Erotische Geschichten

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Aschenputtel ist aufstiegsorientiert

3,4 von 5 Sternen
Machen wir uns nichts vor.

Natürlich sind Märchenprinzen elegant, gut aussehend, einfühlsam und selbstverständlich... unglaublich ...gerecht. Aber in erster Linie sind sie eines.

Sohn.

Eines Königs.

Sie haben ein Märchenschloss.

Und das ist völlig ok. Ich rede hier nicht von Neid.

Machen wir uns also nichts vor.
Es war gerecht. Dass nicht irgendein Hofdiener der Asche ans Puttel durfte, sondern ER, der Märchenprinz.

Ich meine, man kann ja Aschenputtel auch echt keinen Vorwurf machen. Sie war schöner als die Anderen. Und das ist einfach Schicksal. Sie war auch die bessere Tänzerin...und auf jeden Fall viel, viel fleißiger als die Konkurrenz.... äh, pardon ... die Stiefschwestern. Aschenputtel hatte es verdient, next Top Model zu sein. Und dem Thronfolger zu zeigen, was da so alles tanzt im Schritt. Keine Frage. Und ich gehe hier keinesfalls davon aus, dass jeder Prinz einen Fußfetisch verfolgt, der ihn dazu bringt, sein künftiges Königreich einer Schuhprobe zu unterziehen, um die schärfste aller Bräute eindeutig dingfest zu machen.

Wie die Zeit vergeht.

Aschenputtel ist heute Hilfsarbeiterin bei einer Putzkolonne. Und der Märchenprinz ist der junge Baron eines international erfolgreichen Unternehmens.

Er trifft sie ...haha ... stimmt... was für ein dümmlich-naiver Satzanfang....hihi, nein, völlig richtig, werter Leser, ...so ein barönlich-smarter Megaprinz trifft so ein ...äh...Aschenputtel aus der Putzkolonne natürlich gar nicht. Er wirft hr höchstens im Vorübergehen die eben geleerte Kondompackung in den mobilen Putzabfallschieber. Weil die sonst im Juniorchefbüro im Mülleimer so unschön aussieht. Und es muss ja auch nicht jeder wissen, was Sekretärinnen und Buchhalterinnen eben halt so wissen.

Also, trifft er Aschenputtel jetzt, oder nicht? Nein. Wobei...

... wir sind ja im Märchen. Und der Jungmilliardär macht heute Party in seinem Privatjet auf dem Flug von Castrop-Rauxel nach Rio de Janeiro. Seine Agenten haben ihm eine Topauswahl langbeiniger Models an Bord geschleust. Und heute ist bei den Ladies auch der "Aufpreis-wenn-du-ihn-reinstecken-willst"-Blick nicht zulässog. All inclusive. Wir sind schließlich bei Prinzens im Royaljet.
Jede heute hier Anwesende will IHN, den Märchenprinz. Das ist einfach so, im Märchen. Da darf jede Gewerbetreibende mal für einen Tag hoffen, als Pretty Woman, mit Shopping-Tüten überhäuft in den Armen von Ritscherd Gier ... oder wie schreibt der sich doch gleich wieder?.... finanzsorgenfrei unterm Zuckerhut zu landen.

Vor dem Abflug geht die Putzkolonne nochmal übers Chrom.

Und da passiert es.

Die Sache mit der guten Fee.

Und das ist ja auch nur gerecht. Denn wie drittklassig wäre es um die Brautauswahl eines Märchenprinzen bestellt, wenn er sich dabei einseitig auf das Personal verlassen müsste, das die unverbesserlich geldbesessenen Stiefmütter vom Dating- und Eskort-Portal zur Verfügung gestellt haben ...nein, so viel Kayal, Lippenstift, Haartönung und falsche Wimpern sind nun wirklich eines Königssohns nicht würdig ... und ganz bestimmt seiner dauerhaften Erektion abträglich.

Was hier gebraucht wird, ist ein ungeschminktes Hammersahneschnittchen. 17 Jahr, blondes Haar, um es in der deutschen Schlagersprache zu singen. Ein echtes Aschenputtel eben. Sexy vom naturblonden Unschuldsblick über die bikinischlanke Taille bis ins üppig bepflasterte Rippenmark. Megascharf. Prädikat poppenswürdig. So eine arbeitet doch auf jeden Fall völlig zu Unrecht beim Putzdienst, nicht wahr? Da hätten wir doch ganz andere Verwendungsmöglichkeiten - sagt sich die gute Fee.

Wie bitte?! Was sollen jetzt schon wieder diese nörglerischen Zweifel??? Gute Feen gibt es gar nicht??? Was soll denn das jetzt schon wieder heißen? Muss man hier denn alle Basics vom blutigen Anfang an erklären?! Natürlich gibt es gute Feen. Sehr gute sogar. Darauf lassen wir nichts kommen. Und nicht jede von ihnen heißt Heidi Klum.

Gute Feen erkennen Aschenputtel. Sofort. Traumwandlerisch. An allen guten Rohdiamanteigenschaften, die eine hochkarätige Putzkolonnenmagd ausmachen. Am Gang. An den fantastischen Haaren. Am zuckersüßen Augenaufschlag. Und an all den anderen inneren Werten. Edel sei das Mädchen, hilfreich und gut im Bett.

"Zeig doch mal deine Figur. Du hast doch Boobs, Baby..."
Hat sie. Hat Aschenputtel nur noch nicht gewusst. Wie konnte sie auch ahnen, dass sie im engen Abendkleid so an- und ausziehend auf Prinzen wirkt.

Die gute Fee sieht ihre Aktien steigen, wenn das Schöne und Gute siegt. Also verpasst sie dem Puttelchen erstmal ein schönes, körperbetontes Outfit. Und schon tanzt das Kopfkino des Jetbesitzers ganz prinzenhaft nur noch mit ihr.
"Darf ich dir die Trägerchen von der Schulter streifen?"
"Och nö, das rutscht doch dann runter."
"Echt? Zeig mal. Ich zeig dir dafür auch mein 50 shades-Räumlichkeiten, wo ich dich an den Pfennugabsätzen deiner Hihgheels f essele.

Aber wir wollen das jetzt nicht vertiefen.

Aschenputtel ist aufstiegsorientiert. Das hält die Welt am Laufen...auch gerade dann, wenn die Schuhe irgendwo hängen bleiben.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann ...naja...warum auch nicht...noch heute.


  • Geschrieben von Echt_nett
  • Veröffentlicht am 04.07.2017
  • Gelesen: 9981 mal

Kommentare

  • Siri05.07.2017 00:33

    Nee, echt jetzt? :-(

  • CS19.06.2020 22:30

    Erstmal Danke für die vielen Stories.
    Diese hat nur ein Thema! Und ich habe laut gelacht!
    Dafür 5 Sternchen!
    In viele Stories las ich rein, wenn die Story kompliziert ist und der Kontext innerhalb der Story stark wechselt, verliere ich die Leselust. Das mag in einem Roman okay sein, in dem man den Charaktären schon mehrfach im Roman begegnet ist.

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