Erotische Geschichten

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BE1 Tanz in den Mai

4 von 5 Sternen
Zu Walpurgis ging er in den Wald,
denn die Nacht zum ersten Mai kam bald.
Eine Birke würde er fällen
und seiner Liebsten vors Haus stellen.

Nach der Devise „ein Mann ein Wort“,
stand der Baum tags drauf an jenem Ort.
Früh am Morgen sah sie das Symbol
und verstand sein Ansinnen sehr wohl.

Zeichen der Fruchtbarkeit der Natur
erneuerte er so seinen Schwur.
Da war sie bar jeder Eitelkeit
und gern zu einem Treffen bereit.

Bei Sonnenuntergang im Garten
durfte er sie endlich erwarten.
Hier empfing er mit Stolz seinen Schatz
und geleitete ihn zum Festplatz.

Der Maibaum stand nach alter Sitte
wie jedes Jahr in der Dorfmitte.
Freudig umtanzten ihn die Paare
und dabei flatterten die Haare.

Manchem Paar war’s wohl nicht geheuer,
doch sprang man noch übers Maifeuer.
Kurz vor dem Maisprung küsste er sie,
dann war man auch mit von der Partie.

Ein Blick in ihre treuen Augen
steigerte nur noch das Verlangen.
Ihr Herz hatte schon längst entschieden,
daher ließ sie sich gern entkleiden.

Voller Inbrunst liebten sich beide
im Schutze einer alten Weide.
Und so wurde aus der Nacht im Feld
eine Liebe, die bis heute hält.


© SILVER RAY 2018
  • Geschrieben von Silberstrahl
  • Veröffentlicht am 30.04.2020
  • Gelesen: 2020 mal

Anmerkungen vom Autor

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Kommentare

  • Silberstrahl30.04.2020 18:00

    Profilbild von Silberstrahl

    Rituelle Liebesakte auf Feldern, welche der Überlieferung nach in vorchristlicher Zeit angeblich die menschliche Fruchtbarkeit auf den Ackerboden übertragen sollten, gehören inzwischen der Vergangenheit an. Das Brauchtum um den Tanz in den Mai hat sich allerdings bis in die heutige Zeit erhalten. Hierzu schrieb ich Ende April 2018 ein paar Gedanken erotischer Natur von mir in Form des vorliegenden Gedichts, das ich hier erstmalig zur Walpurgisnacht 2019 und nach einer kleinen Neugestaltung meiner Texte im August 2019 veröffentlichte.

  • CS30.04.2020 23:50

    Danke für das Gedicht!

    Walpurgisnacht! Der Tanz der Hexen auf dem Brocken.
    Anreise mit dem Reisigbesen, so wurden unsere alten germanischen Bräuche von der römischen Kirche verteufelt.

    Ich denke mal, die alten Germanen und Kelten hatten viel
    "Spaß" in der Nacht auf den 1. Mai. Tanz um den Mai-Baum(?) in den Mai. Das hieße, die Kinder
    wurden dann ab Anfang Februar geboren.
    In unserer Großfamilie häufen sich die Februargeburtstage.

  • Silberstrahl11.05.2020 15:30

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    Lieben Dank fürs Bewerten an unbekannt.

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