefbruder darum bitten ihre Brust zu kneten, um das fürchterliche Sehnen und Ziehen zu lindern?
"Vielleicht hast du Recht.", entgegnete sie ihm letzendlich mit matter Stimme.
"Kann ich heute Nacht hier bleiben?", überraschte er sie jedoch wieder, woraufhin sich ihr Körper wieder anspannte. Warum handelte sie so vorhersehbar und unkontrolliert?
Bemüht sich nichts von ihrem Gefühlschaos anmerken zu lassen antwortete sie simpel mit einem "Ja.".

Schulter an Schulter lagen sie da. Emma blieb noch lange wach und lauschte Julians ruhiger Atmung, während ihr bewusst wurde, was da grade geschehen ist.
  • Geschrieben von Fuchs
  • Veröffentlicht am 19.03.2018
  • Gelesen: 10198 mal
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Kommentare

  • hellmood19.03.2018 14:35

    Hallo Fuchs
    Wenn Du wissen möchtest, wie mir Deine Geschichte gefallen hat, dann lass es mich wissen!
    Gruß, Hellmood

  • Siri19.03.2018 16:08

    Also nee, was hier manche Leser(innen) manchmal für Kommentare hinterlassen.... :-(

    Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut, auch wenn (noch) nichts passiert ist. Bis jetzt klingt die Geschichte allerdings so, dass sich daraus noch etwas entwickeln könnte. Gibt es eine Fortsetzung?

    Zwei Sternchen gebe ich Dir schon mal als Anzahlung. Wenn die Fortsetzung hält, was die Einleitung verspricht, werde ich ausrunden ;-)

    Alles Liebe! Siri

  • Fuchs19.03.2018 17:08

    Profilbild von Fuchs

    Hallo Hellmood, ich wüsste sehr gerne ob dir meine Geschichte gefallen hat,

    Und zu dir liebe Siri, Teil Zwei habe ich grade ebend veröffentlicht, obwohl auch da noch nicht allzu viel geschieht.
    Ich mag die Spannung!
    Vielen Dank trotzdem für die zwei Sternchen, ich freue mich immer sehr über jedes Kommentar!

    Eure Fuchs

  • Bruni28.03.2018 15:16

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    Teil 1 sehr gut beschrieben. Teil 2 habe ich danach noch gelesen.
    Ich freue mich auf Teil drei und wie das zwischen den Stiefgeschwistern weiter geht.
    Vorallen Dingen sind sie ja nicht miteinander vewandt.
    Ich danke Dir !

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